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#17962 - 17/02/2001 20:18 ¨"Es war einmal..." - Märchen aus Marokko
Anna Norge Offline
Mitglied

Registriert: 08/02/2001
Beiträge: 792
Ort: N
Jetzt, wo es draussen kalt ist und früh dunkel, sitze ich abends manchmal mit meinen Kindern vor dem Kamin und lese ihnen Märchen vor. Wir haben schon Märchen aus vielen Ländern der Welt gelesen, auch eines aus Marokko. Es handelte von einem König, der eine Stadt bauen wollte, die so schön wie das Paradies sein sollte. Das Märchenbuch ist in norwegischer Sprache, darum kann ich euch das Märchen hier nicht aufschreiben.

Meine Kinder und ich wünschen uns noch mehr Märchen aus Marokko. Da sicherlich viele von euch auch Kinder haben, möchte ich gern ein gemeinsames "Märchenprojekt" vorschlagen.

Wer kennt Märchen aus Marokko? Vielleicht aus der eigenen Kindheit, von Eltern oder Grosseltern erzählt oder aus einem Märchenbuch? Hast du ein marokkanisches Lieblingsmärchen, erzähle es hier bitte!

Vielleicht entsteht hier ja mal die "Märchensammlung des Marokkoforums"?

Meine Kinder und ich warten gespannt, ob wir hier morgen ein neues Märchen zum Vorlesen finden!

Grüsse von Anna und Kindern

hoch
#17963 - 18/02/2001 02:01 Re: ¨"Es war einmal..." - Märchen aus Marokko
Rainer Guntermann Offline
Member

Registriert: 03/02/2001
Beiträge: 111
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Liebe Anna,
es gibt in der Tat Überlegungen, Märchen hier im Schwarzen Brett an zentraler Stelle zu erzählen!
Die Frage ist nur in welchem Forum man sie erzählen sollte, denn bisher werden sie hier, bei Said und auch bei mir eingestellt!


Gruß Rainer

hoch
#17964 - 18/02/2001 10:12 Re: ¨"Es war einmal..." - Märchen aus Marokko
Anna Norge Offline
Mitglied

Registriert: 08/02/2001
Beiträge: 792
Ort: N
Hallo, Rainer!

Ich habe mit der neuen Suchfunktion nach "Märchen" gesucht. Dabei habe ich kein einziges Märchen gefunden. Anscheinend habe ich mich nicht klar genug ausgedrückt. Ich meine mit "Märchen" alte Volkserzählungen, so wie in Deutschland die Märchen, die von den Gebrüdern Grimm gesammelt wurden.

Ich habe Volks-Märchensammlungen mit Märchen aus Deutschland, aus Norwegen und auch Sammelbände mit Märchen aus der ganzen Welt. Aus Marokko habe ich bisher erst eines gelesen. Ich denke, dass es dort ausser arabischen Volksmärchen sicherlich viele spannende Märchen der verschiedenen Berberstämme gibt.

Also nochmal mein Anliegen dieses Themas:

Erzählt doch mal ein Volksmärchen aus Marokko!

Gruss Anna

hoch
#17965 - 18/02/2001 18:26 Re: ¨"Es war einmal..." - Märchen aus Marokko
umniya Offline
Member

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Beiträge: 279
Ort: Ch-3001 Bern
Anna,
das ganze Forum ist ja ein Märchen. Aber es beginnt nicht wie bei den üblichen Märchen mit dem bekannten Satz: " Es war einmal". Alles ist hier ein Produkt der Phantasie. Namen, Geschichten, Beiträge, lösch-
drohungen, Belehrungen und Reiseträume.
Nun in diesen Märchen hat kein Prinz Angst zu haben. Ausser dem Big Brother Rainer und dem schwarzen Peterle entführt keiner die Teilnehmer in die richtige Richtung.

hoch
#17966 - 18/02/2001 18:38 Re: ¨"Es war einmal..." - Märchen aus Marokko
Rainer Offline
Member

Registriert: 03/02/2001
Beiträge: 1809
Ort: Deutschland
Umniya, woher weisst Du eigentlich, dass ich die 1,90 m und 100 kg Marke überschritten habe?

