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Erhöhte Spannungen zwischen Algerien und Marokko. #42291
05/03/2002 09:01
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umniya Offline OP
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Heute befindet sich M6 in den südlichen Provinzen, wohl als demonstrative Reaktion auf den Vorschlag von Algeriens Präsident Abdelaziz Boutaflika, die Westsahara zwischen der Polisario und Marokko zu teilen.
Die Marokkaner sind streng dagegen. Boutaflika besuchte letzte Woche das Flüchtlingslager der Polisario in Tindouf.
KOfi Anan hat in einer STellungnahme den algerischen Vorschlag als Alternative begrüßt und in seinem letzen Bericht als vierte Option zur Lösung des Westsaharakonfliktes.
Angesicht der massiven Armeemobilisierung auf beiden Seiten, befürchten viele Beobachter einen neuen Krieg zwischen den beiden Rivalen im Maghreb.
Kommt es dann zum Krieg? oder werden die USA alles tun, damit sie an algerischen Gas und Erdöl ohne Schwierigkeiten kommen?
umni

Re: Erhöhte Spannungen zwischen Algerien und Marokko. #42292
05/03/2002 16:30
05/03/2002 16:30
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Silla Offline
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Salam. ich hab gerade in Paltalk gehört das Algerien auch Anspruh auf Sahara hat, weiß jemand genauers von euch, wenn ja , wär schön wennn er es schreibt ,aber bitte in Deutsch, französische und Englische artikel versteh ich nicht, arabische auch nicht, soory.

Baslama
posse


Assalamu 'alaikum wa rahmatullah !
Friede sei mit euch und Allahs Gnade!

Beiträge: 24 | von: NRW | Registriert seit: Nov 2001 | IP: gespeichert

Re: Erhöhte Spannungen zwischen Algerien und Marokko. #42293
05/03/2002 16:37
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Silla Offline
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ich habe diese fragen von posse hierher kopiert, weil umni dieses thema schon angesprochen hat! sonst läuft das ganze zweispurig!
gruss
silla

Re: Erhöhte Spannungen zwischen Algerien und Marokko. #42294
05/03/2002 22:56
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Süd-Baden
Blandina Offline
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Hallo zusammen,

da ist man doch richtig platt.
Überall werden die Zwiste geschürt
Ja keinen mit seiner Macht in Ruhe lassen.
Machtansprüche...
Was soll das ?

Viele Grüsse


give peace a chance.

Re: Erhöhte Spannungen zwischen Algerien und Marokko. #42295
06/03/2002 08:48
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umniya Offline OP
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auf die frage, ob algerien anspruch auf die Sahara hat, ist mit einem eindeutigen NEIN zu antworten. Allein wegen der entfernung liesse sich kein Anspruch begründen. Jedoch war algerien von anfang an hinter der polisario, zunächst als fortsetzung seiner politik der unterstützung der befreiungsbewegungen in afrika seit den 70 er jahren. später wurde der konflikt zumindest für algerien zu einem strategischen konflikt. mit ihm wurden innenpolitische probleme aufgefangen. auf der anderen seite hat algerien von anfang des konfliktes an, durch die unterstützung der polisario versucht , marokko zu destabilsieren. dies geschah damals im zuge der ideolodischen lagerzugehörigkeiten. heute erhofft sich die algerische militärjunta von dem neuen konfrontativen kurs, die algerische öffentlichkeit von den eigenen krisen abzulenken. sie treibt so zu sagen eine art krisenexport. seit beginn des konfliktes war der jetzige präsident algeriens mit dabei, damals in seiner person als aussenminister und stratege der algerischen aussenpolitik der blockfreiheit unter der eisernen hand des 1978 vertorbenen Boumèdiène.
umni

