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Diskriminierung an den deutschen Schulen #151061
03/11/2013 11:12
03/11/2013 11:12
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Marokko
Kenipub Offline OP
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Kenipub  Offline OP
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Marokko
Jeder vierte Student oder Schüler mit Migrationshintergrund diskriminiert werden. Zu dieser Begründung kommt das Bundesamt gegen Diskriminierung in einem Bericht. Auch Homosexuell Studenten sind diskriminiert.
Nach einem Bericht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes wird jeder vierte Immigrantenschüler oder -Studenten diskriminiert. Sechs Prozent der Befragten waren Behinderten, die auch, geächtet oder gemobbt worden. Homosexuelle Schüler sind auch getroffen, sie fühlen sich diskriminiert und beleidigt.
So sind die Beziehung Schüler -Lehrer nicht gut bei den genannten Gruppen. Das belastet ihre Eltern, die schon Schwierigkeiten ihre Kindern zu schulen.
Problematisch sei, dass eine Diskriminierung oft schwer nachzuweisen ist. Und noch die Diskriminierung betrifft die alle drei Gruppen (Schüler, Studenten und Homosexuelle Schüler) auch später auf dem Arbeitsmarkt. Das heißt Keine Chancengleichheit.
Als ich diesen Bericht las, wird man erstaunt, dass die Politiker und einige Vereine über Integration und eine Multi Gesellschaft sprechen. Ich glaube, wenn in Deutschland so fortgesetzt wird, die Rede von einer Multigesellschaft muss man sie abträumen!!
Was halt ihr über das Thema?
https://www.alumniportal-deutschland.org

Re: Diskriminierung an den deutschen Schulen [Re: Kenipub] #151069
03/11/2013 22:06
03/11/2013 22:06
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Errachidia, Marokko
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Thomas Friedrich Offline
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Thomas Friedrich  Offline
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Errachidia, Marokko
Mich würde interessieren, wie stark die gleichen Minderheiten in Marokko diskriminiert werden.
Mir ist öfters zu Ohren gekommen, dass die Kinder von hier lebenden Europäern die mit Marokkanern verheiratet sind, mancherorts von Mitschülern als "Bastarde" beschimpft werden.
Ich könnte mir auch vorstellen, dass Homosexuelle hier einen weniger angenehmeren Standpunkt haben als in Europa.
Auch höre ich öfters das Wort "Jude" als Schimpfwort.
Hat das maghrebische Amt gegen Diskriminierung dazu schon einen Bericht?


Beste Grüße
Thomas

In Marokko ist alles möglich nur nichts schnell.


Weitere Informationen über meine Aktivitäten:

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Re: Diskriminierung an den deutschen Schulen [Re: Thomas Friedrich] #151075
05/11/2013 11:55
05/11/2013 11:55
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Wadi235 Offline
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Wadi235  Offline
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Schweden
Rassismus in Marokko: Schwarze fürchten Angriffe
Ein Tag der Trauer für die senegalesische Gemeinde in Marokko. Am 12. August wird ein 31-Jähriger aus ihrer Mitte am Busbahnhof der marokkanischen Hauptstadt Rabat erstochen. Motiv ist laut Ermittlern ein Streit mit einem Einheimischen um einen Sitzplatz. Das Verbrechen sehen viele als Zeichen für den wachsenden Rassismus in Marokko. Schwarze Einwanderer fühlen sich auf einmal bedroht.

Aus:RP-Online


Re: Diskriminierung an den deutschen Schulen [Re: Wadi235] #151078
05/11/2013 20:36
05/11/2013 20:36
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JasminH Offline

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JasminH  Offline

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Hallo,

also ich frage mich, warum eigentlich auf ein Beitrag über rassistische und andere Diskriminierungsformen in Deutschlands Schulen, plötzlich über Rassismus und Diskriminierung in Marokko gesprochen, anstatt über die zur Diskussion gestellte Problematik der Diskriminierung in Deutschlands Schulen? Was soll mit der Ablenkung des Blicks von Deutschland weg, hin zu Marokko bewirkt werden? Die Ansicht, dass Rassismus und Diskriminierung von Minderheiten für eine Diskussion und Thematisierung nicht relevant genug ist, da es ja auch andernorts Rassismus und Minderheitenfeindlichkeit gibt und somit auch ein Stück "normal" sei? Oder ein bloßes Wegschauen und Ablenken von einem deutschen, sowie allgemein europäischen Problem?

Diese Tage formieren sich verstärkt radikale rechts-nationalistische Gruppierungen in ganz Europa, wobei diese "nur" die extreme und offensichtliche Spitze des Eisberges darstellen. Diskriminierungen durchziehen tief und strukturell Gesellschaft und Alltag.
Dass Minderheiten, insbesondere Minderheiten mit Migrationshintergrund, im Schulsystem (sowie in anderen Bereichen) strukturell diskriminiert, schlechtergestellt und ausgegrenzt werden, ist eine nachgewiesene Realität in europäischen "nationalkulturellen" Gesellschaften. Wenn man dann auf einen Thematisierungsversuch dieser Problematik damit antwortet dass man den Blick umkehrt und stattdessen lieber über angebliche Missstände in Marokko debattiert, dann bedeutet das auch, ein Problem zu verkennen und abzulenken von eigenen gesellschaftlichen Missständen.

