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Erste Übergriffe auf Moslems #29658
13/09/2001 22:19
13/09/2001 22:19
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Momo Offline OP
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Momo  Offline OP
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Frankfurt
Angriffe auf Moslems in Amerika


I n den Vereinigten Staaten, Kanada und Australien entlädt sich die Wut der Bevölkerung gegen Moslems. In der Nacht zum Donnerstag versuchten etwa 300 Personen in einem Vorort Chicagos, zu einer Moschee vorzudringen. Sie wurden von der Polizei zurückgedrängt. Die Polizei teilte mit, dass es einige kleinere Zusammenstöße und mehrere Festnahmen gegeben habe.

In Texas wurden die Fensterscheiben einer Moschee von Schüssen getroffen, an einem islamischen Zentrum wurde ebenfalls eine Scheibe eingeworfen.

In Virginia hinterließ ein Anrufer auf dem Anrufbeantworter einer Moschee Schmähungen. Im Staat New York wurde ein Mann festgenommen, der anti-arabische Drohungen ausgestoßen und einen Tankwart bedroht haben soll.

Im Staat Washington brach während der Übertragung eines Fernsehberichts über die Anschläge in einem Gefängnis ein Kampf unter Häftlingen aus. Einer der Häftlinge soll Moslems beschimpft haben, worauf er von einem Moslem angegriffen wurde.

Aus Kanada wurden mehrere Vorfälle gemeldet, unter anderem wurden Kinder mit arabisch klingenden Namen beleidigt und ein Brandsatz auf eine Moschee geworfen.

Auch in Australien kam es zu Übergriffen auf Moslems. In Brisbane wurde ein mit moslemischen Kindern besetzter Schulbus durch Stein- und Flaschenwürfe beschädigt, wie der Vorsitzende des islamischen Rates im Staat Queensland am Donnerstag mitteilte. Die Kinder seien verängstigt, es habe aber keine Verletzten gegeben.

In Sydney versuchten Randalierer in der Nacht Polizeiangaben zufolge, eine christlich-libanesische Kirche in Brand zu stecken. Eine andere libanesische Kirche sei mit Hakenkreuzen und rassistischen Parolen beschmiert worden. Mindestens drei Australier waren bei den Terrorattacken in den USA ums Leben gekommen, 85 werden vermisst.

13.09.01, 11:08 Uhr
(Quelle: dpa) www.focus.de

Traurig aber wahr.......


Wer seine Ziele nicht kennt, endet da, wo andere Ihn haben wollen.
Re: Erste Übergriffe auf Moslems #29659
13/09/2001 23:41
13/09/2001 23:41
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Keran256 Offline
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Keran256  Offline
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... und das war noch nicht alles.

kerstin \:\(

Re: Erste Übergriffe auf Moslems #29660
13/09/2001 23:57
13/09/2001 23:57
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Rainer Offline
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Rainer  Offline
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Meine Tochter ist gerade mal im 1. Jahr auf dem Gymnasium und ist heute dort von einer Horde von über 10 Kindern mit anti-arabischen Bemerkungen verfolgt worden, weil die irgendwie mitbekommen haben, daß ihre Mutter aus Marokko stammt, also Araberin sein soll!

Warum bin ich nur hier zu solchen Rassisten gezogen! \:o

Rainer

Re: Erste Übergriffe auf Moslems #29661
14/09/2001 00:48
14/09/2001 00:48
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moe Offline
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hallo rainer!
es tut mir leid wegen das was mit deine tochter passiert ist!!! ich hoffe es geht ihr gut!
wir müssen alle jetzt die nerven behalten und ruhig bleiben! es geht uns allen so. ich gebe dir ein tipp! geh und rede mit denn lehrern von deine tochter über den vorfall!

Re: Erste Übergriffe auf Moslems #29662
14/09/2001 07:07
14/09/2001 07:07
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Silla Offline
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traurig, traurig......
und es wird leider noch schlimmer werden!
rainer, für deine tochter tut es mir sehr leid! das ist wirklich sehr tragisch!
aber wie moe schon sagte, wir müssen versuchen, die nerven behalten!
silla

Re: Erste Übergriffe auf Moslems #29663
14/09/2001 09:49
14/09/2001 09:49
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Tamou Offline
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Mir schlägt das ganze so auf den Magen \:\(
Spinnen den jetzt alle??
Ach, wäre doch alles wie vor dem 11. September 2001 :rolleyes:

