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#24637 - 02/01/2002 20:59 12 Yennayer 2952 / Das neue Jahr der Imazighen
Uschen Offline
Mitglied

Registriert: 04/07/2001
Beiträge: 848
Ort: NRW
Hallo,
viele MarokkanerInen haben vielleicht jedes Jahr ein kleines Fest am 12/13 Januar gefeiert ohne zu wissen, welche Bedeutung dieses Fest in Marokko hat.
Das Fest wovon die Rede ist nennt man in Marokko îd n yennayer ( Die Nacht des yennayer ) und man macht viele Sachen an diesem Abend ( Essen , Gesang usw...).
Dieses Fest ist sehr alt und geht auf den ersten Sieg eines Amazigh( Tscheschoq )zurück, der gegen die alten-Ägypter gesiegt hatte und die 22.Dynastie in Ägypten gegründet hatte , die Berberisch war.
Dieser Sieg war im Jahr 950 v.Ch. und seitdem wurde dieses Fest mit dem Beginn der Landwirtschaft zusammengeführt und gefeiert.
Ich bin interessiert daran , ob viele MarokkanerInen auch im Ausland diesen Tag feieren und Seksu , Hguza , Bibi und Tagulla machen oder nicht.
Ich warte auf Eure Reaktionen.
Die jungen Marokkaner können auch die eigenen Eltern danach fragen und sie werden auch von Ihnen dazu etwas hören.
Nach dem Kalender der Imazighen sind wir im Jahre 2951 ( erst ab dem 13 Januar beginnt das Jahr 2952 )

Ar awn-tinigh :
Aseggas amaynu ambarchi(ifulkin )
Das Jahr neue gutes ( gutes )
Ich wünsche allen ein gutes Jahr !!

Gruß
Uschen
_________________________
Tidt n umya!

hoch
#24638 - 06/01/2002 16:37 Re: 12 Yennayer 2952 / Das neue Jahr der Imazighen
Blandina Offline
Mitglied

Registriert: 08/02/2001
Beiträge: 1282
Ort: Süd-Baden
Hallo zusammen,

also diese Beiträge finde ich super.
Für mich als Geschichtsinteressierten , sind darin wahre Kostbarkeiten enthalten:

„Dieser Sieg war im Jahr 950 v.Ch. und seitdem wurde dieses Fest mit dem Beginn der Landwirtschaft zusammengeführt und gefeiert."

Uschen weißt Du zufällig was über die Zeit damals ?
Welche Machtbereiche gingen bis wohin ?

Ich habe was interessantes dazu gefunden. Man bedenke aber bitte der Artikel ist 120 Jahre alt. Inwieweit es da Korrekturen gab weiss ich nicht

Einen Artikel über Ägypten aus :
Brockhaus' Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie. Leipzig, 1882

und die schreiben dazu:
„Seit dieser Zeit sinkt der Glanz Thebens. Unterägyptische Dynastien folgen; Memphis wird wieder zur ersten Residenz des Landes. Wichtiger ist erst wieder das Haupt der 22. Dynastie, Sesonchis I., weil er sowohl aus der Bibel als durch die ägyptischen Denkmäler als der Eroberer Palästinas und Jerusalems bekannt ist.
Seine kriegerischen Thaten sind noch jetzt auf den Tempelwänden von Karnak verzeichnet. Er hielt aber den Verfall des Reichs nicht auf, das mit dem Schlusse der 24. Dynastie in die Hände des äthiopischen Eroberers Sabakôs oder Sebichos (ägyptisch Schebek) fällt.
Dieser bildet mit seinen beiden Nachfolgern die 25. Dynastie, deren letzter, Tarakos (ägyptisch Taharka), der Tirhaka der Bibel, freiwillig nach Äthiopien zurückkehrt.
Diese äthiopische Fremdherrschaft scheint die nationale Kraft des ägyptischen Volks noch einmal aufgeweckt und zu erhöhter Thätigkeit angeregt zu haben.
Nach dem Abzuge der Äthiopen trat zunächst eine revolutionäre Epoche ein, die aus Herodot unter dem Namen der Dodekarchie bekannt ist.
Den Ägyptern war aber den jeher eine monarchische, durch Erblichkeit geordnete Regierungsform unentbehrlich gewesen.
So kam auch diesmal bald das legitime saitische Königshaus, welches die Äthiopen verdrängt hatten, in der Person des ersten Psametichos wieder zur Herrschaft.

Quelle: http://www.urbanplus.com/vor100jahrenausgabe26.html


was ich aber auch interessant finde ist dies :

„Die Nacht des yennayer"

Welche Bedeutung hat Yennayer im Marokkanischen Sprachgebiet ?

Ich habe im Lexikon (Knaur 1975) nachgeschaut:

Januar [lat.] (Jänner, Hartung), Monatsname, angebl. Nach dem doppelgesichtigen röm. Gott Janus, wurde seit 153 und endgültig bei Cäsars Kalenderreform 46 v. Chr. 1. Monat des Jahres; urspr. Jahresbeginn war der 1.März.

Janus, altröm. Gott des Anfangs, Schirmherr der Tore und Durchgänge öffentl. Gebäude; doppelköpfig( eigtl. Doppelgesichtig) dargestellt.

Noch ein esoterischer Beitrag zu Janus:

Janus
(lat. ianua „Tür"). Ein römischer Schutzgott der Ein- und Ausgänge sowie von Anfang und Ende, mithin zwei Seiten in sich vereint.
Janus´ Herkunft ist unterschiedlich gedeutet, wen wundert´s bei einem der ältesten römischen Götter? Mal gilt er als Sohn von Apollo und Kreuse, der Tochter des Königs Erechtheus von Athen. Neben diesen jungen Mythos heißt es auch, er sei Sohn des Uranos (oder Coelus) und der Hekate oder er gilt als Sohn des Saturn und der Entoria.
Seine Gattin war seine Schwester Kamese, die er aus seiner Heimat Perrhaebia mitbrachte. Mit ihr ist er Vater der Olisthene.
Eine Liebschaft war die Nymphe Krane bzw. Crana. Mit ihr ist er Vater des Königs von Alba Longa.

Als historische Persönlichkeit soll Janus ein altitalischer König gewesen sein, der 150 Jahre vor Aeneas von Perrhaedia nach Italien gelangt war, etwa um die Zeit des biblischen Richters Ehud, nach biblischer Zeitrechnung war das im Jahr 2625. (nach Hederich 1996, Sp. 1322).

