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#158254 - 27/06/2015 15:16 Re: Gedichte & Geschichten, die das Leben schreibt ***** [Re: marocmineral]
marocmineral Offline
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Beiträge: 480
Ort: Ribadesella
Und noch eins.

Heinz Erhardt

Gedanken an der Ostsee

Wie wär die Welt so wunderbar,
umspült vom blauen Meere,
wenn diese Welt, wie's einstmals war,
ganz ohne Menschen wäre.

Dann gäb's kein Hoffen, kein Verzicht,
kein Hassen und kein Morden,
und wär bestimmt auch dies Gedicht
nicht hingeschrieben worden.

Piet
_________________________
Da fliegt mir doch das Blech weg.

hoch
#158258 - 27/06/2015 22:28 Re: Gedichte & Geschichten, die das Leben schreibt [Re: marocmineral]
Najib Offline
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Registriert: 06/09/2003
Beiträge: 6989
Ort: Chefchaouen
Hallo

Die Welt ohne Menschen:

Der Kabeljau

Das Meer ist weit, das Meer ist blau,
im Wasser schwimmt ein Kabeljau.
Da kömmt ein Hai von ungefähr,
ich glaub’ von links, ich weiß nicht mehr,
verschluckt den Fisch mit Haut und Haar,
das ist zwar traurig, aber wahr. ---
Das Meer ist weit, das Meer ist blau,
im Wasser schwimmt kein Kabeljau.


auch Heinz Erhardt

Gruß
Najib
_________________________
um etwaigen rechtliche konsequenzen vorzubeugen:
dieses posting wurde unter subjektivitätsvorbehalt erstellt.

Wandern im Rif

Google+



hoch
#158472 - 06/07/2015 23:22 Re: Gedichte & Geschichten, die das Leben schreibt [Re: Najib]
whatshername61 Offline
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Beiträge: 2508
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Hier!!!

Original geschrieben von: Shakir.
Die Wasserquelle

Teil 1

Allah hat meine Gebete erhört
ich werde in eine neue Welt reisen
meine Gedanken kreisen
Allah hat meine Gesicht erhellt
raus aus Tamazgha
der Weg führt nach Europa
Allemagne reicht mir seine Hand
ich wühle mich fröhlich im Sand - ein letztes Mal
laufe ich durch das Tal
vorbei an der Wasserquelle
und schreie mir das Glück aus der Seele
ich werde mich nicht umdrehen – keine Träne vergießen
versprochen

ich bin hellwach
im Haus riecht es nach Weihrauch
Mama freut sich
und die Verwandten kommen zu Besuch
Papa ist stolz
Und Lahsen auch
ich bin frei – entbunden vom ewigen Fluch

nehme mir eine Pause
gehe nochmal in das Dorfcafe´
ein Bad in der Menge
nur kurz - die Zeit kennt keine Gnade
zwei Küsse für jeden Freund
Staubdickicht
doch ich entrinne
eher ich mich versehe

Lahsen zieht mich ins Taxi
noch kurz Abschied nehmen
vier Küsse für meine Familie
und tausend Küsse für Allemagne
ich werde mich nicht umdrehen – keine Träne vergießen
versprochen



hoch
#158807 - 22/07/2015 22:11 Re: Gedichte & Geschichten, die das Leben schreibt [Re: whatshername61]
whatshername61 Offline
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Beiträge: 2508
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The frog and the scorpion
stolen

A scorpion was wandering along the bank of the river, wondering how to get to the other side. Suddenly he saw a fox. He asked the fox to take him on his back across the river.
The fox said, "No. If I do that, you'll sting me and I'll drown."
The scorpion assured him, "If I did that, we'd both drown."
So the fox thought about it and finally agreed. So the scorpion climbed up on his back and the fox began to swim. But halfway across the river, the scorpion stung him.
As the poison filled his veins, the fox turned to the scorpion and said, "Why did you do that? Now you'll drown too."
"I couldn't help it," said the scorpion. "It's my nature."

hoch
#158811 - 23/07/2015 09:57 Re: Gedichte & Geschichten, die das Leben schreibt [Re: whatshername61]
marocmineral Offline
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Beiträge: 480
Ort: Ribadesella
Der Hirsch der röhret ganz gemein

Der Hirsch der röhret ganz gemein
Er wird wohl nicht zufrieden sein
Da ergibt sich eine Frage
Ham die Rehe ihre Tage?

Heinz Erhardt


Bearbeitet von marocmineral (23/07/2015 09:57)
_________________________
Da fliegt mir doch das Blech weg.

hoch
#158812 - 23/07/2015 11:13 Re: Gedichte & Geschichten, die das Leben schreibt [Re: marocmineral]
marocmineral Offline
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Beiträge: 480
Ort: Ribadesella
Zu Spät

von Heinz Erhardt


Die alten Zähne wurden schlecht,
Und man begann sie auszureissen.
Die Neuen kamen grade recht,
Um mit ihnen ins Gras zu beissen.
_________________________
Da fliegt mir doch das Blech weg.

hoch
#158816 - 23/07/2015 20:08 Re: Gedichte & Geschichten, die das Leben schreibt [Re: whatshername61]
whatshername61 Offline
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Gespräche zwischen Sokrates zu Glaukon
Teil 1 - Das Höhlengleichnis


Danach, fuhr ich fort, betrachte nun unsere menschliche Natur in Bezug auf Bildung und Unbildung mit folgendem Zustand: Stelle dir nämlich Menschen vor in einer höhlenartigen Wohnung unter der Erde, mit einem nach dem Licht hin geöffneten und längs der ganzen Höhle hingehenden Eingang; darin Menschen, die von Kindheit auf an Schenkeln und Hals gefesselt sind, so dass sie dort bleiben und nur nach vorn schauen müssen, aber den Kopf wegen der Fesseln nicht umzudrehen vermögen; das Licht scheine ihnen von oben und von fern von einem Feuer hinter ihnen; zwischen dem Feuer und den Gefesselten sei oben ein Querweg; entlang diesem stelle dir eine kleine Mauer gebaut vor, wie sie die Gaukler vor dem Publikum haben, über die sie ihre Wunder zeigen.

