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So wars Marokko+Rucksack+Kinder = SEHR LANG #156247
08/01/2015 10:25
08/01/2015 10:25
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Pony_Huetchen Offline OP
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Pony_Huetchen  Offline OP
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Joined: Jan 2014
Beiträge: 26
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Guten Morgen,
ich poste das mal separat, da meine ursprünglichen Anfragepostings wahrscheinlich schlechter zu finden sind und ich mir vorstellen könnte, dass der ein oder andere doch Interesse an unseren Erfahrungen hat.

Wir waren über den Jahreswechsel gut zwei Wochen mit zwei Kindern (4/7 Jahre) und per Rucksack im Land unterwegs. Den Kindern geschuldet, haben wir nicht komplett auf unseren üblichen Stil (maximale Kostenvermeidung und Nutzung nur öffentlicher Verkehrsmittel oder Trampen) gesetzt und haben sozusagen Backpacking Luxus betrieben.

Zuallerest ein herzliches Dankeschön an Gaby. Viele Mails und Telefonate haben wir geschrieben und geführt. Deine große Hilfsbereitschaft und Deine immer spürbare Liebe zu Land und Leuten waren die beste Reisevorbereitung! "Gaby hat gesagt" war eine stehende wendung und meine Familie hat schon immer gelacht, wenn ich damit angefangen habe rockband

Grundsätzlich ist Marokko hervoragend mit Kindern zu bereisen. Aber das ist ja nichts neues. Ich gliedere das jetzt etwas, damit es leichter zu überfliegen ist.

Verpflegung
Essenstechnisch haben wir ein unkompliziertes kind, das auch die Schnecken auf dem Djemaa el Fna probiert hat und eins das sagt "Bähh im Osaft sind ja Fitzel" Letzteres hat sich von Baguette, Gurke und Fritten ernährt. Letztere gibts irgendwie doch überall. Darum braucht man sich also nicht sorgen.

Eis, das wir sonst gern als Motivationsaussicht nutzen, gibt es eher selten und es ist vergleichsweise teuer. Die meisten abgepackten Eis, die wir (ausserhalb Agadir und Marrakesch) noch fanden, waren schon mal angetaut gewesen und somit eher nicht mehr so lecker. Davon ist also abzuraten. Eisstände mit Kugeleis sind dagegen zwar selten, aber gut.

Wir haben auf frühstück in den Unterkünften verzichtet und uns selbst verpflegt. Die Kosten dafür sind sehr gering, wenn man auf die Angebote in den Soukhs zurückgreift. Fürs nächste Mal würden wir daher komplett auf Unterkünfte mit Kochmöglichkeit achten. Der Vater ist leidenschaftlicher koch und die Frischangebote sind umwerfend. (die Gewürze ja sowieso) Das hat die Kosten bei uns so drastisch gesenkt und viel Spass bereitet, obwohl Essengehen mkt Familie nun auch nicht astronomisch teuer ist.

Alle irgendwie verarbeitete Lebensmittel (Saft, Butter, Fertigsossen etc.) sind dagegen im vgl. zu dt. Preisen sehr teuer.

Von A nach B - Verkehrsmittel
Auf Anraten von Gaby hatten wir einige Wege per Privat-Taxi vorgebucht. Das war ein richtig guter Tipp und hat hervorragend funktioniert. Geschäftstüchtiger Weise hat der Taxiunternehmer uns davon überzeugt seinen Service noch auf weiteren Zwischenetappen zu nutzen. Man sollte sich das wirklich überlegen, da die Tür zu Tür-Reise mit Kindern und Gepäck deutlich entspannter ist. Zudem eben Pinkel- und Reiseübelkeitsbedingte (BERGSTRASSEN...)Pausen individuell möglich sind.
Bustickets müssen im Vorfeld besorgt werden und meist benötigt man dazu auch wieder ein oder mehrere Taxifahrten und die Familie muss sich trennen, wenn man die Kinder nicht mitschleppen mag.

Für eine Teilstrecke hatten wir ein Mietauto, trotz etwas Abstimmungsbedarf wegen eines abgefahrenen Spiegels, absolut problemlos und eine optimale Art des Reisens.
(Obwohl, mein Favorit ist nach wie vor das allradtaugliche Wohnmobil.)