Dargestellt wird Janus mit zwei in entgegengesetze Richtungen blickenden Gesichtern (Januskopf), mit Schlüssel und Pförtnerstab.
Seinem Wirken wird der Bau von Schiffen und die Verwendung der Münzen zugeschrieben. Auch sonst soll Janus, nachdem er nach Italien gelangte, den zuvor wilden Menschen allerlei Kultur gebracht haben, wird darin aber auch als Statthalter Saturns angesehen. Der Hügel Janiculus war nach ihm benannt, den der Gott selbst aufgeworfen hatte.
Sein Tempel war ein Doppeltor zum Forum Romanum.
In Kriegszeiten war dieser Tempel geöffnet, wenn überall im Reich Frieden herrschte wurde er feierlich geschlossen.
In der 700-jährigen Geschichte bis Augustus erlebte Rom dieses Ereignis ganze dreimal: Unter dem zweiten König Numa Pompilius, nach dem ersten punischen Krieg und nach Augustus Sieg bei Actium.
Dessen Regierungszeit erlebte noch zwei weitere Schließungen des Tempels.
Außer diesem Tempel hatte er noch in jeder Region der Stadt Rom einen Altar. Hier wurden stets die Opferhandlungen eingeleitet. Bei seiner Anrufung, die jeden Morgen erfolgte, schaute man nach hinten und nach vorne, wie der doppelgesichtige Gott das doppelseitige im Leben, Vorher und Nacher schlechthin ist. Die Bildsäulen des Janus waren mit Lorbeer bekränzt.
An seinem Festtag, dem 1. Januar, tauschte man diese gegen frische aus.
http://www.sungaya.de/schwarz/romer/janus.htm


Viele Grüsse
_________________________
give peace a chance.


hoch
#24639 - 07/01/2002 23:55 Re: 12 Yennayer 2952 / Das neue Jahr der Imazighen
Itri Offline
Member

Registriert: 25/12/2001
Beiträge: 835
Ort: Deutschland
Liebe Uto, liber Mohand,

In meiner Region feiert man auch diese „Nacht „ und wird „ Îd n Asggass „ genannt,was man mit " die Nacht des Jahres " auf deutsch übersetzen kann. Ich erinnere mich gut als meine Mutter den Cousscouss vorbereitet hat und drin einen kleinen Lammkeule oder Lammkotelette versteckt hat. Selbstverstänlich in unsere Abwesenheit. Wer das Stückfleich findet sollte die/der Glücklicheste des Jahres . Klar hat man, um mein Weinen ( eigentlich Heulen des verwöhnten Benjamin der Familie !!!!) zu vermeiden, hat man Tricks angewendet um mir den Weg frei zu machen.

Die einzige Erklärung, die mir meine Eltern gegeben haben war die Landwirtschaftskalender, was Herr Uschen auch in seinem Beitrag erwähnt hat.

Na, diese schöne Zeiten kommen wieder.... \:\)

hoch
#24640 - 08/01/2002 00:15 Re: 12 Yennayer 2952 / Das neue Jahr der Imazighen
Itri Offline
Member

Registriert: 25/12/2001
Beiträge: 835
Ort: Deutschland
Liebe Ute, lieber Uschen,

Ich glaube ich brauche einige Zeit um es begreifen, dass man in dieser wunderbaren Forums die Texte nicht editieren kann.
Sorry für meine Fehler. \:\)

hoch
#24641 - 09/01/2002 12:18 Re: 12 Yennayer 2952 / Das neue Jahr der Imazighen
Uschen Offline
Mitglied

Registriert: 04/07/2001
Beiträge: 848
Ort: NRW
Hallo Ute und itri,
Yennayer ist ein Fest , das im ganzen Nordafrika ( nicht nur in Marokko )immer noch in bestimmten Familien gefeiert wird.
Das dieses Fest, von den nordafrikanischen Staaten nicht aufgewertet und als ein nationales Fest betrachtet wird, wundert mich nicht !! Das ist das gleiche Problem mit Tamazight und alles , was damit zusammenhängt.
Viele Organisationen sowohl in Tamazgha ( Nordafrika ) als auch in Europa , werden am 12 Januar , wie seit Jahren , dieses Fest trotzdem feieren.
In Agadir , Marrakech , Rabat , Casablanca , und Nadôr haben viele masirische Organisationen Musikfeste am diesem Wochende Organisiert.
Jetzt zu Scheschenq / Aschischonq und das Jahr 950 v.Ch.
Zwischen den alten Imazighen ( Libyer ) und den alten-Ägypter gabe es im Laufe der Geschichte gute kulturelle Beziehungen ,aber auch einige kriegerische Auseinandersetzungen.
Es ging um den Zugang zum Roten Meer und um die Kontrolle der Oase Siwa und Unterägypten, weil diese Regionen damals sehr fruchtbar war.
In Unterägypten lebten die Liyber(imazighen), die Herodt auch die Bewohner von Siwa nannte.Es gibt heute noch einige Tamazight-Sprecher dort!!
Hier enstand der große Gott " Ammon " !!! Und nicht nur die damaligen Imazighen haben ihn verehrt, sondern auch die Ägypter und Griechen.Er wurde auch auf den kanarischen Inseln verehrt.
Viele Ägyptologen haben die Meinung über den Ursprung der ägyptischen Kultur in den achtizger Jahren geändert. Sie sind bisdahin davon ausgegangen, dass Oberägypten ,also wo die alten-Ägypter lebten, der Ort der Entstehung der ägyptischen Zivilisationen sei. Einige deutsche Ägyptologe haben das auch anerkannt und über den Einfluß der Imazighen auf Ägypten einiges darüber geschrieben.
Ich gebe Dir, liebe Ute,und den Interessierten einige Literaturhinweise dazu :
1- Oric , Bates : The Eastern Libyans.London 1914
2- Wilhelm, Hölscher : Libyer und Ägypter . Beiträge zur Ethnologie und und Geschichte Libyscher Völkerschaften. In : Ägyptische Forschungen , Heft 4. Hamburg/New York 1937
3- Georg , Müller : Die Ägypter und ihre Libyschen Nachbarn , in : ZDMG ( Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft ) LXXVIII S.30-70
4- Siegried , Schott : Die Verbreitung der Libyer und der Ursprung der ägyptischen Kultur. Mythe , Mensch und Umwelt. Paideuma/ Bamberg 1950/ S.193-253.
5- Werner , Vycichl : Die Fürsten von Libyen, In : Annali dell´Istituto Universitario Orinetale di Napoli / Nuova Serie VI. Napoli 1954-1956 - S. 43-48