Ich stelle mir das vor, sagte er.

So stelle dir nun weiter vor, entlang dieser Mauer trügen Leute allerhand Gerätschaften, die über die Mauer hinausragten, auch Statuen und Bilder von anderen Lebewesen aus Stein, Holz und sonst allerlei Stoff, wobei, wie natürlich, einige der Vorübertragenden reden, andere schweigen.

Ein seltsames Gleichnis, sagte er, und seltsame Gefangene!

Leibhaftige Ebenbilder von uns! sagte ich. Haben solche Gefangene zunächst wohl von sich selbst und von einander etwas anderes gesehen als die Schatten, die von dem Feuer auf die ihnen gegenüberstehende Wand fallen?

Unmöglich, sagte er, wenn sie gezwungen sind, ihr ganzes Leben lang den Kopf unbeweglich zu halten.

Wie aber die vorübergetragenen Gegenstände, ist es da nicht ebenso?

Allerdings.

Wenn sie nun miteinander reden könnten, würden sie wohl nicht das für wirklich halten, was sie sehen?

Notwendig.

Weiter: Wenn der Kerker auch ein Echo von der gegenüberstehenden Wand hätte, sooft jemand der Vorübergehenden redete, glaubst du wohl, sie würden glauben, etwas anderes rede, als der vorübergehende Schatten?

Nein, bei Zeus, sagte er, ich nicht.

Überhaupt also, fuhr ich fort, würden solche Leute nichts für wahr halten als die Schatten jener Gerätschaften?

Ja, ganz notwendig, sagte er.


Wohnstätte der Gefesselten in der Höhle --> durch das Gesicht die uns erscheinende Raumwelt




Prüfe nun, fuhr ich fort, wie ihre Lösung aus den Fesseln und die Heilung von ihrem Irrwahn verliefe, wenn ihnen wirklich folgendes widerführe. Wenn einer entfesselt und genötigt würde, plötzlich aufzustehen, den Hals umzudrehen, umherzugehen, in das Licht zu sehen, und wenn er bei all diesen Handlungen Schmerzen empfände und wegen des Flimmerns vor seinen Augen nicht jene Dinge anschauen könnte, deren Schatten er zuvor sah, was würde er wohl dazu sagen, wenn ihm einer erklärte, er habe vorhin nur Nichtigkeiten gesehen, jetzt aber sei er dem wahren Sein schon näher und habe sich zu schon wirklicheren Gegenständen gewandt und sehe daher nunmehr auch schon richtiger? Und wenn man ihm so denn auch jeden der vorüberwandernden wirklichen Gegenstände zeigte und ihn durch Fragen zur Antwort nötigte, was es sei, glaubst du nicht, dass er ganz in Verlegenheit käme und glaubte, das zuvor Geschaute hätte mehr Realität als das jetzt Gezeigte?

Ja, bei weitem, antwortete er.

Und nicht wahr, wenn man ihn zwänge, in das Licht selbst zu sehen, so würde er Augenschmerzen bekommen, davonlaufen und sich wieder dem zuwenden, was er ansehen kann, und glauben, dies sei wirklich deutlicher als das, was man ihm zeige?

Ja so, meinte er.

Wenn ihn aber, fuhr ich fort, einer aus dieser Höhle mit Gewalt den rauhen und steilen Aufgang, ohne loszulassen, hinaufzöge, bis er ihn an das Licht der Sonne gezogen hätte, dürfte er da nicht Schmerzen empfinden und aufgebracht sein, dass er gezogen wird, und, nachdem er an das Licht gekommen, die Augen voll Blendung haben und so gar nichts von dem sehen können, was jetzt als wirklich angegeben wird?

Wohl nicht, sagte er, jedenfalls nicht sofort.

Also dürfte er, glaube ich, der Gewöhnung bedürfen, wenn er die Dinge oben schauen soll. Und zunächst dürfte er wohl die Schatten am leichtesten anschauen können und die Spiegelbilder der Menschen und der übrigen Wesen im Wasser, später aber sie selbst. Danach würde er die Dinge am Himmel und den Himmel selbst erst nachts, indem er Sternen- und Mondlicht betrachtet, leichter schauen als die Sonne und das Sonnenlicht am Tag.

Ohne Zweifel.

Und zuletzt, denke ich, könnte er wohl die Sonne, nicht ihre Spiegelungen im Wasser oder auf sonst einer Fläche außerhalb von ihr, sondern sie selbst für sich an ihrem eigenen Platz anblicken und ihrem Wesen nach schauen.

Ja, notwendig, sagte er.

Und danach dürfte er über sie die Einsicht gewinnen, dass sie die Urheberin der Jahreszeiten und Jahreskreisläufe ist, dass sie über alle Dinge im sichtbaren Bereich waltet und von allem, was sie dort sahen, gewissermaßen die Ursache ist.
Ja, entgegnete er, offenbar muss er danach dazu gelangen.


