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Salat/Gebet am Arbeitsplatz #34568
03/05/2004 22:52
03/05/2004 22:52
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Omar O. Offline OP
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Omar O.  Offline OP
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Salam

Nun, nachdem die Suchmaschine nichts wiedergegeben hat werde ich halt einen Thread erstellen.

Meine Frage lautet:
Wie geht ihr mit dem Gebet am Arbeitsplatz um?
Habt ihr die Möglichkeit in Ruhe zu beten?
Wie gehen eure Arbeitgeber damit um?
Hattet ihr auch schon Probleme deswegen?
Langer Arbeitsweg, Termine, Meetings, etc. mangelnde Flexibilität in der Terminplanung?

Was macht ihr für Erfahrungen?

Bin sehr gespannt wie es euch ergeht.

Bereits jetzt meinen herzlichen Dank für eure Erfahrungen und Meinungen.

Natürlich interessiert mich auch wie Nichtmuslime darüber denken.

as salam, oli
\:\)


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Ich bezeuge, dass es kein anderer Gott gibt ausser Gott und dass Muhammad Gottes Gesandter ist.
Re: Salat/Gebet am Arbeitsplatz #34569
04/05/2004 17:18
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Omar O. Offline OP
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Omar O.  Offline OP
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Salam

Hmm, ist es die Frage? Das Thema? Oder bin ich der einzige, der sich darüber mal austauschen möchte? bis gleich ,

wasalam, oli


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Re: Salat/Gebet am Arbeitsplatz #34570
05/05/2004 10:31
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Amira77 Offline
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Amira77  Offline
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Salam,

als ich noch in einem Unternehmen berufstätig war, konnte ich am Arbeitsplatz leider nicht beten - kein Platz und ich war die einzige Muslima dort. Es gab aber eine Moschee in der Nähe alhamdulillah.

Re: Salat/Gebet am Arbeitsplatz #34571
05/05/2004 12:37
05/05/2004 12:37
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Khalilooo Offline
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Salam Oli ,

mir geht s genauso wie Amira. Die Moschee ist 2 min. von mir enfernt 7amdulillah. Deswegen war das bis jetzt kein Problem. Höchstens passe ich meine Mittagspause an das Duhr-Gebet an, was 7amdullah fast immer problemlos geht. kurz vor 3asr, versuch ich meistens Feierabend zu machen. Besser kann ich s mir nicht erträumen .. Aber es ist eher eine Verantwortung neben der Moschee zu sein als ein Privilleg .. (keine Ausreden möglich)

Im Winter wird s dann eng mit Duhr & 3asr. Da man 2 mal den Arbeitsplatz verlassen muss, deswegen mache ich Duhr und 3asr zusammen während der Mi-Pause (Ref. siehe Fiqh assunna) weil sonst vegeht die 3asr-Zeit.

Wenn die Moschee jedoch nicht gleich um s Eck ist, macht Allah sub7ana wa Ta3ala immer einen Ausweg du musst nur kurz suchen (als kleine Prüfung)


wisdom is the lost property of a believer. Whenever he finds it, he takes it
Re: Salat/Gebet am Arbeitsplatz #34572
05/05/2004 15:22
05/05/2004 15:22
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Omar O. Offline OP
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@ Amira77 und Khalilooo

Samalm,
danke euch für eunre Erfahrungen.
Ich habs etwas schwieriger. Langer Arbeitsweg, viel Schmutz auf den Strassen und die einzige Moshee ist recht weit entfernt.
Oft machen mir die gegebenen Termine zu Schaffen.
Aber hamdulillah kann ich meine Arbeitszeit recht flexibel gestalten und habe dann trotzdem ab und zu die Möglichkeit pünktlich zu beten.
Bei ungewollten Verspätungen bete ich in der ersten folgenden Gelegenheit.

In shaallah wird sich das ändern in Marokko \:\)
Aber Khalilooo, du hast recht, es ist jedesmal eine kleine Prüfung.

wasalam, oli


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Re: Salat/Gebet am Arbeitsplatz #34573
05/05/2004 17:36
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pattaya
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pattaya
was brauchen muslime eigentlich in einem unternehmen, um ihrer gebetspflicht nachkommen zu koennen?
je nach groesse der fa evtl eine art konferenzraum?
gibt es einrichtungsvorschriften?
lobozen


speerspitze der aufklaerung \:\)
Re: Salat/Gebet am Arbeitsplatz #34574
05/05/2004 18:49
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Shakir Offline
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das einzige, was muslime benötigen, um in einem unternehmen beten zu können, ist seitens der Gesellschaft ein hinnehmen dieses tuns. leider wird mit einem betenden muslim terror assoziert, was es für viele muslime unmöglich macht, vor den augen der kollegen sein gebet zu verrichten. die big-bosse haben dann natürlich auch angst um den ruf ihrer firma. niemand will terroristen in seinem unternehmen haben.

aber um deine frage genauer zu beantworten:

ein muslim kann überall beten, wo es sauber ist. sprich überall, außer im toilletenraum!