Re: Erste Übergriffe auf Moslems #29664
14/09/2001 10:32
14/09/2001 10:32
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Katja Offline
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Information der: > Ihr www.aktieninformation.de - Team

Thema: Lichterkette

Aufgrund des unfaßbaren Geschehens des vergangenen Tages möchten wir mit
diesem Brief an Sie herantreten und bitten Sie, diesen kurz durchzulesen.Unsere stille Anteilnahme gilt in diesen Stunden und Tagen allen Opfern mit ihren trauernden Angehörigen. In wenigen Sekunden hat das Leben tausender Familien eine dramatische Wendung genommen. Familien, mit Plänen, Zielen und Wünschen, seit den mittagsstunden des 11. September 2001 haben alle diese keinen Bestand mehr. Mit Worten ist dieses Leid unmöglich auszudrücken. Jeder von uns, JEDER!!!, kann diese Welt ein klein wenig besser machen, anderen Menschen ein Lichtblick sein. Jeder nach seinen Möglichkeiten, oftmals nur sehr bescheidenen Möglichkeiten, die aber in der Summe eine beachtliche Vielzahl darstellen.
Dies alles nach der Devise: Geteiltes Leid ist halbes Leid. Teilen wir dieses Leid! Heute, Morgen, an einem jedem Tag. Heute hilft es anderen morgen eventuell DIR und MIR.
>
Wir möchten Sie hiermit um folgendes bitten.
Drücken auch Sie Ihre Anteilnahme betreffend der Geschehnisse für die Opfer und deren Angehörige aus. Die Anregung und Bitte hierzu lieferte uns ein befreundetes amerikanisches Internetunternehmen. Dies ginge recht einfach anhand einer Lichterkette.
Da statistisch gesehen Samstags am Abend die meisten Leute daheim sind, bitten wir Sie, am kommenden Samstag, dem 15.09.2001 ab 20:00 Uhr eine Kerze oder ein anderes Licht in ein oder mehreren Fenstern Ihrer
Wohnung aufzustellen.
Wir hoffen, auf diese Art unsere Städte in Deutschland ein wenig
SICHTBAR zu erhellen und somit einmal mehr unsere gemeinsame uneingeschränkte
Anteilnahme bekunden zu können. Bitte leiten Sie diese Information an
Ihre Bekannten und Freunde weiter, um somit meistmögliche Internetuser vom Vorhaben zu informieren!
>

Re: Erste Übergriffe auf Moslems #29665
14/09/2001 12:19
14/09/2001 12:19
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Thomas Friedrich Offline
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Bis 1920 gab es den Sultan von Konstantinopel, der Oberhaupt aller Moslems war.
Derzeit gibt es, anders als bei den Katholiken der Pabst, keinen Führer der islamischen Welt. So kann praktisch jede Gruppe tun was sie möchte und hinterher erklären, sie hätte im Namen des Islam gehandelt.
Die Moslems wären gut beraten, wenn sie sich wieder ein Oberhaupt mit einen Zentralrat auswählen würden, welches Abtrünnige dann aus der Weltgemeinschaft des Islam ausschließen würde. So wären die Moslems gegen Gleichstellung mit Extremisten geschützt.

Thomas Friedrich


Beste Grüße
Thomas

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Re: Erste Übergriffe auf Moslems #29666
14/09/2001 16:40
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moe Offline
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wiesbaden
hallo thomas!
wie stellst du dir das vor?

Re: Erste Übergriffe auf Moslems #29667
14/09/2001 18:30
14/09/2001 18:30
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Salima Offline
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Salima  Offline
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da kann ich ja - allhamdu lillah - froh sein, dass meine Kollegen so gemässigt reagiert haben und nur ein bißchen diskutieren wollten.

Doch ich weiß nicht, wie es weitergeht, wenn noch mehr von diesen sogenannten Islam-Nahost-Terror Experten den ganzen Tag im TV dummes Zeug schwätzen. Die Leute sind eh verunsichert und wissen nicht mehr, was sie glauben sollen. Wenn jetzt einer kommt und sagt: nun aber Schluß mit Multi-Kulti, dann passt mal auf, wieviel Zuspruch er bekommen wird.

