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Spuren der Wikingerzeit #26928
15/12/2004 12:51
15/12/2004 12:51
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Anna Norge Offline OP
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Anna Norge  Offline OP
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Hallo, alle miteinander!

In ein paar Monaten ist es mal wieder so weit und unsere Familie macht sich auf den Weg von Norwegen nach Marokko. Dieses Mal wollen wir einen Blick zurück in die Geschichte werfen. Wir haben vor u.a. das archäologische Museum in Rabat besuchen und historische Orte/Bauwerke in Marrakech,Rabat, Fès, Mèknes und Volubilis.

In diesem Zusammenhang würde es uns interessieren, ob jemand von Euch etwas über die Wikinger und ihre Spuren in Marokko weiss? Die Wikinger sollen auf ihren Raubzügen u.a. in den beiden Orten Nakur und Arzilla gewesen sein.

Vielleicht gibt es hier im Forum "Tamazight" ja Experten, die etwas zum Thema "Wikinger in Marokko" berichten können. Vielleicht auch mit einem Litteraturtipp? Wir würden uns sehr freuen!

Mit friedlichen Grüssen aus Norwegen! ;\)

Anna \:\)

Re: Spuren der Wikingerzeit #26929
17/12/2004 17:53
17/12/2004 17:53
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Anna Norge Offline OP
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Anna Norge  Offline OP
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Hallo, alle miteinander!

Auf verschiedenen Seiten im Internet habe ich inzwischen weitere Informationen zum Thema gefunden.

Wikinger aus Norwegen wurden in "al-Andalus" als "al-majus" bezeichnet. Vielleicht fällt dem einen oder anderen von euch bei dieser Bezeichnung etwas ein, in Bezug auf Wikingerspuren in Marokko?

Weiss jemand, wie die heutige Bezeichnung für Wikinger in Marokko ist und wie sie auf Tamazight genannt werden? Im Internet wird oft auch die Bezeichnung "norsemen" gebraucht. Wikinger, die aus Schweden in östliche Richtung zogen und u.a. auch in Bagdad gewesen sein sollen, wurden "Rus" genannt.

Der Ort Arzilla soll das heutige Asilah sein. Wo "Nakur" gewesen sein soll, habe ich noch nicht herausgefunden.

Viele Grüsse aus Norwegen von

Anna \:\)

Re: Spuren der Wikingerzeit #26930
29/12/2004 14:17
29/12/2004 14:17
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Amya Offline
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Amya  Offline
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NRW
Azul Anna,
ich habe deine Frage gerade gelesen und will dir eine Antwort schreiben.

Erstens, der Ausdruck Die Bedeutung des Wortes steckt im Wort selbst !!
Es ist, und das haben spanische Historiker herausgefunden, eine Bezeichnung, welche mit den zu tun hat. Es gibt ein zweisprachiges ( Tamazight / Spanisch ) Dokument dazu. Vor dem Eindrigen der Muslime ( Imazighen und Araber ) hiess die südliche Region des heutigen Spanien auf Tamazight < Thamurt n wandalus >.d.h Das Land der Wandalen. Diese Bezeichnung setzte sich bis zur islamischen Zeit in Spanien durch. Und die Muslime ( Imazighen und Araber ) hatten dann diese Region nur noch Al-andalus bezeichnet. Der arabische Ausdruck für Wandalen ist < Al-windal >. Und man sieht den Unterschied sofort.
Du weiß liebe Anna, daß Iberien ( Spanien )und Berberien ( Tamazgha / Nordafrika ) eine gemeinsame Geschichte hatten, und alle politische Erreignisse waren auf beiden Seiten bekannt. Auch die Wanderung der Wandalen in den Süden Spaniens war damals in Tamazgha bekannt.

Wer waren diese Wandalen ?

Es handelte sich um zwei germanische Stämme ( jetzt fallen mir die Namen dieser Stämme nicht ein : vieleicht : Die Hunnen ?) die nach der Völkerwanderung im heutigen Spanien gelandet waren und kurz in Nordafrika sich aufhielten oder besser gesagt, randaliert und wandaliert hatten ( Nur Spaß ). Der Ausdruck Wandalismus ist auf ihre Zerstörungswut zurückzuführen.
Ich habe noch nie etwas über die Wikinger im Bezug auf Imazighen oder Spanien gelesen !
Ich hoffe, ich konnte dir damit helfen.