Dein "Big Brother"
Chuja Rainer

hoch
#17967 - 18/02/2001 20:12 Re: ¨"Es war einmal..." - Märchen aus Marokko
Anna Norge Offline
Mitglied

Registriert: 08/02/2001
Beiträge: 792
Ort: N
Nun ja, umniya, warum so sauer? So belesen wie du bist, hast du doch bestimmt auch ein richtiges, altes Volksmärchen "auf Lager"?!

Anna + + !

hoch
#17968 - 19/02/2001 02:49 Re: ¨"Es war einmal..." - Märchen aus Marokko
Karim Habbouri Offline
Mitglied

Registriert: 19/02/2001
Beiträge: 713
Ort: München
Ich hatte früher ein Märchenbuch das enthielt Märchen die heute weitgehend unbekannt sind. Leider liegt dieses bei meiner Mutter. Ich werde mal nachsehen ob dort eines drin ist.

hoch
#17969 - 22/02/2001 01:13 Re: ¨"Es war einmal..." - Märchen aus Marokko
Sinah Offline
Member

Registriert: 10/02/2001
Beiträge: 625
Ort: Stuttgart
Liebe Anna, ich habe ein paar marokkanische Erzählungen ausgegraben. Hier ist eine davon, ich hoffe, sie ist in etwa so, wie Du es Dir vorgestellt hast!


Der Blinde mit der Mandoline

Der Blinde, von dem hier die Rede ist, spielte ausgezeichnet Mandoline. Die Musik war seine Freude und sein Lebensunterhalt. Was hätte er ohne sein Instrument gemacht! In seinem kleinen Zimmer gab er Teeabende für die Jugendlichen. Er hatte zahlreiche Melodien im Kopf und improvisierte immer neue. Während er spielte, tanzten die jungen Leute. Wenn sie müde getanzt waren, tranken sie Tee, den er zubereitet hatte. Einige Blätter Tee, das ist nicht kostspielig, und das Wasser gibt es umsonst. Dabei wurde geplaudert und gesungen. Und wenn seine Gäste dann spät am Abend aufbrachen, ließen diejenigen die es sich leisten konnten, ein paar Münzen auf einem kleinen kupfernen Tablett. Sie genügten dem Blinden, um Brot und Gewürze zu kaufen und etwas Kohle für seinen Ofen.
Eines Tages hörten die jungen Leute- wie alle Jugendlichen das Abenteuer liebten- von einem Schloß, in dem es spukt. Übermütig planten sie, den Blinden dorthin zu bringen, denn er würde ja nicht erkennen, wohin man ihn führte, und ihn mit den Schloßgespenstern alleine zu lassen. Sie malten sich diese Begegnung aus und belustigten sich an den grausamen Vorstellungen.
Dann bereiteten sie Lebensmittel und Kuchen vor und gingen zusammen zu dem blinden Musikanten: «Väterchen», sagten sie zu ihm, «man hat uns zu einem großen Fest eingeladen. Willst Du nicht mit uns kommen und deine Mandoline spielen? Es gibt dort sicher ein gutes Essen. Danach machst du deinen Tee und stellst dein Tablett auf. Wir garantieren dir eine hohe Einnahme.»
Der Blinde war einverstanden. Sie brachten ihn zu dem Schloß (Gott allein weiß, wohin Blinde überall gebracht werden). Die jungen Leute hatten Freunde und Nachbarn eingeladen, um die Zahl der Festteilnehmer zu vergrößern und sich mit ihnen an dem Streich zu ergötzen, den sie dem behinderten Musikanten spielten.
Der Blinde spielte arglos und so gut er konnte seine Mandoline. Um 23:50 Uhr verließen alle auf Zehenspitzen den Saal, um den Gespenstern- die bekanntlich um Mitternacht erscheinen- nicht zu begegnen. Als der Blinde nichts mehr hörte, stellte er fest, daß sie ihn allein gelassen hatten. Er wickelte sich in seinen weiten Burnus ein, legte seine Mandoline auf den Boden, den Kopf auf das Instrument und schlief ein.
Um 12 Uhr Mitternacht betrat eine Gruppe weißverschleierter Frauen den Saal, in dem der Blinde schlief. Die sieben Schwestern weckten ihn und sagten: «Du bist Musiker! Spiel uns etwas, denn wir möchten tanzen!»
Er fühlte sich eingehüllt in Duftwogen lieblichen Parfüms, das von den Frauen ausging, und er griff beschwingt in die Saiten seiner Mandoline. Wie ein Begleitinstrument vernahm er das rhythmische Geräusch, das ihre Arm-und Fesselringe beim Tanzen verursachten und das genau mit dem Rhythmus der Musik übereinstimmte.
«Du hast gut gespielt», lobten ihn die Frauen, «so nimm eine Belohnung von uns an!»
Der Blinde spürte, wie sie seine Stirn berührten, und er hörte, daß jede der Tänzerinnen etwas auf sein kupfernes Tablett legte. So fuhr er fort, hingebungsvoll auf seiner Mandoline zu spielen.
Beim Morgengrauen verabschiedeten sich die sieben Schwestern von ihm und sagten: «Möge es dir gut ergehen! Du hast uns herrlich zum Tanz aufgespielt!»
Der Blinde betastete erwartungsvoll sein kupfernes Tablett und stellte fest, daß es nur Orangenschalen waren, die darauf lagen. Da lächelte er nachsichtig und legte sich wieder schlafen. Als er aber am Morgen sein Tablett unter den Arm nehmen wollte, war es überaus schwer, denn die Orangenschalen hatten sich in Goldstücke verwandelt. Er machte daraus ein solides Päckchen, und mit Hilfe seines Stockes kehrte er in seine Wohnung zurück.
Am Abend kamen die jungen Taugenichtse neugierig zu ihm und erkundigten sich: «Wie hast du diese Nacht verbracht, Väterchen?»
«Die Nacht war einmalig!» erwiderte er. «Schmuckbehangene Frauen haben mich besucht und die ganze Nacht zur Musik meiner Mandoline getanzt. Und jetzt ist mein Glück gemacht! Ich habe euch von nun an nicht mehr nötig.»