Da wurde gestern tatsächlich ein Mann zitiert, der über seine Nachbarn sagte: "ja die waren echt fanatisch, rezitieren laut den Koran und gehen sogar morgens in die Moschee" ..aha...soso.. vielleicht mach ich besser doch die Fenster demnächst zu, wenn bei uns Koran Cassetten laufen... oder fängt das fanatische schon bei arabischer Musik an?

die Idee von Thomas mit dem Oberhaupt aller Muslims finde ich auch sehr gut, allerdings utopisch. Ich bin ja nun "Neu-Muslim" und immer wieder irritiert, wieviele unterschiedliche Richtungen es hier gibt. Solange hier keine Einigkeit herrscht, wird das wohl nie was.

träum...was wäre das für eine Vorstellung, Einigkeit im Islam...von Marokko bis Syrien, Türkei, Balkanstaaten, Südrussland...weiter über Iran - Afganistan - Indien ...bis hin nach Indonesien und natürlich USA...alle verbunden mit denselben Idealen und Zielen...hahaha und was wäre das für ein Albtraum, was für ein Horrorszenario für den Rest der sogenannten "zivilisierten" Welt

Salima

P.S.
Hallo Thomas, ich gehe mal davon aus der Leserbrief in der Rundschau von heute war von Dir?!?...klasse...

Re: Erste Übergriffe auf Moslems #29668
14/09/2001 18:34
14/09/2001 18:34
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Thomas Friedrich Offline
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Hallo Moe,

ist sollte möglich sein, daß die islamischen Gemeinden und Bezirke ihre Vertreter wählen. Diese widerum wählen Vertreter in die nächst höhere Karegorie. Ähnlich wie bei den Katholiken vom Pastor zum Bischof über den Kardinal zum Papst.
Früher (bis 1920) gab es so etwas ja auch im Islam. Nun sollte es Aufgabe islamischer Historiker sein, den ehem. Aufbau dieser Organisation in die heutige Zeit zu publizieren und dann sind alle führenden islamischen Geistlichen aufgerufen, dies in die heutige Zeit umzusetzen. Nur so kann der Islam sich von den (unislamischen) radikalen Kräften befreien, die diese gesammte Religion kriminalisieren.