Und nur vor ein paar Monate ist ein hervorangendes neues Buch einer amerikanischen Anthropologen erschienen, die sich auch mit Tamazight und Imazighen beschäftigt.
Hier der Titel :

The Shining Ones : An Etymological Essay an the Amazigh Roots of Egyptian Civilisation.
Von : Helene E. Hagan.
ISBN : 0-7388-35670 ( Bei Trade Paperback Kostet $ 17.84 US-Dollars.
Oder ISBN : 1-4010-2412-2 ( Bei Hardback und kostet $ 27.89 US-Dollars).
Oder ISBN : 0-7388-8915-6 ( Bei eBook und kostet $ 8 Dollars ).

Die heutigen Bewohner der ägyptischen Oase " Siwa " nennen sich " Isîwanen ( Ausprache von S ist wie im Namen "Sofie" ). Das Wort Asîwan Pl. Isîwanen beduetet " DIE WEIHE / DER MILAN " und in dieser Oase gabe es früher sehr viele Weihe. Dazu gibt es auch Dokumente.

Yennayer Fest wird gennant " yennayer oder îd n yennayer oder ixf n useggas.
Aseggas amaynu ifulkin /Ambarci
Gruß
Mohand
_________________________
Tidt n umya!

hoch
#24642 - 17/01/2002 11:09 Re: 12 Yennayer 2952 / Das neue Jahr der Imazighen
Jaana 2001 Offline
Junior-Mitglied

Registriert: 10/01/2002
Beiträge: 16
Ort: Köln
Asseggas amaynu

As-sabah (Unabhängig/Marokko)

Das Komitee des neuen berberischen Jahres hat für die Gründung eines nationalen Komitee, das der bürglichen Gesellschaft angehört, zur Feier des neuen masirischen (berberischen) Jahres plädiert.
Es soll zum Ziel haben alle Dokumente und historische Informationen für dieses Fest zusammeln.
Das Komitee hat außerdem einen Antrag bei der Regierung eingereicht, aus diesem Tag, dem " 13 Januar", einen nationalen Feiertag zu machen.

-----------
S.Ü

hoch
#164535 - 13/01/2018 01:19 Re: 12 Yennayer 2952 / Das neue Jahr der Imazighen [Re: Jaana 2001]
whatshername61 Offline
Mitglied*

Registriert: 14/08/2011
Beiträge: 2577
Ort:




In diesen Tagen feiern die Imazighten das Jahr Yennayer 2968

...und auch zu 2002 gibt es politisch ein paar kleine Veränderungen


Original geschrieben von: Uschen
Das dieses Fest, von den nordafrikanischen Staaten nicht aufgewertet und als ein nationales Fest betrachtet wird,...
Original geschrieben von: Jaanar
Das Komitee hat außerdem einen Antrag bei der Regierung eingereicht, aus diesem Tag, dem " 13 Januar", einen nationalen Feiertag zu machen.


Das Volk der Amazigh ... besteht aus vielen ethnischen Gruppen, die auch relativ abgegrenzt voneinander leben und handeln... Sie sind historisch eine Mischung aus Nomaden, Reitervolk und Bauern. Sie besitzen eine Grundsprache, die aber in zahlreiche Dialekte unterteilt ist. Seit der Eroberung durch arabisch stämmige Volksstämme aus dem heutigen Saudi-Arabien, die auch die Islamisierung des Maghreb und sogar großen Teilen Spaniens betrieben haben, wurde die Amazigh-Kultur zurückgedrängt und eingeschränkt. Dies ändert sich erst seit wenigen Jahren und auch nur sehr langsam. So hat Marokko erst seit der Thronbesteigung von König Mohammed VI. und insbesondere erst nach der Verfassungsreform von 2011, die Sprache Tamazigh als Amtssprache anerkannt und eingeführt.

Algerien hat in diesem Jahr erstmalig das Neujahrsfest „Yennayer“ als offiziellen staatlichen Feiertag eingeführt.





Das Neujahr der Imazighen

Im Berber-Kalender fällt Neujahr, also der 1. Yennayer, auf den 13. oder 14. Januar gregorianisch und in diesem Jahr begingen die Imazighen das Jahr 2968. Das traditionsverankerte Neujahrsfest „Yennayer“ wird seit der Antike und auch heute noch in den Maghreb und auch von den Maghrebiner im Ausland gefeiert. So wird in Algerien am 12. Januar und in Marokko und Tunesien am 13. Januar in das neue Jahr hineingefeiert. Die Jahreszählung der Berber geht zurück auf die Thronbesteigung des „libyschen“ (berberischen) Pharao Scheschonq I. in Ägypten (22. Dynastie) im Jahre 950 v. Chr. In diesem Jahre führte der Berberkönig Scheschonq I. einen Feldzug gegen die Pharaonen in Ägypten und besiegte sie. Seitdem wurde dieser Tag mit dem Beginn der Landwirtschaft zusammengeführt und gefeiert. Gleichzeitig dient aber auch unter anderem nach heidnischem Brauch der Natur zu ehren und den Winter zu vertreiben.


Der Berber-Kalender

Der Berber-Kalender ist ein alter, agrarischer Sonnenkalender, der auch „fellahi“ „bäuerlich“ genannt wird. Der Kalender ist ein später Abkömmling des von Julius Cäsar 45 v.Chr. eingeführten Julianischen Kalenders, was auch bereits die Datendifferenz von 12 bis 14 Tagen vermuten lässt. Dieser Kalender wurde während der Römischen Herrschaft auch in der Provinz Africa eingeführt und blieb nach der muslimischen Eroberung im 7. J.H. wegen seiner Orientierung an der Jahreszeiten insbesonderer für die Landwirtschaft bedeutsam. Die Anzahl der Tage in den Monaten, 30 oder 31, entspricht dem der Gregorianischen Monate und der 29. Februar ist alle vier Jahre Schalttag. Aber die Reformen des Gregorianischen Kalenders – mit seinen Schaltjahrsausnahmen – machte der nordafrikanische Bauernkalender nicht mit – daher rührt die oben angesprochene Differenz.