Noch eine Info: Kinder bis 12 müssen hinten sitzen. Je nach Lust und Laune der Polizei wird man darauf hingewiesen und mit Strafen bedroht. Wir haben Kindersitze übrigens aus Dt. mitgenommen.Fahren im Land ist angenehm und nicht weiter schwer. Allerdings sollte man eben doch Zeit mitbringen und die Entfernungen nicht unterschätzen. Mitunter brauchts eben für 180km 4 Std. (und dann gibt’s die Strasse plötzlich nicht mehr – wie kurz vor Sidi Ifni)

Reiseroute
Nach vielem Hin- und Her haben wir es relativ einfach gehalten.

Marrakesch – 1 Tag
Unsere Kinder fanden es schrecklich. Zu meiner großen Enttäuschung, da ich es so mag. Sie waren komplett überfordert vom Lärm, von den knatternden Mofas. Diese machten ihnen Angst, sie hatten ständig Sorge überfahren zu werden. Zudem war unsere Erholung – Kaffee auf nem Dach irgendwo – nicht so entspannend für sie. (und ja der OSaft hat Fitzel)
Übernachtung hatten wir über airbnb gebucht. Das war ok und dank viel Platz auch ne gute Wahl. (und es gab andere Kinder…)
Weiterfahrt per Privat-Taxi

Essauira – 4 Tage
Perfekt! Das Meer, die (autofreie!)Stadt, die Sonne, die Unterkunft (Gabi Danke für den tipp). Der Vater ist hier wie gesagt zum Kochfanatiker mutiert und das Lebensmittel-Einkaufen auf dem Soukh hat uns die Menschen nochmal ganz anders nahegebracht.
Wir haben uns treiben lassen. Ein Ausflug mit dem lokalen Bus nach Sidi Kaouki brachte weitere Abwechslung. Buszeiten im Internet. (Kosten 7 DH pro Person) Fährt ca. 45min. Hier kann man preiswert Kamelreiten (1 Std. 100 DH) und den Surfern zuschauen. Rückfahrt per Grand Taxi möglich
oder Verhandlungen mit zufällig vorbeikommenden Taxis (wartezeiten evtl.) führen. Wir sind für 70 DH wieder zurückgekommen.
Weiterfahrt per Privat-Taxi

Agadir (1 Tag)
Agadir ist nicht unsere Stadt, das war nur ne Zwischenstation, da wir ursprünglich den Bus nehmen wollten und dieser zu spät angekommen wäre für eine sofortige Weiterreise. Ab hier waren wir per Mietauto unterwegs. Hotel schlicht nach Lage und Preis über Booking.com ausgesucht.
Der Strand zur Dämmerung ist ganz nett.

Tafaroute (3Tage)
Absoluter Höhepunkt. Die Felsen, das Licht! Es gibt selbstverständlich keine markierten Wanderwege, aber brauchts auch gar nicht. Wir sind einfach irgendeinen Berg hochgestiegen und haben die Aussicht bewundert. Man trifft oft Berber mit Tierherden. Das fanden unsere Kinder ganz toll und über die Kinder war auch eine unkomplizierte Begegnung mit den Menschen möglich.

Ausflugsziele waren die bemalten Steine, Rundfahrt im Tal der Ammeln (sehr interessant das Berberhaus in Oumenesat und eben einfach gleich die nächste Umgebung aus der Stadt raus.)
Unterkunft war im Hotel Salama. Auf Heizung sollte man achten, es ist abends deutlich kalt. Die Appartment-Zimmer hier sind angenehm, da es eben zwei Räume sind und man somit nicht im Dunkeln zusammen hockt.

Kleiner Tipp: Das Hotel Chez Amalyia (www.chezamaliya.com) hat nen Pool, den man für 15DH pP auch extern nutzen darf. Das ist ne sehr schöne Ruhepause. Das Hotel selber ist auch toll, aber war nicht unsere Preisklasse.
..und die Berberschuhe sind ziemlich bequem und ein tolles Reiseandenken.