Re: Erhöhte Spannungen zwischen Algerien und Marokko. #42296
15/03/2002 16:05
15/03/2002 16:05
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Erika Därr Offline
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Erika Därr  Offline
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Hallo ihr alle,
was nun die Westsahara angeht, so sind die neuerlichen Spannungen sicher nicht allein auf Algerien zurückzuführen. Ausgangspunkt ist, dass das UNO-Mandat für die Westsahara Ende Februar ausgelaufen ist und die UNO jetzt nur noch 2 Monate unten ist um die vorhanden Optionen zu prüfen. Kofi Annan hat den Marokkanern und der Polisario geraten sich zu einigen und mehrere Vorschläge gemacht, zu dem unter anderem die Teilungsvariante gehört. Antwort von M 6 war, dass Marokko keinen qm der Westsahara hergibt. Darauf hat die Polisario natürlich auch die entsprechende Antwort gegeben, dass sie nach wie vor ein Referendum wünschen, aber wenn das Marokko nicht will, sondern auf die Einverleibung der Westsahara pocht, dass sie dann wieder die Waffen auspacken würden. Eine weitere vorgeschlagenen Lösung war ein Autonomiestatus innerhalb Marokkos- von dem ist aber derzeit wenig die Rede. Die Saharouis haben dies schon im vergangenen Jahr abgelehnt.
D.h. wenn beide Seiten dermaßen starr sind, dann kommt es zum Krieg. Weder Algerien noch Marokko können derzeit einen Krieg gebrauchen. ICh denke dass auch Marokko das Geld in wichtigere Projekte stecken könnte. An die Theorie, dass Algerien mit einem Krieg von den innenpolitischen Problemen ablenken will, glaube ich nicht, denn Algerien hat genug im eigenen Land mit ihren Terrosristen zu tun, dass sie sich einen Krieg eigentlich nicht leisten können. Jedoch haben sie auch nicht genügend Geld um die Flüchtlingslager beliebig lange zu unterhalten und auch jezt überleben die Saharouis in den Lagern nur dank der Hilfe einiger westlicher Geberorganisationen und von Spendenaufrufen, Jorunalistenreisen (z.B. von Medico international)dorthin, gesponserte Sandmarathons und ähnliches.
Statt mit den Säbeln zu rasseln sollte Marokko Algerien anbieten, alle Flüchtlinge sofern sie wollen, zurückzunehmen, denen Häuser und Arbeitsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen und auf Verfolgung zu verzichten. Mit einer großzügigen Geste könnte man wahrscheinlich eine Menge erreichen. Auch Algerien sollte angesichts seiner Probleme hier zugänglicher sein. Was die Nähe betrifft hat Umniya unrecht. Auch Algerien hat eine direkte Grenze zur Westsahara und Städte wie Tindouf und Bechar sind nicht weiter entfernt wie Agadir von Laayoun. Wir haben 1999 auf unserer Fahrt von Algerien in Richtung Mauretanien (von Adrar nach Bordj Fly St. Marie - Chenachen (Grenze Algerien) - Chegga (Grenze Mauretanien) - Ouadane) viele Saharaouis getroffen die dort als Nomaden lebten. Früher sind die Saharouis als Nomaden sowohl in Richtung Norden nach Marokko als auch in die algerische Sahara und mauretanische Sahara gezogen. Es gab dort keinen Staat im eigentlichen Sinne, deshalb gestaltet sich ja jetzt der Streit so schwierig, weil jeder Ansprüche anmeldet und Marokko halt aufgrund der Beziehungen und der Schutzfunktion des Sultans während einiger geschichtlicher Phasen mehr Beziehung zur Westsahara vorweisen kann,als die anderen beiden Staaten Algerien und Mauretanien. Das Nomadensiedlungsgebiet war groß und Nomaden hielten sich halt nie an Grenzen. Der Wunsch Algeriens auf einen Meereszugang am Atlantik wird zwar immer wieder seitens Marokkos als Begründung für einen Krieg aufgestellt,aber Algerien hat soviel Küste am Mittelmeer und der Weg durch die Wüste (bis jetzt keine Straßen) bis zum Atlantik wäre so viel mühsamer als mit dem Schiff an Gibraltar vorbei in den Atlantik, dass das eigentlich eher Blödsinn ist. zu Zeiten des Sozialismus und des Blockdenkens Ost und West im Kalten Krieg mögen hier noch ideologische Gründe eine Rolle gespielt haben, aber davon hat sich Algerien eigentlich auch gelöst. Jetzt hieße es für alle drei Seiten unter UNO-Vermittlung, eine Lösung zu finden.
Ich bin auch für einen Lösung innerhalb Marokkos mit Autonomiestatus, die Frage ist nur, wie lässt sich die mit Zustimmung aller erzielen. Wenn nicht wäre ein Teilung immer noch besser als Krieg. Noch dazu, wo ohnehin nach Abzug der Spanier die Westsahara erst zwischen Mauretanien und Marokko aufgeteilt war bevor sich Mauretanien zurückgezogen hat. Die Frage ist nur könnte so ein kleiner Polisariostaat überhaupt exisitieren, oder wäre es nur ein Satellit Algeriens ? Ich fürchte, wenn hier nicht besonnen gehandelt wird, dann gibt es hier ähnliche Probleme wie in Nahost.