Jetzt zu < Arzila > :
Der Name bedeutet auf Tamazight < Die schöne >, normalerweise müsste man es oder schreiben und aussprechen. Die Ausprache des /z'/ ist sehr wichtg.
Nach der Unabhängigkeit Marokkos wurdenn die Namen vieler marokkanischen Städte arabisiert und man hat eine arabische Bedeutung erfunden.
Und so wurde der Name < Arz'ila > ( Die Schöne ) zu < Assila > ( auf arabisch "die Ursprungliche" ) geändert. Und dieses komische arabische Denken wurde überall praktiziert und verbreitet : Mazaghan (Masiren )wurde zu al-jadida ( Die neue ) usw...

Jetzt zu Nakur :
ist auch auf Tamazight und es handelt sich um einen Felsen ( Insel wäre zu viel ) gegebüber der Stadt Nador/Al- im Norden Marokko. Es gibt eine masirsiche Organisation für Menschenrechte in Holland, die den Namen < Nakur> trägt.

Ein gutes neues Jahr und bis bald
Grüße aus Paris an alle Freunde
Amya

Re: Spuren der Wikingerzeit #26931
29/12/2004 15:46
29/12/2004 15:46
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amezzir
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tint Offline
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tint  Offline
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amezzir
azul und hallo
ganz schnell,

Vandalen


Westgoten

:

Teilstämme der Burgunder

denen es in Frankreich und Spanien nicht gefallen hat, sind rübergesetzt nach Nordafrika


in spanien und wozu gehören die hunnen

das sind mongolen

aber später mit Turkvölkern vermischt


obwohl Attila als König etzel in der frühhochdeutschen nibelungensage auftaucht


5.-6. Jahhrundert


also die vandalen

Die Burgunder waren ursprünglich in Skandinavien beheimatet, heutiges Schweden

die Vandalen sind unklar, wahrscheinlich eine verbindung zwischen sueben und burgundern

Vandalen


Westgoten

:

Teilstämme der Burgunder

denen es in Frankreich und Spanien nicht gefallen hat, sind rübergesetzt nach Nordafrika


in spanien und wozu gehören die hunnen

das sind mongolen

aber später mit Turkvölkern vermischt


obwohl Attila als König etzel in der frühhochdeutschen nibelungensage auftaucht


5.-6. Jahhrundert


also die vandalen

Die Burgunder waren ursprünglich in Skandinavien beheimatet, heutiges Schweden

die Vandalen sind unklar, wahrscheinlich eine verbindung zwischen sueben und burgundern


burgunder hatten die weiteste wanderung; über Gotland , die Weichselmündung, Bug, Alpenraum, Südostfrankreich

Dort haben sich die meisten niedergelassen...aber wie das so ist, ein paar Streusel auch in andere Regionen europas...und einige sind dann auch gen Afrika gezogen


Deswegen ist das Römische reich zusammengebrochen; soviele billige Gastarbeiter hat man dann doch nicht erwartet


übrigens sollen die vandalen entgegen dem vorurteil keine sengenden, plündernden horden.gewesen sein -aber geschichte ist ein weites feld

man muß bedenken, daß damals etwas andere Klimaverhältnisse vorherrschten als heute - an der wanderung von germanen und Slawen waren nicht nur die Hunnen schuld


im 4. und 5. Jahrhundert erkaltete die nordhalbkugel spürbar; die Folgen waren bis Asien zu spüren...chinesische chronisten berichten über Hungerkatastrophen, kälteeinbrüche, Mißernten und Barbareneinfälle aus dem norde

Und neben Italien, Südfrankreich und der Iberischen halbinsel waren es die gebiette der "Colonia Africa", die für Wärme, Fruchtbarkeit und hohen lebensstandard bekannt waren

Die Kornkammer des Römischen reiches

oder wie es zu erklären, daß die Wirtschaft Kathagos trotz hoher gebietsverluste, Kontributionen, kriegstoten usw. nach den verlorenen kriegen ertragreicher und effizienter arbeitete als die der Römer