Re: Salat/Gebet am Arbeitsplatz #34575
05/05/2004 19:30
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Omar O. Offline OP
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@ Shakir

Danke dir für deine Offenheit. Leider ist es in der Tat oft so, dass in gewissen Konzernen es nicht gebilligt wird, wenn man das Gebet verrichten möchte.
 Antwort auf:

leider wird mit einem betenden muslim terror assoziert,
Das ist natürlich ein Aspekt der Problematik, weitere eher unterschwellige nehme ich auch wahr.

Erst schauen sie dich überrascht an, dass du Muslim bist "...geht denn das überhaupt, du bist doch kein Araber....bla, bla, bla"
Dann folgt entweder Verständnisslosogkeit oder falsches Mitleid "...oh du armer...usw."
Wer bis dahin ausgeharrt hat, bemerkt dann mit fragendem Blick "..aber du "praktizierst" das doch nicht so intensiv...!"
Schlussendlich gibts noch dier Hardliner, die wollen dir dann sofort klar machen, dass deine Entscheidung ja zwar nicht ihre Sache sei, sie das aber ganz und garnicht gut finden weil....terroristen....taliban....al-Kaida....etc.!

Du merkst dann erst einen Tag später wen du "wirklich" als Freund hast und wer dann verklemmt sagt "ha hallo, gehts?"

Alles harmlos, das einzige was dir echt die Muffe zum sausen bringt sind Repressionen. Davor habe ich wirklich angst und kann/darf leider nicht überall offen zu meiner Religion stehen. Es gibt Leute, bei denen darfst du nicht in Ungnade fallen, sonst bist auf der Strasse! Schade!
Aber mit einen starken Glauben und einem silbrigen streifen am Horizont (Jeah! MAROKKO ) wirds erträglich.
Glücklicherweise ist man nicht immer auf diese Deppen angewiesen. \:\)

Na ja, es ist doch nicht immer einfach, aber ich lasse mich doch nicht beirren - warum auch \:\)

wasalam, oli


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Re: Salat/Gebet am Arbeitsplatz #34576
05/05/2004 19:34
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pattaya
"leider wird mit einem ...."

kleiner polemiker \:\) .
die diskriminierung der muslime scheint wirklich allumfassend zu sein \:\) .
ich war mit dem "problem" gebet im betrieb noch nciht konfrontiert.
kann es nicht sein, dass auch andere faktoren die sache erschweren?
beispielsweise arbeitsablaeufe empfindlich stoeren.
ich denke da auch an lehrer und schueler im unterricht (gibt ja auch ganztagsschulen).
schichtdienst in krankenhaeusern?

ausserdem stelle ich mir es fur den muslim nicht so angenehm vor, sein gebet neben andersglaeubigen zu verrichten, die sich zeitgleich mit ganz anderen dingen beschaeftigen.

danke fuer den rest der antwort \:\) .
ich entnehme ihr, dass ein beliebiger raum (in dem nicht gerade ein kreuz haengt), z.b. ein sogenannter sozialraum, den eh jeder betrieb haben muss, einigermassen angemessen waere.

lobozen


speerspitze der aufklaerung \:\)
Re: Salat/Gebet am Arbeitsplatz #34577
05/05/2004 19:49
05/05/2004 19:49
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Omar O. Offline OP
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Hi Lobozen, salam

Sozialräume wären der Hit! \:\)
Zur Not tuts auch ein Velokeller oder eine Besenkammer!

Zu deiner ergänzenden Frage ob es denn icht auch ander Faktoren gibt, die das Gebet erschweren/verunmöglichen.

Klar, die gibts!
Ich habe das wunderbare Glück meine Arbeit zu erledigen wie ich es für richtig halte. Das ist am Anfang ja ganz nett, aber der workload ist auch nicht gerade gering und die Meilensteine sind pünktlich zu erreichen. Eskalationen, Probleme im Projekt oder banale Dinge wie die blöden "businesslaunches" sind dann schon Störfaktoren, die ich gegenüber meinem Mandanten nicht als Argumente geltend machen kann.

