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Marokkaner und Kinderwunsch #144265
04/02/2013 19:38
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Porphyr Offline OP
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Guten Abend smile

Seit in der Pubertät mein Interesse an Männern erwacht ist und ich Beziehungen habe ist das ein großes Thema:
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass so gut wie alle Männer unbedingt Kinder wollen.
Und seit ich selbst im Kindergartenalter war, ist mir klar, dass ich keine möchte. Daran gehen auch gerne Beziehungen kaputt, weil eben viele Männer sich damit nicht abfinden mögen.
Zumindest war das bei meinem Beziehungen zu Nordeuropäern bisher so.

Als ich nun mit meinem Freund zusammengekommen bin und im Hinterkopf hatte, dass ja angeblich Marokkaner noch verrückter nach Kindern sind, habe ich ihm unter Tränen erzählt, dass mir das Mami-Gen fehlt und ich es mir nicht vorstellen kann, Kinder zu haben.
Wie bereits meine marokkanischen Freunde hat er völlig überrascht reagiert und meinte, das habe er ja noch nie gehört, dass jemand keine Kinder will!
Allerdings meinte er, wenn das meine Entscheidung sei, dann könnte er das akzeptieren.
Im Laufe der Zeit haben wir immer mal wieder darüber gesprochen, woran ich merke dass er sich darüber schon Gedanken gemacht hat. Er meint nun, dass er im Freundeskreis und in der Familie ja sähe, wie viel Arbeit Kinder machen und wie oft die Beziehungen darunter leiden, deswegen könne er es verstehen. Davon abgesehen möchte er lieber viel Zeit mit mir haben und unsere Zweisamkeit geniessen, als diese mit Kindern zu teilen.
Wir haben beide berufliche Ziele, an denen wir arbeiten möchten.
Er ist recht verrückt nach Kindern. Ich nicht so sehr, aber ich habe auch nichts gegen sie. Ich habe nur einfach andere Prioritäten.

Ich bin sehr froh, dass er solche Gedanken hat, aber auch überrascht, ausgerechnet in Marokko auf so viel Verständnis zu treffen.
Es mag ein Klischee sein, aber mir kommt es eben auch durch Gespräche mit meinen lieben Freunden in Marokko immer so vor, als sei es dort völlig normal und wichtig, Kinder zu haben. Als ginge es gar nicht ohne. Und zwar für Frauen UND Männer.
Ist das wirklich so?
Hat das was mit der Altersvorsorge zu tun oder wo kommt das her?
Ist es "unnormal" für einen marokkanischen Mann, nicht auf Gedeih und Verderb Kinder zu wollen?
Oder irre ich mich gar?


Last edited by Porphyr; 04/02/2013 19:42.
Re: Marokkaner und Kinderwunsch [Re: Porphyr] #144280
04/02/2013 21:52
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Vorab muss ich erzählen, dass ich keine Kinder habe, hat sich nicht ergeben, aber ich bedaure das heute sehr.
Nun sind in meiner Generation auch einige Frauen, auch Freundinnen, die recht bewußt keine Kinder wollten. Ich fand und finde das immer etwas merkwürdig. Für mich gehören Kinder zum Leben dazu, ganz selbstverständlich.
In den meisten Ländern, in denen die Familien viele Kinder haben, dienen sie meistens der Altersvorsorge o.ä., aber die Freude daran ist auch dabei. In Marokko ist es nach meiner Beobachtung ganz selbstverständlich viele Kinder oder Geschwister zu haben, keine Frage ob oder ob nicht.

Re: Marokkaner und Kinderwunsch [Re: LOE130501] #144306
05/02/2013 00:45
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Original geschrieben von: souza

In den meisten Ländern, in denen die Familien viele Kinder haben, dienen sie meistens der Altersvorsorge o.ä., aber die Freude daran ist auch dabei.


Altervorsorge? Das hör ich zwar oft, aber glaubst du das Tatsächlich? Gibt es was schöneres als Leben zu Schencken? Gibt es was Schöneres als die eigenen Kinder aufwachsen und ihren Weg gehen zu sehen und mitzuerleben wie sie auch eigene Kinder kriegen? Ich möchte nicht wie hier in Europa oft geschehen das keiner meinen Tod bemerkt bis die Wohnung am Verwesen ist und erstmal die Feuerwehr gerufen wird um zu Gucken was da Los ist.