Jasmin

Re: Diskriminierung an den deutschen Schulen [Re: JasminH] #151079
05/11/2013 21:38
05/11/2013 21:38
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Chadidscha Offline
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Chadidscha  Offline
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Das kennt man doch. So reagieren Kinder, wenn sie bei etwas erwischt werden, das sie nicht tun durften:

" cry ich nicht, er aber auch..."

Es liebs Grüessli
Chadidscha

Re: Diskriminierung an den deutschen Schulen [Re: JasminH] #151080
05/11/2013 21:55
05/11/2013 21:55
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Thomas Friedrich Offline
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Liebe Jasmin,

dass DU voreingenommen bist zeigst Du deutlich mit Deiner Aussage "...über angebliche Missstände in Marokko..".
Wer sich halbwegs in Marokko auskennt der weiss, dass dies keine angeblichen sondern tatsächliche Missstände in Marokko sind.

Auch Deine Frage warum ich von Missständen in Deutschland auf Missstände in Marokko gekommen bin möchte ich Dir beantworten:

1) Weil dies ein Marokko.- und kein Deutschlandforum ist

2) Weil ich die genannten Dinge in Marokko für stärker verbreitet als in Deutschland halte.

Wer anderer oder gleicher Meinung ist kann gerne in die Diskussion einschwenken und von seinen Erfahrungen oder Nichterfahrungen berichten aber er/sie sollte Beschimpfungen und persönliche Angriffe gegen Personen die andere Erfahrungen gemacht haben unterlassen.

Bevor wieder Schreie losgehen, dass ich "die" Marokkaner schlecht machen würde sage ich es ganz deutlich: Die große Mehrheit der Marokkaner ist gastfreundlich und nicht rassistisch!


Last edited by Thomas Friedrich; 05/11/2013 22:00.

Beste Grüße
Thomas

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Re: Diskriminierung an den deutschen Schulen [Re: Thomas Friedrich] #151081
05/11/2013 22:34
05/11/2013 22:34
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JasminH Offline

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JasminH  Offline

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Antwort auf:
Wer anderer oder gleicher Meinung ist kann gerne in die Diskussion einschwenken und von seinen Erfahrungen oder Nichterfahrungen berichten aber er/sie sollte Beschimpfungen und persönliche Angriffe gegen Personen die andere Erfahrungen gemacht haben unterlassen.


Wo habe ich bitteschön "Beschimpfungen und persönliche Angriffe" getätigt? Ich habe meine Gedanken zu der Diskussion dargelegt, nämlich, dass man nicht den Blick abwenden sollte, wenn soetwas thematisiert wird und das wird meiner Meinung nach gemacht, wenn man bei obengenannten Thema über Marokko anstelle von DE spricht. Das war keine Beschimpfung, sondern lediglich meine Meinung - und damit auch meine Art und Weise mich in die Diskussion einzubringen.

Etwas mehr Sachlichkeit wäre nicht schlecht...

Re: Diskriminierung an den deutschen Schulen [Re: Chadidscha] #151082
05/11/2013 22:41
05/11/2013 22:41
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JasminH Offline

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" ich nicht, er aber auch..."


ja genau, eine Rechtfertigung bzw. Verharmlosung indem darauf verwiesen wird, dass ja die anderen auch nicht besser seien...

Wobei ich ja stark bezweifle, dass in Marokko rassistische Diskriminierung und Angriffe gleich stark verbreitet sind wie in Europa!

LG, Jasmin

Re: Diskriminierung an den deutschen Schulen [Re: Kenipub] #151085
06/11/2013 01:13
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ich kann die Einschätzung, dass es in Marokko ebensolchen oder gar stärkeren Rassismus, als in Deutschland gebe überhaupt nicht teilen!
Meine Kinder sind in Marokko gross geworden und zur Schule gegangen. Sie wurden nie diskriminiert oder gar als Bastarde bezeichnet. Habe meinen Sohn extra noch mal befragt!
Er wird manchmal der Deutsche genannt, aber eher mit Bewunderung oder als eine Art Spitzname.
Im Gegenteil haben meine Kinder und ich sehr häufig eine bevorzugte Behandlung aufgrund unseres 'Anderssein' erfahren. Die meisten Marokkaner sind doch neugierig auf alles Fremde und empfangen uns mit Herzlichkeit und Interesse!
In Deutschland haben meine Kinder es da schon eher schwer, wenn sie als 'Ausländer' eingestuft werden, trotz akzentfreiem Deutsch. Das passiert gelegentlich wegen der fremden Namen oder weil sie untereinander auch mal arabisch sprechen. Wenn sie hingegen in Marokko miteinander deutsch reden ist das nie ein Problem.
Ich denke auch, dass es Rassismus überall gibt, aber hier in Marokko ganz sicher deutlich weniger, als in Deutschland oder anderen europäischen Ländern!