Der einzige Unterschied zum vorher geltenden julianischen Kalender war eine neue Schaltjahresbedingung. Im Schaltjahr hat der Februar 29 anstatt 28 Tage. Ein Jahr gilt als Schaltjahr im gregorianischen Kalender, wenn die Jahreszahl entweder durch 4 teilbar ist und nicht durch 100 oder durch 400 teilbar ist. Ein Jahr gilt als Schaltjahr im julianischen Kalender , wenn die Jahreszahl durch 4 teilbar ist. 2000 ist z.B. ein Schaltjahr für beide Kalender aber 1900 ist nur für den julianischen Kalender ein Schaltjahr.

Auch die Monatsnamen beweisen die lateinische Abkunft des Berber-Kalender. Diese Monatsnamen werden übrigens sowohl in den Berbersprachen als auch im maghrebinischen Arabisch benutzt. Die Berber der Kabylei in Algerien benutzen folgende Monatsnamen, in anderen Regionen weichen sie geringfügig ab: (ye)nnayer [Januar], furar [ebruar], meγres [März],(ye)brir [April], maggu [Mai], yunyu [Juni], yulyu(z) [Juli], γuct [August], ctember [September], (k)tuber [Oktober], nu(ne)mber [November], bu- (du-)jember [Dezember].

Yennayer wird volksetymologisch (in Unkenntsnis der lateinischen Wurzel) auf Amazigh gedeutet als „yan“ (in vielen Berberdialekten die Zahl „eins“) + (a) yur, „Mond/Monat“), also „erster Monat“ oder auch als „Tor des Jahres”. Die Ermittlung des Jahres ist auf kosmologische und mythologische Vorstellungen zurückzuführen und lässt sich von politischen-historischen Hintergründen und mythologischen Vorstellungen unterscheiden:


Die politisch-historischen Hintergründe

Die frühesten Zeugnisse über die Berber stammen vor den alten Ägyptern, denn die östliche Fraktion der Berber war ihr unmittelbarer Nachbar. Sie wurden von den Ägyptern «Libyer» genannt. Zahlreiche Libyer haben ihre Heimat verlassen, weil die Sahara schrittweise austrocknete, und so haben sie sich im Nildelta niedergelassen. Sie wurden auf der Suche nach fruchtbaren Böden fündig. Andere Berberstämme wurden von Hunger vertrieben und rannten um 1210 v. Chr. Gegen die Grenzen des alten Ägypten an und wurden unter dem Pharao «Merenpath» abgewehrt.

Die verbündeten der Libyer waren «Seevölker.» Diese Völker waren mehrheitlich indogermanische Stämme von den Küsten Italiens, Griechenland und Kleinasiens. Zu Zeiten des Pharao Ramses III. (ungefähr 1182-1152 2 v. Chr.) schlossen sich die Libyern anderen Berberstämmen an. Etwa zur gleicher waren vom Norden her wieder die Seevölker eingeströmt. Aber Ramses III. machte die beiden Kriegsfronten ein Ende. Er besiegte seine Gegner und nahm seine Frauen und Kinder als Gefangene. Berber die mit ihrem Leben davon kamen, wurden Sklaven im Dienste des Königs. Andere kamen zum ägyptischen Heer.

Um 945 v.Chr. gründete ein Berber namens «Scheschonq» den ägyptischen Thron und die 22. Dynastie. Mit der Übernahme der Macht durch libysche Söldner zerfiel das Reich und löste sich schließlich auf. In diesem Jahr begann die Berber- Zeitrechnung – 950 v.Ch.


Mythologische Hintergründe des Yennayerfestes

Es soll einmal eine alte Frau gegeben haben, die keinen Respekt vor dem Winter hatte. Die Natur bestrafte sie dafür, dass sie dem Winter nicht genügend Beachtung und Demut entgegen brachte, wie den anderen Jahreszeiten. Deshalb nahm sich der Januar einen Tag vom Februar und verlängerte somit den Winter. Ein Rind der alten Frau starb durch die klirrende Kälte, die die Natur ihr schickte und so lernte sie ihre Lektion, den Winter zu respektieren. Der Monat Januar verkörpert die kräftige und Strenge Natur. So feiern und ehren jedes Jahr die Imazighen diesen Tag, aus Angst, dass sich diese Geschichte wiederholen könnte.


Quelle
Quelle
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hoch
#164536 - 13/01/2018 01:48 Re: 12 Yennayer 2952 / Das neue Jahr der Imazighen [Re: whatshername61]
Bilal_Khatabio Offline
Mitglied

Registriert: 06/06/2017
Beiträge: 88
Ort: MA
Original geschrieben von: whatshername61

Seit der Eroberung durch arabisch stämmige Volksstämme aus dem heutigen Saudi-Arabien, die auch die Islamisierung des Maghreb und sogar großen Teilen Spaniens betrieben haben, wurde die Amazigh-Kultur zurückgedrängt und eingeschränkt. Dies ändert sich erst seit wenigen Jahren und auch nur sehr langsam.


Ja also Katrin der Verfasser dieses Textes hat sich aller Anschein nach nicht soviel Mühe beim Recherchieren gemacht.
Die Islamisierung Spaniens wurde von einem Amazigh eingeleitet.
Sein Name Tariq Ibn ziyad(daher der name gibraltar) ein Amazigh der mit imazighen zum ersten mal nach Spanien übersetzten.

Ich sehe das auch anders in der Bewahrung der kultur das es besser geworden sein soll. Fakt ist Fortschritt bringt nicht immer was gutes. Ich kann nur vom Rif sprechen uns haben die Straßen das Genick gebrochen. Sie sind zu schmall das man sich da ohne Gefahr beim gegenverkehr bewegen könnte sie sind aber breit genug um zu handeln.

hoch
#164542 - 13/01/2018 17:03 Re: 12 Yennayer 2952 / Das neue Jahr der Imazighen [Re: Bilal_Khatabio]
whatshername61 Offline
Mitglied*

Registriert: 14/08/2011
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Hallo Bilal,


erst einmal ein gutes, erfolgreiches neues Jahr 2968. Mögen deine Träume in Erfüllung gehen.


Ob der Verfasser des Textes sich Mühe gegeben hat, mag ich nicht zu beurteilen. Ich finde allerdings auch keinen Widerspruch zu deinen Ausführungen. Araber haben den Islam in die Gebiete der heutigen Maghrebstaaten gebracht und betrieben dies auch in großen Teilen Spaniens. Das ist geschichtlich belegt. Dass der Amazight Taria Ibn Zlyad der Erste war, ist eine interessante Ergänzung.