Re: Erhöhte Spannungen zwischen Algerien und Marokko. #42297
16/03/2002 03:06
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Uschen Offline
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Hallo,
îch möchte auf die Lösung dieses Konflikts eingehen, der Marokko sowieso viel gekostet hatte und weiterhin kostet.
Die entscheidenen Fehler wurden in den Jahren 56-58 und was nach dem 1975 passierte war eine Demütigung der Sahrawis.
Ich muß Erika in einem Punkt wiedersprechen und daraufhinweisen, dass der König M6 und der marokkanische UN-Botschafter mit dem Autonomie-Status einverstanden waren.
Die andere Kräfte in Marokko sind gegen die Autonomie der Sahrawis und einige Äußerungen von Politiker sind unverschämt und unverantwortlich.
Marokkos Diplomatie hat verloren und die Verantwortlichen sollen so schnell wie möglich die Verfassung reformieren und einen Sonderstatus für die Sahara-Region verankern.
Einige Politiker , wenn man sie liest, wollen den Unterschied zwischen einer wirtschaftlichen Regionalsierung und einer Autonomie nicht verstehen.
Viele haben Angst davor, dass die anderen Regionen auch einen Sonderstatus verlangen.
Sie bringen Spaniens Autonome Regionen als Beispiel.
Der UN-Vorschlag spricht eindeutig von Autonomie und nicht von Regionalisierung, aber in Marokko glauben viele unverantwortliche Politiker, dass die Sahrawis mit der Regionalisierung einversatnden sind.
Die Regionalisierungspolitik in Marokko ist selbst eine Lachnummer und hat bisher nicht zur Demokratisierung der Wirtschafts- und Sozialpolitik beigetragen.
Nicht ein klares und vernünftiges Region-Gesetz konnte verabschiedet werden.
Eine regionale Investitionbehörde ist immer noch nicht da und wenn einer in Agadir investieren will, muß er in Rabat Anträge und von Behörde zu Behörde rennen ( Korruption ).
Ich bin jedenfalls dafür, dass die Sahrawis ihre Region selbstverwalten und ihre eigene Gesetze( Wirtschaft / Kultur / Soziales / usw...) erlassen können. Die Souveränität in der Aussen- und Sicherheitspolitik wird sowieso beim König bleiben. Das sieht der Vorschalg von James Backer vor.
Autonomie heistt nicht Unabhängigkeit und ich verstehe nicht, warum viele Poltiker die Sahrawis weiterhin demütigen wollen.
Ich weiß wohl, dass die Gegner dieses Vorschalges diejenigen sind , die in der Sahara-Region die Wirtschaft kontrollieren und alles tun, damit es nur bei einer Regionalisierung für die Sahrawis bleibt. Aber was schief gebaut worden ist , muß auch ein Ende haben.
Übrigens, Algerien ist gegen diesen Vorschlag, weil die Militärs ihren traditionellen Einfluss auf die Polisario verlieren.
Boutflikas Besuch, anlässlich der Gründung der " Sahrawischen arabischen demokratischen Republik " sollte den Blick der nationalen Presse auf die Sahara lehnken, aber war erfolgslos, weil die Tageszeitungen gegnug Stoff haben und vieles über die Unruhen und Demonstrationen zu berichten hatten.
Viele in Marokko sind gegen die Autonomie der Sahrawis , weil ein solcher Schritt zur einer langasmen Demokratisierung der Verfassung in Marokko führen wird.
Der Übergang von einem zentralistisch nach dem jakobinischen Modell organisierten Staat hin zu einem Regionen-Staat mit demokratischen Institutionen muß endlich in Angriff genommen und gelingen werden.
Wer vom jetzigen politischen System in Marokko und seiner Starrheit profitiert, der ist nichts bereit Veränderungen durchzuführen.
Veränderung bedeutet immer Verteilung und einige Machtmenschen in Marokko sind nicht bereit zu verteilen und zu teilen.
Gruß
Mohand