Re: Diskriminierung an den deutschen Schulen [Re: JasminH] #151087
06/11/2013 06:59
06/11/2013 06:59
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Thomas Friedrich Offline
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Hallo Jasmin,

ich habe nicht Dich der Beschimpfungen bezichtigt sondern darum gebeten, dass alle die künftig an dieser Diskussion teilnehmen, sachlich bleiben sollten.


@Bhaloulia,

danke für Deine Erfahrungen.
Es freut mich und bestätogt meine persönliche Meinung hier im Lande. Aber, wie gesagt, ich weiss auch von anderem.
Erst gestern bekam ich mit, wie weiße sich abwertend über einen schwarzen Marokkaner aufgrund dessen Hautfarbe äußerten.
Das ist natürlich nicht die Mehrheit aber denoch existend.


Beste Grüße
Thomas

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Re: Diskriminierung an den deutschen Schulen [Re: Thomas Friedrich] #151088
06/11/2013 09:27
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AUFKLÄRUNG ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.
Immanuel Kant
Berlinische Monatsschrift. Dezember-Heft 1784. S. 481-494


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Re: Diskriminierung an den deutschen Schulen [Re: whatshername61] #151090
06/11/2013 13:15
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Erst gestern bekam ich mit, wie weiße sich abwertend über einen schwarzen Marokkaner aufgrund dessen Hautfarbe äußerten.

Die Hautfarbe innerhalb der marokkanischen Bevölkerung ist gemischt von schwarz bis hellbraun. Wenn da über jemand abwertend geredet wird, berechtigt oder nicht berechtigt, dann spielt die Hautfarbe kaum eine Rolle, und ist eher ein Hinweis zur Person.
Rassismus wie in Europa (wegen der Hautfarbe) habe ich in Marokko noch nicht erlebt.

Re: Diskriminierung an den deutschen Schulen [Re: hansi450] #151093
06/11/2013 13:52
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"...Hinweis zur Person." Das bringt mich auf was, worüber ich neulich nachgedacht habe. Neulich war ich an einem Samstag als erste an der Moschee zum Unterricht. Ich war zwar total unpünktlich, aber Marokkaner-innen sind da unschlagbar, also war ich die erste grin. Etwas später kam dann eine dazu und meinte, sie hätte ewig vor dem Tor gestanden, wie ich denn reingekommen sei.
- Der Mann von K. hat mich gesehen und mir aufgemacht.
-El morenito? (= der dunkelhäutige)
Meine Gedanken dazu: Ich weiß, dass diese Schwester nichts gegen ihn hat und ihm gegenüber sicher nicht absichtlich rassistisch sein wollte. Im Islam sind alle gleich usw. ...
Aber warum muss sie ihn überhaupt über seine Hautfarbe identifizieren? K. hat nur einen Mann. Der arbeitet als Sicherheitspersonal und hat den Schlüssel und jeder weiß das. Also keine Verwechslungsgefahr mit irgendjemand anderem.
Ich habe kein Problem damit, jemanden über seine Hautfarbe zu identifizieren, wenn es in der Situation nötig ist. Z.B. es gibt zwei Mitarbeiter mit gleichem Namen, die Nachnamen weiß ich nicht, aber der eine ist schwarz und der andere weiß. Wenn ich dann einen von denen sprechen will, kann ich der schwarze oder weiße sagen und sehe dann darin auch keine Spur von Rassismus. Genauso als wenn ich sagen würde der blonde oder der große...
Aber wenn eben keine Verwechslungsgefahr gegeben ist, warum muss man dann auf die Hautfarbe hinweisen? Das ist doch schon unbewusster Rassismus... oder nicht? Wo fängt das an?

Die Bezeichnung "morenito" war dabei übrigens ein Versuch, das so politisch korrekt wie möglich zu tun. Der Mann von K. ist nämlich nicht "morenito" (wie die Mehrheit aller Spanier und Marokkaner) sondern kohlrabenschwarz.
"Morenito" ist jetzt das neue (m.E. blödsinnige) Wort unter spanischsprechenden Marokkanern, um nicht Negro oder Africano zu sagen. Von gebürtigen Spaniern habe ich das bis jetzt noch nicht gehört.
Gäbe es keinen Rassismus, müsste man auch nicht dauernd nach neuen Wörten suchen, wie man Menschen anderer Hautfarbe denn politisch korrekt(er) bezeichnen kann. Dann könnte man genauso Schwarzer wie Blonder oder Rothaariger sein.


LG
Re: Diskriminierung an den deutschen Schulen [Re: whatshername61] #151094
06/11/2013 14:05
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Kenipub Offline OP
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Das wusste ich nicht, dass nur die Themen über Marokko in diesem Forum diskutiert werden. Es wurde immer in diesem Forum über Marokko und Deutschland geredet. Da wir auf Deutsch diskutieren, ist ganz normal, das wird immer die beiden Kulturen vergleichen.
Die Diskriminierung der Minderheiten in Marokko, das gibt es auch und wenn ich einen Bericht über Diskriminierung an den marokkanischen Schulen hätte, würde ich auch veröffentlichen.