Aufstieg nach oben --> Betrachtung der oberen Welt
Lichtschein des Feuers --> Kraft der Sonne




Wie nun? Wenn er an seinen ersten Aufenthaltsort zurückdenkt und an die dortige Weisheit seiner Mitgefangenen: wird er da wohl nicht sich wegen seiner Veränderung glücklich preisen, jene aber bedauern?

Ja, sicher.

Wenn es aber damals bei ihnen gegenseitig Ehrungen und Auszeichnungen gab sowie Belohnungen für den, der am schärfsten beobachtete, was vorüberzog, und sich am besten daran erinnerte, was vor, nach und mit ihnen zu kommen pflegte, und daraus am gekonntesten vorhersagte, was kommen werde, meinst du, dass er danach verlangen werde und diejenigen, die bei jenen geehrt werden und EInfluss haben, beneidet? Oder dass es ihm geht, wie Homer sagt, und er viel lieber "als Tagelöhner bei einem anderen dürftigen Manne das Feld bestellen" und eher alles in der Welt über sich ergehen lassen will, als jenes Scheinwissen zu haben und so zu leben?

So, sagte er, glaube ich es: er würde eher alles auf sich nehmen als auf jene Weise zu leben.

Bedenke nun, fuhr ich fort, auch folgendes: Wenn ein solcher wieder hinunterginge und sich auf den selben Platz setzte, hätte er da die Augen nicht voll Finsternis, wenn er plötzlich aus dem Sonnenlicht käme?

Ja, ganz sicherlich, sagte er.

Wenn er nun aber, während sein Blick noch verdunkelt ist, in seinem Urteil wieder mit jenen ewig Gefangenen wetteifern sollte, und zwar ehe sich seine Augen wieder angepasst haben, und diese zur Gewöhnung erforderliche Zeit dürfte nicht ganz kurz sein, würde er da kein Gelächter vervorrufen, und würde es nicht von ihm heißen, weil er hinaufgegangen sei, käme er mit verdorbenen Augen zurück, und es lohne nicht einmal den Versuch hinaufzugehen? Und wenn er sie gar entfesseln und hinaufführen wollte, würden sie ihn nicht ermorden, wenn sie ihn ergreifen und ermorden könnten?

Ja, gewiss, antwortete er.

Dieses Gleichnis, mein lieber Glaukon, fuhr ich fort, ist nun in jeder Beziehung auf unsere vorherigen Ausführungen anzuwenden. Die sich uns visuell offenbarende Welt vergleiche mit der Wohnung im unterirdischen Gefängnis, und das Licht des Feuers in ihr mit dem Vermögen der Sonne; den Aufstieg und die Schau der Dinge über der Erde stelle dir als den Aufschwung der Seele in die nur erkennbare Welt vor, und du wirst meine Hoffnung nicht verfehlen, da du sie doch zu hören verlangst; ein Gott mag aber wissen, ob sie richtig ist! Aber meine Ansichten hierüber sind nun einmal die: im Bereiche der Erkenntnis ist die Idee des Guten nur zu allerletzt und mühsam wahrzunehmen; hat man sie aber gesehen, muss man einsehen, dass sie für alles die Ursache jeder Regelmäßigkeit und Schönheit ist, indem sie sowohl in der sichtbaren Welt das Licht und die Sonne erzeugt, als auch in der erkennbaren Welt selbst als Herrscherin Wahrheit und Einsicht gewährt, und dass derjenige sie (die Idee des Guten) erblickt haben muss, der in seinem eigenen oder im staatlichen Leben verständig handeln will.

Ja, ich teile deine Ansicht, so sehr ich es vermag.


Sicht des Zurückgekehrten --> Erhebung des Denkenden in das Reich des Denbkaren


hoch
#158817 - 23/07/2015 20:28 Re: Gedichte & Geschichten, die das Leben schreibt [Re: whatshername61]
marocmineral Offline
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Beiträge: 480
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Nächstenliebe

Heinz Erhardt

Die Nächstenliebe leugnet keiner,
doch ist sie oft nur leerer Wahn,
das merkst am besten du in einer
stark überfüllten Straßenbahn.
Du wirst geschoben und mußt schieben
der Strom der Menge reißt dich mit.
Wie kannst Du da den Nächsten lieben,
wenn er dich auf die Füße tritt?!


Bearbeitet von marocmineral (23/07/2015 20:29)
_________________________
Da fliegt mir doch das Blech weg.

hoch
#158819 - 24/07/2015 01:44 Re: Gedichte & Geschichten, die das Leben schreibt [Re: whatshername61]
whatshername61 Offline
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Gespräche zwischen Sokrates zu Glaukon
Teil 2 - Das Sonnengleichnis







Es gibt doch, wie wir behaupten, eine Vielheit von Schönem, sagte ich, eine Vielheit von Gutem und so überhaupt von jedem, das wir es auch in der Rede näher bezeichnen.

Ja.

Wir setzen aber auch wieder ein Schönes an sich, ein Gutes an sich, und so überhaupt alles, was wir erst als eine Vielheit hinstellten, nach der einheitlichen Idee eines jeden, als wäre es eine Einheit, und bezeichnen es als das, was ist.

Es ist so.