Sicher gibts noch viel mehr Faktoren, das sind einfach die, die ich selber erlebe.

wasalam, oli


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Re: Salat/Gebet am Arbeitsplatz #34578
05/05/2004 22:28
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oli,
deiner antwort entnehme ich, dass, auch wenn niemand boswillig diskriminiert wird, es schwierig ist, seinem gebet in wuerde nachzukommen.
vor allem wohl, wenn betriebsablaeufe sich nicht an muslimischen tagesablaeufen orientieren, weil beispielsweise ein grossteil der mitarbeiter nicht-muslimisch ist.
zu aehnlichen interessenskonflikten wird es auch im ramadan kommen.
lobozen


speerspitze der aufklaerung \:\)
Re: Salat/Gebet am Arbeitsplatz #34579
06/05/2004 00:01
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pattaya
aus dem von shakir reanimierten thread und dem hier entnehme ich, dass folgende probleme geloest werden sollten, wenn man muslimischen mitarbeitern die ausuebung ihrer religioesen pflichten erleichtern will:

- moeglichkeit, gebetszeiten einzuhalten.
- im ramadan eine zeitliche verschiebung der mittagspause
- beachtung der islamischen feiertage.

als potenzieller arbeitgeber des muslims haette ich damit keine probleme, wenn

- die art der taetigkeit individuelle pausenzeiten zulaesst, ohne arbeitsablaeufe und terminplaene zu tangieren oder die nicht-muslimischer mitarbeiter.

- muslimische feiertage entweder als erholungsurlaub genommen werden, oder die moeglichkeit besteht, die arbeitszeit auf (christliche) gesetzliche feiertage zu verlegen.
(z.b. bereitschaftsdienste).

sozialraeume (sogar mit flaechen-angabe pro ma) schreibt der gesetzgeber ohnehin vor, muessen also vorhanden sein.
es spricht nichts dagegen, die fuer gebetszeiten zu reservieren. es gibt ja auch team-gespraeche, supervisionen u.ae., in denen raeume nicht allen ma zur verfuegung stehen.

in cafeterias spezielles essen fuer muslime anzubieten kaeme fuer mich nur dann in frage, wenn sich die kosten dadurch nicht erhoehen.
wenn mein muslimischer ma-anteil sehr klein ist, wird sich das nicht machen lassen.

kopftuch? klar. warum denn nicht. ich stelle einen ma ein, keinen lehrer.


fuer mich persoenlich interessant ist, dass ich mir ohne oli's thema bei einem bewerbungsgespraech darueber keine gedanken gemacht haette, wenn der muslimische interessent nicht von selbst darauf zu sprechen gekommen waere.

sage noch einer, ein forum sein keine quelle der erleuchtung \:\) ).

lobozen


speerspitze der aufklaerung \:\)
Re: Salat/Gebet am Arbeitsplatz #34580
06/05/2004 00:22
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ahh, da faellt mir ein, wir haben ein paar tuerkische mitarbeiterinnen in "geringfuegigen beschaeftigungsverhaeltnissen".
die werden vermutlich muslimas sein, arbeiten aber ausserhalb unserer betriebszeiten.

wann sind denn eigentlich die gebetszeiten genau?

lobozen


speerspitze der aufklaerung \:\)
Re: Salat/Gebet am Arbeitsplatz #34581
06/05/2004 01:02
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Shakir Offline
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lobozen,

als polemiker bin ich hier im forum in bester gesellschaft. ;\) der eine ist ein kleiner und der andere ein großer.

als ich meinen beitrag geschrieben habe, habe ich nicht unbedingt an diskriminierung gedacht. dieses empfinde ich beim kopftuchverbot für muslimische lehrerinnen und beim schächtverbot. das sind aber themen über dich ich nicht diskutiere möchte.

nun habe ich aber darüber nachgedacht, ob muslime aufgrund des 5-maligen betens diskriminiert werden. ich würde es als versteckte und unbewusste diskriminierung beschreiben. indirekt wird der muslim in seiner freiheit sehr wohl eingeschränkt. absicht will ich in dem fall niemandem bestimmtes vorwefen.