Thomas


Beste Grüße
Thomas

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Re: Erste Übergriffe auf Moslems #29669
14/09/2001 22:04
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Uschen Offline
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Hallo Thomas,
ich finde es gut, dass Sie sich Gedanken über dine Institutionalisierung des Islam machen.Sie machen dabei leider zwei Denkfehler : erstens , in dem Sie den Papast und die anderen kirchlichen Organisationsformen mit dem Christentum in Verbindung bringen, obwohl Sie eigentlich wissen müßen, dass das Christentum nicht unbedingt mit der Kiriche als Institution zu hat und dass es viele Christen, welche die kirchlichen Institutionen nicht mit der Religion identifizieren.
Zumal, die Katolische Kirche große Probleme mit der Demokratie und Freiheit hatte und hat.
Der zweite Denkfehler, den Sie machen, ist der Versuch , die kirchlichen Intitutionen auf den Islam anzuwenden.
Eine Klarstellung :
Das Christentum ist nicht die Kirche !
Die Demokratie und "Säkularisierung"/ Trennung von Religion und Staat wurde gegen das Christentum und die Kirche durchgesetzt.
Zum Islam :
die Frage , die Sie aufgeworfen haben, ist eine zentrale Frage des Islam.
Ich würde die Frage folgendermaaßen formulieren :
Wer darf und soll die Muslime repräsentierren ?
Das Kalifat, vom dem Sie sprachen, hat mit dem Islam nichts zu tun, weil es im Koran keine klare politische Aussage zugunsten einer bestimmten Organisationsform gibt.
Die Spaltung der Muslime in Suniten und Schiiten hat sehr viel damit zu tun.
Die ersten Kalifen , waren angehörige des Stammes der Qorayschiten, deren Einfluß am Anfang des Islam sehr stark war.
Die Angehörige dieses Stammes dachten , sie seien die Legitimen Nachfolger des Propheten und haben ihre Interessen bis zum Tod Ali durchgesetzt.
Das Problem oder das Besondere im Islam ist, dass die Muslime weder auf eine Figur wie der Papst noch auf eine andere wie Yassin, oder wie die alle heissen,angewiesen sind, damit ihre Gebet bei GOTT ankommt.
Der Islam kennt keinen Vermitller zwischen dem Menschen und GOTT. Der Papast fühlt sich immer noch als Vermitller und Vertreter GOTT´S auf ERDE, was im Islam nicht denkbar ist, da GOTT " Lam yalid wa lam yulad (Arabisch/ Ur yaru , ur itura( Tamazight)/ Er hat nicht gezeugt und wurde gezeugt ( Deutsch)meine Übersetzungen ).
Die islamische Geschichte zeigt, dass jeder Ethnie und Region Anspruch auf die politische Führung im Islam erhoben hatte.
In Marokko haben die Berber im 12 Jh.(Almurabiten und Almuhaden) in Nordafrika die Begriffe "Sultan al-maghrib" und" Amir-Al Maghrib " eingeführt, um den politischen der arabischen Kalifen zrückzudrängen.
Ich wollte damit, nur zeigen, dass es nicht nur um Religion ging und geht , sondern um Macht , Interessen und Einfluß, also Politik.
Einer der besten Kenner des Islam im Orient, der 1972 aufgrund seines Buches " Usul Al-Hukm fi -al-Islam / Die Grundlagen der Macht im Islam ", aus Al-Azhar(Islamische Universität in Ägypten) entlassen und ins Gefängnis gesteckt wurde, hat das Problem treffen analysiert und folgende Thesen aufgestellt( Übrigens seine Bücher waren bis in den neunziger Jahren verboten, erst nach der Verbreitung der politischen Ideen des islamischen Fundamentalismus , wurde sein Buch wieder edittiert):
- Die Frage nach der Vertrettung/Khilafa im Islam ist eine politische und keine religiöse, da der Koran davon nicht spricht und der Prophet Mohammed sich dazu nicht geäußert hatte.
- Die ersten Kalifen haben sich politische durchgesetzt und diejenigen angegriffen , welche gegen sie waren
- Die Abfall-Kriege( Ar-Ridda), d.h Abfall vom Glaube: sind politisch zu verstehen und diejenigen , die gegen die ersten Kalifen gekämpft hatten, wollten eine andere Führung
- Der Imam bzw. Kalif muß nicht unbedingt ein Araber sein, da der Islam eine universelle Botschaft hat und sich an alle Menschen wendet.
- Das türkische Kalifat hätte anerkannt und nicht bekämpft werden müßen.
Das Problem einer Vertretung im Islam ist sehr kompelx und hat wie gesagt mit der Religion nicht viel zu tun.
Der König in Marokko hat einen traditionaellen Titel übernomen und nennt sich Amir Al Mouaaminin / Obehaupt der Gläubigen , in Saudi-Arabien nennt sich der dortige König Diener des ....., kurz die islamische Welt ist gespalten und jeder versucht seine eigene Suppe zu kochen.
Es folgt : Wer ist der Wahre Imam und muß die islamische Welt einen muslimischen Oberhaupt überhaupt haben, wo es um Politik geht und Macht zwischen den Einzelnen Muslime geht ?
Uschen


Tidt n umya!
Re: Erste Übergriffe auf Moslems #29670
15/09/2001 16:16
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Thomas Friedrich Offline
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Hallo Wolf,

es gibt Menschen, die sich aus irgendeinem Grund der Kirche aber nicht vom Glauben abgewendet haben. Diese Menschen könnten, wenn Extremisten unter ihnen wären, Terroranschläge und sonstiges betreiben und es würde dadurch kein schlechtes Licht auf das gesammte Christentum fallen, weil die Kirche sich von Ihnen (oder umgekehrt) distanziert hat.
Davon abgesehen steht der aller größte Teil der Katholiken hinter dem Pabst! Abspalter, aus welchen Gründen auch immer, gab und wird es immer wieder geben. Je mehr Abspalter, je unregierbarer wird es aber letztendlich. Auch die Kirchen sind derzeit besonders verstärkt an Einigkeit interessiert. (Katholisch, evangelisch, gr. orthodox, etc.)
Ganz gleich ob ein mögliches islamisches Oberhaupt mit Führungsautorität und Beraterstab als geistlicher oder weltlicher Vertreter angesehen wird. Wichtig wird für den Islam in Zukunft sein, überhaupt eine anerkannte Autorität zu haben, die Extremisten ausschließt, damit nicht jede Gruppe macht was sie will, hinterher angibt, sie hätte im Namen Allah´s gehandelt und dann dadurch der gesammte Islam in Verruf gerät.
Zudem sollten die Moslems sich nicht Gedabken darüber machen, warum meine angesprochene Idee nicht machbar ist, sondern vielmehr überlegen, wie es möglich ist. In früheren Jahrzehnten hat es auch funktioniert. Voraussetzung ist natürlich, daß der neue "Chef" auch anerkannt und nicht mit den unterschiedlichsten Argumenten abgeleht wird.


