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Geschichte - Marokko #163735
10/08/2017 15:22
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Deutschland - Salé
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granny_martha Offline OP
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Deutschland - Salé
Mein Mann interessiert sich sehr für Geschichte und Politik. Nicht meine Themen, aber bei zwei Dingen fehlt mir total der Durchblick und ich hätte gerne mal objetive Infos dazu.
Marokko und die Kanarischen Inseln
West-Sahara
Mir kommt alles sooooo subjektiv vor im Netz, wenn es um West-Sahara geht.
Tipps?
Danke!

Re: Geschichte - Marokko [Re: granny_martha] #163736
10/08/2017 16:48
10/08/2017 16:48
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Errachidia, Marokko
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Thomas Friedrich Offline
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Errachidia, Marokko
Hallo Martha.

Zur Zugehörigkeit der Westsahara zu Marokko möchte ich nachfolgend die Ausführung des deutschen Rechtswissenschaftlers Dr. Clemens Amelunxen veröffentlichen:



----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Zur rechtsgeschichtliche Entwicklung der Westsahara im Spiegel der marokkanischen Geschichte

Unter der “Westsahara” ist hier das Gebiet der früherenspanischen Kolonie “Sahara Occidental” (Sagya-al-Giya und Rio de Oro) zu verstehen, das heute in vier marokkanische Provinzen gegliedert ist. Es erstreckt sich als langer Schlauch an der Atlantikküste von Tarfaya über Kap Bojador bis Nouadibou. Im Norden stößt es an das marokkanische Kernland, im Süden an Mauretanien und im Osten an Algerien. Die Landgrenzen verlaufen eher willkürlich - als Erbschaft des Kolonialzeitalters, wie auch bei anderen afrikanischen Territorien - teils gezackt, teils linear abgeknickt quer durch die Wüste.
Die Westsahara umfaßt 273.000 Quadratkilometer. In dem sonst unfruchtbaren Gebiet gibt es reiche Phosphat- und andere Mineralvorkommen; auch ist die Küstenfischerei eine wichtige Erwerbs- und Ausfuhrquelle. Bei der letzten spanischen Volkszählung von 1974 waren 70.000, meist nomadisierende Einwohner zu verzeichnen. Diese Zahl ist auf über 200.000 angestiegen - zurückzuführen auf Seßhaftmachung, natürliche Vermehrung durch Sozial- und
Gesundheitsmaßnahmen der marokkanischen Regierung sowie Rückkehr von Flüchtlingen, die vor der spanischen Fremdherrschaft geflohen waren. Als größere ortsfeste Siedlungen sind nur die Provinzhauptstädte Al Aiun (Laayoune), Boujdour, Smara und Dakhla (früher spanisch: Villa Cisneros) zu nennen. Al Aiun ist auch der Sitz des marokkanischen Appellationsgerichts für die saharischen Provinzen.
Bis zum Beginn des Kolonialzeitalters gehörte die Westsahara - ebenso wie der saharische Westen der heutigen Republik Algerien und das gesamte Gebiet der heutigen Republik Mauretanien - unstreitig zu Marokko, dessen Südgrenze damals am Senegal-Fluß lag. Das stand auch später nicht nur auf dem Papier. Die marokkanische Herrschaft wurde auch faktisch ausgeübt. Die Sultane ernannten Kaids
(Verwaltungsbeamte) und Kadis (Richter) für die Westsahara, stationierten fallweise dort Militär, erteilten Anweisungen und erhielten Berichte. Dafür gibt es bis heute eine Vielzahl urkundlicher Beweise. Im 17. und 19. Jahrhundert haben marokkanische Sultane (Moulay Ismael und Moulay Hassan)
die saharischen Gebiete sogar persönlich bereist und inspiziert. Die legitime Herrschaft der Sultane in der Westsaharagründete sich - und beruht auch heute noch - auf der “Baya”,dem Huldigungseid der einheimischen Bevölkerung. Nach islamischem Rechtsverständnis ist die “Baya” nicht nur eine
religiöse Zeremonie, mit der ein Sultan als “Führer der Gläubigen” anerkannt wird, sondern auch ein juristisches Gelöbnis, durch das weltlich-staatlicher Gehorsam versprochen wird. Diese Doppelbedeutung der “Baya” gemäß der Scharia-Auslegung ist in Europa vielfach verkannt worden, indem man sie auf ihre geistlich-theologische Funktion verkürzte. Tatsächlich haben die westsaharischen Volksstämme den marokkanischen Sultanen kontinuierlich die Baya” geleistet und sich damit als Untertanen deren Souveränität unterstellt.

An dieser Rechtslage änderte sich nichts, als die europäschen Mächte, hier vor allem Frankreich und Spanien, sich um die Herrschaftsgebiete in Nord- und Westafrika bemühten. DieSultane erteilten ausländischen Wirtschaftsagenten, Fischernund Händlern zwar gewisse Nutzungs- und Niederlassungsrechte an der westsaharischen Küste, traten aber keineswegs die eigene Territorialhoheit an fremde Mächte ab. In marokkanischen Handelsverträgen mit den USA
(1786) und Großbritannien (1856) wurde die Souveränität derSultane über die Westsahara ausdrücklich von den beteiligtenStaaten anerkannt.
Selbst in einem Geheimabkommen von 1904 zwischen Frankreich und Spanien, in dem beide Staaten “Einflußzonen” in Marokko vereinbarten und die Westsahara Spanienzuwiesen, war festgehalten, daß die “Integrität Marokkos unter
der Souveränität des Sultans” respektiert werden sollte. Übrigens hat Marokko diesen Vertrag, der ohne seine Beteiligung zu seinen Lasten von Dritten geschlossen wurde(“res inter alios acta”) niemals als für sich verbindlichbetrachtet. Da aber die Macht der Sultane damals durch Stammesfehden geschwächt und der Staat inzwischen schon auf allen Landseiten von französischen Kolonien umgeben war, so konnte man sich praktisch kaum gegen die schwerwiegenden Folgen des französisch-spanischen Einvernehmens und Zusammenwirkens zur Wehr setzen.