aber zu den fakten:

allein der arabische nachname löst bei vielen bossen unbehagen aus. man muss sich immer vor augen führen, dass man sich am telefon mit diesem nachnamen meldet, nicht wahr? das wissen auch die bosse! man wird auch auf kunden losgelassen, die man beraten, fürs unternehmen gewinnen und später mit gutem service an sich binden muss. und angesichts der position, die die islamische religion in der dt. gesellschaft gerade genießt, überlegt man es sich drei mal und noch öfter, ob man dem muslimischen, dunkelhaarigen Typen den job gibt. eine gewisse skepsis und ein gewisses misstrauen wird dir von anfang an entgegen gebracht. man muss sich durchkämpfen und durchbeißen, manchmal auch einiges schlucken und sich bei der betittelung als "schläfer" noch humorvoll zeigen, wo der witz doch schon ausgelutscht ist. die wirtschaft ist kein leichtes pflaster und das, was zählt, nennt sich gewinn! und viele führungspersonen können noch so differenziert ihre umwelt betrachten, sie werden auf nummer sicher gehen und lieber den deutschen nehmen, als sich der gefahr hinzugeben, es sich mit dem kunden zu verscherzen. vielleicht würden es muslime unter ähnlichen umständen, aber mit vertauschten rollen, auch so machen.

hast du schon mal einen schwarzen versicherungsangestellten gesehen? könntest du dir eine frau mit kopftuch als empfangsdame vorstellen? könntest du dir eine gehbehinderte frisuerin vorstellen? eine hautkranke frau, die im sonnenstudio arbeitet? all diese leute werden diskriminiert, weil man an ihrer fachlichen kompetenz zweifelt. aber so sind wir menschen halt - voll mit vorurteilen und da nehme ich mich nicht aus. wichtig finde ich es aber, diesen menschen dennoch eine chance zu geben. letzendlich haben es muslime aber einfacher als z.b. behinderte einen job zu finden - muss ich fairerhalber sagen.

wenn man dann als muslim einen job hat, so will man ihn auch nicht gleich verlieren. wer traut sich dann noch, zu fragen, ob man 3 mal am tag für fünf minuten beten gehen kann? und dann noch nach einem gebetsplatz fragen? als wenn die gespräche über schläfer nicht schon reichen würden. und was ist, wenn man dann in einem seperaten raum beten geht und dann eine horde von menschen sich zufälligerweise zu dir gesellt? sie fragen sich dann doch alle tatsächlich, ob die taliban unter uns sind? die wenigen menschen, die nüchtern das ganze betrachten, werden plötzlich zu mitläufer. ich erwarte keine akzeptanz, ich erwarte in dem fall ein ignorieren des ganzen. ist ein muslim am beten, so ignoriert ihn, wenn ihr nicht in der lage seid, es zu tolerieren. wenn es nicht miteinander geht, so sollte es doch nebeneinander gehen, oder? es gibt keinen einzigen toleranten menschen auf dieser welt, denn jeder fühlt sich von irgendwas angegriffen. der eine toleriert homosexuelle, kommt aber nicht mit frauen, die ihre kinder abtreiben, klar. der andere toleriert obdachlose und nimmt sie für voll, aber lästert über den nachbarn mit dem dicken benz. deshalb muss niemand - aus meiner sicht - muslime und ihr fünfmaliges gebet tolerieren, aber ignorieren oder hinnehmen kann man es doch, oder?

was soll ich schreiben, lobozen? oli hat es schon beschrieben, wie gespräche im kollegenkreis verlaufen! es fängt mit ramadan an, über alkoholkonsum, bis zu moscheebesuchen... eine frage nach der anderen. einige sind nur neugierig, viele aber wollen nur wissen, wie strenggläubig du bist. und dann sollen muslime um einen gebetsplatz bitten? entscheidend ist auch, dass in deutschland das beten allgemein out ist. nonnen werden doch quer durch die medien lächerlich gemacht. warscheinlich würden es bekennende u. praktizierende christen ähnlich schwer haben, wie muslime. vielleicht sogar noch schwerer??? während bei muslimen noch von wenigen verständnis dafür entgegengebracht wird, dass man bis zur ehe jungfräulich bleiben muss, wird eine katholikin ausgelacht! kann das sein?

was mich auch stört, ist diese perfektion, die einige nichtmuslime von einem muslimen bei der ausübung des islams erwarten. habe es oft erlebt, dass ich von nichtmuslimen ermahnt wurde, nicht zu sündigen. seit wann sind muslime perfekte wesen?

naja, jetzt wieder ein paar infos:

im winter ist es mit dem gebet am schwierigsten! ein gebet ist um 12:20, das nächste um 14:13 und das andere um 16:33!

ein gebet dauert fünf minuten und sollte während andere rauchen, erledigt worden sein. doof natürlich, wenn man im meeting ist.