Die Bewahrung eurer Kultur ist nicht besonders gut, darin stimme ich mit dir überein.. Ähnliche Beispiele gibt es überall auf der Welt. Die kleine Museen, die Artefakte aus der Geschichte der Amazight aufbewahren, hätten alle etwas Geld nötig. Ich denke diese Liste kannst du besser ergänzen als ich.

Vor 15 Jahren, als dieser Thread eröffnet wurde, war Tamazigh noch keine Amtssprache in Marokko und der Neujahrstag in Algerien noch keine Feiertag. Dies als kleine Veränderungen zu bezeichnen, finde ich nicht falsch.

Sicher bringt Fortschritt nicht immer was Gutes. Die Kämpfe, die dein Volk zur Zeit kämpft, sind ein Zeichen dafür, dass eben nicht alles in Ordnung ist. Und das nicht nur in Marokko. Auch in Tunesien gibt es wieder Unruhen mit Toten. Das Gesundheitssystem ist lange nicht gut. Vor allem in Anbetracht des Erbes des Senfkrieges. Das mit deinem Onkel tut mir ehrlich leid.

"Es gibt nichts Gutes, dass nicht auch Schlechtes werden kann." (Oskar Wild verballhornt.)
"Gut" ist keine in Stein gemeißelte Sichtweise. Mag sein, dass in Deutschland einiges etwas besser ist als in Marokko. An Beispielen aus eigenen Erfahrungen kann ich auch hier nachweisen, dass das deutsche Gesundheitssystem durchaus ein Zweiklassensystem ist. Der Staatstrojaner als Krönung der Überwachung, der immer weiter fortschreitende, gesellschaftsfähig gewordene Rassismus, die Beschneidungen der Rechte auf fast allen politischen Gebieten, der langsame Zerfall des Familienzusammenhaltes durch die Spezialisierung der Produktion, sind Dinge, die ich nicht als gut bezeichnen würde. Es gibt Menschen, die glücklich über das System in Marokko wären, wie Marokkaner sich vielleicht das deutsche System wünschen und Deutsche sich wiederum hier Veränderungen vorstellen können.
Das Leben ist und bleibt ein Kampf, der nie aufhört.

Gut oder schlecht? Ich weiß nicht. Ich habe das Glück, rechtschaffene Kinder zu haben; in einem Teil der Welt zu leben, der seit Jahrzehnten keine Kriege im eigenen Land hatte: materiell keine Sorgen zu haben und selbst gesund zu sein. Das ist gut. Es ist Tatsache, dass vieles davon auf Kosten anderer geschieht. Das ist schlecht.
Dass man Träume hat, sich das Eine oder Andere besser vorstellen kann, sollte uns die Bescheidenheit und Dankbarkeit gegenüber der o.g. Dinge nicht vergessen lassen.

Vielleicht kannst du ja mal berichten, wie dein Stamm, dieses Fest begeht.

Salam
Katrin
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hoch
#164543 - 13/01/2018 18:02 Re: 12 Yennayer 2952 / Das neue Jahr der Imazighen [Re: whatshername61]
Bilal_Khatabio Offline
Mitglied

Registriert: 06/06/2017
Beiträge: 88
Ort: MA
Original geschrieben von: whatshername61

Hallo Bilal,
Vielleicht kannst du ja mal berichten, wie dein Stamm, dieses Fest begeht.

Salam
Katrin


Da gibts eigentlich nicht viel zu Berichten. Auf der einen Seite stehen die Hardcore Imazighen die dieses Fest feiern auf der anderen Seite die Hardcore Irifiyen die nur das Rifgebiet interessiert und ich bin in einer Identitätskrise irgendwo dazwischen.

hoch
#164552 - 14/01/2018 14:31 Re: 12 Yennayer 2952 / Das neue Jahr der Imazighen [Re: Bilal_Khatabio]
whatshername61 Offline
Mitglied*

Registriert: 14/08/2011
Beiträge: 2577
Ort:
Sorry, jetzt musste ich lachen. Identitätskriese scheint bei dir ein Dauerzustand zu sein: Hardcore Imazighten gegen Hardcore Irifiyen, Hardcore Irifiyen gegen den Rest der Marokkaner, Rassismus in Deutschland gegen Heimatgefühl, in jedem Land ein Alien und immer irgendwo dazwischen.
Eigentlich könntest du dir das Beste von allem heraussuchen. Du hast die Möglichkeiten eine Art Mittler zwischen den verschiedenen Strömungen zu sein, Brücken zu bauen.
Eigentlich wollte ich schreiben, bin ein wenig neidisch. Da schwingt jedoch Missgunst mit. Lässt es nicht tief blicken, dass es kein Wort für `Neid ohne Missgunst` in der deutschen Sprache gibt? Wie auch immer, du hast eine Riesenchance.

_________________________
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hoch
#164555 - 14/01/2018 20:56 Re: 12 Yennayer 2952 / Das neue Jahr der Imazighen [Re: whatshername61]
Bilal_Khatabio Offline
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Registriert: 06/06/2017
Beiträge: 88
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Mit Brücken Bauen ist das so eine Sache. Ich erzähl dir mal wie ich das so alles kenne und erlebt hab. Unsere Großeltern haben unter AbdelKrim gelebt marokko war gar nicht so sehr Präsent. es gab keine Straßen wir waren sehr schwer erreichbar.
Dann kammen die Spanier nach der Unabhängigkeit Marokko mit einer zweitsprache Französisch die uns völlig Fremd war. In meiner zeit als kind blieb mir in Erinnerung das wenn Militär oder Gendarmarie kammen wir Kinder uns auf Befehl der erwachsenen verstecken mussten. Manche in Heu ich lief immer hinterm Haus und hab um die Ecke die Soldaten beobachtet und mir ein Fluchtweg ofengelassen. Ich hab auch die andere Seite kennengelernt. Vor 2 jahren im Ramadan hatte ich einen Flug von Fes. Am flughafen von Fes hatte ich noch Zeit bis zum abflug. Durch das fasten war ich müde und hab mich auf einer Bank hingelegt. Nach einer Zeit kamm ein polizist zu mir und weckte mich auf. Er meinte ob mein Flug der nach Frankreich wäre und gleich Starten würde. Ich verneinte. Er setzte sich zu mir und wir haben uns Unterhalten.Er kommt aus Chleuh. Er erzählte mir das er in unserer gegend mal Stationiert war und meinte das er da oft in Kaffees reingangen war um ein Kaffee zu bestehlen und nicht Bedient wurde oder stundenlang auf den Kaffee warten mußte.Das war die andere Seite die ich kennengelernt hab. Das wir ein anderes Volk das sich auch im Aussehen unterscheidet sind das war mir gar nicht bewußt. Das hab ich als jugendlicher wenn ich im Gharb Meknes Fes unterwegs war gemerkt. Der Schreinende nuss verkäufer hatt als er uns anguckte aufeinmal auf Thmazigh seine ware angepriesen. Oder leute die uns anguckten und murmelten da hab ich immer gehört sei ruhig das sind ruafa. Die haben uns am Aussehen erkannt und wußten sofort das wier aus dem rif stammen.Die Frauen liebten uns Die Männer aus dem Gharb hatten Respekt oder Hass uns gegenüber das war mir alles bis dahin gar nicht bewußt