(aus: Contes mystérieux d’Afrique du Nord. Paris 1973)



An manchen Stellen, finde ich, trägt die Geschichte verdächtig europäische Züge. Zufall? Nachgeholfen? Gibt es in Marokko/ Nordafrika ähnliche Gespenstermärchen wie bei uns?
Was meint Ihr?
_________________________
Wie ein Dieb schlich der Verstand herein und saß zwischen den Liebenden, erpicht darauf, ihnen Ratschläge zu geben. Aber sie waren unwillig. So verbeugte sich der Verstand und ging seiner Wege.
* Djelaleddin Rumi *

hoch
#17970 - 22/02/2001 12:41 Re: ¨"Es war einmal..." - Märchen aus Marokko
Sinah Offline
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Beiträge: 625
Ort: Stuttgart
Ihr sagt ja gar nix...
_________________________
Wie ein Dieb schlich der Verstand herein und saß zwischen den Liebenden, erpicht darauf, ihnen Ratschläge zu geben. Aber sie waren unwillig. So verbeugte sich der Verstand und ging seiner Wege.
* Djelaleddin Rumi *

hoch
#17971 - 22/02/2001 13:08 Re: ¨"Es war einmal..." - Märchen aus Marokko
Silla Offline
Mitglied*

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dieses märchen finde ich wirklich gut. na ja sinah, wie du siehst, so ein grosser unterschied gibt es eben doch nicht!!!
sei herzlich gegrüsst
silla
p.s. wenn du noch solche auf lager hast, her damit.....!!

hoch
#17972 - 22/02/2001 15:07 Re: ¨"Es war einmal..." - Märchen aus Marokko
Else Offline
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Ort: RLP;
Hallo Sinah,

wiklich schöne Geschichte
ich bin auch für MEEEHHHHRRRR!!

Liebe Grüße
Else
_________________________
Lirum Larum Löffelstiel wenn Else kocht dann essen VIEL'

hoch
#17973 - 22/02/2001 15:10 Re: ¨"Es war einmal..." - Märchen aus Marokko
Sinah Offline
Member

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Na guuut, ich mach mich ja schon ans Tippen (ojee das kann dauern) Aber ich beeil mich :-)
_________________________
Wie ein Dieb schlich der Verstand herein und saß zwischen den Liebenden, erpicht darauf, ihnen Ratschläge zu geben. Aber sie waren unwillig. So verbeugte sich der Verstand und ging seiner Wege.
* Djelaleddin Rumi *

hoch
#17974 - 22/02/2001 16:37 Re: ¨"Es war einmal..." - Märchen aus Marokko
Silla Offline
Mitglied*

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Beiträge: 2521
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wie ich sehe tippt und tippt und tippt unsere sinah immer noch!! ob sie heute nacht noch zum "irren" kommt???
so oder so sinah, ich wünsche dir einen wunderschönen abend und eine ruhige nacht,

hoch
#17975 - 22/02/2001 17:33 Re: ¨"Es war einmal..." - Märchen aus Marokko
Anna Norge Offline
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Hallo, liebe Sinah!