"ich denke da auch an lehrer und schueler im unterricht (gibt ja auch ganztagsschulen)."

das sollte kein problem sein. lehrer und schüler haben nach 2 stunden eine viertelstunde pause, wo sie dem gebet nachgehen könnten. aber welcher schüler traut sich schon im klassenzimmer zu beten? :rolleyes: da muss man schon wirklich einen sehr, sehr starken charackter haben und ein unbändiges gottvertrauen. das beten ist out, auch christliche werte werden nicht mehr gelebt.

"schichtdienst in krankenhaeusern?"

ein gebet dauert wirklich nur fünf minuten, die wird man opfern können.

"ausserdem stelle ich mir es fur den muslim nicht so angenehm vor, sein gebet neben andersglaeubigen zu verrichten, die sich zeitgleich mit ganz anderen dingen beschaeftigen."

nicht besonders angenehm, weil jedes gebet ein aufeinandertreffen mit allah und demzufolge etwas sehr persönliches ist. aber man könnte darüber hinwegschauen, wenn die anderen das nicht für komisch empfinden würden, nicht als zeichen für einen talibankämpfer. \:D

"ich entnehme ihr, dass ein beliebiger raum (in dem nicht gerade ein kreuz haengt), z.b. ein sogenannter sozialraum, den eh jeder betrieb haben muss, einigermassen angemessen waere."

das beten in christlichen kirchen soll ja halal sein, man muss nur islamisch beten, deshalb wird ein kreuz nicht unbedingt stören. aber das schreibe ich mal ohne gewähr, bin nicht sicher. ansonsten würde es auch ne besenkammer machen.

Zum Schluß möchte ich nochmal Khalilooos Worte wiederholen, weil sie wahr sind:

"Wenn die Moschee jedoch nicht gleich um s Eck ist, macht Allah sub7ana wa Ta3ala immer einen Ausweg du musst nur kurz suchen (als kleine Prüfung)"

man kann auch den ganzen mut zusammennehmen und auf seinen Chef zugehen und ausführlich erklären, warum man beten muss und welchen stellenwert es im islam hat. vielleicht ist die offensive das genau richtige und fängt fragen von kollegen und chef im vorfeld ab. man muss ich sich nur zu verkaufen wissen.... und sich die leute zurecht biegen. <img src=" title="" src="graemlins/lachen2.gif" />

und ich möchte auch erwähnen, dass nicht alle menschen gleich sind. es gibt hier in deutschland auch menschen, die fromme muslime fürs beten beglückwünschen. viele vermissen nämlich ihre alten werte.

salam
shakir

Re: Salat/Gebet am Arbeitsplatz #34582
06/05/2004 01:26
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Shakir Offline
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"fuer mich persoenlich interessant ist, dass ich mir ohne oli's thema bei einem bewerbungsgespraech darueber keine gedanken gemacht haette, wenn der muslimische interessent nicht von selbst darauf zu sprechen gekommen waere."

ja, vielleicht haben wir muslime nur angst und der arbeitgeber würde uns tatsächlich entgegen kommen, wenn wir unsere klappe aufmachen würden. aber fragen von nervigen kollegen werden nicht ausbleiben! beobachtet man, wenn frauen anfangen kopftuch zu tragen.

wenn viele muslime in einem unternehmen arbeiten, fällt es einem übrigens auch leichter, auf den chef zuzugehen, als wenn man ein muslim unter vielen nichtmuslimen ist.

und bevor ich es vergesse:
wann kann ich bei dir anfangen? \:D

Re: Salat/Gebet am Arbeitsplatz #34583
06/05/2004 07:01
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@ Shakir

Salam

Gehe mit 99.9 % deiner Azsführungen und Empfindungen einig. Es ist schon "speziell", mag vielleicht auch an der Popularität des Islam und der unzähligen Schauplätze die im Weitesten damit zu tun haben liegen. Aber ich könnte mir gut vorstellen, dass sich unsere GEsellschaft nun grundlegend wandeln muss, die "Durchmischung" von Ethnien und Religionen auch in Europa ist nicht zu stoppen oder zu unterbinden.
Die Gesellschaft muss lernen, die Unterschiede von Muslimen und Terroristen zu erkennen. Muss lernen, dass ein Muslime ein gläubiger Mensch ist, der seine Pflichten tun muss, weil er sich selber dafür entschieden hat.
Natürlich betrifft das nicht alle unser nicht-muslimischen Mitmenschen, es gibt viele, vür die es überhaupt kein Problem darstellt. Die dich ehrlicherweise fragen, wie sie zB. während deinem Gebet mit dir umgehen sollen. \:\)

Wo ich nicht ganz sicher bin (...) betrifft das Beten in der Kirche. Echt, ich weiss es auch nicht aus zuverlässigen Quellen, aber mir war es, dass das Betreten einer Kirche zwar halal ist, jedoch darin zu beten haram sei.
Aber wie gesagt - Irrtum vorbehalten.