Diese Folgen traten ein, als Sultan Moulay Hafid die Akte von Algeciras (1906) und dann den Vertrag von Fes ( 1912) unterschreiben mußte. Die Inhalte sind bekannt: Die StadtTanger wurde internationaler Verwaltung unterstellt; der mittelmeerische Küstenstreifen des Rif, die Stadt Ifni und die
Provinz Tarfaya wurden spanische Schutzgebiete, und das gesamte übrige Sultanat hatte sich dem französischen Protektorat zu unterwerfen.
Auf der Grundlage dieser Machtverteilung konnten Frankreich und Spanien nun, noch im Jahr 1912, einen glatten Völkerrechtsbruch begehen. Sie vereinbarten, daß die Westsahara als Kolonie an Spanien fallen sollte. Das war ein Verstoß nicht nur gegen international anerkannte Regeln des “jus gentium”, sondern auch gegen den französisch-marokkanischen Protektoratsvertrag. Denn die Westsahara
gehörte nach wie vor zu Marokko, das zwar seine Souveränität verloren hatte, aber doch ein autonomer Staat geblieben war und dem französisch-spanischen Abkommen keineswegs zustimmte, auch diesmal überhaupt nicht konsultiert worden war. Frankreich aber konnte als bloßer Protektor Marokkos
nicht mehr Rechte übertragen als ihm selbst zustanden. Es hatte durchaus nicht die Befugnis, einen Teil des von ihm
protegierten, weiterhin als Völkerrechtssubjekt bestehenden Staates an einen Drittstaat, schlicht “abzutreten”.
Die Proteste des Sultans blieben ohnmächtig, und diefolgenden Jahrzehnte erlebte die Westsahara in kolonialer Abhängigkeit von Spanien - das für die Entwicklung des Territoriums so gut wie nichts leistete, selbst die Verwaltung von den vorgelagerten Kanarischen Inseln aus betrieb, und das
Gebiet eigentlich nur als Pufferzone zum Schutz dieser Inselgruppe betrachtete. Die “Baya”, die den marokkanischen
Sultanen wiederholt insgeheim dargeboten wurde, galt nun als Hochverrat gegen die Kolonialmacht, und in den Jahren der Franco-Ära flüchteten tausende Saharauis nach Marokko, das sie als ihr Vaterland ansahen.

Internationaler Schiedsspruch
Erst 1955, nach der triumphalen Heimkehr des Sultans Sidi Mohammed V. aus dem französischen Exil, begann sich das
Blatt zu wenden. Der Protektoratsvertrag von Fes wurde einvernehmlich aufgehoben. Marokko war wieder ein souveräner Staat geworden. Das spanische Protektorat im Norden wurde beseitigt, das internationalisierte Tanger kehrte ebenfalls in den Heimatstaat zurück.1958 folgte die Provinz
Tarfaya und 1969 die Stadt Ifni am Atlantik. König Hassan II. setzte die legitime Rückgewinnungspolitik seines Vaters erfolgreich fort.
Unerlöst blieb vorerst nur die Westsahara, aber Marokko war hartnäckig bei der Verfolgung seiner traditionellen Ansprüche gegen Spanien. Die Verhandlungen vor der UNO führten zu einer (von Spanien provozierten) höchstrichterlichen Entscheidung. Der Internationale Gerichtshof in Den Haag
erkannte am 16.10.1975 das Recht Marokkos auf Rückgliederung seiner saharischen Provinzen im Prinzip an.
Der Hof erklärte, daß die Westsahara zur Zeit ihrer Kolonisierung durch Spanien keineswegs “Niemandsland” (terra nullius) gewesen sei, und daß zwischen ihren Einwohnern und dem marokkanischen Sultan andauernde
juristische und lehnsmäßige Beziehungen (“legal ties and allegiances”) auf Grundlage der “Baya”, der staatlich-religiösen Huldigung, bestanden hätten.
Die erste Feststellung war so bedeutsam wie die zweite. Wäre die Westsahara früher “terra nullius” gewesen, so hätte diespanische Inbesitznahme eines solchen Niemandslandes mehrals den Schein der Legalität erhalten, es hätte sich dann um originären Eigentumserwerb gehandelt, und das Land wäreselbst nach seiner Freigabe durch Spanien in den alten Zustand zurückgefallen - mit der Folge, daß sich dort unkontrolliert jede beliebige Staatsgewalt hätte etablieren können (auch eine etwa von Spanien selbst berufene Nachfolge-Staatsgewalt).
Allerdings: Die Eingeborenen der Westsahara hätten zur Zeit der Entscheidung des Internationalen Gerichtshofs einen Staat
aus eigenem Recht nicht formieren können, denn sie waren damals (1975) ganz überwiegend nichtseßhafte Nomaden, und solche sind nach den Grundsätzen des Völkerrechts unfähig zu anerkannten Staatsbildungen. Aber diese Frage war dem Gerichtshof nicht einmal hilfsweise zur Entscheidung
vorgelegt worden. Wir werden auf sie noch zurückkommen. So jedenfalls war eindeutig geklärt, daß die Westsahara stets (zumindest) “rechtlich, Bindungen zu Marokko hatte, und damit lag es auf der Hand, daß - nach Beseitigung des Kolonialismus in aller Welt - eben diese Bindungen erneuert und fortgesetzt werden mußten. Spanien hat den internationalen Schiedsspruch formell respektiert und sich bereit erklärt, seine illegitime Kolonialherrschaft
über die Westsahara aufzugeben. Das bedeutete noch keineswegs, daß es auch die Ansprüche Marokkos auf das Territorium anerkannte; vielmehr haben gewisse politische Kreise in Spanien gerade damals die Bewegung “Frente Polisario” (die ja nicht zufällig einen
spanischen Namen trägt) unterstützt. Ein “Niemandsland” hätte die Westsahara mit Sicherheit nicht lange bleiben können - wenn sie denn jemals ein solches gewesen wäre. Der “Grüne Marsch” und die Folgen. Aber die Zeit war nun reif geworden für den “GrünenMarsch”, mit dem König Hassan II den Herrschaftswechsel und das historische Ereignis der saharischen Heimkehr ins öffentliche Bewußtsein heben wollte. Vom 6. bis 11. l 1.1975
zogen 350.000 marokkanische Bürger als Freiwillige - unbewaffnet, betend und singend - in die einstige spanische Kolonie ein.
Wenn dieses vielleicht eindrucksvollste Ereignis der jüngeren marokkanischen Geschichte nach den Worten des Königs “eine zeremonielle Pilgerschaft, ein Friedensmarsch geistigen, patriotischen und sportlichen Charakters” war, so wies der Monarch ebenso mit Grund darauf hin, daß der Marsch auch eine erhebliche völkerrechtliche und verfassungsjuristischeBedeutung hat. Denn in seinem Aufruf hieß es weiter: “Geliebtes Volk, Du wirst alten marokkanischen Boden, der Dir seit jeher gehört, wieder in Besitz nehmen”. Damit war betont, daß es nicht allein der König als Empfänger der
“Baya” war, sondern gleichermaßen das Volk, das seinen Staat in den spätmittelalterlichen Grenzen wiederherstellte - für islamisches Rechtsdenken keine ungewohnte Vorstellung, denn ohne die “Baya” (des gläubigen Staatsvolks) kann und darf ein Sultan nicht regieren.