Re: Diskriminierung an den deutschen Schulen [Re: 21merlina] #151101
07/11/2013 04:01
07/11/2013 04:01
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Es ist oft leichter eine Person per Hautfarbe zu beschreiben, wenn sie sehr hell oder sehr dunkel ist, weil das Merkmal die ganze Gestalt betrifft. Man muss nicht lange nach Einzelheiten suchen, wie beispielsweise eine breite Nase, oder dicke Lippen usw.

In meiner Nachbarschaft (in Marokko) bezeichnen die Leute einen Ladenbesitzer/Marokkaner als „Chinesen“ , weil seine Augen anscheinend eine Ähnlichkeit mit denen der Chinesen haben. Er bekam diesen Spitznamen und niemand denkt dabei an Diskriminierung oder Existenzberechtigung.
Es ist ein Spaß, und der Betroffene ist auch nicht beleidigt.
Ich selbst könnte ihn allerdings auf Grund dieses angeblichen Augenmerkmals nicht identifizieren.
Das kommt wohl auf die Wahrnehmung jedes Einzelnen an.

Von Rassismus wie in Deutschland, mit den Auswüchsen in Solingen, Rostock usw. oder den Pogromen aus der Neonaziszene, habe ich in Marokko noch nichts gesehen oder gehört.

Re: Diskriminierung an den deutschen Schulen [Re: whatshername61] #151103
07/11/2013 12:11
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Süd-Baden
Blandina Offline
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Hallo zusammen,

ehrlichgesagt bin ich ein bisschen schockiert über die Antworten hier.
Sind die 10 NSU Toten schon vergessen? Der Algerier der vor gut 10 Jahren in den Tod gehetzt wurde,die allwöchentlichen Aufmärsche der NPD, all die Anonymen die schon Schläge von den Rechten einkassiert haben?
Und, und, und ...... all das ungenannte Leid das sich hier in D abspielt?
O.k das hat jetzt direkt nichts mit Schulen oder Unis zu tun, aber es dürfte doch wohl logisch sein, dass wenn im Alltag die Diskriminierung auftaucht, sie auch an den Schulen und Unis zu finden ist.
Also meine Tochter ist noch in der Grundschule. Sie selber hat anscheinend noch nichts abbekommen. Leider ist es eher so, dass sie diskriminiert.Sie hat ein deutsch-türkisches Mädchen in der Klasse, welche erst vor einem Jahr nach D gezogen ist, und ein bisschen Schwierigkeiten mit den Artikeln hat. Diese empfindet sie deshalb als komisch und will sie nicht zur Freundin.
Von den Lehrern wird das Mädchen auch nicht unterstützt und extra Förderunterricht gibt es heute nicht mehr.
Zu meiner Schulzeit gab es 2x in der Woche zur 1. Stunde Förderunterricht für schwächere Schüler. 1x Deutsch und 1x Mathe. Musste da selber hin, weil ich beim translaten meines Alemannischs etwas schwach war.
Nun ja, ansonsten hab ich von den fortführenden Schulen gehört, dass es rassistische Diskriminierungen gibt.
In allen sozialen Schichten gibt es inzwischen bekennende Rassisten, gerade unter Jugendlichen.
Was ich aber auch noch als Problem sehe, sind die gestiegenen Kosten für ein Studium. Wer ohne zusätzliche Unterstützung studieren möchte, muss kämpfen. Kann jede freie Minute jobben gehen, und hat somit fast keine Möglichkeit sich mit anderen zu treffen oder feiern zu gehen. Dadurch wird man schon zum Aussenseiter. Und Aussenseiter haben es schwerer.
Interessanten Beitrag gab es Anfang Oktober bei Cosmo TV über den Talentscout Suat Yilmoz der in NRW an Schulen nach Schülern sucht, die Unterstützung brauchen.

Hier ein Link zur Sendung:
http://www.wdr.de/wissen/wdr_wissen/programmtipps/fernsehen/13/09/30_2245_e.php5

Link direkt zur Talentförderung NRW
http://meinetalentförderung.de/startseite.html


Ansonsten...
Viele Grüsse


give peace a chance.

Re: Diskriminierung an den deutschen Schulen [Re: Blandina] #151106
07/11/2013 15:01
07/11/2013 15:01
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JasminH Offline

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JasminH  Offline

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Hallo Blandina,

sicherlich hast du damit recht, dass all zu oft und zu schnell extreme rassistische Angriffe in Vergessenheit geraten und oft auch nicht genug Aufmerksamkeit bekommen. Was aber noch weniger Aufmerksamkeit bekommt, ja gar unsichtbar häufig bleibt, ist ein Rassismus, der von den meisten nicht einmal wahrgenommen wird und eben alle möglichen Bereiche durchzieht, von Alltag über Schule bis hin zur Arbeit etc. Das Gefährliche, wenn man "nur" von den extremen rassistischen Auswüchsen spricht, ist, dass all die anderen Formen unsichtbar bleiben. Rassistische Ausgrenzungen und Diskriminierungen geschehen ja auch oft subtil, unbewusst und nicht unbedingt immer böswillig. Das Beispiel, das Merlina gebracht hat, zeigt gut, wo Rassismus schon beginnt. Warum wird die Farbe der Haut explizit benannt, wenn doch jeder weiß, um welchen Mann es sich handelt? Oder warum muss man hinzufügen, dass der unfreundliche Kunde in einem Geschäft ein Türke war, während ja auch von Deutschen nicht das Deutsch-Sein erwähnt wird? Das sind alles ausgrenzende Praktiken, die häufig gar nicht intentional erfolgen. Wichtig ist, eben nicht nur den Blick auf die extremen, offensichtlichen Formen von Rassismus zu lenken, sondern auch auf die, die uns gar nicht so bewusst sind, wozu auch gehört, sich selbst hinsichtlich rassistischer Blindflecken zu hinterfragen.