Und von dem einen behaupten wir, dass es sichtbar und nicht denkbar, von den Ideen wiederum, dass sie nur denkbar und nicht sichtbar sind.

Ja, allerdings.

Womit an uns sehen wir nun die sichtbaren Dinge?

Mit dem Gesichte, erwiderte er.

Nicht wahr, sprach ich, und mit dem Gehöre die hörbaren und mit den übrigen Sinnen alle sinnlich wahrnehmbaren Dinge?

Wie sonst?

Hast du denn nun auch, fragte ich, bemerkt, wie der Bildner der Sinne das Vermögen des Sehens und Gesehenwerdens viel edler geschaffen hat?

Nicht doch, antwortete er.

Nun, so gib einmal acht: Bedarf Gehör und Stimme irgend eines anderen Dings, damit das eine hört, die andere gehört wird, so dass in Ermangelung jenes Dritten das eine nicht hören, die andere nicht gehört werden könnte?

Nein, sagte er.

Ich wenigstens glaube, fuhr ich fort, dass auch nicht die meisten anderen Sinne, um nicht zu sagen keiner, etwas derartiges bedarf; oder kannst du einen angeben?

Ich wenigstens nicht, antwortete er.

Von dem Sinne des Gesichtes und der sichtbaren Welt siehst du aber ein, dass er eines solchen bedarf?

Wieso?

Wenn in Augen sich ein Sehvermögen befindet und der Besitzer es zu gebrauchen sucht, wenn andererseits auch Farbe darinnen ist, so weißt du, dass, falls nicht ein eigens dafür geschaffenes Drittes vorhanden ist, der Gesichtssinn nichts sieht und die Farben unsichtbar sind.

Nun, von was sprichst du denn da? fragte er.

Von dem, was du bekanntlich, sagte ich, Licht nennst.

Ja, richtig bemerkt, sprach er.

Nach keinem schlechten Vorbilde also ist der Gesichtssinn und das Vermögen des Gesehenwerdens durch ein edleres Band verbunden als bei den übrigen Verbindungen, wofern das Licht nichts Wertloses ist.

Nein, wahrlich, antwortete er, wertlos ist es auf keinen Fall.

Welchen der Himmlischen kannst du nun als Urheber davon angeben, dessen Licht unseren Gesichtssinn ganz klar sehen und die sichtbaren Gegenstände gesehen werden lässt?

Nur den, erwiderte er, den alle Welt dafür ansiehst. Denn nach der Sonne fragst du offenbar.

Verhält sich nun das Gesicht zur Sonne naturgemäß so?

Wie?

Die Sonne ist der Gesichtssinn weder selbst, noch das Ding worin er sich befindet, was wir bekanntlich Auge nennen.

Ja, freilich nicht.

Aber am sonnenartigsten ist er doch wohl unter allen Sinneswerkzeugen.

Ja, das allerdings.

Und nicht wahr, das Vermögen, das er besitzt, erhält er von dorther gespendet wie etwas, das ihr von dorther zufließt?

Jawohl.

Nicht wahr, auch die Sonne ist kein Gesichtssinn, wohl aber die Ursache davon und wird von eben diesem gesehen?

Ja, sagte er.

Unter dieser Sonne also, sagte ich, denke dir, verstehe ich den Sprössling des Guten, den das Gute als sein Ebenbild zeugte, und was es selbst im denkbaren Bereich in Bezug auf Denken und Gedachtes ist, das ist diese im sichtbaren Bereich in Bezug auf Gesicht und Gesehenes.

Wie, sprach er, erkläre mir es noch weiter!

Wenn man die Augen, entgegnete ich, nicht mehr auf das richtet, auf dessen Oberfläche das helle Tageslicht fällt, sondern nur nächtliches Geflimmer, so sind sie, wie du weißt, stumpf und scheinen fast beinahe, als wäre kein rechtes Sehvermögen in ihnen.

Ja, sicher, sprach er.

Richtet man sie aber auf das, worauf die Sonne scheint, sehen sie, meine ich, klar, und in eben den selben Augen scheint dann Sehvermögen zu sein.

Freilich.

So denke dir nun auch das Verhältnis bei der Seele folgendermaßen: Wenn sie sich auf das richtet, was Wahrheit und Sein bescheint, erfasst und erkennt sie es und scheint Vernunft zu haben; richtet sie sich aber auf das mit Finsternis Vermischte, das Werdende und Vergehende, so meint sie nur, ist stumpf, indem sie die Meinungen hin und her wechselt, und gleicht einem, der vernunftlos ist.

Ja, dem gleicht sie dann freilich.

Das nun, was dem Erkannten Wahrheit verleiht und dem Erkennenden das Vermögen, sage, sei die Idee des Guten: Denke sie dir als Ursache der Erkenntnis und der Wahrheit, sofern sie erkannt wird; und obgleich beide, Erkenntnis und Wahrheit, etwas so Herrliches sind, wirst du unter ihr selbst zu Recht noch etwas weit Herrlicheres vorstellen; wie es vorhinrichtig war, Licht und Gesichtssinn für sonnenartig zu halten, sie sich aber als Sonne vorzustellen nicht richtig ist, so ist es auch hier recht, jene beiden für gutartig zu halten, aber unrichtig, eine von beiden sich als gut vorzustellen, nein, das Wesen des Guten ist noch höher zu schätzen.

Von einer unvorstellbaren Herrlichkeit, sagte er, sprichst du da, wenn sie Erkenntnis und Wahrheit ermöglicht, selbst aber noch an Herrlichkeit über diesen beiden stehet; denn Sinnenlust verstehst du gewiss nicht darunter.