Es muß heute als ein Treppenwitz der Geschichte erscheinen, daß mit dem Madrider Vertrag vom 14.11.1975 die
Westsahara willkürlich aufgeteilt wurde, indem Marokko nur die nördliche, Mauretanien aber die südliche Hälfte des Gebiets erhalten sollte. Die islamische Republik Mauretanien, (deren Gebiet früher einmal selbst zu Groß-Marokko gehört hatte) konnte keinen einzigen juristisch-historischen Grund für ihre Ansprüche auf nördliche Ausdehnung ins Feld führen. Für diesen Wüsten-Staat eines der ärmsten Länder der Erde -zeigte sich bald, daß das begehrliche politische Auge größer gewesen war als der wirtschaftliche Magen. Mauretanien war mit der Verwaltung und Erschließung des neuen Territoriums derart überfordert, daß es schon 1979 “seine” saharische Zone, in der es ohnehin nichts verloren und nichts zu suchen hatte, freiwillig an Marokko abtrat. Fragen des Selbstbestimmungsrechts. Zur Begründung ihres Anspruchs auf einen separaten “saharauischen Staat” beruft sich die Polisariobewegung auf das sogenannte Selbstbestimmungsrecht der Völker. Dies nun ist ein vieldeutiger, eher politischer als juristischer Begriff. Er besagt keineswegs, daß jeder auch noch so kleinen Volksgruppe das Recht auf eigene staatliche Organisation genuin zusteht. Wäre das so, dann müßte beispielsweise die Russische Föderative Republik - das Überbleibsel der zerfallenden Sowjetunion - nach völkerrechtlichen Prinzipien weiterhin in zwei Dutzend selbständige Staaten zerlegt werden. Denn diese Republik beherbergt, neben den “Großrussen”, nicht weniger als 23 nationale Minderheiten -deren kleinste das nur 800 Seelen umfassende Volk der Ewenken in der Taiga ist. Es ist gewiß keine Frage, daß hier vielleicht beschränkte Autonomie in gewissen Bereichen des öffentlichen Lebens, aber niemals souveräne Staatlichkeit zurechtfertigen ist.
Seit 1975 wird Marokko die Souveränität über die Westsahara weder von Spanien noch von Frankreich ernsthaft streitig gemacht - mit der Maßgabe, daß beide Staaten jedenfalls keinerlei eigene Hoheitsansprüche in diesem Gebiet mehr verfolgen. Die Widerstandsbewegung
“Frente Polisario” wurde zwar, wenngleich nicht offiziell, auch von spanischer und französischer Seite diskret gefördert, aber die massiv offene Unterstützung kam doch, verstärkt seit 1979, von der Republik Algerien. Man kann die Polisario schwerlich als “eingeborene” Bewegung bezeichnen, obwohl sie für die “Befreiung der Eingeborenen” zu kämpfen vorgibt. Sie selbst hat ihr Hauptquartier, ihre siedlungsmäßigen und logistischen Schwerpunkte eindeutig in Algerien, dessen westliche Grenzgebiete ihr auch als Rückzugs-, Rekrutierungs- und Ruheräume dienen. Zum Schutz gegen das Einsickern der Polisario in die befriedeten saharischen Provinzen hat Marokko einen Festungswall (“le mur”) an der Ostgrenze zu Algerien errichtet, wo ein nicht geringer Teil der marokkanischen Armee weiträumig patrouilliert oder in kleinen Forts auf bewaffnetem Posten steht.
Es ist mehr als zweifelhaft, ob es ein indigenes “saharauisches Volk” überhaupt gibt. Die gesamte Sahara wurde früher und wird größtenteils heute noch - von Nomaden bewohnt, die, wie bereits bemerkt, nach völkerrechtlichen Grundsätzen einen “Staat” gar nicht gründen können, solange sie eben nicht seßhaft geworden sind. Bezeichnenderweise kämpft die Polisario selbst nicht für einen großsaharauischen Staat, dem dann ja auch die in Algerien, Mauretanien, Mali und Senegal lebenden Saharauis angehören müßten, sondern für einen Separatstaat nur auf alt- und neumarokkanischem Boden.
Diese Unlogik ist durchsichtig genug. Und es kommt die Tatsache hinzu, daß diejenigen Saharauis, die auf diesem Boden seßhaft geworden sind, sich ganz überwiegend als Marokkaner fühlen; aus welchem Grund sonst hätte etwa der Groß-Stamm der Tekna dem jetzigen König von Marokko ausdrücklich den Huldigungseid der “Baya” geleistet?