Du sagst, dass deine Tochter selbst diskriminiert, weil sie mit einem türkischen Mädchen nichts zu tun habe möchte, da diese nicht so gut deutsch spricht und appelierst an einen Förderunterricht, um solche "Defizite", wie die dieses türkischen Mädchens zu beheben. Meiner Meinung nach wäre an der Stelle eher angebracht, zu hinterfragen, warum überhaupt schon Kinder damit beginnen, andere auszugrenzen aufgrund deren Andersartigkeit? Förderunterricht ist m.E. kein Mittel, um Diskriminierung und Ausgrenzung von Kindern mit Migrationshintergrund zu beseitigen. Im Gegenteil, der extra Förderunterricht an und für sich kann schon eine ausgrenzende Praxis darstellen. Diskriminierungen in den Schulen geschehen strukturell und werden nicht nur von Lehrpersonen und Mitschülern direkt ausgeübt sondern sind auch in heimlichen Lehrplänen versteckt. Da werden dann zum Beispiel Kinder mit Migrationshintergrund nicht an weiterführende Schulen vermittelt, obwohl sie super Noten haben, weil es heisst, dass das Deutsch mangelhaft wäre, während ein deutscher Schüler ebenfalls seine Probleme haben kann in dem Fach Deutsch, aber darin kein Hindernis gesehen wird, um eine weiterführende Schule zu besuchen. Häufig werden Kinder sogar überhaupt in Sonderschulen gesteckt, weil sie Probleme mit der deutschen Sprache haben! Das ist der absolute Wahnsinn: Kinder werden als lernbehindert eingestuft, nur weil sie Probleme mit der deutschen Grammatik und Rechtschreibung haben! Da stellt sich schon die Frage, warum überhaupt das Deutsche solch eine Hegemonialität erhebt!? Wobei ein großer Unterschied besteht, ob eine Brite, Franzose oder Italiener oder eine Türke, Araber oder Bosnier einen ausländischen Akzent hat bzw. gewisse sprachliche Fehler macht: bei den einen wird es eher akzeptiert als bei den anderen. Auch in den Schulen wird das eine eher als Vorteil betrachtet, während das andere als Defizit und als störend betrachtet wird.

Rassistisches Denken ist tief verwurzelt in der europäischen Gesellschaft und durchzieht alle möglichen Lebensbereiche. Extreme rassistische Gewalttaten sind nur die Spitze dieser rassistischen Gesellschaft, der Blick muss aber auch auf alle anderen Formen von rassistischer Diskriminierung und Ausgrenzung gerichtet werden, auch auf diese, die gar nicht so offensichtlich und oft unbeabsichtigt sind. Wenn andauernd "nur" über extreme Auswüchse geredet wird, verschwinden alle anderen Formen dahinter.

LG, Jasmin

Re: Diskriminierung an den deutschen Schulen [Re: JasminH] #151108
07/11/2013 17:51
07/11/2013 17:51
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Thomas Friedrich Offline
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Errachidia, Marokko
@Jasmin,

Antwort auf:
Rassistisches Denken ist tief verwurzelt in der europäischen Gesellschaft....


Nicht nur in der europäischen Gesellschaft!


Beste Grüße
Thomas

In Marokko ist alles möglich nur nichts schnell.


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Re: Diskriminierung an den deutschen Schulen [Re: Thomas Friedrich] #151109
07/11/2013 18:23
07/11/2013 18:23
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JasminH Offline

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Austria
Antwort auf:
Nicht nur in der europäischen Gesellschaft!


Stimmt - auch in der US-amerikanischen!
Andere Gesellschaften kann man wohl kaum bezüglich Rassismus mit Europa und den USA vergleichen, obwohl auch hier zwischen beiden gewisse Unterschiede (bezüglich Wurzeln und Facetten) bestehen...

Schaut mal wieder nach einem "aber die anderen ja auch.." Argument aus...

Last edited by Jasmin Hauser; 07/11/2013 18:26.
Re: Diskriminierung an den deutschen Schulen [Re: JasminH] #151110
07/11/2013 18:48
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Blandina Offline
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Süd-Baden

Hallo Jasmin,

ich stimme Dir voll zu, dass der "einfache" Rassismus auf gar keinen Fall verharmlost werden darf.
Im Gegenteil, wenn wir dort anfangen etwas zu tun, dann fallen die "Extremtaten" wieder mehr ins Gewicht.
Es war nur, dass so gar nicht über die schlimmen Dinge gesprochen wurde. Es schien so als ginge es nur darum, wer wem was zurück unterschieben konnte.