Kathago lag im gebiet des heutigen Tunesiens \:D

tatsache ist aber, daß damals viele Leute scharf auf diese gebiete gewesen sind - einziger Nachteil war die relative Abgelegenheit von Rom

auch vor der Völkerwanderung sind mit Sicherheit schon Germanen in jene Länder gekommen

einerseits als Arbeitsskaleven, oder als Konkubinen(die Römer sollen rattig auf blondes natuürliches haar gewesen sein)

die dann Knder zur Welt bekommen haben

in späteren jahhrunderten, so im 2. und 3. Jahhrundert auch als Legionäre

obwohl man Germanen eher an den nördlichen "brennpunkten" eingesetzt haben, da dort Widerstandsfähigkeit und Ortskenntnis zählte

die große "Flut" kam erst zu jener Zeit, als das (West)Römische Reich bereits weitgehend zusammengeborchen war und Italien nacheinander von Langobarden, west- und Ostgoten besetzt wurde


was mir spontan dazu noch einfällt´ist das julian einer der fürsten der wetgoten einen ziemlichen hals auf den könig roderrich hatte-weil dieser die erste brautnacht mit dessen tocher forderte und sie nicht heiratet.er nahm verbindung zu tárik auf .rest kannst du nachlesen in ibn khaldun bd 2 s849-die geschichte der berber


burgunder hatten die weiteste wanderung; über Gotland , die Weichselmündung, Bug, Alpenraum, Südostfrankreich

Dort haben sich die meisten niedergelassen...aber wie das so ist, ein paar Streusel auch in andere Regionen europas...und einige sind dann auch gen Afrika gezogen


Deswegen ist das Römische reich zusammengebrochen; soviele billige Gastarbeiter hat man dann doch nicht erwartet


übrigens waren auch die vandalen entgegen dem vorurteil keine sengenden, plündernden horden

man muß bedenken, daß damals etwas andere Klimaverhältnisse vorherrschten als heute - an der wanderung von germanen und Slawen waren nicht nur die Hunnen schuld


im 4. und 5. Jahrhundert erkaltete die nordhalbkugel spürbar; die Folgen waren bis Asien zu spüren...chinesische chronisten berichten über Hungerkatastrophen, kälteeinbrüche, Mißernten und Barbareneinfälle aus dem norde

Und neben Italien, Südfrankreich und der Iberischen halbinsel waren es die gebiette der "Colonia Africa", die für Wärme, Fruchtbarkeit und hohen lebensstandard bekannt waren

Die Kornkammer des Römischen reiches


ich entschuldige mich für meine *******ige rechtschreibung ,sie ist eh nicht toppfit -weil mich drei frankoberberes und ein nubier aus dem cafe ziehen wollen


guten rutsch allen und das das neue jahr besser wird wie das alte und das wird es -die schiffe segelen wieder ;\)


bätsch!
Re: Spuren der Wikingerzeit #26932
07/01/2005 21:30
07/01/2005 21:30
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Anna Norge Offline OP
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Anna Norge  Offline OP
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Hallo an alle, besonders an @Amya und @tint!

Spannend, spannend ist die Forschung in der Geschichte finde ich...

Danke an @Amya und @tint für eure Beiträge. Da habe ich doch gleich wieder etwas Neues gelernt. Dass der Name Andalusien aus der Bezeichnung "Land der Vandalen" enstanden ist, wusste ich nicht.

Die Wikinger waren von ca.800 bis 1050 unterwegs.

"...Kleinere und größere Gruppen von Schiffen griffen sämtliche Küsten Europas an. Die Wikinger segelten die Flüsse Frankreichs und Spaniens hinauf, eroberten den größten Teil Irlands und weite Gebiete von England und besetzten Gebiete entlang den Flüssen in Rußland und an der Ostseeküste. Es wird von Beutezügen im Mittelmeerraum berichtet, die weit nach Osten bis zum Kaspischen Meer vordrangen. Von Kiew kommende Nordleute waren sogar so tollkühn, einen Angriff auf Konstantinopel, die Hauptstadt des Oströmischen Reiches, zu versuchen.