Das Problem der Kolonialgrenzen
Noch weniger durchschlagend ist das letzte hier zu erwähnende Argument der Polisario, das an den Begriff “Unverletzlichkeit der Kolonialgrenzen” anknüpft. In der Charta der Organisation der afrikanischen Staaten(OAU) von 1963 ist ein Prinzip verankert, das schon früher auf die zwischenstaatlichen Beziehungen der Länder Südamerikas angewandt wurde und dort als “Utipossidetis-Doktrin” bezeichnet wurde. Es bedeutet, daß die afrikanischen Staaten untereinander diejenigen Grenzen respektieren sollen, die von den europäischen Kolonialmächten in den betreffenden Gebieten gezogen wurden und Geltung hatten. Abgesehen davon, daß Marokko seinerzeit einen (völkerrechtlich zulässigen und von den übrigen Vertragsstaaten stillschweigend anerkannten) Rechtsvorbehalt gegen diese Klausel der OAU eingelegt hatte, ist das Prinzip auch praktisch kaum beherzigt und angewandt worden. Auseinandersetzungen und sogar Kriege um die “überkommenen” Grenzen wurden geführt zwischen Libyen und Tschad. Äthiopien und Kenia, Mali und Mauretanien, Mali und Burkina Faso (früher Obervolta), Ruanda und Burundi, Tansania und Malawi, Niger und Benin. Die
Binnenstaaten Swasiland und Lesotho erstreben Zugänge zum Indischen Ozean im Wege von Landkorridoren durch die Republik Südafrika, Zaire möchte zwecks Verbreiterung seiner Meeresgrenze den angolanischen Cabinda-Zipfel gewinnen, und Somalia beansprucht die äthiopische Südprovinz Ogaden, die zwar von Somalis bewohnt wird, aber selbst zur Zeit der italienischen Herrschaft nie zur “Kolonie Somaliland” gehört hatte. Die politische Landkarte Afrikas sieht heute schon wesentlich anders aus als zu der Zeit, in der die europäischen Kolonialmächte den Kontinent verließen und die heutigen Staaten ihre Unabhängigkeit gewannen. Juristisch betrachtet, dürfte die OAU-Klausel auf den westsaharischen Konflikt ohnehin nicht anwendbar sein. Denn sie bezieht sich ausschließlich auf die Grenzen zwischen bestehenden (!) Staaten, deren territoriale Integrität auf dem bisherigen Gebiet ja bewahrt bleiben sollte. Die Klausel verbietet aber keineswegs die Rückgliederung eines nichtstaatlichen Territoriums in einen Staat, dem es früher - unterbrochen durch koloniale Abhängigkeitangehört hat. Es läßt sich im Gegenteil die Auffassung vertreten, daß der Anschluß der Westsahara an Marokko gerade durch die Grenzklausel gerechtfertigt wird. Denn es wird damit ein Staat exakt in den Grenzen, die ihm durch Kolonisierung abhanden gekommen waren, wiederhergestellt - womit eine Grenzverletzungeben nicht “begangen”, sondern umgekehrt “geheilt” würde. Warum keinen großsaharauischen Staat?
Ein Abriß der rechtsgeschichtlichenEntwicklung Marokkos nach den Aufzeichnungen des Rechtswissenschaftlers Dr. Clemens Amelunxen. Der Verfasser des folgenden, an dieser Stelle nur verkürzt behandelten Abriß, betrifft die über vielen Jahre verfolgten Untersuchungen von Dr. Clemens Amelunxen, (1927 - 1995).
In über 20 Veröffentlichungen und über 300 Einzelarbeiten beschäftigte er sich mit Themen der Geschichte, des Staatsrechts, der Kriminologie und des Prozeßrechts. Er war lange Jahre Vorsitzender Richter (Senatspräsident) am Oberlandesgericht Düsseldorf. Nach einem Studium der Rechtswissenschaft und Theologie in Deutschland, Frankreich und USA wurde er zum Ehrenmitglied des Universitätsinstituts für Rechtsvergleichung und Auslandsrecht ernannt.