Re: Marokkaner und Kinderwunsch [Re: LOE130501] #144323
05/02/2013 13:14
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da bin ich deiner Meinung Souza. Kinder gehören dazu. Irgend einmal bereut man es keine Kinder zu haben. Ich rede aus eigener Erfahrung.

Last edited by sainab; 05/02/2013 13:14.
Re: Marokkaner und Kinderwunsch [Re: Ayoub1973] #144326
05/02/2013 13:35
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Original geschrieben von: Ayoub1973
Ich möchte nicht wie hier in Europa oft geschehen das keiner meinen Tod bemerkt bis die Wohnung am Verwesen ist und erstmal die Feuerwehr gerufen wird um zu Gucken was da Los ist.

...wobei einem das in Europa leider auch sehr gut passieren kann, obwohl man Kinder hat.


LG
Re: Marokkaner und Kinderwunsch [Re: Ayoub1973] #144331
05/02/2013 14:58
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Original geschrieben von: Ayoub1973

Altervorsorge? Das hör ich zwar oft, aber glaubst du das Tatsächlich? Gibt es was schöneres als Leben zu Schencken? Gibt es was Schöneres als die eigenen Kinder aufwachsen und ihren Weg gehen zu sehen und mitzuerleben wie sie auch eigene Kinder kriegen?

Ich glaube schon, dass man sicher gehen will, dass man im Alter auch was zu beißen hat. Wo es keine Rente gibt und bescheidener Wohlstand nicht zu einem eigenen Haus führt, bleibt den Menschen gar nicts anderes übrig als Familie zu haben, die dann im Bedarfsfalle unterstützt. Dazu kommt die hohe Kindersterblichkeit (ich weiß jetzt nicht wie das in Marokko genau ist), da fallen also auch glatt welche aus.
Ob das mit Lust und Freude geschieht, kommt wohl vor allem auf die Lebensumstände an.
Und wie sieht es aus mit dem Zugang zu Verhüterlies? Das bringt auch paar ungewollte Kids mit sich u.U..

Was mich hier so stört, ist diese Planerei. Dann passt das Kind grad nicht, weil Ausbildung erst fertig werden muss, dann der Job beginnt, das Haus erst gebaut werden soll, jene Reise gemacht...klar, Kinder kosten viel Geld und Zeit und Energie, aber sie sind auch sowas Herrliches!
Sie sollten, finde ich, beim normalen Leben einfach so dabei sein.

Antwort auf:
Ich möchte nicht wie hier in Europa oft geschehen das keiner meinen Tod bemerkt bis die Wohnung am Verwesen ist und erstmal die Feuerwehr gerufen wird um zu Gucken was da Los ist.

Ist nicht schön, stimmt. Aber in der Großfamilie leben auch nicht unbedingt alle. Und wenn man die Nachbarschaft pflegt, merken die auch, wenn was nicht stimmt. Ich denke oft, dass diese einsamen Menschen das aus irgendeinem mir nicht nachvollziehbaren Grund genau so wollen, zumindest einige davon.

Re: Marokkaner und Kinderwunsch [Re: LOE130501] #144340
05/02/2013 18:06
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Ich kann halt nur für mich sprechen und ich konnte es mir noch nie vorstellen. Da nervt mich noch heute mit fast 34 jedes "Ach, du bist ja noch jung, da kann sich noch viel ändern....".
Ich habe mit 21 schon versucht, bei der Krankenkasse die Serilisation durchzubringen. Das machen die aber unter 35 nicht. Heute denke ich, kann ich das auch so kontrollieren, zumal meine Beziehungen nicht ständig wechseln.

In meinem Freundeskreis gibt es Kinder, die ich sehr gerne mag und die einfach dazu gehören, wenn ich meine Freunde treffe. Nur arbeite ich normalerweise 7 Tage die Woche und ich liebe es! Ich bin einfach nicht bereit das aufzugeben - nicht weil es mich reich machen würde (im Gegenteil) aber ich tue es gerne.
Hier in meiner Straße gibt es derzeit 6 Kinder zwischen 1 und 4 und das 7. ist unterwegs. Nett! Aber auch schön, wenn die dann wieder bei ihren Eltern sind...

Ich denke das sollte einfach jeder für sich entscheiden. Früher habe ich behauptet, ich würde Kinder hassen (was Quatsch ist und was man niemals tun sollte). Heute habe ich, denke ich, eine ganz gesunde Einstellung dazu.
Und ich freue mich darauf, mein Leben ganz normal mit meinem Partner teilen zu können, gemeinsam zu arbeiten, uns etwas aufzubauen, worin wir aufgehen, gemeinsam auf dem Sofa zu entspannen, zusammen lecker zu Kochen, mit den Miezen zu knuddeln, in Schnee herumzualbern und das einfach nur zu zweit.