Versündige dich nicht! sprach ich. Betrachte lieber ihr Bild noch so!

Wie?

Du wirst wohl einräumen, glaube ich, dass die Sonne dem Gesehenen nicht nur die Sichtbarkeit verleiht, sondern auch Werden, Wachsen und Nahrung, ohne dass sie selbst ein Werden ist?

Das ist sie nicht!

Und so räume denn nun auch ein, dass dem Erkannten von dem Guten nicht nur das Erkanntwerden zuteil wird, sondern ihm auch Sein und Wirklichkeit zukommt, ohne dass das Gute Wirklichkeit ist, sondern vielmehr an Würde und Macht noch über die Wirklichkeit hinausragt.

Da rief Glaukon mit einem Lachen aus: Beim Apollon, welch göttliches Übertreffen!





hoch
#158820 - 24/07/2015 09:11 Re: Gedichte & Geschichten, die das Leben schreibt [Re: whatshername61]
whatshername61 Offline
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Gespräche zwischen Sokrates zu Glaukon
Teil 2 - Das Liniengleichnis




Als wenn du also eine in zwei ungleiche Abschnitte geteilte Linie hättest, teile wiederum jeden der beiden Abschnitten, sowohl den des sichtbaren als auch des erkennbaren Bereiches, wieder nach demselben Verhältnis, und du wirst zunächst nach Deutlichkeit und Undeutlichkeit zueinander an dem einen Teilabschnitte Bilder haben. Ich meine aber mit Bildern erstlich die Schatten, dann Spiegelungen im Wasser und in allem, was dicht, glatt und reflektierend ist, und in allem derartigen, wenn du es begreifst?

Ja, ich begreife.

Unter dem anderen Unterabschnitt, dem dieser gleicht, denke dir sodann die uns umgebenden Tiere, alle Pflanzen und alles Gefertigte.

Ich tue es, sagte er.

Wärst du denn nun auch bereit, fuhr ich fort, einzuräumen, dass er auch nach Wahrheit und Unwahrheit zweigeteilt ist, dass sich nämlich das Meinbare zu dem Erkennbaren so verhält wie die Kopie zum Original?

O ja, sagte er, sehr gerne.

So prüfe denn auch, wie das Erkennbare zu unterteilen ist!

Wie?

Indem die Seele gezwungen wird, im einen Abschnitt sich des damals Nachgeahmten als Bilder zu bedienen und von Voraussetzungen aus nicht zum Prinzip weiterzugehen, sondern zu einem vorläufigen Ende, im anderen Abschnitt aber dem zum voraussetzungslosen Prinzip von einer Voraussetzung auszugehen und ohne diesbezügliche Bilder nur mit Hilfe der Ideen selbst durch sie ihren methodischen Weg zu nehmen.

Was du damit meinst, habe ich nicht recht verstanden.

Also noch einmal, erwiderte ich; du wirst es nach folgener Vorklärung leichter verstehen: Du weißt ja wohl, dass die, die sich mit Geometrie und Arithmetik und dergleichen abgeben, den Begriff von Gerade und Ungerade, von Figuren und den drei Arten von Winkeln und sonst dergleichen bei jedem Beweisverfahren voraussetzen, als hätten sie über diese Begriffe ein Wissen, während sie diese doch nur als Voraussetzungen aufstellen und glauben, weder sich noch anderen davon Rechenschaft schuldig zu sein, als seien sie allen klar. Von diesen Annahmen gehen sie aus, führen dann das Weitere durch und kommen so endlich folgerrichtig zu dem Ziel, auf dessen Erforschung sie ausgegangen waren.

Ja, sagte er, das weiß ich allerdings.

Nicht wahr, auch dass sie sich der sichtbaren Dinge bedienen und ihretwegen Untersuchungen anstellen, während sie doch nicht über diese nachdenken, sondern über das, dem diese gleichen? Nur dem Viereck selbst und seiner Diagonale selst gilt ihre Untersuchung, nicht denen, die sie aufzeichnen, und so in allem sonst. Selbst das, was sie bilden und zeichnen, wovon es auch Schatten und Bilder im Wasser gibt, auch das gebrauchen sie weiter nur als Bild und suchen dadurch zur Schau dessen zu gelangen, (511a) was man nur mit dem Verstand schauen kann.

Richtig bemerkt, sagte er.

Das also meinte ich vorhin mit 'denkbarem Bereich' und dass die Seele bei seiner Erforschung gezwungen sei, von Voraussetzungen auszugehen, indem sie nicht zum Prinzip zurückgeht, weil sie über ihre Voraussetzungen nicht hinausgehen kann, sondern dass sie dabei die Bilder verwende, die von Dingen darunter abgebildet werden und von ihnen im Vergleich zu jenen als deutlich bewertet und geschätzt werden.

Ich begreife, sagte er, dass du die unter der Geometrie und den damit verwandten Disziplinen begriffene Wissenschaft meinst.

So begreife also auch, dass ich unter dem anderen Abschnitt des Denkbaren das verstehe, was die Vernunft durch die Macht der Dialektik erfasst, wobei sie ihre Voraussetzungen nicht als Prinzipien ausgibt, sondern als wirkliche Voraussetzungen, gleichsam nur als Eintritts- und Anlaufpunkte, damit sie zu dem voraussetzungslosen Prinzip des Ganzen gelangt, und wenn sie es erfasst hat, an alles sich haltend, was mit ihm in Zusammenhang steht, zum Ende herabsteige, ohne das sinnlich Wahrnehmbare dabei zu verwenden, sondern nur die Ideen selbst durch und für sich und mit Ideen auch abschließe.