17.12.2010
Laâyoune‘s Ereignisse stellen den Beweis auf, dass Polisario keine Pläne vorrätig hat, die dem Autonomie- Vorschlag entgegenwirken könnten (ägyptische Zeitung) Die Ereignisse von Laâyoune stellen den Beweis auf, dass die Polisario kein politisches Programm vorrätig hat, das dem vom Marokko unterbreiteten Autonomie-Vorschlag entgegen wirken könnte, stellte die ägyptische Zeitung Rose El Youssef fest. "Die Ereignisse von Laâyoune stellen klaren Beweis auf, dass Polisario wieder einmal nicht in der Lage ist, bis zum Ende ohne Unterstützung Algeriens auszukommen (..) und dass sie bei jedem politischen Projekt ist, wodurch sie den marokkanischen Autonomie-Vorschlag etwas durchkreuzen könnte", sagte der Autor des Zeitungsartikels, das den Titel
"Revidierung der Konten in der Maghreb-Region" trägt. Der Artikelautor "Khairallah Khairallah", äußerte, dass Polisario und Algerien dazu erzwungen wurden, auf Gewalt Rückgriff zu machen, um aus der Sackgasse, die sie ausgelöst haben, herauskommen zu können.
Er sagte, dass die Front der Separatisten und Algerien die Tatsache ignoriert haben, dass "der Krieg in der Sahara im Jahr 1985 "mit einem marokkanischen milit ärischen Sieg“ zu Ende ging, und stellte fest, dass es unmöglich geworden ist, "das Rad der Geschichte zurückzudrehen." Unter Verweis auf den "Rückschlag" in Algerien während des Kalten Krieges und in dessen Guerillakrieg gegen die marokkanische Armee, betont der Artikel, dass diese algerischen Manövrierungen die Bands in Laayoune infiltriert und unterstützt haben, die Gutgläubigkeit der marokkanischen Behörden instrumentalisierend." Für den Autor des Artikels, haben die Ereignisse des Lagers Gdiem Izik nicht nur "den Krieg Algeriens gegen Marokko und Polisario im Einsatz separatistischer Gewalt unter Beweis gestellt, und die "Rolle der Spanier in der Herausposaungung falscher Informationen und falscher Fotos entlarvt", sondern sie haben auch aufgedeckt, dass diesejenigen " immer noch auf eine Reihe Illusionen wetten."
Der Autor stellte fest, dass der marokkanische Autonomieplan in den südlichen Provinzen den aufrichtigen Willen zu einer Lösung und zur Initiierung der regionalen Zusammenarbeit, in Erwiderung auf das Phänomen des Terrorismus und des Extremismus sowie der Bekämpfung der Armut, widerspiegelt. Im Rahmen des Kampfes gegen den Terrorismus im marokkanischen Gebiet, hebt der Artikel die engstehenden Verbindungen zwischen Polisario, dem internationalen Terrorismus und dem Drogenhandel hervor, nebenstehend feststellend, dass der marokkanische Vorschlag eine Initiative bereitstellt, die für jede Partei retthaft sein könnte. Der Autor hielt auch für unnötig, nur mit der Unterstützung der USA in ihrem Kampf gegen den Terrorismus in Abwesenheit der regionalen Zusammenarbeit und der Koordinierung zwischen den Ländern in der Region zurechnen. "Es ist für ein Land wie Algerien von Nachteil, inakzeptabel und verwerflich, sich mit Terrorismus zu befassen. Das muss mit Nachdruck und Festigkeit verurteilt werden und ist deswegen nicht hinnehmbar."

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Ich persönlich finde den Bericht sehr interessant, wenn auch ich mich nicht unbedingt damit identifizieren kann.
Eine "Baya", also ein Versprechen auf alle Ewigkeit, als Grundlage/Rechtsanspruch der Zugehörigkeit der Westsahara zu Marokko zu machen, ist meiner Meinung nach weit hergeholt.

Wenn jemand ein "Versprechen auf alle Ewigkeit" oder "ewige Treue" gibt, so kann dies nur so lange gelten, wie die versprechende Person lebt und das Versprechen darf keine Gültigkeit/Verpflichtung/Bindung für dessen Nachfahren haben!
Wenn im Mittelalter die Stammesfürsten im Saharagebiet den marokkanischen Sultanen "ewige Treue" versprachen, dann kann man sich heute auch nicht unbedingt darauf berufen. Entscheidend ist das, was die heutigen Bewohner des Gebietes möchten, denn deren Interessen können ganz andere sein, als die von deren Vorfahren.


Beste Grüße
Thomas

In Marokko ist alles möglich nur nichts schnell.


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Re: Geschichte - Marokko [Re: granny_martha] #163737
10/08/2017 17:21
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Hier zwei Links zu Thema Westsahara aus marokkanischer Sicht:

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Re: Geschichte - Marokko [Re: Thomas Friedrich] #163738
10/08/2017 17:39
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Antwort auf:
Ich persönlich finde den Bericht sehr interessant, wenn auch ich mich nicht unbedingt damit identifizieren kann.
Eine "Baya", also ein Versprechen auf alle Ewigkeit, als Grundlage/Rechtsanspruch der Zugehörigkeit der Westsahara zu Marokko zu machen, ist meiner Meinung nach weit hergeholt.

Wenn jemand ein "Versprechen auf alle Ewigkeit" oder "ewige Treue" gibt, so kann dies nur so lange gelten, wie die versprechende Person lebt und das Versprechen darf keine Gültigkeit/Verpflichtung/Bindung für dessen Nachfahren haben!
Wenn im Mittelalter die Stammesfürsten im Saharagebiet den marokkanischen Sultanen "ewige Treue" versprachen, dann kann man sich heute auch nicht unbedingt d


Dieser Logik nach sind dann auch Verträge, wie z.B. der Beitritt der Bundesrepublik 1955 in die Nato nicht mehr bindend, weil Adenauer inzwischen nicht mehr lebt?


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Re: Geschichte - Marokko [Re: whatshername61] #163739
10/08/2017 18:37
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Das mit dem Treue-Eid verstehen halt nur Muslime auf Anhieb. Mir war der Bericht ehrlich gesagt etwas langatmig, aber das wesentliche habe ich erfasst. Bei der riesen Demo in Rabat war ich auch unbeabsichtigt mitten drin und habe live mitbekommen, wieviel das Gebiet den Marokkanern bedeutet.
Wenn ich die Jahreszahlen so ansehe, deckt sich da einiges mit der Geschichte des Rif. Krieg ist ein politischer Machtkampf ausgetragen zum Leid der Bevölkerung.
Bleibt noch die Frage, wie das mit den Kanarischen Inseln gelaufen ist.

Re: Geschichte - Marokko [Re: granny_martha] #163740
10/08/2017 18:51
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Auf den Kanaren lief es, wie überall in der Kolonialzeit. Ursprünglich bewohnt von den Amazight wurde versklavt, getötet und vertrieben, wer sich nicht beugte. Die übrig gebliebe Bevölkerung, vorwiegend Frauen, mischte sich später mit den Eroberern.


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Re: Geschichte - Marokko [Re: whatshername61] #163741
10/08/2017 19:58
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Also kam die ursprüngliche Bevölkerung aus Gebieten des jetztigen Marokkos?