Aber sonst, Shakir, danke für deine Ausführungen.
Du sprichst mir aus dem Herzen \:\)


salam, oli


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Re: Salat/Gebet am Arbeitsplatz #34584
06/05/2004 09:17
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lobozen Offline
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pattaya
"wann kann ich bei dir anfangen?"

shakir,
zum naechsten ersten \:D ....

wenn du medizinberufler (physio-, ergotherapeut oder logopaede bist) und die gesuchten qualifikationen nachweisen kannst.

ein kleines problem gaebe es da noch:
die dreinmal ein paar minuten fuer deine gebete sind es nicht.
die verlorene zeit koenntest du nacharbeiten oder in der mittagszeit wegkuerzen.

du arbeitest aber innerhalb einer bestimmten termin-schablone.
sehr grob gesagt behandelst du einen patienten 20, 40 oder 60 minuten.
diese zeiten geben die leistungsbeschreibungen der kostentraeger vor und auch die auslastungsplaene der therapieraeume.

konkret heisst das, dass du pro gebet in der regel 20 min ausfallen wirst und wenn die gebetszeit sehr unguenstig faellt, auch mal 40 min.

ich hoffe, es stellt fuer dich keine inakzeptable diskriminierung dar, wenn ich dir den ausfall von mindestens einer std/tag nicht verguete \:\) .

ansonsten: bewerbungsunterlagen her! \:\)

lobozen


speerspitze der aufklaerung \:\)
Re: Salat/Gebet am Arbeitsplatz #34585
06/05/2004 12:36
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Khalilooo Offline
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Deutschland
Salam & Hallo zusammen ,

Dass die Erwähnung des Themas Gebet bei einem Vorstellungsgespräch die Stelle kosten könnte, ist zweifeloslos ein Fakt, den ich persönlich aus eigener Erfahrung kenne. Jedoch die Frage ist wie man damit umgehen soll ..

Hier gehen die Meinungen auseinander, manche sagen, Wir sind in einem Land der Islam noch als sehr fremd sieht und noch kein Vertrauen zu Muslimen aufbauen konnte. Vor allem wenn man in harter Konkurrenz mit anderen Bewerbern steht, soll man das Thema vorerst weglassen. Dann während Pause oder nach der Arbeit beten. Dabei wird man dauerhaft ein schlechtes Gewissen haben. Ist ja auch klar. Man fängt jedes gebet mit "Allahu Akbar .."an, und gleichzeitig verdrückt man sich vor den Augen von normalen Menschen. Schon widersprüchlich ..

Andere lassen nicht locker. Meistens sehr fromme Hier aufgewachsene Muslime die sich sprachlich und soziokulturell sehr geschickt bewegen können (Respekt).

Klar ist die 2te Variante die bessere für einen Muslim. Mohamed sagte "Der starke Mumin ist beliebter bei Allah als der Schwache Mumin, und beide sind Khayr"

Wichtig ist jedoch dass man das Thema nicht aus Übermut anspricht und dabei muss man mit der eventuellen Konsequenz "Absage" klarkommen können, sonst macht s keinen Sinn.


wisdom is the lost property of a believer. Whenever he finds it, he takes it
Re: Salat/Gebet am Arbeitsplatz #34586
06/05/2004 20:45
06/05/2004 20:45
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Omar O. Offline OP
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Omar O.  Offline OP
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Salam Khalilooo

Simmt genau, es sit oft ein schmaler Grat den wir gehen müssen. Immer abwägen zwischen Gewissen und Risiken.
Aber Allah ist der Versorger, Er zeigt uns immer einen Weg - al hamdu liallah.

wasalam, oli


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Re: Salat/Gebet am Arbeitsplatz #34587
06/05/2004 22:01
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Hallo @all,

bei uns kann in der Arbeit jeder seine Religion leben, solange er die Arbeitsabläufe nicht behindert (Gespräch mit Kunden, Abteilungsbesprechung). Und im Ramadan wird vor muslimischen Kollegen nicht gegessen.

Meine Erfahrungen sind, daß die, die mit Ihrer Relgion ganz natürlich umgehen, nie Probleme haben.

Dogmatiker und solche, die ihre Religion, und nicht ihre Kompetenz in den Alltagsvordergrund stellen, haben eher Schwierigkeiten. Wir hatten einmal eine deutsche Kollegin, die zum Islam konvertierte. Diese ließ dann plötzlich arabische Wortwendungen in die (deutschen) Gespräche einfließen, "al hamduliallah bekommt der Kunde termingerecht seine Ware" etc. Das wirkte total aufgesetzt.