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#164561 - 15/01/2018 12:21 Re: 12 Yennayer 2952 / Das neue Jahr der Imazighen [Re: whatshername61]
Beldia Offline
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Da schwingt jedoch Missgunst mit. Lässt es nicht tief blicken, dass es kein Wort für `Neid ohne Missgunst` in der deutschen Sprache gibt? Wie auch immer, du hast eine Riesenchance.



Das altbekannte Missverständis, Neid ist keine Missgunst. Neid: oh, das hätte ich auch gern. Missgunst: warum hat der das und ich nicht?

Neid schadet also nur den Neidenden, gönnt aber dem anderen die beneidete Qualität.

Viele Grüße
Barbara
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#164573 - 15/01/2018 22:15 Re: 12 Yennayer 2952 / Das neue Jahr der Imazighen [Re: Bilal_Khatabio]
whatshername61 Offline
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Ich denke, das Brücken bauen nie einfach ist. Schlussendlich geht es ja um meist sehr festgefahrene Widersprüche. Du bist ein Brückenbauer:
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Nach einer Zeit kamm ein polizist zu mir und weckte mich auf. Er meinte ob mein Flug der nach Frankreich wäre und gleich Starten würde. Ich verneinte. Er setzte sich zu mir und wir haben uns Unterhalten.
Das ist schon mal ein Fundament. (Falls ihr euch nicht am Ende gegenseitig verhauen habt.) Mir hast du bewusst oder unbewusst auch einige gebaut. Manche Brücken, die man baut, sieht man nicht, von einigen erfährt man, manchmal werden sie auch wieder eingerissen und ein anderes Mal gibt es mehrere Brückenbauer. Brücken zwischen Völkern dauern oft länger als ein Menschenleben.

Neulich hat ein Türke Bilder aus der Kolonialzeit von abgeschlagenen Köpfen gepostet und mich gefragt, ob ich wusste, dass bis vor ca. 100 Jahren dunkelhäutige Menschen in Zoos gezeigt wurden. Ich denke, du weißt, an was ich mich erinnerte. Es ist noch lange nicht alles gut, aber für einige ist es hier und da ein kleines Stück besser geworden. Das sollte man nicht als Endpunkt sehen, aber man kann daraus Hoffnung schöpfen, um weiter zu kämpfen.





Beldia, ich sagte nicht, dass Neid Missgunst ist. Dass dieses Wort negativ behaftet ist, es nicht sein sollte, ändert nichts an der Tatsache.

Beispiel: Das Wort Neger! Nach dem etymologischen Wörterbuch der deutschen Sprache hat das Wort Neger die Ausgangsbedeutung „Schwarzer“ und ist ein Lehnwort aus dem französischen nègre, das wiederum vom spanischen negro, der Nachfolgeform des lateinischen niger kommt. Es bedeutet einfach nur schwarz. Menschen mit schwarzer Hautfarbe könnte man demnach als Neger bezeichnen, weil es den Tatsachen entspricht. Was ist demnach schlimm daran? Und jetzt sage mir, dass es nicht negativ behaftet ist. Und eh du dich aufregst, das ist eine Hyperbel.





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#164576 - 15/01/2018 23:46 Re: 12 Yennayer 2952 / Das neue Jahr der Imazighen [Re: whatshername61]
Bilal_Khatabio Offline
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Ich denke, das Brücken bauen nie einfach ist. Schlussendlich geht es ja um meist sehr festgefahrene Widersprüche. Du bist ein Brückenbauer:


Nein ich bin kein Brückenbauer. Ich setzt mich mit keinem mit dem Grund dahin um ihn irgendwelche Vorurteile gegen meine Person oder der meinen auszureden. Bist du gut zu mir bin ich gut zu dir fertig. Suchst du Streit dem sage ich da ist die Wand und Hau deinen Kopf dagegen und dabei ist es mir Völlig egal ob er Grün Blau Rot Schwarz oder weiß ist

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#164578 - 16/01/2018 10:36 Re: 12 Yennayer 2952 / Das neue Jahr der Imazighen [Re: whatshername61]
Beldia Offline
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Beldia, ich sagte nicht, dass Neid Missgunst ist. Dass dieses Wort negativ behaftet ist, es nicht sein sollte, ändert nichts an der Tatsache.

Beispiel: Das Wort Neger! Nach dem etymologischen Wörterbuch der deutschen Sprache hat das Wort Neger die Ausgangsbedeutung „Schwarzer“ und ist ein Lehnwort aus dem französischen nègre, das wiederum vom spanischen negro, der Nachfolgeform des lateinischen niger kommt. Es bedeutet einfach nur schwarz. Menschen mit schwarzer Hautfarbe könnte man demnach als Neger bezeichnen, weil es den Tatsachen entspricht. Was ist demnach schlimm daran? Und jetzt sage mir, dass es nicht negativ behaftet ist. Und eh du dich aufregst, das ist eine Hyperbel.