Re: Geschichte - Marokko [Re: granny_martha] #163742
10/08/2017 23:28
10/08/2017 23:28
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Nein, die Ureinwohner der Kanaren waren Guanchen.
Vergl. Wikipedia.
https://de.wikipedia.org/wiki/Guanchen
und dieser Aufsatz:
http://atlantisforschung.de/index.php?title=Erstaunliche_%22Steinzeitmenschen%22_Zur_Herkunft_der_Guanchen_und_Mahorero

Last edited by omar11; 10/08/2017 23:30.
Re: Geschichte - Marokko [Re: omar11] #163744
11/08/2017 00:25
11/08/2017 00:25
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Dein zweiter Link funktioniert nicht.

Warum verneinst du das? Selbst dein Link spricht von einer Sprachgruppe der Guanchen zum Tamazight und einer Besiedlung aus Richtung Sahara und Nordafrika.
Wenn wir dann schon bei Wikki sind Link
Auch das lässt darauf schließen, dass es sich um Vorfahren der Bevölkerung des Gebietes der Imazightenstämme des heutigen Marokko handelt.

weiterführender Link


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Re: Geschichte - Marokko [Re: granny_martha] #163745
11/08/2017 00:28
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Martha,

Antwort auf:
Das mit dem Treue-Eid verstehen halt nur Muslime auf Anhieb.


Dann bin ich ab sofort Muslima lachen5


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Re: Geschichte - Marokko [Re: whatshername61] #163746
11/08/2017 06:32
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Genau! lenguas guanches
Das Fettgedruckte ist klar, auch ohne Spanisch zu können.
die Guanchen


LG
Re: Geschichte - Marokko [Re: whatshername61] #163747
11/08/2017 08:45
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https://www.heise.de/tp/features/Gentest...en-3383129.html
Vielleicht ist alles doch etwas komplizierter?

Last edited by omar11; 11/08/2017 09:00.
Re: Geschichte - Marokko [Re: omar11] #163752
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Logisch wäre es, dass Fischer der Küstenregion gegenüber irgendwann die Inselgruppe, welche bei guten Tagen sogar in Sichtweite liegt, besiedelt haben. Und Deutsch hat ja auch viele Dialekte. Könnte also wahrscheinlich sein, dass die Berber der Insel im Laufe der Jahre einen eigenen Dialekt entwickelt haben. Und Entdeckt wurden die Guanchen später auch wieder von Berbern. Der Spanier kam also sehr viel später.

@whatshername: Naja, Thomas hat sich mit der Religion in Marokko nicht anfreunden können. Aus welchen Gründen auch immer. Und es ist nie zu spät den Islam anzunehmen wink Ein Basiswissen ist offensichtlich schon vorhanden.

Ich war schon öfter auf den Kanaren, aber irgendwie bleibt bei mir immer nur selektiv etwas hängen. Zum Beispiel essen Guanchen nur grüne Tomaten, rote verfüttern sie an Tiere als wären sie schlecht.

Re: Geschichte - Marokko [Re: granny_martha] #163753
11/08/2017 09:57
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whatshername61 Offline
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Original geschrieben von: Martha
Naja, Thomas hat sich mit der Religion in Marokko nicht anfreunden können. Aus welchen Gründen auch immer.


Er hat eine Marokkanerin geheiratet. Dazu müsste er eigentlich Muslim sein. Das heißt, er hat die Schahada das Glaubensbekenntnis ausgesprochen:

“Ich bezeuge: La ilaha illa Allah, Muhammad rasul Allah.”

Jetzt tritt er immens dagegen auf. Er hat ergo gelogen, um einen Vorteil zu bekommen, seine Frau.
Die Frage, die Muslime dieses Forums schon öfter stellten: Weiß seine Umwelt, wie er wirklich zu Marokko und zum Islam steht?


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Re: Geschichte - Marokko [Re: whatshername61] #163755
11/08/2017 10:08
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Original geschrieben von: whatshername61

Martha,

Antwort auf:
Das mit dem Treue-Eid verstehen halt nur Muslime auf Anhieb.


Dann bin ich ab sofort Muslima lachen5


...was Du ohnehin seit Geburt bist, falls Du nicht irgend ein christliches Sakrament bekommen hast,Jeder Mensch wird als Muslim geboren, weil Mohammed der letzte Prophet ist.

Irgendwelche obskuren Ansprüche irgendwelcher Spinner auf Gebiete des Nachbarlandes findet man in vielen Ländern , aus sprachlichen Gründen, kulturellen, historischen Gründen. erscheckende Beispiele gibt es in former Jugoslavien, östlich Deutschlands/Kresy, getoppt von der Vorstellung Mussolinis auf Anspruch Italiens auf alle Anrainer des mare nostrums

Und so gibt es natürlich auch in Marokko und Spanien Eiferer, die jeweils von ihrer Warte einen Anspruch auf das südlcihe marokkanische Gebiet redklamieren: Spanien aufgrund der linguistischen Ähnlichkeit der Sprache der Berber mit der der Kanaren (Mussolini lässt grüßen, Ähnlichkleit der romanmsichen Sprachen) und Marokko, weil die früher dort lebenden Berber durch die Verbindung mit den Kanaren sich lediglich lingusitisch an die Spanier assimiliert haben.


Was ist Berber ? Berber ist lediglich eine nebulöse Volksbezeichnung, am ehesten zu vergleichen mit dem Begriffen Germanen, Slaven oder Romanen, als in einem bestimmtenn Gebiet Europas lebend, ohne besondere Differenzierung:
Dass der Begriff aus einer antiken Hybris von Griechen und Römern stammt, und Barbaren meint, ist bedauerlich

Ob es vor der lingustischen Beeinflussung der Berbersprachen mit den Sprachen auf den Kanaren eine davon losgelöste eigene Berbersprache gegeben hat, ist warscheinlich.