Und auch nichts gegen ein "Bismilläh" am Mittagstisch, zum Beispiel, wenn es von einem Nordafrikaner kommt, finde ich es auch in Ordnung. Aber wenn es von einem Deutschen kommt, dann wirkt das künstlich.

Bescheidenheit im Umgang mit der eigenen Religion, sich nicht "darstellen" wollen und auch Toleranz im Umgang mit Anderen - das muß von beiden Seiten kommen.

Viele Grüße, Ulla

P.S. Respekt auch vor denen, die lieber auf den Arbeisplatz verzichten als auf das Kopftuch. Den Respekt habe ich aber dann nur, wenn sie auch auf die Arbeitslosen- bzw. Sozialhilfe verzichten. "Allah wird schon für uns sorgen" - das aber bitte nicht auf die Kosten der Anderen!


Viele Grüße, Ulla

"Ein Kind ist kein Gefäß, das gefüllt, sondern ein Feuer, das entzündet werden will" Francois Rabelais
Re: Salat/Gebet am Arbeitsplatz #34588
06/05/2004 22:18
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@Ulla
därf oa Araber überhaupts auf bayerisch sprecha oda is des a verbotn bei eich in der firma? des würd mi moi interessiern!

Ich finde bayerisch echt zum kranklachen!!!! Vor allem, wenn ich mich selbst sprechen höre

Des is a Gaudi sog i da

Re: Salat/Gebet am Arbeitsplatz #34589
06/05/2004 22:36
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Hallo Amira, klar, es ist ja seine Geschichte, wenn er zB Deutscher algerischer Herkunft und in Bayern geboren ist...

Ich verstehe ansonsten Deine Frage in dem Kontext nicht, aber nehme an, sie entspringt Deinem Humor \:\)

Ansonsten hoffe, ich - so Gott will - daß Du meine Worte nicht "miß-verdrehen" willst ;\)

Viele Grüße, Ulla


Viele Grüße, Ulla

"Ein Kind ist kein Gefäß, das gefüllt, sondern ein Feuer, das entzündet werden will" Francois Rabelais
Re: Salat/Gebet am Arbeitsplatz #34590
07/05/2004 08:18
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Omar O. Offline OP
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@ Ulla

Salam

Es ist schön zu hören, dass es bei euch in der Firma sehr viel Toleranz und Offenheit gibt. Das erfreut einam natürlich

\:\)

wasalam, oli


---------------------------------
Ich bezeuge, dass es kein anderer Gott gibt ausser Gott und dass Muhammad Gottes Gesandter ist.
Re: Salat/Gebet am Arbeitsplatz #34591
07/05/2004 08:49
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oli,
ich moechte dir im namen der ca 95 prozent nicht-muslime in deutschland fuer deine toleranz danken \:\) .

was ullas sagt stimmt schon. es ist eine allgemeine feststellung, dass konvertiten dazu neigen, 150prozentige zu sein.
ob moslems, wiedergeborene christen oder nichtraucher.

in diesem sinne,
sawasdee krap \:\)
lobozen


speerspitze der aufklaerung \:\)
Re: Salat/Gebet am Arbeitsplatz #34592
07/05/2004 10:29
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Hallo oli,

darf ich Dir ein herzliches Grüß Gott sagen oder ist Dir das als Muslim unangenehm ? Scherz beiseite. ;\)

Ich glaube, wir verstehen uns immerhin zu 50 %.

Aber punktuell vermischt Du.... zum Beispiel wenn Du sagst: "Sollen die Pfarrer nun kein Latein mehr in der Kirche sprechen dürfen?"

So habe ich das nicht gemeint.

Du vermischt kirchliche Lithurgie und öffentlichen Alltag.

Wir leben in einer säkularisierten Kultur. Meint, daß jeder seine Religion leben darf - fast ausschließlich privat. Die Arbeitswelt gehört zum öffentlichen Leben. Man kann darüber streiten, ob es richtig ist, oder nicht, aber es ist Tatsache, daß Religion in 90 % der Unternehmen keine Rolle spielt.

Vorteil ist, daß jedes Unternehmen jeden Menschen gleichwelcher Religion einstellen sollte. Nachteil ist, daß auf religiöse, individuelle Eigenheiten nur Rücksicht genommen werden kann, solange der betriebliche Ablauf nicht darunter leidet.