Tidt n umya!
Re: Erhöhte Spannungen zwischen Algerien und Marokko. #42298
16/03/2002 10:39
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Ch-3001 Bern
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umniya Offline OP
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Ch-3001 Bern
Die 4 Lösüngsoptionen, die Annan anfang dieses Monats in seinem Bericht der UNO präsentierte, enthielten als letzte option den Teilunsvorschlag von Algerien.
Diese Teilungsvariante kam jedoch von algerischer seite etwas überraschend, nachdem die UNO im Juni 2001 die Resolution 59 zum Autonomiestatus der südlichen provinzen ( Wetssahara in der marokkanischen offiziellen sprache ) beschloss trotz einiger Enthaltungen.
Die Autonomieoption ist eine amerikanische option und wurde vom Backer über die Bühne gebracht,nach mehreren treffen der Polisario und Marokko, zunächst in Amerika, dann zweimal in London und ein mal in Berlin. Bei all diesen treffen hat Marokko sämtliche autonomievorschläge angenommen, aber natürlich nach der Devise vom verstorbenen Hassan II " alles ist verhandlbar ausser der Flagge und der Währung" was in seiner essenz bedeutet: autonomie in der monarchie. Marokko hat das ganze land und seine politische elite jahrelang auf diese alternative vorbereitet, angefangen mit der dezentralisierungspolitik, die zwar etwas früher begann, aber erst nach 1998 schnellst vorantgetrieben wurde und auf politische ebene die Politik der Alternance förderte, die die historische Opposition an die Regierung brachte. innenpolitisch war also marokko bereit, den saharwis weitgehende autonomie einzuräumen und somit zur eindämmung des konfliktes beizutragen, was marokko viel gebracht hätte, allen voran eine halbierung der kriegskosten, die sich von beginn des konfliktes bis zum UNO-friedensplan 1991 auf über eine million US$ beliefen und sich später auch fortgesetzt haben zur finanzireung der infrastruktur in der sahara.
der überraschungseeffekt des algerischen vorschlages war für die marokkaner um so stärker, weil sie damit nicht gerechnet haben, und schon gar nicht von Boutaflika, der bei der Beerdigungszeremonie von Hasan II den jetzigen König umarmte, was teilweise als annührungssignal von marokkanern verstanden wurde und vielleicht auch so von Boutafloka gemeint war, wenn nicht die geschichte mit den islamisten gekommen wäre, die angeblich 1999 zuflucht in marokko fanden und wo marokko angeschuldigt wurde, algerishce islamisten Unterschlupf zu gewährleisten. Dieser zwischenfall hat die hoffnungen der marokkaner auf eine baldige vertsändigung mit den algeriern eingefroren.
seitdem hat sich der algerische präsident Boutaflika während seiner ganzen auslandsreisen von der autonomieoption distanziert und immer wieder auf das referendum pochte, wie es der erste UNO-friedensplan von 1991 versah, der aber nie zusandekam, weil die sahrawis auf der liste der abstimmungsberechtigten jene saharwis abgestrichen haben sehen wollen, die nach 1975 nach marokko gingen, worauf im gegenzug marokko beharrte und was ihm mehr stimmen gebracht hätte, mit denen sich das referendum zu seinen gunsten entschieden hätte.
der überraschungseffekt ist weiterhin enorm, weil ende februar ein terffen der unterhändler der aussenministerkonferenz der UMA stattfan, währenddessen die algerische delegation die bereitschaft ihres landes ausdrücklich brachte, die eingefrorenen verhandlungen zum aufbau der wirtschfats-
einheit des maghrebs wieder aufzunehmen. Kurz danach kam der algerische teilungsplan und innerhalb von wenigen tagen erreichte er die UNO-Loge. selbst für eingeweihte diplomaten ist das alles zu schnell gelaufen.

abgesehen von dem übberraschungseffekt des algerischen teilungsvorschlages hat die letzte entwicklung eine neue dimension genommen. mit seinem vorschlag ist algerien jetzt zur direkten konfliktpartei mit einem mitspracherecht geworden, das es bis jetzt nie hatte, auch wenn es die saharwis seit 1976 in tindouf aufenthaltsstatus gewährte. diese entwicklung missfällt in der tat marokko. ausser der strikten ablehnung der teilungsoption seitens marokko ist es bis jetzt zu keinem zweiergespräch zwischen algerien und marokko gekommen, weil marokko den algeriern diese chance nicht geben will, mit ihnen als konfliktpartei zu verhandeln.
in diesem taktischen handeln der marokkaner richtet sich ihre offizielle kritik an dem teilungsvorschlag nich an algerien, sondern an Annan, dem in der marokkanischen presse inkompetenz bis hin zur parteilichkeit unterstellt wurde.

eine bessere lösung als die autonomie werden die sahrawis nicht bekommen. würden sie pragmatiker und entledigten sie sich den algerischen anweisungen, hätten sie zumindest aud diplomatische ebene breitere anerkennung und hilfen von aussen. vieles spricht dafür, dass eit der autonomie-
verhandlungen teile jener stämme, aus denen die saharawis in tindouf zusammensetzen, die Rgibets, ihre gefolgschaft zu jenem radikalen algerientreuen flügel der sahrawis nicht mehr garantieren. Für sie ist die autonomie zunächst eine rückkehr in das land. zumindest in dieser hinsicht sind hier in diesem konflikt parallelen zum nahostkonflikt zu sehen.