Wir werdem doch in unserem Land Zeuge der Überflutung z. B. mit Anglizismen und Amerikanismen , auch mit Übernahme der anderen wortspezifischen Endungen, die es im Deutschen nichtg gibt ( going, booking, lokaischon und viele mehr) Lese ich z.b. Sendehinweise in Zeitungen, so ist das lingusitisch
verständlich aber kein reines Deutsch mehr.
Sich mit Anglizismen zu schmücken gilt vielfach als libveral, weltoffen, auch als mehr Schein als Sein. ähnlich war es in der napoleonischen Zeit, in der z.B. nicht gesprochen sondern parliert wurde.
Ähnlich kann es beim Aufeinadertreffen der Berber und der Kanaren gewesen sein, als die Berber die Kanaren als eine nachahmendswerte Ethnie ansahen, ähnlich, wie wir bei uns partiell und auch temporär die amerikanische Kultur als erstrebenswertes Vorbild ansahen.


ALLE wie auch immer begründete Ansprüche auf Gebiete eines anderen Landes endeten IMMER inChaos und Krieg. IMMER !!

Last edited by ferbitz; 11/08/2017 10:25.
Re: Geschichte - Marokko [Re: Thomas Friedrich] #163756
11/08/2017 10:48
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Der Aufsatz des Dr. Amelunxen ist teilweise schwammig und inkorrekt.

Die Herrschaft Marokkos über die Westsahara war unstreitig? MA hatte die Karawanenwege im Küstenstreifen gesichert und dort Brunnen angelegt. Von einer Durchdringung der Fläche und somit Herrschaft über das Land kann man nicht reden. Das war Bled-es-Siba, der Sultan hatte eine sehr eingeschränkte bis keine Macht. Es ist historisch belegt, daß südlich des Oued Noun bis ins 20. Jh. hinein ein Schutzbrief des Sultans nichts wert war.

Marokko in seiner größten Ausdehnung vom Senegal bis zum Ebro wurde von einer sahraouischen Dynastie geschaffen, den Almoraviden/Almoraviden. Man sieht, die historischen Grundlagen sind verzwickt, es ist nicht zu erkennen, warum Mauretanien eigenständig ist und die Westsahara nicht.

Weiterhin frage ich mich, wie kann man seriös über die rechtliche Situation dort sprechen, ohne Ma El Ainin und El Hiba zu erwähnen? Der eine oder andere Vertrag fehlt auch, es sind die Lücken, sie mir hier so auffallen.


Wer mehr wissen will, dem empfehle ich: Frank E. TROUT, Morocco's Saharan Frontiers, Genf, 1969

Josef SCHRAMM, Die Westsahara, Freilassing 1969

Karl RÖSSEL, Wind, Sand und (Mercedes-) Sterne ISBN 3-927905-44-5

Noch Mal zur Argumentation des Rechtswissenschaftlers:
Antwort auf:
Es ist mehr als zweifelhaft, ob es ein indigenes “saharauisches Volk” überhaupt gibt. Die gesamte Sahara wurde früher und wird größtenteils heute noch - von Nomaden bewohnt, die, wiee bereits bemerkt, nach völkerrechtlichen Grundsätzen einen “Staat” gar nicht gründen können, solange sie eben nicht seßhaft geworden sind. Bezeichnenderweise kämpft die Polisario selbst nicht für einen großsaharauischen Staat, dem dann ja auch die in Algerien, Mauretanien, Mali und Senegal lebenden Saharauis angehören müßten, sondern für einen Separatstaat nur auf alt- und neumarokkanischem Boden.
Diese Unlogik ist durchsichtig genug. Und es kommt die Tatsache hinzu, daß diejenigen Saharauis, die auf diesem Boden seßhaft geworden sind, sich ganz überwiegend als Marokkaner fühlen; aus welchem Grund sonst hätte etwa der Groß-Stamm der Tekna dem jetzigen König von Marokko ausdrücklich den Huldigungseid der “Baya” geleistet?


Im ersten Teil akzeptiert er kritiklos den Herrschaftsanspruch der Seßhaften (einer der ältesten Konflikte der Menschheit),dann findet er es unlogisch, daß man sich um das Stück Land streitet, das die Spanier Aufgaben, statt gleich noch ein viel größeres Projekt in Angriff zu nehmen? Und scheinbar hat dieses Unschuldslamm noch nie gehört, daß auch Würdenträger käuflich sein können. Darüber hinaus die räumliche Nähe und territoriale Verknüpfung der Weidegründe der Tekna. Die sehen die Situation vielleicht anders als die Oualed Dlim oder Rguibin. Und dennoch eint sie soziokulturelle vieles, sie unterscheiden sich schon erkennbar von den Marokkanern, auch wenn sie mit ihnen und weiteren Teilen NW-Afrikas einen einheitlichen Kulturraum bilden.

Für mich ist das wissenschaftlich getarnte Polemik. War jetzt nur ein Beispiel, der Text ist voll mit Ähnlichem.

Definitiv kein neutraler Text, von sehr einseitigem und sorgfältig gefilterten Informationsgehalt, unnötig aufgebläht durch polemische Seitenverweise.

Ich lese in allen Lagern, alle Meinungen, wer ist schon wirklich neutral? Bin schon froh, wenn Fakten statt Polemik serviert werden.

Viele Grüße
Barbara


Niemandes Herr, niemandes Knecht - so ist es recht!
Re: Geschichte - Marokko [Re: granny_martha] #163757
11/08/2017 13:40
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Antwort auf:
...was Du ohnehin seit Geburt bist, falls Du nicht irgend ein christliches Sakrament bekommen hast,Jeder Mensch wird als Muslim geboren, weil Mohammed der letzte Prophet ist.


Bei diesem Beitrag fällt mir nur der Spruch ein: "Dümmer gehts nimmer"
Dies war sicher mal ein Forum, in dem man sich über Marokko informieren konnte, bestimmt. Wenn ich aber die Beiträge lese, die von einem bestimmten Mitgliederkreis kommen, denke ich, daß Deutsche, die nach Marokko gegangen sind oder sich als Sachverständige in Sachen Marokko verstehen, irgendwie den Blick für die Realität verloren haben. Und dann noch "jeder ist von Geburt an Moslem", kann ich nur sagen: armes Deutschland, deine Bildungspolitik hat total versagt.