Der Neid kann ja nicht dafür, daß die Menschen das Wort falsch verwenden. Das Tabu geht letztlich auf die Bibel zurück. Was den Neger angeht bin ich ganz bei dir. Und frage mich immer, wie Zigeunerschnitzel jetzt heißt. wink

Ich rege mich eher auf, daß Gewalttaten als barbarisch bezeichnet werden. Gewalt ist doch so gar nicht mein Stil laugh

Viele Grüße
Barbara


Bearbeitet von Beldia (16/01/2018 10:37)
Bearbeitungsgrund: Korrektur der Autokorrektur
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#164579 - 16/01/2018 11:36 Re: 12 Yennayer 2952 / Das neue Jahr der Imazighen [Re: Beldia]
Anonymus201805 Offline
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Wer sagt denn, daß das Wort "Neid" falsch benutzt wird? Was soll daran positiv sein?

Das 10. Gebot lautet:
DU SOLLST NICHT BEGEHREN DEINES NÄCHSTEN HAUS, HOF, VIEH UND ALLES, WAS SEIN IST!

Und dieses Begehren entsteht ja erst aus Neid!
Wenn jetzt behauptet wird, der Begriff Neid würde falsch benutzt, dann wird damit gesagt, daß Gottes Wort in der Bibel falsch sein.

Und ja, der Begriff Neid wird heute falsch benutzt, nämlich, um andere in Stolz zu versetzen, indem man ihnen sagt: Ich beneide dich. Stolz ist nun aber auch wieder etwas, was wir ablegen sollten, denn der führt zu Überheblichkeit. Überheblichkeit führt zu Geringachtung anderer - und dann ist man schon schnurstracks in der eigenen Hölle, denn die Nächstenliebe geht dabei völlig unter.

Gut, war jetzt nicht unbedingt zum Thema, mußte aber mal gesagt werden. ;-)

Noch eine Frage:
Wie willst du Gewalttaten sonst bezeichnen, wenn nicht als barbarisch?

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#164581 - 16/01/2018 13:34 Re: 12 Yennayer 2952 / Das neue Jahr der Imazighen [Re: Beldia]
whatshername61 Offline
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Und frage mich immer, wie Zigeunerschnitzel jetzt heißt. wink.

Paprikaschnitzel, Schnitzel Balkanart...
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#164582 - 16/01/2018 14:10 Re: 12 Yennayer 2952 / Das neue Jahr der Imazighen [Re: Anonymus201805]
Beldia Offline
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Original geschrieben von: DanielCL
Wer sagt denn, daß das Wort "Neid" falsch benutzt wird? Was soll daran positiv sein?

Das 10. Gebot lautet:
DU SOLLST NICHT BEGEHREN DEINES NÄCHSTEN HAUS, HOF, VIEH UND ALLES, WAS SEIN IST!

Und dieses Begehren entsteht ja erst aus Neid!
Wenn jetzt behauptet wird, der Begriff Neid würde falsch benutzt, dann wird damit gesagt, daß Gottes Wort in der Bibel falsch sein.

Und ja, der Begriff Neid wird heute falsch benutzt, nämlich, um andere in Stolz zu versetzen, indem man ihnen sagt: Ich beneide dich. Stolz ist nun aber auch wieder etwas, was wir ablegen sollten, denn der führt zu Überheblichkeit. Überheblichkeit führt zu Geringachtung anderer - und dann ist man schon schnurstracks in der eigenen Hölle, denn die Nächstenliebe geht dabei völlig unter.

Gut, war jetzt nicht unbedingt zum Thema, mußte aber mal gesagt werden. ;-)

Noch eine Frage:
Wie willst du Gewalttaten sonst bezeichnen, wenn nicht als barbarisch?


Sadistisch, grausam, unmenschlich, wir haben viele Worte dafür.

Neid ist nicht positiv, aber eben nur schädlich für den Neidenden. Ein Gebot der Seelenhygiene sozusagen. Und im Gegensatz zur Missgunst kennt er keine Gier sondern gönnt dem anderen die beneidete Qualität und kann sich sogar daran erfreuen.

Die Bibel spricht ja auch von Begehren, also Gier, Bestandteil der Missgunst und nicht des Neides.

Stolz kann übrigens auch sehr unterschiedlich interpretiert werden. Aber das ist eine andere Geschichte.

Viele Grüße
Barbara
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#164583 - 16/01/2018 14:48 Re: 12 Yennayer 2952 / Das neue Jahr der Imazighen [Re: whatshername61]
Beldia Offline
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Original geschrieben von: whatshername61
Antwort auf:
Und frage mich immer, wie Zigeunerschnitzel jetzt heißt. wink.

Paprikaschnitzel, Schnitzel Balkanart...


Hat das Original nicht Pilze bei? Bei Paprikaschnitzel sieht mein inneres Auge ganz was anderes. Da es nicht Bestandteil meines Speiseplans ist habe ich da nicht so das Fachwissen wink

Viele Grüße
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#164584 - 16/01/2018 18:00 Re: 12 Yennayer 2952 / Das neue Jahr der Imazighen [Re: Beldia]
whatshername61 Offline
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Hey Barbara,

eindeutig gehören Paprika rein. Dein inneres Auge irrt. Wenn ich mich recht erinnere, ist das ein typisch ungarisches Rezept. Und Ungarn ohne Paprika ist wie ne Tagine ohne Fleisch. Sorry, ich hab mir am WE eine Staffel H4 TV reingezogen: Das perfekt Dinner in Marrakesch
Bei Helga gabs kein Fleisch lachen1

Das ist so ein klassisches Rezept :
1 rote & gelbe Paprika
2 Zwiebeln
2 Kalbsschnitzel
1 Mehl, Salz, Pfeffer, Rosenpaprika, Paniermehl
1 Ei
2 TL Tomatenmark
½ Tasse Brühe
1 Dose Geschälte Tomaten
1 rote & gelbe Paprika
2 Zwiebeln
2 Kalbsschnitzel
1 Mehl, Salz, Pfeffer, Rosenpaprika, Paniermehl
1 Ei
2 TL Tomatenmark
½ Tasse Brühe
1 Dose geschälte Tomaten
1 Schuss Zitronensaft
1 Schuss Olivenöl

Also durchaus auch für Halalküche geeignet. Ich selbst mag lieber die Varianten mit Pilzen. Dann sind es aber eben Pilzcremesaucen o.ä.




Original geschrieben von: beldia
Neid ist nicht positiv, aber eben nur schädlich für den Neidenden.

Herr Duden sagt dazu: "Empfindung, Haltung, bei der jemand einem anderen dessen Besitz oder Erfolg nicht gönnt und selbst haben möchte." und "Synonyme zu Neid: Eifersucht, Missgunst, Übelwollen; (veraltend) Scheelsucht; (veraltet) Abgunst, Emulation.