Ansonsten denke ich, dass Rassismus jedem Mensch irgendwie in die Wiege gelegt wurde. Denke es ist ein alter Überlebenstrieb. Der eigene Clan ist einem näher als die Anderen. Und im Falle eines Konflikts, ist halt der Andere fällig.
Zum ersten Mal hat sich das geändert als der Beruf des "Söldners" erfunden wurde, aber um Krieg ging es ja immer noch.
Seit Flower Power möchte man eigentlich keinen Krieg mehr, lieber Brothers in Arms.
Aber dazu benötigt es neue Regeln. Und die sind noch gar nicht ausgereift, was dann natürlich Ängste schürt und Konfliktpotential in sich birgt.

Bei den Grundschulkindern denke ich hat es noch mit der Entwicklung zu tun. Es ist eine Phase in der die Kinder den Wunsch haben, gleich wie die Anderen zu sein. Und alles was nicht ist wie die Mehrheit, wird erstmal misstrauisch begutachtet.
Da kommen natürlich die Eltern mit ins Spiel, die die Kinder positiv beeinflussen sollten. Habe ich getan, und war dann auch kein Problem mehr. Sie mögen sich, auch wenn sie nicht beste Freundinnen sind.
Aber was macht man mit den Kindern deren Eltern es egal ist, bzw die sich der Situation nicht gewachsen fühlen, aus was für Gründen auch immer?
Und hier spielt der Migrationshintergrund keine Rolle. Es trifft "einheimische" Kinder genauso.
Oft ist schon eine Leistungsschwäche zu erkennen.
Und hier sehe ich den Ursprung des heutigen Rassismus. Diese Kinder fangen an unter Leistungsdruck und Versagensängsten zu leiden, und gruppieren sich.
Deshalb bin ich für einen qualifizierten Förderunterricht.
Natürlich realisiert das der Mainstream der Klasse, aber andererseits hat man da nochmal die Chance, dass die angehenden Gräben wieder aufgefüllt werden.


Was die weiterführenden Schulen angeht, bestimmen heute die Eltern, wo das Kind hingeht. Nicht die Lehrer. Schulempfehlung ist nicht mehr bindend. Glaube seit 2 Jahren. Es ist aber immer mehr ein finanzielles Problem. Darüber bin ich selber schockiert. Die haben sich mit ausserschulischen Aktivitäten (Ausflüge, Theaterbesuche, Schüleraustausch etc) auf ein so hohes Niveau hochgeschraubt, dass man es sich erstmal überlegen muss, ob das eigene Geld ausreicht.
Zumal dann nichts für die familiäre Freizeit oder gar Klamotten übrigbleibt. Hier geht es also um eine allgemein gesellschaftliche Diskriminierung. Ohne Moos nix los.
Doch das verstärkt natürlich den Groll ungerecht behandelt zu werden.
Und das nächste ist, dass es bestimmt Fördermöglichkeiten gibt, die einen unterstützen. Nur die muss man selber ausfindig machen. Allgemeine Informationsblätter gibt es nicht. Wieder eine Hürde die nicht sein müsste.

Insgesamt muss ich sagen, sehe ich die Gründe der Diskriminierung in der Unsicherheit und Unwissenheit der heutigen Gesellschaft. Was vor 20 Jahren noch galt, gibt es heute oft nicht mehr. Wer sich nicht ständig auf dem Laufenden hält geht unter. Und das egal welcher Abstammung er ist. Und hier setzt dann wieder der Überlebensinstinkt ein. Wenn ichs nicht schaff, darfs jener schon gar nicht schaffen.
"Den letzten beissen die Hunde"

Das Einzige was man dagegen tun kann, ist neuen Zusammenhalt schaffen. Natürlich multikulti. Nur es macht keiner für uns.
Wenn wir es selber nicht angehen, tut sich nichts.
Möchte nur mal ein Beispiel aus unserer Gemeinde nennen.
Bei 28 Kindern sind nur 3 von hier. Der Rest ist aus nah und fern zugezogen. Von diesen zugezogenen 25 Elternpaaren sind allerhöchstens 5 öffentlich aktiv. Die anderen 20 wohnen halt hier, aber sieht man fast nicht.
Die Gesellschaft bildet keinen Gegenpol mehr zur "Macht", die dadurch mit uns machen kann was sie will, und vor allem wieder die alten Instinkte fördert.

Jetzt muss ich aber los.... smile

Viele Grüsse


give peace a chance.

Re: Diskriminierung an den deutschen Schulen [Re: JasminH] #151112
07/11/2013 19:26
07/11/2013 19:26
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Nein Jasmin,

nicht nur in Europa und US-Amerika.
Warst Du denn noch nie in Südafrika, Kenia oder anderen afrikanischen Ländern wo schwarze Ethnien gegen andere schwarze kämpfen? Versklavung anderer Völker war eine im afrikansichen Kontinet weit verbreitete Praxis, lange bevor der erste Weiße seinen Fuß auf diesen Kontinet setzte.
Ich konnte vor einigen Jahren hautnah in Südäthiopien erleben, als sich Nour und Annok die Köpfe einschlugen.
In Südamerika werden indogene Völker systematisch unterdrückt(auch untereinander, nicht nur von den Nachfahren der Spanier).