Hier stecke ich mich nur mit einem tödlichen Virus an, wenn ich bleibe. Weiterhin viel Spaß bei euren herrlichen, abstrusen Schreibereien.

der kleine gelbe

Re: Geschichte - Marokko [Re: Beldia] #163758
11/08/2017 14:55
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Mir kommt mittlerweile alles schon so ähnlich vor. Liegt vielleicht an meiner Abneigung zu Politik, Krieg, Machtkampf, etc.
Umso mehr ich lese, umso weniger will ich es wissen. Manche Grenzen in Afrika scheinen mit dem Lineal gezogen und andere sind irgendwie auf jeder Karte etwas anders.
Ich lebe dann doch lieber im Hier und Jetzt, lass Vergangenes ruhen und verachte Nationalismus.

Re: Geschichte - Marokko [Re: granny_martha] #163761
11/08/2017 17:30
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Hallo, kleiner gelber,

da hast du ganz recht. Sowas ist geistiger Dünnschiss. Ernst nehmen kann man das schonmal garnicht.
Diese gewisse Personenkreis, den du da ansprichst, wird ja hier geduldet, kann seine Rufmordkampagnen weiterhin durchziehen.
Das ist kein Marokkoforum mehr, sondern nur noch Selbstdarstellungsforum einiger Existenzen, bei denen anscheinend öfters das Hirn kocht.
Mehr Hilfe bekommst du mittlerweile in anderen Marokkoforen oder bei FB, und das ohne Pöbeleien, Dikreminierungen und Massenmobbing.

Gruß

Piet

Last edited by marocmineral; 11/08/2017 17:42.
Re: Geschichte - Marokko [Re: marocmineral] #163762
11/08/2017 17:44
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Der von Ferbitz geschriebene Satz wird von Muslimen so (oder ähnlich) verstanden und sollte deshalb für einen Marokkofreund kein geistiger Dünnschiss sein. Wer sich für das Land allerdings nur als Tourist interessiert, dem reicht es natürlich sich hier zu informieren, wo man im Ramadan Alkohol kaufen und mittagessen kann.


LG
Re: Geschichte - Marokko [Re: marocmineral] #163764
11/08/2017 17:50
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@Gelber & marocmineral

Original geschrieben von: Gelber
Original geschrieben von: ferbitz
...was Du ohnehin seit Geburt bist, falls Du nicht irgend ein christliches Sakrament bekommen hast,Jeder Mensch wird als Muslim geboren, weil Mohammed der letzte Prophet ist.

Bei diesem Beitrag fällt mir nur der Spruch ein: "Dümmer gehts nimmer"


Original geschrieben von: mm
Hallo, kleiner gelber,

da hast du ganz recht. Sowas ist geistiger Dünnschiss.


Ich muss euch enttäuschen. Ferbitz hat recht.

Gemäß der Vorstellung des Islam ist letztendlich jedes Geschöpf ein Muslim, also auch z.B. Sonne, Mond und jedes Atom, da sie Gott ergeben sind. Der Mensch hingegen hat die Freiheit, sich freiwillig in den Gottesdienst zu stellen. Nach Vorstellung des Islam wird auch jedes Neugeborene als Muslim geboren, was der Natur des Menschen (fitra) entspricht, aber dann im Laufe seiner Erziehung evtl. vom Islam entfernt.
Würde man ein Kind alleine lassen, so würde es Allâh in Seiner Einheit erkennend aufwachsen. Aber alle Kinder werden von ihrer Umgebung beeinflusst.
Quelle

Daher hat ein Kind, wenn es geboren wird, einen natürlichen Glauben an Allah. Dieser natürliche Glaube wird im Arabischen als „Fitra“ bezeichnet.
Quelle

Der Prophet sagte auch: „Jedes Kind wird mit der Fitra geboren,..."


Ist nicht gerade taktvoll, die Moderation als dumm und ihren Glauben als Dünnschiss zu bezeichnen, nicht wahr?


When the rich wage war
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Re: Geschichte - Marokko [Re: whatshername61] #163765
11/08/2017 18:02
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So ein Blödsinn. Als was ich geboren bin, habe alleine ich zu entscheiden und nicht irgendein Glaube.
Der "Dünnschiss" bezieht sich doch auf die Schreiberei von Ferbitz.
Was das mit der Moderation zu tun hat, erschließt sich wahrscheinlich nur deinem Hirn.
Aber um das zu verstehen, muss man einen gewissen IQ haben.
Dieser Satz ist doch obig doch als Tatsachenbehauptung eingestellt.

Nicht schon wieder Worte verdrehen und hirnrissige Interpretationen posten. Das hatten wir schonmal und es hat auch nicht funktioniert.

Seit wann ist der Verblitzte in der Moderation?
Erst Gehirn einschalten und dann schreiben.
KLaro?

Was sich eine Religion vorstellt, ist grundsätzlich völlig irrelevant und nur für den real und wichtig, der dem Glauben anhängt.

Piet

Last edited by marocmineral; 11/08/2017 18:15.
Re: Geschichte - Marokko [Re: marocmineral] #163767
11/08/2017 18:14
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Wenn man in einem Marokkoforum schreibt, sollte man aber nicht unbedingt die Mehrheitsreligion dieses Landes verachten. Nicht, dass es verboten wäre, aber taktvoll ist anders.


LG
Re: Geschichte - Marokko [Re: 21merlina] #163768
11/08/2017 18:23
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Wo liest du ein Verachtung heraus?

Kann ich nicht nachvollziehen.

Piet

Re: Geschichte - Marokko [Re: marocmineral] #163771
11/08/2017 18:45
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Daraus, dass der zitierte Satz, also die islamische Sichtweise, als geistiger Dünnschiss bezeichnet wurde.


LG
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