Salima,
ja er war von mir und ich habe viel telefonische Zustimmung deswegen erfahren.

Thomas


Beste Grüße
Thomas

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Re: Erste Übergriffe auf Moslems #29671
15/09/2001 17:32
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Uschen Offline
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Hallo a Si Thomas,
im meinem letzten Beitrag wollte ich nur darufhinweisen, dass die Frage der Vertretung der Muslime eine alte und sehr problematisch ist.
Ich habe das Gefühl , dass Sie gerne Strukturen im Islam hätten, wie die der katholischen Kirche.
Ich habe Sie daraufhingewiesen, dass obwohl diese Strulturen vorhanden sind, es viele Christen und Christinen gibt, die das anderes sehen als Sie.
Sie sehen das ganze aus der katholischen Perspektive und das ist ihr gutes Recht, wenn Sie Katholisch sind.
Ich glaube , entweder kennen Sie keine christliche Fundamentalisten oder sie wollen sie nicht wahrnehmen.
Es gibt innerhalb der katholischen Kirche und im gesamten Christentum
( vor allem in den USA und Latein-Amerika ) christliche Fundamentalisten, die sehr radikal sind und alle ihre Ziele und Deutungen im Namen des Christentums tun, obwohl es die offiziellen Kirchen( katholische und evangelische) gibt.
Ich behaupte, sogar , dass in den Vereinigten Staaten die größten chrsitlichen Fundamentalisten gibt, welche über eigne Fernsehenkanäle, Zeitungen, Schulen und Geschäfte verfügen und dass sie dort einen großen politischen Einfluß haben, ganz zu schweigen von den jüdischen Organisationen .
Dies alles obwohl es bereits christliche Institutionen, d.h einen offiziellen Christentum ,gibt.
Das Problem im Islam , lieber Thomas, hat nicht mit dem Fehlen einer Institution, die so zu sagen, eine offizielle Interpretation des Islam repräsentiert , verteidigt und sich immer von terroristischen Anschäge distanziert. Das existiert bereits.Das Land Marokko als Beispiel ist ein Religionstaat, d.h der Staatsrepräsentant ist ein Weltlicher und Geistlicher Vertreter zugleich und dennoch gibt es islamische Fundamentalisten in Marokko.
Damit will ich Ihnen sagen, dass das Problem mit der Einführung einer Institution oder der Wahl eines einzigen Moslems beendet werden kann.
Die Hintergründe sind immer komplexer und für den Laien nicht so einfach nachvollziehbar.
Es geht u.a um die Interpratationen des Korans und der Hadits ( Sprüche des Propheten Mohamed) und diese Problem hat mit einem Innerenkampf im Islam zwischen den Gelehrten, welche den Islam modern und offen interpretieren und denjenigen, welche sich auf andere Interpratation der konservativen Gelehrte von Al-Hanbali bis Said Qotb.
Und wenn die Armut und Unterdrückung da sind , dann ist es sehr schwehr eine vernünftige Diskussionen darüber zu führen.
Der Islam braucht eigentlich einen neuen Luther, eine Aufklärung im Sinne der Durchsetzung der Rationalität à la Descartes und eine Säkularisierung der Gesellschaften.
Der marokkanische Philosph Abid al-Jabiri, ein Averorist , d.h ein Anhänger von Ibn Ruschd( Averros), wollte er eine Erneuerung im Islam anknüpfend an Ibn Ruschd, der muslimische Philosoph, der eine Rationalsierung im Islam durchsetzen wollte, dessen Bücher und Schriften von den damaligen Fundis aber verbrannt wurden.
Das Probelm ist nicht so einfach wie Du glaubst.
Es fehlt einfach an allem !
- Korrupte Staaten wollen das Volk nicht aufklären
- Amerika fördert diese Staaten, weil sie Pro-Amerikanisch sind
- Die Armut und Verzweiflung in den islamischen Ländern zwingt Menschen radikal zu denken.
- Das Weltwirtschaftsystem produziert Armut und Soziale Ungerechtigkeiten
- Es gibt keinen ernsthaften Willen im Westen, die Armut in Rest der Welt zu bekämpfen
- 14% der Weltbevölerung ( Europa, USA, Kanada,Japan) lebt in Reichtum und Überfluß und der Rest der Welt muß sich um ein Ei treiten.
Die o.g Punkte haben mit den Hinterdründen des Islamismus und Radikalismus zu tun und nicht, dass es im Islam nur um eine Istitution( eine Stimme ) geht.
Der Islamismus und Radikalismus ist eine Version des Kampfes gegen die Moderne, Armut und Ausbeutung.
Der christliche Fundamentalismus ist ein Kampf gegen die Moderne( Individualisierung,Gottlosigkeit ) und die Säkularisierung.