Ich halte es für vorurteilsvoll und einseitig zu glauben, dass es Rassinsmus nur in Europa und US-Amerika gibt.
Den gibt es leider weltweit.

Ein asiatisches Beispiel hatten wir vor einigen Monaten hier im Forum erwähnt:

http://www.hrw.org/de/news/2013/04/22/burma-ethnische-saeuberungen-gegen-rohingya-muslime-beenden

http://1.bp.blogspot.com/-o9x0T-ycfsE/UG...145a6526c_L.jpg


Das hat überhaupt nichts damit zu tun "aber die anderen ja auch" sondern ist eine globalere und umfassendere Beschreibung des Problems.


Last edited by Thomas Friedrich; 07/11/2013 19:30.

Beste Grüße
Thomas

In Marokko ist alles möglich nur nichts schnell.


Weitere Informationen über meine Aktivitäten:

http://lmgtfy.com/?q=thomas+friedrich+marokko
Re: Diskriminierung an den deutschen Schulen [Re: Blandina] #151113
07/11/2013 21:15
07/11/2013 21:15
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Hallo,

Thomas,

ich behaupte nicht, dass ausserhalb von Europa und den USA kein Rassismus existiert, sondern, dass europäischer Rassismus in Ursprung, Geschichtlichkeit, Ausmaß, in seiner Genese ganz anderer, spezifischer Art ist und deshalb nicht mit aussereuropäischen und -amerikanischen Rassismusphänomenen vergleichbar ist!



Blandina,

Antwort auf:
Ansonsten denke ich, dass Rassismus jedem Mensch irgendwie in die Wiege gelegt wurde. Denke es ist ein alter Überlebenstrieb. Der eigene Clan ist einem näher als die Anderen. Und im Falle eines Konflikts, ist halt der Andere fällig.


Das glaub ich nicht, dass Rassismus eine Art quasi natürlicher Überlebenstrieb ist, den der Mensch sozusagen nur als primitiven Instinkt zu überwinden hat. Rassismus ist ein historisch und politisch entwickeltes, vermitteltes und weitergegebenes "Wissen". Der europäische Rassismus hat seine Wurzeln in Imperialismus und Kolonialismus.
Das soll nicht heißen, dass Rassismus keine Rolle bei Ressourcen- und Machtverteilungskämpfen spielt, aber die Rassisierten sind dabei nicht ein zufällig schwächerer Gegner, den man sich aufgrund seiner Schwäche aussucht, Rassismus ist keine natürliche Reaktion bei Austragungskonfliktem, sondern wurde historisch, politisch und gesellschaftlich wie auch wissenschaftlich konstruiert und institutionalisiert, um imperialistische und kolonialistische Interessen durchzusetzen. Dazu wurde auch ein rassistisches "Wissen" aufgebaut, das bis heute durch zahlreiche kulturelle und andere Wissensträger weitervermittelt (aber auch immer wieder transformiert) wurde.

Dass der NS damals greifen konnte, war ja auch nicht einfach eine totale Hirnlosigkeit des Volkes, sondern es lagen ja schon wissenschaftlich ausgereifte Rassentheorien und rassistische Ideologien, die im Kolonialismus entwickelt wurden vor, auf die sich die NS-Ideologie überhaupt erst hat stützen können, der NS war eine Fortsetzung der zahlreichen rassistischen Theorien. Nach 1945 wurde Rassismus öffentlich verpöhnt, aber das rassistische "Wissen", das sich über Jahrhunderte hinweg institutionalisiert hatte, kann natürlich nicht innerhalb weniger Jahrzehnte ausgemerzt werden - es besteht immer noch fort als kollektives Gedächtnis und zeigt sich immer wieder in unterschiedlichen Facetten. Rassismus ist jedenfalls kein Instinkt, sondern eine diskursive wie praktische Ideologie, die ein rassistisches gesellschaftliches Gedächtnis und Kollektiv formiert.

Antwort auf:
Und hier sehe ich den Ursprung des heutigen Rassismus. Diese Kinder fangen an unter Leistungsdruck und Versagensängsten zu leiden, und gruppieren sich.
Deshalb bin ich für einen qualifizierten Förderunterricht.


Das ist meiner Meinung nach der verkehrte Lösungsansatz: die falschen bekommen hier den Förderunterricht - dabei ist es die Mehrheit die, die an sich arbeiten muss. Förderunterricht heisst, dass die anderen sich anstrengen und "anpassen" müssen, während die Mehrheitsgesellschaft alles beim Alten belassen kann. Davon abgesehen wird kein Förderunterricht "Gruppierungen" verhindern können. Diese "Gruppierungen" enstehen durch die ausgrenzenden Mechanismen, die die Gesellschaft praktiziert, und nicht weil jemand nicht gut genug die deutsche Sprache beherrscht.


Antwort auf:
Was die weiterführenden Schulen angeht, bestimmen heute die Eltern, wo das Kind hingeht. Nicht die Lehrer. Schulempfehlung ist nicht mehr bindend. Glaube seit 2 Jahren.