Mit der Zeit wurden die reinen Beutezüge durch Kolonisation ersetzt. Ortsnamen erzählen von einer großen Wikingerbevölkerung in Nordengland, mit York als Zentrum. Ein großes Gebiet weiter südlich in England bekam den Namen Danelaw. In Frankreich erhielt ein Wikingerhäuptling vom französischen König die Normandie als Lehen, um andere Wikinger fernzuhalten. Die Inseln nördlich von Schottland bekamen eine gemischte keltisch-altnordische Bevölkerung, und auf Island und Grönland entstanden blühende Gemeinschaften..." (Quelle: Artikel des Norwegischen Aussenministeriums über "Die Wikinger"

Über Wikinger in Nordafrika ist wenig zu finden. Ich habe gelesen, dass man auf den kanarischen Inseln Grabstätten gefunden hat, die von den Wikingern stammen sollen, u.a. soll dort ein Wikingerschwert gefunden worden sein. Man nimmt an, dass die Wikinger die kanarischen Inseln als Ausgangsbasis für Raubzüge ins Mittelmeer benutzt haben.

In einem Internet-Artikel von "Saudi Aramco World" Among the Norse Tribes - The Remarkable Account of Ibn Fadlan wird darüber berichtet, dass Wikinger nach einem Angriff auf Spanien im Jahre 859, Raubzüge entlang der marokkanischen Küste unternommen haben. Sie eroberten und plünderten "den kleinen marokkanischen Staat Nakur" und nahmen alle Einwohner gefangen, die nicht rechtzeitig flüchten konnten. ("...invaded the little Moroccan state of Nakur and pillaged it. They took into captivity all the inhabitants with the exception of those who saved their lives by flight...")

Ausser "Nakur" habe ich an anderen Stellen noch die Schreibweisen Nekor/Nekkor/Necor/Nakkur gefunden und ausserdem die Bezeichnung "Mezemma". Ich denke mir, dass ein Ort auf dem Festland gemeint sein muss, vielleicht in der Nähe von diesem Felsen, von dem @Amya schreibt?

Meine beiden inzwischen jugendlichen Kinder (ach, wie schnell sie doch gross werden... :rolleyes: ;\) ) und ich waren in den Weihnachtsferien hier in Norwegen im Museum und dort gab es in der Ausstellung über die Wikinger auch arabische Münzen. Aus welchem Land die Münzen kamen, weiss ich nicht. Wir sind aber jetzt gespannt darauf, ob wir z.B. im archäologischen Museum in Rabat irgendwelche Wikingerspuren finden.

Mit lieben Grüssen aus dem hohen Norden

Anna \:\)

Re: Spuren der Wikingerzeit #26933
08/01/2005 14:25
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Anna Norge Offline OP
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Anna Norge  Offline OP
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Azul, alle miteinander!

Guckt mal, was ich bei arifino.com gefunden habe: The Kingdom of Nekor

"The Kingdom of Nekor was an emirate in the Rif with its capital initially at Temsaman but later at Nekor , founded by an immigrant of southern Arabianorigins, Salih I ibnMansur al- Himyari in 710 AD, by ( Abbasid ) Caliphal grant. He converted the local Berber tribes to Islam ; they soon tired of the restrictions of the religion, and threw him out in favor of aperson known as az-Zaydi from the Nafza tribe, but then changed their mind and took him back, and his dynasty, the Banu Salih,ruled the region until 1019...".

"The Banu Salih rulers were:
... Sa'id I ibn Idris ( 760 - 803 ), who moved the capital to Nekor. In his reign,Nekor was sacked by the Normans , who took many prisoners, a few of whom were ransomedby the Umayyad ruler of Spain...".

Am Ende dieses Beitrags steht:
"All dates are converted from Hijri , and may be up to a year out.This is largely based on Ibn Khaldun , whose account is itself based on al-Bakri."

Der Zeitraum in dem der Angriff der Wikinger ("Normans")stattgefunden haben soll, scheint in dem Beitrag aber zu früh angesetzt worden zu sein. Ich habe ansonsten mehrfach die Jahreszahl 859 gelesen, was auch besser dazu passt, dass der Wikingeranführer Bjørn Jernside (Bjorn Ironside)den Angriff geleitet haben soll und die ersten Wikingerfahrten überhaupt erst um das Jahr 800 im Norden Europas begannen.

Was man im Internet so alles finden kann... Aber noch mehr gespannt bin ich darauf, ob es in Marokko auch archäologische Funde aus der Wikingerzeit gibt.