Ganz verstehe ich das nicht, sagte er, denn du scheinst da eine gewaltige Aufgabe vorzutragen. Aber soviel verstehe ich doch, du willst feststellen, dass die Sicht der auf das Seiende und Gedachte gerichtete Wissenschaft der Dialektik sicherer und deutlicher ist als die der sogenannten Einzelwissenschaften, für die die Voraussetzungen zugleich Prinzip sind und deren Vertreter ihren Gegenstand zwar mit dem Verstand betrachten müssen, aber nicht mit den Sinnen; weil sie aber nicht vom Prinzip her forschen, sondern von Voraussetzungen aus, scheinen sie dir dabei keine Vernunft zu haben, obwohl auch dies vom Prinzip her einsehbar wäre. Verstandes- aber, und nicht Vernunftätigkeit scheinst du mir das Verfahren der Geometrie und der ihr verwandten Wissenschaften zu nennen, da du sie für etwas Mittleres hältst zwischen bloßer Meinung und Vernunft.

Das hast du durchaus richtig aufgefasst, sprach ich. Und so lass denn jenen vier Abschnitten auch vier Seelenzustände entsprechen, Vernunfttätigkeit dem obersten, Verstandestätigkeit dem zweiten, dem dritten aber weise den Glauben und dem vierten die bildliche Erkenntnis zu, und ordne sie nach dem Verhältnis, dass du ihnen denjenigen Grad von Deutlichkeit beimisst, der dem Anteil entspricht, den ihre Objekte an der Wahrheit haben.

Ich verstehe, sagte er, und räume es ein und ordne sie wie du sagst.










hoch
#158823 - 24/07/2015 10:22 Re: Gedichte & Geschichten, die das Leben schreibt [Re: whatshername61]
Deroua Offline
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Original geschrieben von: whatshername61






[/b][/font]













Winken1


Danke Katrin,
Deine Beiträge eine Bereicherung,
Deine Diplomatie in neuem Level,
Dein Einsatz als friedvoller Krieger vorbildlich.


Winken3



Winken1



You made my day.




Bearbeitet von Deroua (24/07/2015 10:26)

hoch
#158824 - 24/07/2015 11:48 Re: Gedichte & Geschichten, die das Leben schreibt [Re: Deroua]
marocmineral Offline
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Beiträge: 480
Ort: Ribadesella
Heinz Erhardt

Das Steckenpferd

Der eine liebt Konkretes nur,
der andre das Abstrakte,
der dritte schwärmt für die Natur
und deshalb für das Nackte.
Der vierte mag nur Fleisch vom Schwein,
der fünfte Milch und Eier,
der sechste liebt den Moselwein,
der siebte Fräulein Meier.
Für jeden gibt es was von Wert,
für das er lebt und streitet,
und jeder hat sein Steckenpferd,
auf dem er immer reitet.
_________________________
Da fliegt mir doch das Blech weg.

hoch
#158825 - 24/07/2015 12:46 Re: Gedichte & Geschichten, die das Leben schreibt [Re: marocmineral]
Deroua Offline
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Beiträge: 294
Ort: Casablanca / München
abyssus
Siehe auch: Abyssus
abyssus (Latein)[Bearbeiten]
Substantiv, f[Bearbeiten]
Kasus Singular Plural
Nominativ abyssus abyss&#299;
Genitiv abyss&#299; abyss&#333;rum
Dativ abyss&#333; abyss&#299;s
Akkusativ abyssum abyss&#333;s
Vokativ abysse abyss&#299;
Ablativ abyss&#333; abyss&#299;s
Worttrennung:
, Genitiv:
Bedeutungen:
[1] der Abgrund, der Abyssus
[2] die Unermesslichkeit, unermessliche Tiefen, der (unermessliche) Weltraum
[3] kirchlich: die Hölle
Herkunft:
Lehnwort von dem altgriechischen &#7940;&#946;&#965;&#963;&#963;&#959;&#962; (ábyssos) &#8594; grc „Abgrund, Hölle“
Beispiele:
[1]
Redewendungen:
„Abyssus abyssum invocat.“ (Psalm 41,8 VUL)
„Eine Tiefe ruft eine andere Tiefe nach.“[1]
„Ein Irrtum zieht einen weiteren nach sich.“
„Man fällt von einer Sünde in die andere.“
„Abyssus abyssum vocat.“[2]
(sinngemäß) „Der Teufel ist artig, wenn man ihm schmeichelt.“
Übersetzungen[Bearbeiten]
Einklappen &#9650;

Deutsch: [1] Abyssus



Man möge mir die lausige copy/ paste - Spielereien nachsehen...doch die Antwort war ein MUSS und mich ruft das reale Leben weg in ein anderes Sommertheater...

Bühne frei!


Bearbeitet von Deroua (24/07/2015 12:48)

hoch
#158826 - 24/07/2015 13:57 Re: Gedichte & Geschichten, die das Leben schreibt [Re: whatshername61]
Deroua Offline
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Dunkel war's, der Mond schien helle




Dunkel war’s, der Mond schien helle,
schneebedeckt die grüne Flur,
als ein Wagen blitzesschnelle,
langsam um die Ecke fuhr.