Schulempfehlungen sind zwar nichr bindend, dennoch haben Lehrer immer noch mehr oder weniger indirekt Einfluss auf den schulischen Karriereverlauf von Kindern, zudem spielen noch andere Faktoren mit, die die Entscheidung der Eltern mitbeinflussen oder einschränken. Aber es wird ja nicht nur durch Lehrer als Personen, sondern durch das gesamte Schulsystem mit seinem (heimlichen) Lehrplan Selektion betrieben.


Re: Diskriminierung an den deutschen Schulen [Re: Thomas Friedrich] #151115
08/11/2013 00:46
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Warst Du denn noch nie in Südafrika, Kenia oder anderen afrikanischen Ländern wo schwarze Ethnien gegen andere schwarze kämpfen? Versklavung anderer Völker war eine im afrikansichen Kontinet weit verbreitete Praxis, lange bevor der erste Weiße seinen Fuß auf diesen Kontinet setzte.


Damit willst du doch nicht im Ernst sagen, dass das Rassismusproblem in Südafrika aus einem Konflikt zwischen Schwarzen besteht???

Es geht doch auch gar nicht darum, ob andernorts auch Rassismus besteht - das tut er ja, zwischen ganz vielen unterschiedlichen "Ethnien" in der ganzen Welt. Aber der europ. Rassismus ist ein ganz spezifisches Phänomen, das so mit anderen nicht vergleichbar ist! Wenn dann darüber diskutiert wird, welche Bedeutung das für Minderheiten in einer europ. Gesellschaft hat, und ich verweise und beharre in jedem meiner Postings darauf, dass überall Rassismus gibt, dann ist das eine klare Absage, sich mit dem Problem zu beschäftigen. Das Thema wird ungreifbar und beliebig, dann kann ich nur mehr davon reden, dass es Rassismus überhaupt und überall gibt, aber wo und wie, unter welchen je spezifischen Entstehungskontexten, mit welchen Funktionen und Interessen braucht man dann ja auch nicht mehr diskutieren, wenn einem nicht mehr einfällt als der Schluss, dass es überall Rassismus gibt! Wobei ja auch das Unsichtbarhalten,das untern Teppich Kehren, das Verharmlosen und das Normalisieren, immer auch (sei es bewusst oder unbewusst) eine Bestrebung darstellt, bestehende Ungleichheitsverhältnisse aufrechtzuerhalten, schließlich erfüllen diese ja auch gewisse Zwecke für die ausgrenzende Mehrheit, die an der Macht- und Ressourcenungleichheit mit aller Gewalt festhält.

Re: Diskriminierung an den deutschen Schulen [Re: Blandina] #151117
08/11/2013 01:43
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Es war nur, dass so gar nicht über die schlimmen Dinge gesprochen wurde. Es schien so als ginge es nur darum, wer wem was zurück unterschieben konnte.

Noch ein Beispiel:
Direktor: "Na Peter, buchstabier' doch mal "Papa".
Peter: "P A P A."
Direktor: "Gut, bestanden. Susi, buchstabier' mal 'Mama'."
Susi: "M A M A."
Direktor: "Gut, bestanden. Ali, buchstabier' mal 'Ausländerdiskriminierung' ..."

Re: Diskriminierung an den deutschen Schulen [Re: Thomas Friedrich] #151118
08/11/2013 02:28
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Original geschrieben von: Thomas Friedrich

Auch Deine Frage warum ich von Missständen in Deutschland auf Missstände in Marokko gekommen bin möchte ich Dir beantworten:

1) Weil dies ein Marokko.- und kein Deutschlandforum ist

2) Weil ich die genannten Dinge in Marokko für stärker verbreitet als in Deutschland halte.


@Thomas
Weil dies ein Marokko Forum ist, bedeutet das noch Lange nicht das hier nur über Marokko gesprochen wird. Es wird hier auch über Ägypten und Alaska geschrieben und wer selst ein Thema zu Honululu hatt, kann das hier auch einbringen.
In diesem Forum schreiben auch Marokkaner die in Deutschland Leben. Bildest du dir etwa ein das die keine Stimme als Marokkaner im Forum haben dürfen und du als Deutscher in Marokko schon? Ich Glaube nicht das die Moderatoren des Forums das auch so sehen. Wenn doch dann bin ich und alle anderen Marokkaner die Blut in sich haben fehl am Platz. Das war zu 1.
Zu 2 Was du für irgendwas hälst interessiert zu diesem Thema kein bisschen. Mach gefälligst ein zu Rassismus in Marokko auf oder Schweig.

Original geschrieben von: Thomas Friedrich

Mir ist öfters zu Ohren gekommen, dass die Kinder von hier lebenden Europäern die mit Marokkanern verheiratet sind, mancherorts von Mitschülern als "Bastarde" beschimpft werden.


Wenn du das Thema dann Eröffnet hast dann Schreib auch zugleich das Wort für Bastarde auf Arabisch rein, oder wird in dem Marokkanischen Ort wo du Wohnst Deutsch gesprochen?

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