Gruss von Anna \:\)

Re: Spuren der Wikingerzeit #26934
12/01/2005 13:45
12/01/2005 13:45
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Amya Offline
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Hallo Anna,
ich wollte nicht zu sehr auf alle politischen Hintergründe eingehen.

Ich möchte zwei Sachen noch ergänzen:

1-Imasiren haben sich mit den Vandalen sympatisiert, um die Römer aus Nordfarika zu vertreiben.
Als Takfarinas und Yugerten ( Masirische Wiederstandskämpfer ) durch die Römer ermordet wurden, haben Imasiren den kulturellen Wiederstand geleistet. D.h. Sie spalteten sich vom offiziellen Christentums Roms ab und schlossen sich die Bewegung der Donatisten an. Der Masire Donat hat alle masirsiche Christen aufgefordert gegen die offizielle Kirche zu kämpfen. Die Donatisten haben sich als afrikanische Christen verstanden. Ferner haben einige Masiren sogar ihre " jüdische " Religion wieder entdeckt, um gegen die römische Religion zu protestieren. Im Kern aber waren sowohl die Sympatie mit den Vadalen als auch die Bewegung der Donatisten Unabhängigkeitsbewegungen der Masiren, die eindeutig gegen Rom waren !

Mehr dazu bei:
Marcel Benabou . La résistence africaine á la Romanisation / Der afrikanische Wiederstand gegen die Romanisierung "


2- Du hast al-majous geschrieben und an die Vandalen gedacht. Aber das war nicht korrekt, weil al-Majous sich im Orient verbreiten konnten und nicht in Nordafrika.
Es handelt sich um eine kulturelle Bewegung aus Indien, die an die Magie und an Zarathustra glaubt ( Nietzsche´s Schrift : "Also Sprach....) Diese Magier konnten sich in Persien durchsetzten und haben dort einige Schulen gegründet. Aber mit den Vandalen haben sie nichts zu tun.

Das war ´s
Gruß
Amya

Re: Spuren der Wikingerzeit #26935
12/01/2005 15:04
12/01/2005 15:04
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Anna Norge Offline OP
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Anna Norge  Offline OP
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Azul, @Amya!

Leider reden wir beiden hier in diesem Thema aneinander vorbei. "Wikinger" und "Vandalen" ist nicht dasselbe.

Die Wikinger wurden in "al-andalus" als "al-majus" bezeichnet. Das soll damit zusammenhängen, dass sie ihre Toten verbrannten. Ibn Fadlan hat Anfang des 10. Jahrhunderts eine ausführliche Beschreibung so einer Feuerbestattung niedergeschrieben.(Wird in dem oben angegebenen Link "Among the Norse Tribes - The Remarkable Account of Ibn Fadlan" kurz erwähnt.)

Gruss von Anna

Re: Spuren der Wikingerzeit #26936
12/01/2005 17:46
12/01/2005 17:46
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Amya Offline
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Azul Anna,
es gab keine Wikinger in Andalusien (Al-Andalus).Die Vadandalen aber schon. Das ist das, was ich geschrieben habe und dazu stehe ich immer noch.
Es sind zwei verschiedene Völker ( oder Stämme ), je nachdem, und das sehe ich kein Missverständnis ! oder ?

Ich habe dein Eindruck gewonnen, daß du al-Majous in Verbindung mit den Wikinger bringen willst.
Das Problem ist aber, daß die Perser, Pakistani , und Inder in der Zeit der Islamisierung auch als Majous bezeichnet wurden. Sind auch die Perser Wikinger, nur weil sie als Majous bezeichnet wurden ?
Eine Verbindung zwischen den WINKINGER als Bezeichnung für einige Stämme und Al-Majous, d.h eine Bezeichnung der Anhänger einer Lehre sehe ich nicht.

Zur Zeit der Islamisierung war diese Lehre (Bewegung) in Persien sehr stark ! Der Glaube an Zarathustra ist Teil dieser Lehre / Religion / usw...!!!

Aber ich sehe keine Verbindung zwischen al- Majous ( als Anhänger einer Lehre ) und den Wikinger, als Stämme aus dem Norden, zumal die Wikinger weder in Nordafrika noch in Andalusien waren !?
Es sei denn, du willst eine herstellen ?