Drinnen saßen stehend Leute,
schweigend ins Gespräch vertieft,
Als ein totgeschoss’ner Hase
Auf der Sandbank Schlittschuh lief.

Und ein blondgelockter Jüngling
mit kohlrabenschwarzem Haar
saß auf einer grünen Kiste,
die rot angestrichen war.

Neben ihm ’ne alte Schrulle,
zählte kaum erst sechzehn Jahr,
in der Hand ’ne Butterstulle,
die mit Schmalz bestrichen war.




Die Oxymora und Paradoxien faszinieren mich immer wieder.

Diese Variante des überlieferten Textes stammt von 1902.
Um den vermeintlichen Verfasser ranken sich eiserne Gerüchte.





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#158830 - 24/07/2015 18:46 Re: Gedichte & Geschichten, die das Leben schreibt [Re: Deroua]
Shakir. Offline
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Ufos über marocmineral

Die Musik ertönt in bluesischen Tönen.
Seine langen Haare spielen mit dem Wind.
An der leeren Wasserstraße.
Am besten Fleck Nordafrikas.
In der Hand nen Joint.
Aus dem Rachen ein grelles Lachen.
Er will seinem Dasein frönen.
Und sich zum König der Welt krönen.
Sein Lebensabend.
So nennt er es.
Sein Ableben.
So kann man's nennen.

Er starrt mit seinen Glubschern Löcher in die Luft.
In seiner Blues-Kluft.
"KuckKuck", er ruft.
Zum Ufo.
Mit 12 Rhythmen im Blut.
Sich bewegend im Schneidersitz.
Vollgedröhnt.
Kauend am Stück Lübecker Marzipan.
"KuckKuck", er ruft.
Zu den Aliens.
"Wollt ihr ein Pumpernickelbrot?"
Sie antworten mit Leuchtfeuer.
Er spendiert ihnen einen Tanz.
One, two, ...
three...Kick.

Noch mehr Zuschauer.
Noch mehr Ufos.
Sie fliegen um den besten Platz.

Und er mittendrin.

In seinem Lebensabend.

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#158831 - 24/07/2015 19:18 Re: Gedichte & Geschichten, die das Leben schreibt [Re: Shakir.]
marocmineral Offline
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Shakir,

danke.

Tolles Gedicht. Und die ganze Arbeit, die da drin steckt. Das überwältigt mich jetzt ein bißchen und bewegt mich richtig.
Ich könnte dich so knuddeln.

Schön, das du mir soviel Aufmerksamkeit widmest.

Also ich würde dich auch als Super-User vorschlagen.

Alle lieben dich.

Piet


Bearbeitet von marocmineral (24/07/2015 19:33)
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Da fliegt mir doch das Blech weg.

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#158832 - 24/07/2015 19:19 Re: Gedichte & Geschichten, die das Leben schreibt [Re: marocmineral]
marocmineral Offline
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Nächstenliebe

Heinz Erhardt

Die Nächstenliebe leugnet keiner,
doch ist sie oft nur leerer Wahn,
das merkst am besten du in einer
stark überfüllten Straßenbahn.
Du wirst geschoben und mußt schieben
der Strom der Menge reißt dich mit.
Wie kannst Du da den Nächsten lieben,
wenn er dich auf die Füße tritt?!
_________________________
Da fliegt mir doch das Blech weg.

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#158833 - 24/07/2015 19:33 Re: Gedichte & Geschichten, die das Leben schreibt [Re: marocmineral]
Shakir. Offline
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Original geschrieben von: marocmineral
Shakir,

Alle lieben dich, einfach zum knuddeln.


Du kannst dich hier registrieren:

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#158834 - 24/07/2015 19:46 Re: Gedichte & Geschichten, die das Leben schreibt [Re: marocmineral]
Deroua Offline
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Original geschrieben von: marocmineral
Shakir,

danke.

Tolles Gedicht. Und die ganze Arbeit, die da drin steckt. Das überwältigt mich jetzt ein bißchen und bewegt mich richtig.
Ich könnte dich so knuddeln.

Schön, das du mir soviel Aufmerksamkeit widmest.

Also ich würde dich auch als Super-User vorschlagen.

Alle lieben dich.

Piet












Klick




Der Handschuh
Friedrich Schiller

Vor seinem Löwengarten,
Das Kampfspiel zu erwarten,
Saß König Franz,
Und um ihn die Großen der Krone,
Und rings auf hohem Balkone
Die Damen in schönem Kranz.

Und wie er winkt mit dem Finger,
Auftut sich der weite Zwinger,
Und hinein mit bedächtigem Schritt
Ein Löwe tritt
Und sieht sich stumm
Ringsum
Mit langem Gähnen
Und schüttelt die Mähnen
Und streckt die Glieder
Und legt sich nieder.

Und der König winkt wieder,
Da öffnet sich behend
Ein zweites Tor,
Daraus rennt
Mit wildem Sprunge
Ein Tiger hervor.
Wie der den Löwen erschaut,
Brüllt er laut,
Schlägt mit dem Schweif
Einen furchtbaren Reif
Und recket die Zunge,
Und im Kreise scheu
Umgeht er den Leu,
Grimmig schnurrend,
Drauf streckt er sich murrend
Zur Seite nieder.