Das ist die Frage gewesen, man kann jemandem neidlos etwas gönnen und das Interesse bekunden, es für sich auch als positiv zu empfinden. Also: "Neid ohne Missgunst" Es geht ja eben nicht um Neid, sondern um eine tolle Sache, Eigenschaft, Idee..., die man jemandem von Herzen gönnt, für sich selbst ebenso in Betracht zieht, ohne es dem anderen zu missgönnen. Neid kann durchaus zu Schädlichkeiten gegenüber einer Person führen.

Katrin


PS: Ich habe hier noch was zum Thema schlechte Straßen: Scheint wohl nicht so selten zu sein.


Bearbeitet von whatshername61 (16/01/2018 18:43)
Bearbeitungsgrund: Gefährliche Straßen
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#164586 - 17/01/2018 03:04 Re: 12 Yennayer 2952 / Das neue Jahr der Imazighen [Re: whatshername61]
Maria2511 Offline
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Original geschrieben von: whatshername61
Und Ungarn ohne Paprika ist wie ne Tagine ohne Fleisch


Der Vergleich hinkt ja ein wenig...Fisch-Tagine ist auch nicht von der Hand zu weisen...frag die Leute an der Küste grin

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#164593 - 17/01/2018 19:49 Re: 12 Yennayer 2952 / Das neue Jahr der Imazighen [Re: Maria2511]
whatshername61 Offline
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Antwort auf:
Der Vergleich hinkt ja ein wenig...Fisch-Tagine ist auch nicht von der Hand zu weisen...frag die Leute an der Küste grin


Tajine ist kein Gericht, sondern eine Zubereitungsart. Damit kannst du natürlich alles da hinein packen, was du willst.
Wenn du allerdings meinen Beitrag richtig gelesen hättest, hattest du ev. gemerkt, dass das ein Hinweis auf die eingebetteten Links waren, in denen man sehen kann, wie Marokkaner reagieren, wenn eine vegetarische Tierschützerin in Marokko versucht marokkanisch zu kochen. Also erst mal selbst unfehlbar sein, ehe man andere belehrt. grin

Danke trotzdem für den Hinweis, damit gibst du mir die Gelegenheit, spätere Leser auf die Inhalte dieser Links hinzuweisen, die ja nur temporär beim Anbieter eingestellt sind.

Bilal, wäre was für dich, die schnippelt an deinen Landsleuten rum.





Bearbeitet von whatshername61 (17/01/2018 20:25)
Bearbeitungsgrund: Bäumchen, Bäumchen...
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#164594 - 17/01/2018 20:05 Re: 12 Yennayer 2952 / Das neue Jahr der Imazighen [Re: Bilal_Khatabio]
whatshername61 Offline
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Original geschrieben von: Bilal
Original geschrieben von: whn
Ich denke, das Brücken bauen nie einfach ist. Schlussendlich geht es ja um meist sehr festgefahrene Widersprüche. Du bist ein Brückenbauer:
Nein ich bin kein Brückenbauer. Ich setzt mich mit keinem mit dem Grund dahin um ihn irgendwelche Vorurteile gegen meine Person oder der meinen auszureden. Bist du gut zu mir bin ich gut zu dir fertig. Suchst du Streit dem sage ich da ist die Wand und Hau deinen Kopf dagegen und dabei ist es mir Völlig egal ob er Grün Blau Rot Schwarz oder weiß ist


Okay, dann eben eine Grundsatzdiskussion: Brückenbauer sind Menschen, die auf andere zugehen; ihnen helfen, wenn sie Hilfe brauchen; die ehrlich und zuverlässig sind. Sie dürfen durchaus auch streiten und den Kopf an die... (Mal ehrlich, wann warst du das letzte Mal in eine Schlägerei verwickelt? Böse gucken zählt nicht. Die Frage ist nur rhetorisch, da war schon mal was mit `nem Schaf... lachen5 )

Keine Brückenbauer sind Menschen, die sich nach vorn als Helfer und Freund ausgeben und hinter dem Rücken falsche Fuffziger sind.

Im Prinzip ist es mir egal, für was du dich hältst oder für was du mich hältst. Ich darf meine eigene Meinung haben und lasse mich vom Gegenteil überzeugen, wenn du schlagende Argumente hast.

Du darfst das gern tun und heimlich über pn über mich herziehen. Ich kann dir ein paar Leute sagen, die an realen und unrealen Informationen über mich interessiert sind.

Jetzt hör auf zu schmollen. Davon kriegt man Falten und die machen alt. hammer
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#164596 - 17/01/2018 22:22 Re: 12 Yennayer 2952 / Das neue Jahr der Imazighen [Re: whatshername61]
Bilal_Khatabio Offline
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Original geschrieben von: whatshername61

Okay, dann eben eine Grundsatzdiskussion: Brückenbauer sind Menschen, die auf andere zugehen; ihnen helfen, wenn sie Hilfe brauchen; die ehrlich und zuverlässig sind. Sie dürfen durchaus auch streiten und den Kopf an die...


Sorry das sind alles Menschliche Eigenschaften die jeder Mensch zumindest in sich tragen sollte und bedarf keiner Diskussion.
Dafür muß man kein Brückenbauer sein sondern schlicht und einfach Mensch. Fakt ist ich werde mich nie mit jemanden an einem Tisch setzen mit dem Ziel um ihn irgendwelche Vorurteile gegen mich oder der meinen abzubauen. Ich brauch mir keine Existenzgenehmigung von irgend jemanden einholen.

Original geschrieben von: whatshername61
Du darfst das gern tun und heimlich über pn über mich herziehen. Ich kann dir ein paar Leute sagen, die an realen und unrealen Informationen über mich interessiert sind.


Sag mal was soll das jetzt? Hälst du mich für ein Weib oder liegt das an deiner DDR Vergangenheit das du dich von Feinden umzingelt fühlst? Ich hab noch nie hinterrücks über jemandem Geschrieben und schon gar nicht über dich. Hab hier auch sogut wie mit niemandem Kontakt. Entweder du Lügst und willst mich in irgendwas Verwickeln oder jemand anderes hat dich angelogen und derjenige sollte mir das hier posten und mich der Lüge überführen. Und solange du das nicht tust mich oder denjenigen bloßzustellen solange will ich mit dir nichts zutun haben.

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