Es gibt griechische und römische Quellen über die Lehre der Zarathustra, die sehr alt ist. Die Muslimen nannten diese Lehre al-Majousia, daher kommt der Sammelbegriff < Al-Majous, d.h Anhänger der Lehre>.

Was bedeutet für dich das Wort al-Majous ?

Gruß
Amya

Re: Spuren der Wikingerzeit #26937
13/01/2005 11:43
13/01/2005 11:43
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Azul Anna,
ich vermute, du hast dich ein wenig gekränkt gefühlt,als ich dich korrigieren wollte. Deine Antwort lässt eine versteckte Verbitterkeit erahnen. Ich stelle nun fest, daß ich wie ein Oberlehrer geschreiben habe. Aber nimm es mir nicht übel, es war wirklich nicht so gemein.
Menschen zu kränken ist leicht, sie zu bessern ist sehr sehr schwer !!
Gruß trotzdem
Amya

P.S : Wenn du im Museeum in Rabat bist, mach ein Photo u.a neben dem masirsichen König Yuba als Erinnerung an diese Diskussion. Über die Wikinger wirst dort leider nichts finden können.

Re: Spuren der Wikingerzeit #26938
17/01/2005 16:55
17/01/2005 16:55
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Anna Norge Offline OP
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Azul, @Amya!

Hm ... Oberlehrer? ;\)

Darf ich mal vorsichtig nachfragen, ob du überhaupt so genau gelesen hast, was ich oben alles geschrieben habe?

Wie @tint schrieb, so waren die Vandalen im 5./6. Jahrhundert unterwegs. Die Wikinger, die aus Norwegen, Dänemark und Schweden stammten, sind ca. 800 bis 1050 erst in Nord-Europa, aber dann auch in Südeuropa und im Mittelmeerraum auf Raubzügen gewesen.(s.o.)

Was "al-majus" betrifft:
In meinem Arabisch-Wörterbuch steht unter

مجوس = Magier, Feueranbeter

Ich habe nicht behauptet, dass die Wikinger etwas mit Zarathustra zu tun hatten. Die Bezeichnung "al-majus" ist im Sinne von "Feueranbeter" verwendet worden, weil Wikinger in einer bestimmten Zeitperiode ihre Toten verbrannt haben. Von Ibn Fadlan gibt es einen ausführlichen Bericht über die Feuerbestattung eines Wikingeranführers im 10.Jahrhundert. Er wurde nach seinem Tode mit seinem Schiff, einer zu seinem Gefolge gehörenden, für ihn getöteten Frau, Tieren, Gerätschaften und Waffen verbrannt. Die Wikinger glaubten, dass er so "im Jenseits" gut weiterleben konnte.

Gruss von Anna

Re: Spuren der Wikingerzeit #26939
18/01/2005 22:38
18/01/2005 22:38
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Süd-Baden
Blandina Offline
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Süd-Baden
Hallo zusammen,

habe extra für Euch mein Wikingerbuch ausgegraben...

Olaf Madsen :
Die Welt der Wikinger

Daraus zitiere ich einfach mal.

Kapitel 8 S.107

Die Wikinger in Spanien, Afrika und Italien


"Auf ihrer Suche nach reichen Ländern, die sie plündern konnten, haben die Normannen auch die iberische Halbinsel nicht verschont; sie fanden dort Beute in Hülle und Fülle, aber auch kräftigen Widerstand.

Arabische Geschichtsschreiber berichten von Invasionen nordischer Piraten.
Leider haben sie erst im zehnten Jahrhundert geschrieben und von Dingen erzählt, die sie nicht selbst gesehen hatten.
Sie schöpften ihre Informationen aus verschiedenen, konfusen und oft widersprüchlichen Überlieferungen.
So stiessen Forscher, welche die von den Chronisten genannten Daten und EReignisse ordnen und in Einklang bringen wollten, auf unüberwindliche Schwierigkeiten.

Wir wollen uns auf die Streitigkeiten der Gelehrten nicht einlassen und beschränken uns darauf, aus den verschiedenen Berichten die allgemein anerkannten Fakten auszuwählen.