Gruß
Uschen


Tidt n umya!
Re: Erste Übergriffe auf Moslems #29672
18/09/2001 14:42
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umniya Offline
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thomas, mit deinen ausführungen wills du letztendlich dem islam sein grundwesen wegnehmen, nämlich seine offenheit.wie uschen dir erklärte, kann es im islam keine zentralmacht geben, weil die grundlage dafür im qur`anischen korpus nicht existiert. uschen hat dich auf den ägypter ali abderazak hingeweisen,der mit seinen mutigen thesen die zentrifigule politische oder religiöse macht im islamischen kontext infrage stellte. es ging ihm tatsächlich um den offenen charakter der islamischen offenbarung, die sich keine zu eigen machen kann durch irgendwelcher auslegungen. spätere denker im zeitgenösischen islam wie der marokkaner al jabri und der algerier arkoun argumentieren in dieser richtung. es ist so sehr die frage, ob eine mit entscheidungsmacht befugte person das politische schicksal bestimmt, sondern darum ob diese person demokratisch legitimiert ist und im interesse der allgemeinheit handelt. dies mag dir wahrscheinlich banal vorkommen, leider ist dies zur zeit die hauptbeschäftigung vieler muslime.quer durch die islamische welt gibt es keinen einzigen legitim gewählten staatschef. im grunde genommen sind alle staatsführungen usurpatoren der macht, entweder durch putsch oder durch historische ansprüche oder sogar durch zugehörigkeit zum clan des propheten, was wiederrum die quraischitische ideologie fortsetzt.
weil eben die möglichkeit im islam gegeben ist, in dessen namen politisch aktiv zu werden, hat er sich weiter entwicklet, nahm aber in kauf, durch die konflikte der unterschiedlichen glaubensrichtungen manchmal in pattsituationen zu sein. nicht so sehr eine durchaus heirarchisch strukturierte religiöse macht würde die tendenz zur abspaltungen aufheben, sondern die demokratische legitimation der politischen macht. und diese braucht wierderum andere spielregeln als die religiösen.
m.e. gibt es nichts schlimmers als eine religiöse macht wie die des papstums. denn sämtliche verbrechen der kirche entlang des mittelalters sowohl hier in europa als auch im ausland wurden in dessen namen begangen. die ausrottung der urbevölkerung in südamerika wurde religiös bemnatelt und vom rom aus gesteurt und durch die spanischen soldaten exikutiert. vor kurzem wurde bekannt, wie verstrickt der heutige papst in mafiosen geschäften war. über ihn hat die amerikanische administration zur amtszeit von reagen die destabilisierung des ostblocks angefangen bei polen unternommen. der papst oder wer auch immer eint nicht. er spaltet eher. warum ist das problem von irland immer noch nicht gelöst, obwohl , wie du meinst, tatsächlich der papastum oder kirchliche einheitlichkeit vorhanden.
der islam kennt keinen schatten gottes auf erden.er ist ein zentrifugaler glaube zwischen dem gott und dem gläibigen. dazwischen kann keine ordungsinstanz geben. das ist auf jeden fall eine besonderheit islamischer geschichte.
im pluralismus gebuat auf rechtsstaatlichkeit sind die lösungen für die probleme der heutigen islamischen welt zu suchen. diese alternative hat der westen durch kolonialismus, weltbankpolitik, unterstützungen von konservativen regimen und implementierung des stastes israels in der arabischen region stets gestört.


umniya

Re: Erste Übergriffe auf Moslems #29673
18/09/2001 15:22
18/09/2001 15:22
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broonsiede Offline
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Hallo Salima!