Und der König winkt wieder,
Da speit das doppelt geöffnete Haus
Zwei Leoparden auf einmal aus.
Die stürzen mit mutiger Kampfbegier
Auf das Tigertier;
Das packt sie mit seinen grimmigen Tatzen,
Und der Leu mit Gebrüll
Richtet sich auf, da wirds still;
Und herum im Kreis,
Von Mordsucht heiß,
Lagern sich die greulichen Katzen.

Da fällt von des Altans Rand
Ein Handschuh von schöner Hand
Zwischen den Tiger und den Leun
Mitten hinein.

Und zu Ritter Delorges, spottenderweis,
Wendet sich Fräulein Kunigund:
„Herr Ritter, ist Eure Lieb so heiß,
Wie Ihr mirs schwört zu jeder Stund,
Ei, so hebt mir den Handschuh auf!“

Und der Ritter, in schnellem Lauf,
Steigt hinab in den furchtbaren Zwinger
Mit festem Schritte,
Und aus der Ungeheuer Mitte
Nimmt er den Handschuh mit keckem Finger.

Und mit Erstaunen und mit Grauen
Sehns die Ritter und Edelfrauen,
Und gelassen bringt er den Handschuh zurück.
Da schallt ihm sein Lob aus jedem Munde,
Aber mit zärtlichem Liebesblick –
Er verheißt ihm sein nahes Glück –
Empfängt ihn Fräulein Kunigunde.
Und er wirft ihr den Handschuh ins Gesicht:
„Den Dank, Dame, begehr ich nicht!“
Und verläßt sie zur selben Stunde.

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#158835 - 24/07/2015 19:52 Re: Gedichte & Geschichten, die das Leben schreibt [Re: Shakir.]
marocmineral Offline
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Bescheidenheit ist eine Zier,
doch weiter kommt man ohne ihr.
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#158837 - 24/07/2015 21:31 Re: Gedichte & Geschichten, die das Leben schreibt [Re: marocmineral]
Deroua Offline
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Original geschrieben von: marocmineral
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Bescheidenheit ist eine Zier,
doch weiter kommt man ohne ihr.

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#158854 - 25/07/2015 10:01 Re: Gedichte & Geschichten, die das Leben schreibt [Re: Deroua]
marocmineral Offline
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Bescheidenheit ist eine Zier,
doch weiter kommt man ohne ihr.

Das wird oftmals Wilhelm Busch zugeschrieben, wird aber 1871 in der Schlesischen Zeitung schon als pommerscher Sprichwort aufgeführt.

Piet
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#158858 - 25/07/2015 10:33 Re: Gedichte & Geschichten, die das Leben schreibt [Re: marocmineral]
marocmineral Offline
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Hier nochmal Heinz Erhardt

Die Schule

Die Schule ist, das weiß man ja,
in erster Linie dazu da,
den Guten wie den Bösewichtern
den Lehrstoff quasi einzutrichtern;
allein - so ists nun mal hinieden:
die Geistesgaben sind verschieden.

Mit Löffeln, ja sogar mit Gabeln
frißt Kai die englischen Vokabeln;
Karl-Heinz hat aber erst nach Stunden
die Wurzel aus der Vier gefunden.

Und doch! Karl-Heinz als "dumm" verschrien,
wird Chef - und man bewundert ihn,
und Kai in Uniform gezwängt,
steht an der Drehtür und empfängt
und braucht in Englisch höchstens dies:
"Good morning, Sir!" und manchmal "Please!"

Hieraus ersieht der dümmste klar,
daß der, der "dümmer", klüger war!

Piet


Bearbeitet von marocmineral (25/07/2015 11:12)
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#158879 - 26/07/2015 19:47 Re: Gedichte & Geschichten, die das Leben schreibt [Re: Deroua]
whatshername61 Offline
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Die Kugelmenschen



Ein gerissenes Stück Philosophie





Eines Tages wurde es den Göttern am Olymp langweilig und sie beschlossen, ein Ebenbild von ihnen zu schaffen. Dieses sollte sie amüsieren und ihnen Abwechslung in die Ewigkeit bringen.

So formten die Götter also ein Ebenbild von ihnen, mit einer großen Ausnahme: Von all den Eigenschaften die jeder einzelne besaß, nahmen sie nur das Beste: Die Gerechtigkeit der Athene, die Güte von Hera, die Liebe der Aphrodite, die Größe des Zeus, usw.

So schickten sie diese Kugelmenschen, die mit 4 Armen, 4 Beinen, 2 Köpfen, 2 Herzen... ausgestattet waren, den Olymp herab, um auf der Erde, auf Mutter Gaia, Leben zu führen. Doch bald merkten die Götter, daß der Kugelmensch zu perfekt war. Er machte keine Fehler, wie die Götter es bisweilen taten, er stritt auch nie, wie das die Götter des öfteren taten.

Davon beängstigt, dass diese Leben die Götter, deren Schöpfer, einst überflügeln würden, selbst diese töten, wie es einst Zeus mit seinem Vater Chronos, und dieser mit seinem Vater Chaos tat, so trafen die Götter wieder zusammen, um einen Entschluß zu fassen. Der Kugelmensch, das Wesen, welches sie geschaffen hatten, sollte fortan nur noch als Hälfte umherirren und das ganze Leben mit der Suche nach seiner anderen Hälfte verbringen müssen.

Platon, Symposion
Erzählung des Aristophanes



Eine künstlerisch-philosophishe Variante. Auch sehr hübsch.





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#159739 - 03/10/2015 06:14 Re: Gedichte & Geschichten, die das Leben schreibt [Re: Shakir.]
whatshername61 Offline
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