Ich bin wirklich begeistert! Ich habe es gleich meinen Kindern erzählt, dass wir jetzt ein neues marokkanisches Märchen zum Vorlesen haben. + ! Danke vielmals!!!

Jetzt warte ich gespannt darauf, wie sich die "Märchensammlung des Marokkoforums" weiterentwickelt. Finde ich toll, wenn du noch mehr Märchen hier aufschreibst.

Vielleicht gibt es ja noch andere, die eine "Märchenquelle" haben? Silla, vielleicht kennt ja dein Ali ein Volksmärchen aus Marokko?! Und Else, kannst du nicht gleich bei deinen Ferien in Marokko, direkt von einem Geschichtenerzähler ein Märchen mitbringen, "hihi" (Zitat von Silla, bevor es die Smilies gab)!

Viele Grüsse an euch alle!

Anna

hoch
#17976 - 22/02/2001 20:20 Re: ¨"Es war einmal..." - Märchen aus Marokko
Anna Norge Offline
Mitglied

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Beiträge: 792
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Hallo, Sinah!

Meine Mutter hat uns das Märchen vorgelesen, es war eine sehr schöne Geschichte. Ich möchte auch noch mehr davon zugesandt kriegen. Kannst du uns mehr senden?

Gruss von uns dreien! + +

P.S.Dieses hat der Sohn von Anna geschrieben.

hoch
#17977 - 22/02/2001 21:46 Re: ¨"Es war einmal..." - Märchen aus Marokko
Sinah Offline
Member

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Lieber Sohn von Anna,
es freut mich sehr wenn Dir das Märchen gefallen hat! Ich werde mich beeilen, die anderen auch noch abzuschreiben und sie Euch zu senden!



Liebe Silla, heute wird nicht geirrt, muß morgen früh raus, weißt Du, warum? Ich fahre nämlich nach... geenauu: nach Frankfurt!! Natüürlich kriegst Du wieder so eine tolle mail!!

Bis bald
Eure Sinah
_________________________
Wie ein Dieb schlich der Verstand herein und saß zwischen den Liebenden, erpicht darauf, ihnen Ratschläge zu geben. Aber sie waren unwillig. So verbeugte sich der Verstand und ging seiner Wege.
* Djelaleddin Rumi *

hoch
#17978 - 23/02/2001 00:43 Re: ¨"Es war einmal..." - Märchen aus Marokko
Sinah Offline
Member

Registriert: 10/02/2001
Beiträge: 625
Ort: Stuttgart
ÜBERRASCHUUUNG:

Die Frau und ihre schwarze Katze

Der Mann einer Frau ging auf Reisen. Da besorgte sich die Frau eine schwarze Katze, die ihr während der Abwesenheit ihres Mannes Gesellschaft leisten sollte. Sie gewann das Tier von Herzen lieb, und des Abends nahm sie das Tier sogar mit in ihr Bett, wo sie in ihren Armen einschlief.  Wissenden fällt an dieser Stelle eine bemerkenswerte Parallele zu Sinahs Katzenvolk auf  
Doch kaum war ihre Herrin eingeschlafen, da löste sich die kleine schwarze Katze aus ihren Armen und erhob sich lautlos, denn sie war eine Dschinnia. Sie ging an die Kleiderkiste ihrer Herrin, in der die kostbaren Gewänder sorgfältig zusammengefaltet lagen, suchte sich einen goldbestickten Kaftan heraus, einen passenden Seidenschal und einen perlenbestickten Gürtel, kleidete sich an und verließ das Haus auf Zehenspitzen.
Kurz vor dem Morgengebet, das der Muezzin bei Tagesbeginn vom Minarett verkündete, kehrte sie zurück. Ihre Herrin schlief dann noch sehr tief. Sie entkleidete sich schnell und lautlos, tat alles wieder an seinen Platz, legte neben den Kopf ihrer schlafenden Herrin ein Goldstück auf das Kissen und schmiegte sich schnurrend an sie, wie eine richtige kleine Katze.
Die Frau war sehr überrascht, jeden Morgen ein Goldstück auf ihrem Kissen vorzufinden. Zu gerne hätte sie gewußt, woher das Gold kam. Eines Abends tat sie so, als ob sie schliefe und wurde Zeuge der Verwandlung ihrer Katze. Sie beobachtete, wie diese sich ihre besten Kleider anzog, sich sorgfältig schminkte und auf Zehenspitzen das Haus verließ.
Kaum hatte die Katze die Tür hinter sich geschlossen, da lief sie in die Küche, holte den schmutzigen Umhang ihrer Dienerin, hüllte sich darin ein, um nicht erkannt zu werden, und folgte der verzauberten Katze.
Nachdem sie eine lange Zeit hinter ihr hergegangen war, auf Straßen, die sie nie in ihrem Leben gesehen hatte, gelangten sie zu einer großen Lichtung, die hell erleuchtet war und wo gerade ein rauschendes Fest gefeiert wurde. Die Frau war entzückt von der kostbaren Garderobe, dem Licht und der schönen Musik.
Sie hörte die Anwesenden ihre Katze mit folgenden Worten empfangen: «Na, Scheicha Zohra, du kommst heute aber sehr spät!»
Darauf entgegenete ihre Katze, daß ihre Herrin an diesem Abend so spät eingeschlafen sei und daß sie schon befürchtet hätte, gar nicht kommen zu können.
Die arme Frau zitterte am ganzen Leib aus Furcht, doch erkannt zu werden. Sie war aber so neugierig, daß sie viele Stunden dort verbrachte, um die Geister lachen und singen zu hören. Sie war begeistert, als sie Scheicha Zohra zu einer Musik von Violinen ganz anmutig und geschmeidig tanzen sah.
Aber als sich die Zeit des Morgengebetes näherte, verließ sie das Fest und lief rasch nach Hause. Sie lag gerade im Bett, da verkündete der Muezzin den Gebetsruf vom Minarett, und Scheicha Zohra kehrte auf Zehenspitzen zurück. Die Augen fast geschlossen und beide Hände auf ihre Brust haltend, um das wilde Herzklopfen zu beruhigen, beobachtete sie, mit welcher Schnelligkeit die Dschinnia ihre Katzenform wieder annahm. Dann legte sie sich zu ihr und schnurrte vor Behagen.
Am frühen Morgen kam der Gemahl von seiner Reise zurück, ohne seine Ankunft vorher angekündigt zu haben. Er fand seine Frau schlafend- mit einer kleinen schwarzen Katze in ihren Armen. Da bemerkte er das Goldstück auf dem Kopfkissen neben der schönen Schlafenden, und dies war ihm sehr unangenehm, denn er stellte sich vor, daß sie während seiner Abwesenheit andere Männer empfangen habe und daß das Goldstück der Preis ihrer Untreue sei.
Voll Wut begann er, alles im Haus zu zerschlagen. Die arme Frau, die auf diese rücksichtslose Weise geweckt wurde, glaubte, den Zorn ihres Mannes dadurch besänftigen zu können, daß sie ihm die Wahrheit erzählte. Doch sie hatte ihre Geschichte noch nicht beendet, da sprang ihr die Katze wutschnaubend ins Gesicht, versetzte ihr mit ihren Krallen Tatzen Schläge und kratzte ihr die Augen aus indem sie schimpfte: «Du neugierige und geschwätzige Person! Das ist dein Lohn!» Dann löste sie sich in Nichts auf.
Der Mann war nun überzeugt von der Unschuld seiner Frau, aber die kleine schwarze Katze kam nie mehr zurück, und die Quelle ihres Reichtums war für immer versiegt. Scheicha Zohra hatte sich erbarmungslos gerächt.


(Aus: H. Duquaire: Anthologie de la Littérature arabe contemporaine)

Das Ende gefällt mir eindeutig NICHT.