umni

Re: Erhöhte Spannungen zwischen Algerien und Marokko. #42299
17/03/2002 01:06
17/03/2002 01:06
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Blandina Offline
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Hallo zusammen,

kann sein, dass ich jetzt vollkommen falsch liege. Man möge Nachsicht mit mir haben. ;\)
Nur zu dem Thema fällt mir ein, dass
Konflikte, wie wir ja anderswo sehen, gerne genutzt werden um von Anderem abzulenken.
Bei Marokko könnte ich mir vorstellen, dass bei einem Wahlerfolg der Islamisten ein „Krisenzustand" die Einigkeit immerhin unter den Marokkanern bringen würde.
Bei den Algeriern weiss ich nicht wie sehr sie mit ihren „Terroristen" Ausbildungslager haben in ihrem Land, und somit u.U nahe an die „Achse des Bösen" herankommen, und mit einem „Krisenzustand" der erhöhte Militärpräsenz erfordert, könnte man dies auch besser verwischen, falls es nötig wäre.
Und den USA und Israel ist es bestimmt auch lieber, wenn wieder 2 der „Arabischen Liga" mit sich selber beschäftigt sind, und man somit immer das Argument bringen kann, sie sollen vor der eigenen Tür kehren, denn wo Krieg ist passieren immer Greueltaten.

Doch hoffe ich natürlich, dass es nicht soweit kommt und eine friedliche Lösung gefunden wird.

Viele Grüsse


give peace a chance.

Re: Erhöhte Spannungen zwischen Algerien und Marokko. #42300
25/03/2002 09:26
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Blandina Offline
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Hallo zusammen,

gestern war Recherche Tag, und ich traute meinen Augen kaum:

2002, 13. Jan. Im Rahmen einer größeren militärischen Zusammenarbeit beginnen algerische und amerikanischen Marineeinheiten gemeinsame Manöver. http://www.netzwerk-afrika-deutschland.de/land/algerien.htm

Da fällt mir erstmal nichts mehr ein.
Deshalb zitiere ich Andreas von Bülow, Staatssekretär im Verteidigungsminsterium und von 1980 bis 1982 Bundesminister für Forschung & Technologie:

Brzezinski überprüft die wichtigsten Staaten der Reihe nach, wer sich zum Gegner der US-Dominanz aufwerfen könnte. Es werden Ansätze gesucht, wie diese potentiellen Gegner geschwächt werden können - er sieht das Ganze als Schachspiel, in dem die Hauptfiguren als Staaten gegeneinander gesetzt werden, und innerhalb der Staaten oft ethnische Minderheiten als Bauern Verwendung finden. Man fördert die Scharfmacher unter den Führern von Minderheiten, desavouiert die Friedfertigen, schürt die Leidenschaften, vermittelt Waffen, finanziert über Drogen. Sollte die jeweilige Zentralregierung sich dann gezwungen sehen zur Erhaltung des Landfriedens etwas robuster vorzugehen, folgt die öffentliche Anklage wegen Verletzung der Menschenrechte. Brzezinski ist wie besessen von der Frage nach der Beherrschung des eurasischen Raums zwischen Atlantik und Pazifik, für ihn der Schlüssel zur globalen Dominanz http://www.broeckers.com/buelow.htm


Viele Grüsse


give peace a chance.

Re: Erhöhte Spannungen zwischen Algerien und Marokko. #42301
25/03/2002 13:38
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Ute,
Im Fachjargon der USA- Politologen nennt man diesen Jop Simulation von Kriegsszenarien. Das ist in den Augen der amerikanischen Sicherhietsexperten angewandte Politikwissenschaft.

Umni

Re: Erhöhte Spannungen zwischen Algerien und Marokko. #42302
25/03/2002 14:12
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Deutschland
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Deutschland
Entschuldig, vielleicht bin ich nicht ganz im Bilde, deshalb bitte ich um Aufklärung. Was bedeutet dieser Satz:

2002, 13. Jan. Im Rahmen einer größeren militärischen Zusammenarbeit beginnen algerische und amerikanischen Marineeinheiten gemeinsame Manöver. http://www.netzwerk-afrika-deutschland.de/land/algerien.htm

Was soll diese Zusammenarbeit? Mehr steht auch im Link nicht drin!!! Und wenn die Amerikaner keine guten Absichten haben, warum machen die Algerier dann mit? Ich meine, jeder ist frei, zu entscheiden, mit wem er etwas macht... Danke für Aufklärung!


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