Die Anreise von Agadir aus ist sehr lang und über Ait Baha auch sehr bergig. Ne tolle Fahrtstrecke, aber es geht hoch hinaus auf engen Strassen, quer durch die Berge.

Guelmin - 1 Tag
Den Kamelmarkt dort haben wir verpasst. Dafür hat uns die Gastfreundlichkeit von Saliha (Oase Tighmert maison saharaoiue) erfreut. Die konvertierte Französin lebt dort schon sehr lang. Man ist herzlich willkommen, ohne das sich die Uhren irgendwie anders drehen, bloß weil Touristen da sind. Wir bekamen einen Esel in die Hand gedrückt und sollten spazieren gehen. Große Freude bei den Kindern. Mahlzeiten werden gemeinsam eingenommen, es gibt diverse andere Tiere. Einfach ein Ort zum Erden, der am Anfang sehr fremd anmutet (zumindest für uns Erwachsene) Geschlafen wird im Lehmbau.
Guelmin selber war uns nach Tafraoute zuviel, wir sind ganz schnell geflüchtet.Übrigens sind wir hier ständig polizeilich angehalten wurden, nur so als Tipp wegen der Kinder und vorne sitzen...

Sidi Ifni - 2 Tage
Die abenteuerlichste Anreise, obwohl es doch nur so wenige km waren. Die Gegend hat sehr gelitten unter der großen Flut. Die südliche Strasse existiert nicht mehr. Man kommt durch, aber man muss einen ca. 60min Umweg durch die Berge machen, um auf die Strasse von Tiznit zu kommen.

Wir haben Quartier im Hotel Bellevue genommen. SuertaLoca sah auch ok aus – für Reisende ohne Kinder. Die zimmer sind sehr klein, dafür ist mehr los unten in der Kneipe. Für uns war das Bellevue passender mit Balkon und eben mehr Platz. ZumZeitpunkt gab es dort nur sporadisch Wasser. Man baut eifrig am Wiederaufbau der Strasse. Wir haben Filme gesehen von Reisenden die dort eingeschlossen waren, es ist unfassbar welche Gewalten dort gewirkt haben.

Die Stadt ist mehr als ruhig und es lohnt ein Ausflug nach Leghira. Das irgendwo südlich liegende Wrack haben wir nicht gefunden, dafür viele schöne Muscheln.
Silvester ist hier übrigens gar nichts los tired

Und schon zurück in Agadir - 1 Tag
(mit Zwischenhalt in Tiznit, das uns sehr gut gefallen hat)
Letzte Station zu unserem großen bedauern. Marrakesch haben wir wieder per vorgebuchten PrivatTaxi erreicht gleich direkt zum Flughafen. Die Autobahn ist fertig und kostet knapp 7 EUR Maut. Das erspart bergiges Rumgekurve und Zeit.

Soviel zu uns. Wir kommen definitiv wieder.

Last edited by Pony_Huetchen; 08/01/2015 10:41.
Re: So wars Marokko+Rucksack+Kinder = SEHR LANG [Re: Pony_Huetchen] #156251
08/01/2015 18:24
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Violetta Offline
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Hallo Pony Hütchen,

herzlichen Dank für den sehr informativen Bericht. Solche Infos im Anschluss an eine Reise finde ich für uns Neulinge immer sehr interessant.
Unsere Tour im Februar führt uns zwar nicht in den Süden, aber ich könnte mir vorstellen, eurer Reise irgendwann mal nachzumachen. Hört sich sehr entspannt an.
Schmunzeln musste ich bei deinen Beschreibungen zur Reisevorbereitung mit Gaby. Bei uns ist es genauso.
Und wenn ich nicht sage, fragt garantiert mein Mann: Und was sagt Gaby dazu?

Euch wünsche ich weiterhin tolle Reisen mit den Kindern.


Liebe Grüße

Violetta

Re: So wars Marokko+Rucksack+Kinder = SEHR LANG [Re: Violetta] #156259
09/01/2015 15:18
09/01/2015 15:18
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a1isha Offline
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Bravo Pony,

das nenne ich mal ein schönes und informatives Feedback. Sicher hilft es einigen Marokko-Neulingen weiter, die dann hoffentlich auch vom Marokko-Virus gepackt werden.

Liebe Grüße
a´isha


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