Übers Wochenende bin ich leider nicht tipp-aktiv, weil ich doch...-jaaa, wooo? Genaauu, in Frankfurt bin Aber Montag wieder, versprochen!
_________________________
Wie ein Dieb schlich der Verstand herein und saß zwischen den Liebenden, erpicht darauf, ihnen Ratschläge zu geben. Aber sie waren unwillig. So verbeugte sich der Verstand und ging seiner Wege.
* Djelaleddin Rumi *

hoch
#17979 - 23/02/2001 01:31 Re: ¨"Es war einmal..." - Märchen aus Marokko
Keran256 Offline
Member

Registriert: 09/02/2001
Beiträge: 321
Ort: NRW
hallo Sinah,
das war noch eine schöne gute nacht geschichte.
habe übrigens auch zwei katzen, die sind aber netter zu mir.
schlaf gut

MfG

Kerstin

hoch
#17980 - 23/02/2001 07:02 Re: ¨"Es war einmal..." - Märchen aus Marokko
Silla Offline
Mitglied*

Registriert: 09/02/2001
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Ort: CH
guten morgen sinah, vielen dank es ist eine wunderschöne geschichte. ich liebe solche märchen!!
ich hoffe du bist jetzt schon wach und munter?!! hallooooooo, es ist zeit, du musst/darft/willst doch nach frankfurt. HERZLICHE grüsse dorthin und wie gesagt,ich warte auf mein lieblings email,
silla
p.s. jedesmal wenn ich jetzt ein supergrinsen mache, denke ich an eine "gewisse person"
p.s. Nr. 2
parallelle: Katze-Sinah, in den arm kuscheln und schnurren, ich glaub ICH weiss bescheid??!!!

hoch
#17981 - 23/02/2001 08:14 Re: ¨"Es war einmal..." - Märchen aus Marokko
Silla Offline
Mitglied*

Registriert: 09/02/2001
Beiträge: 2521
Ort: CH
hallo kerstin-katzenmutter
wo hast du eigentlich so lange gesteckt??
du warst sehr ruhig in letzter zeit!! schön das du wieder bei uns bist!!

hoch
#17982 - 23/02/2001 09:48 Re: ¨"Es war einmal..." - Märchen aus Marokko
Abbas Offline
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Registriert: 04/02/2001
Beiträge: 485
Ort: Ruhrgebiet
sehr ruhig ????????

sie hat "auf teufel komm raus" mit und gechattet

Abbas
_________________________
My love , my place , my site ........ >>> Ras Kebdana <<<

hoch
#17983 - 23/02/2001 09:54 Re: ¨"Es war einmal..." - Märchen aus Marokko
Silla Offline
Mitglied*

Registriert: 09/02/2001
Beiträge: 2521
Ort: CH
giovanni nixe weisse???!!!!

hoch
#17984 - 23/02/2001 11:57 Re: ¨"Es war einmal..." - Märchen aus Marokko
Keran256 Offline
Member

Registriert: 09/02/2001
Beiträge: 321
Ort: NRW
Hallo Silla,

eigentlich bin ich immer da, ich gehöre zu den "visuellen" : rolleyes: aber bitte nicht petzen.
Schade das Du nicht mitmachen kannst beim chatten, leider ist da immer viel zu wenig los, zumindest wenn ich drinne bin :-(
Hoffe das Dir bald geholfen wird und Du mitmachen kannst.

MfG

Kerstin

hoch
#17985 - 23/02/2001 12:07 Re: ¨"Es war einmal..." - Märchen aus Marokko
Keran256 Offline
Member

Registriert: 09/02/2001
Beiträge: 321
Ort: NRW
Hallo Silla,

eigentlich bin ich immer da, ich gehöre zu den "visuellen", aber bitte nicht petzen.
Wirklich schade das Du nicht mitchatten kannst, wird Zeit das dieses Problem aus der Welt geschafft wird, mit Dir zusammen würde es bestimmt noch mehr Spaß machen.
Also lass mal die "Fachmänner" daran.

Übrigens bin ich nicht nur überzeugte Katzen-Mutter, sonder auch Kinder, Vögel und Meerschweinchen manchmal auch für mein Mann :-))

MfG

Kerstin

PS: Es ist mir zwar jetzt tootaaal peinlich aber ich kriege das mit den Smilies immer noch nicht hin. Aber ich bin ja lernfähig und gebe nicht auf. Also verwende ich Deine Zitate "grins, grins"

hoch
#17986 - 23/02/2001 12:10 Re: ¨"Es war einmal..." - Märchen aus Marokko
Keran256 Offline
Member

Registriert: 09/02/2001
Beiträge: 321
Ort: NRW
Hilfe, man merkt das ich eine totale Anfängerin bin, jetzt wird es richtig peinlich, egal ich bleibe trotzdem bei Euch

MfG

Kerstin

hoch
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