Nun noch einmal zum Thema "Sprache" (arabisch oder deutsch). Ich nehme an, Deine Muttersprache ist deutsch. Wenn Du nun ständig arabische Gesprächsfloskeln in die Gespräche mit Deutschen einfließen läßt, wirkt das künstlich, finde ich. Und was ist der Nutzen davon, außer, daß Du Dir selbst dadurch bestätigst, wie gut Deine Arabisch-Kenntnisse sind ? Keiner - denn Dein Gesprächspartner kann Dich in der Regel gar nicht verstehen ! Und ein Gespräch soll ja zum gegenseitigen Verstehen dienen und nicht zum gegenseitigen zur Schau stellen.

Wenn ich zum Beispiel Buddhistin wäre und würde anfangen, Dir auf Indisch guten Appetit zu wünschen, was Du ja nicht verständest, würde das bei dir nur zur Verwirrung sorgen.

Und wozu "bismilläh" zum deutschen Gegenüber sagen ? Man kann jedes "al hamduliallah" oder "bismilläh" ins Deutsche übersetzen !

Du sagst ja selber, zum Kunden würdest Du auch nicht "al hamduliallah " sagen, um ihn nicht vor den Kopf zu stoßen.

Warum also die anderen vor den Kopf stoßen ?

Und nun zu Deinen Worten

Zitat:
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...daher, dass man im Islam die Religion ins tägliche Leben integriert, nicht dann aus der Schubladede holt, wenn sie grad nützlich ist.
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Bin ich vollkommen Deiner Meinung, daß Religion sinnlos ist, wenn man sie nur verwendet, wenn sie gerade nützlich ist. Ich habe auch nichts Anderes behauptet !

Jedoch - wenn Du in einem nicht-muslimischen Land lebst, wirst auch Du Kompromisse machen müssen im Alltag, um eben wie Du so schön sagst, die Leute nicht vor den Kopf zu stoßen.

Genauso, wie ich mich als Deutsche in einem muslimischen Land anpassen muß.

Glaube lebt übrigens nicht nur von der religiösen Praxis - finde ich - also nicht nur davon, ob jemand 5 oder 4 mal betet oder ob er die genauen Gebetszeiten einhält etc. - sondern im Herzen.

Eben mit diesem Herzen kannst Du auch Deine tägliche Bescheidenheit, Toleranz und Kommunikationsfähigkeit gegenüber Deinen Mitmenschen beweisen (darunter ist zum Beispiel auch Deine Herkunftsfamilie, die vielleicht nicht muslimisch ist) und durch ein gutes Beispiel in diesen Punkten den Islam vorbildlich vorleben.

Und dazu

Zitat:
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du willst damit ja eigentlich nur ausdrücken "glaubt was ihr glauben wollt, wir leben friedlich nebeneinander, aber bitte zeig mir nicht zu oft, an was du glaubst".
Stimmts?
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Nein, so meine ich das auch nicht.

Ich meine, wenn ich Dich kennen würde, als Arbeitskollege, Nachbar, Freund etc., bräuchtest Du mir auch nicht immer ZEIGEN , daß Du Muslim bist. Es langt, wenn Du es einmal sagst ! Ich würde Dir dann schon glauben \:\)

Ansonsten lege ich in Beziehungen Wert darauf, ob die menschliche Basis übereinstimmt und nicht die Religion. Und nach meiner Erfahrung ist es sowieso so:

Wenn sich Leute schätzen, sei es weil einer in der Arbeit super-kompetent und fleißig ist, sei es, weil er ein hilfsbereiter Freund ist, dann ist auch die Religion niemals ein Thema für Streit und Konflikte !

Ich habe auch in einem anderen Thread zum Thema "Lehrerin mit Kopftuch" einmal geschrieben, daß es mir schnurzegal ist, ob die Lehrerin Kopftuch trägt oder nicht. Aber ich würde wie mit jeder anderen Lehrerin auch mit ihr sprechen wollen, schauen, ob die Ansichten über Erziehung und Lebensfragen übereinstimmen. Ich möchte wissen, wie sie zum Beispiel meiner muslimischen Tochter gegenüber auftritt, die kein Kopftuch trägt und tragen wird. Wird sie ihr einimpfen, daß sie keine gute Muslimin ist ? Oder wird sie meine Tochter trotzdem respektieren ?

Das sind alles Fragen aus dem Alltag... ich schreibe heute schon zuviel und ufere etwas aus. Sorry !

Viele Grüße und viel Spaß noch beim Diskutieren !

Ulla


Viele Grüße, Ulla

"Ein Kind ist kein Gefäß, das gefüllt, sondern ein Feuer, das entzündet werden will" Francois Rabelais
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