Zweimal sollen Normannen an der Westküste Afrikas gelandet sein, an der Stelle, wo später die Stadt Arcilla entstand.
Im Jahre 844 oder 845 warnte der arabische Gouverneur von Lissabon den Emir Abderam, dass eine Wikingerflotte von 54 Schiffen und ebenso vielen Booten im Hafen der Stadt gelandet sei; er nannte die Nordmänner "Madschu", Heiden.

Nach einem Aufenthalt von einigen Tagen ( die arabischen Autoren sind sich nicht einig: die einen sagen sieben, die anderen dreizehn Tage ) verliessen die Normannen Lissabon, landeten in Cadiz un zogen gegen Sevilla.

Abderam ( Abd-el-Rahman ) war Emir von Cordoba und berühmt für seine Macht, seine Tapferkeit und seinen Reichtum. In Cordoba gab es einen Umkreis von acht Meilen sechzig Paläste, viertausend Läden, neunhundert öffentliche Bäder, sechshunddert Moscheen und siebzig Bibliotheken.
Nichts glich an Pracht dem Hauptpalast des Emirs:
er ruhte auf 4300 Marmorsäulen und war verziert mit kostbaren Hölzern, Intarsien aus Marmor, Gold und Azur; er umschloss Springbrunnen und ein Wasserbecken, in dem man vor allem ein Geschenk des Kaisers von Konstantinopel bewunderte:
einen goldenen Schwan, gekrönt mit einer herrrlichen Perle.

Die Entwicklung von Landwirtschaft und Gewerbe, die Gerbereien von Cordoba, die 60 000 Seidenweberwerkstätten von Sevilla, die Tuche von Murcia, die Erzeugung von Papier und Baumwollgeweben, all dies trug dazu bei, in Andalusien Fülle und Reichtum zu verbreiten.

Als der Emir vom Nahen der Wikinger erfuhr, traf er Massnahmen, um sie aufzuhalten, aber er hatte zunächst wohl keine Vorstellung von der Stärke dieser unerschrockenen Räuber.
Wie gewöhnlich verwüsteten die Wikinger alles, was auf ihrem Weg lag. Die Muselmanen zogen ihnen entgegen und wurden am 29.September 845 geschlagen.
Nun begriffen sie, dass sie es nicht mit gewöhnlichen Räubern, sondern mit kampferprobten Kriegern zu tun hatten. Die "Madschu" setzten ihren Vormarsch und ihre Verheerungen fort. Eine halbe Meile vor Sevilla machten sie halt. Gross war der SChrecken in der Stadt, und die ganze Einwohnerschaft bewaffnete sich, um sich zu verteigigen. Diese Männer wehrten sich sehr taper gegen die Wikinger, wurden jedoch vernichtend geschlagen. Als Abderam, später der Siegreiche genannt, diese unerwartetet Nachricht erhielt, erkannte er den Ernst der Lage und organisierte selber die Verteigigung.
Als Befehlsgaber der Reiterei wählte er einen General, der als der tapferste galt und überall so grosses Vertrauen genoss, dass, wie ein arabischer Autor berichtet, die Muselmanen in Massen zu seinen Fahnen eilten und sich "so eng mit ihm vereinten, wie das Lid mit dem Auge vereint ist."
Der Zusammenstoss der beiden Heere war furchtbar; sie waren nahezu gleich stark.
Auch die Tapferkait war auf beiden Seiten gleich. Am Ende siegten die Araber. Sie töteten fünfhundert Winkinger und verbrannten eine grosse Anzahl von Schiffen, nachdem sie alles Brauchbare daraus entfernt hatten.
Der Kopf des im Kampf gefallenen Wikingerführers wurde zusammen mit zweihundert weiteren abgeschlagenen Köpfen als ein Geschenk des Emirs den Einwohnern von Tanger übersandt. Der Sieg über die "Madschu" und die Befreiung des Landes, in dem sie so viel Unheil angerichtet hatten, wurde als ein grosser Triumph angesehen.

Scheichs von Sevilla berichten, dass diese Barbaren nichts und niemand verschonten; sie beschossen die prächtige Moschee mit Brandpfeilen, die tiefe Spuren hinterliessen; und wenn es ihnen nicht gelang, die schönsten Tempel niederzubrennen, so nur deshalb, weil ein von Mohamed gesandter Engel ihrem Zerstörungswerk Einhalt gebot!
Die Wikinger hatten es nicht eilig , neuerlich nach Spanien zu kommen, und sie liessen mehrere Jahre verstreichen, um in Vergessenheit zu geraten.
Das Datum des zweiten grossen Einfalls in Spanien ist nicht ganz sicher, es schwankt zwischen 858 und 861.
Diesmal überfielen die Nordmänner die Inseln Mallorca, Menorca und Formentera, entvölkerten sie und segelten dann nach Griechenland weiter, von wo sie nach drei Monaten in ihre Heimat zurückkehrten.