Der Mann, der die Sache mit den Nachbarn gesagt hat, war übrigens der Meinige (Iraner), allerdings wurde er etwas falsch zitiert. Wir wohnen genau im Haus neben den Terroristen, und was mit der Korangeschichte gemeint war, war daß, was auch bei der Polizei als Aussage aufgenommen wurde. Wir haben zu Protokoll gegeben, daß uns aufgefallen ist, daß sie oft mit vielen Leuten laut den Namen Gottes rhytmisch gesungen haben. Wir sind davon ausgegangen, daß es sich bei ihnen um Anhänger eines Derwischordens etc. handelte, und damit hatte sich für uns die Sache. Ferner hatten wir ab und zu unschöne Begegnungen auf der Straße mit ihnen (auf deutsch gesagt, es prallten halt die strenggläubige und die säkulare Welt von islamischen Migranten aufeinander). Ansonsten denke ich, daß ich mich der vollständigen Aussage meines Mannes anschließe, leider liegt diese nicht in Schriftform vor, so daß die Details nicht mehr nachvollziebar sind.

Viele Grüße

Indre

Re: Erste Übergriffe auf Moslems #29674
18/09/2001 15:46
18/09/2001 15:46
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moulay Offline
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Zitat: Washington/Kabul/New York - Nach den Terroranschlägen häufen sich in den USA die Übergriffe gegen Araber, Inder und andere Menschen mit orientalischem Aussehen. Nachdem zwei Menschen vermutlich aus Hass ermordet wurden, besuchte US-Präsident George W. Bush am Montag demonstrativ ein islamisches Zentrum in Washington, um zur Toleranz aufzurufen.

Re: Erste Übergriffe auf Moslems #29675
18/09/2001 20:20
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Uschen Offline
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Hallo Umniya,
Ihren Beitrag ist sehr gut und finde ihn als eine Ausführung und Ergänzung , weil Sie auf die Legitimation eingegangen sind , die immernoch eines der großen Probleme der Demokratisierung in der islamischen Welt ist.
Gruß
Uschen


Tidt n umya!
Re: Erste Übergriffe auf Moslems #29676
18/09/2001 20:58
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Hallo Umniya, hallo Wolf.

Sicherlich stimmen Eure Argumente. Wie bei fast allem im Leben, gibt es zwei Seiten. Daß im Namen des Papstes und der Kirche gerade in Südamerika Grausamkeiten passiert sind steht außer Frage, hat aber nur indirekt etwas mit dem Thema hier zu tun. Auch im Namen des Islam sind Gräueltaten passiert, und das ohne zentrale Leitfigur. Ich denke dabei, lieber Wolf, u.a. an die grausame Zwangsislamisierung der berberischen Marokkanerbevölkerung durch die Araber. (Tausende wurden niedergeschlachtet, die sich nicht Zwangsbekehren ließen.) Ähnliches ist auch im Christentum passiert. Ihr seht, so etwas hat nichts mit einer vorhandenden Leitperson zu tun. Es ist mit und ohne passiert.
Die Idee meines Vorschlages war eine Lösung zu finden, wie der Islam sich in Zukunft glaubhaft und dauerhaft von radikalen Kräften befreien kann. Dies wäre ein Beitrag in die Richtung, daß in Situationen wie jetzt, nicht gleich pauschal der gesammte Islam kriminalisiert wird.
Natürlich, Umniya, da hast Du ein gutes Beispiel genannt, hapert es in den islamischen Ländern etwas mit dem Demokratieverständnis. Eine geplante Einführung einer zentralen Machtperson könnte wohlmöglich zu einem nicht absehbaren "Hauen und Stechen" innerhalb des Islam führen. Aber wie gesagt: Alles im Leben hat zwei Seiten.


Thomas


Beste Grüße
Thomas

In Marokko ist alles möglich nur nichts schnell.


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Re: Erste Übergriffe auf Moslems #29677
21/09/2001 17:29
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Salima Offline
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Hallo Indre,

danke für die Klarstellung! Da sieht man mal wieder die tolle Rolle der Medien, hier ein bißchen weg, da was dazu und schon haben wir den Salat.

Vielleicht sind wir zur Zeit alle etwas gereizt, zumindest geht es mir so. Der Diskussionsbedarf der nicht-muslimischen Mitmenschen steigt und ich habe immer das Gefühl, mich noch mehr rechtfertigen zu müssen als vorher.

wa salam
Salima

Re: Erste Übergriffe auf Moslems #29678
28/12/2001 04:56
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Rainer Offline
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Re: Erste Übergriffe auf Moslems #29679
07/01/2002 23:34
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