Am 23.Juni 966 erhielt Al-Hakem, der Kalif von Cordoba, die Nachricht, dass an der Atlantikküste eine Wikingerflotte von achtzig Schiffen aufgetaucht sei.
Zu jener Zeit fasste jedes Schiff rund achtzig Mann. Die Madschu begannen damit, dass sie die Ebene um Lissabon plünderten und verheerten. Die Muselmanen lieferten ihnen mehrere Schlachten. Beide Armeen erlitten schwere Verluste, aber es kam zu keiner Entscheidung.
Auf dem Rückweg fielen die Wikinger in Navarra ein. Sie besetzten Pamplona und nahmen den König gefangen, den sie dann gegen Lösegeld wieder freiliessen."
ec. etc. etc.

Das geht dann so weiter. Immer wieder neue Raubzüge.
Der letzte Raubzug der beschrieben wird war 1107 unter König Sigurd, auch Jorsalafani ("der in Jerusalem gewesen ist") genannt.
Er brach im Jahre 1107 mit sehczig Schiffen und einem kleinen Heer ins Heilige Land auf.

"Die Reise war lang, und Sigurd hatte anscheinend keine Lust, sie abzuküren, er wählte nicht den kürzesten Weg.
Die Wikinger machten gerne Station. Einen Winter verbrachten sie in England, den nächsten in Galicien, das in den Sagas "Jakobsland" genannt wird.............
Als er die Reise fortsetzte, begegnete er sarazenischen Piraten. Das war ein glücklicher Zufall. Er griff die Piraten an, kaperte acht ihrer Schiffen und verfolgte sie zu Lnad bis zur Festung Cintra, die in maurischem Besitz war; er bemächtigte sich der Stadt und liess alle Muselmanen, die nicht bereit waren, Christen zu werden, über die Klinge springen. Das war, wie wir wissen, die skandinavische Bekehrungsmethode:
Taufe oder Tod."

Das war es so im groben was aus dem Mittelmeer berichtet wird.
Ich denke es dürfte kaum ein Land verschont geblieben sein in dieser Zeit. Bestimmt auch nicht Marokko.
Einmal wird oben "Arcilla" genannt. Könnte mir vorstellen, dass damit vielleicht Asilah gemeint ist. Diese Hafenstadt war schon den Phöniziern bekannt.


Was ich auch noch berichten wollte es gab um 960 einen jüdischen Kaufman Namens Ibrahim ibn Ya´qub al-Tartuschi der im Auftrag Hakams II., Kalif von Cordoba, seine Reisen unternahm und bei den Wikingern in Haithabu vorbeischaute. Er berichtet auch über D.
Den haben sie wohl zum ausspionieren losgeschickt.

Ibn Fadlan ist ca 922 den Wolga Wikinger begegnet und hat einen ausführlichen Bericht verfasst wie Anna oben beschrieben hat.
Der heisst:" Ar-Risala "

Und dann gibt es noch einen Ibn Chordadhbeh, der auch über die Wikinger berichtet. Glaube aus dem 9 Jh. Der stammt allerdings aus Persien.
Dieser beschreibt deren Handel:
"Spricht man von den Kaufleuten ar_Rus’, so „...sind sie eine Art Slawen. Sie liefern Felle von Hasen, Felle schwarzer Fuechse... aus den entferntesten Laendern der Slawen... manchmal fuehren sie ihre Waren von Džurdšan[7] bis Bagdad auf Kamelen.“
(Quelle: http://www.geocities.com/giselaburger/handel.htm )


So, das war es im grossen und ganzen.
Leider bin ich im Netz auch nicht unbedingt fündig geworden, über genauere Texte der Wikingerraubzüge nach Nordafrika.
Aber was nicht ist kann ja noch werden.

Jedenfalls
viele Grüsse


give peace a chance.


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