Ich kenne übrigens insgesamt 5 Frauen, die so denken wie ich. Auch die haben die Erfahrung gemacht, dass es immer die Männer sind, die Kinder haben haben.

Mich hätte jetzt blos interessiert, ob und warum (falls) das in Marokko noch extremer ist.

Mein Freund ist z.b. eins von 9 Kindern.
Seine verheirateten Geschwister haber aber auch alle nach spätestens dem 3. die Reißleine gezogen.
Er meint, dass vor allem fehlende Aufklärung in Marokko dafür zuständig ist, dass es so viele Familien ohne Arbeit aber mit 6 Kindern gibt. Ansonsten hat er als Grund für Kinder die Altersvorsorge angeführt.

"Wer kümmert sich um dich, wenn du es mal nicht mehr selbst kannst?"
Antwort: Im Zweifelsfall "der Sozialstaat". Niemand kann mir garantieren, dass meine Kinder das einmal tun!

Überhaupt habe ich (und nicht nur ich) den Eindruck, dass das Verhältnis zwischen Kindern und Eltern in Marokko und hier eine unterschiedliche Basis hat. Dort überwiegend Respekt - hier Freundschaft/Liebe. Und wenn Freundschaft/Liebe zerstört sind, wieso auch immer, bleibt nuneinmal nicht mehr viel.
Ich kenne so viele Marokkaner, die beispielsweise mit ihren Vätern oder Brüdern gar nicht können, jedoch aus Respekt helfen und den Umgang pflegen.

Für mich ist es immer wieder interessant, für eine Weile Teil dieser Familien sein zu dürfen und es einfach nur wirken zu lassen.

Re: Marokkaner und Kinderwunsch [Re: Porphyr] #144344
05/02/2013 19:33
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Hallo,

Ich weiss, was jetzt kommt wird sehr verständnislos rüber kommen und wahrscheinlich auch intolerant, aber ich möchte trotzdem auch mal meine Gedanken dazu bringen.

Bei uns herrscht nicht nur Respekt sondern auch viel Liebe und Zusammenhalt....etwas mit der fortschreitenden Moderne doch leider immer mehr verloren geht. Jeder macht sein Ding und ist sich selbst der Nächste.

Ich könnte mir ein Leben ohne Kinder nicht vorstellen. Der Gedanke wäre schlimm für mich irgendwann nicht mehr arbeiten , nicht mehr viel unterwegs sein zu können und überwiegend fremde Gesichter um mich zu haben und sonst niemanden der vielleicht mal helfen kann oder einem Gesellschaft leistet, weil alle die man in der familie hat(te) genauso alt sind wie man selbst oder schon den Jordan überquert haben. Denk dir ja nicht, dass es so schön ist auf Kosten des Staates und der eigenen Rente in einem Heim dahin zu vegitieren und sich von fremden Menschen den Hintern abwischen zu lassen. Im schlimmsten Fall und leider nicht all zu selten hat man das Pech in einem Heim zu landen mit überforderten Personal - wenig psychologisch geschult, die ihren Frust dann an Dir raus lassen und wenn man dann nicht mal ein Kind hat dass sich wenn schon nicht der Eltern annehmen möchte, wenigstens kontrolliert ob Mutter oder Vater gut versorgt werden dann ist man wirklich schön ausgeliefert.


Wenn man jung ist, kann man sich mit arbeit ablenken, Freizeitbeschäftigungen nachgehen. Aber was ist wenn das nicht mehr möglich ist?

Sicher, ein Kind bedeutet eine große Verantwortung und mehr als eins, eine noch viel größere und sicher bedeutet es auch viele sorgenvolle Momente, aber etwas zu haben das in einem wächst und dann zu erleben wie es die Welt erblickt, es im arm zu halten. Zu wissen das man da einen kleinen Menschen im arm hält, welcher ein Teil von einem selbst ist und ein Teil von dem Menschen den man liebt, das ist großartig.

Dann hat man eben keine ruhige Minute mehr, muss sein Leben nach anderen Menschen mit richten, sich mit Windeln, Fläschchen, Geschrei plagen und wenn sie etwas größer sind mit der ein oder anderen kaputten Vase. Wir waren doch selbst mal Kinder, ich kann mir nicht vorstellen diese Erinnerung, dieses Gefühl dafür gegen unabhängigkeit umzutauschen.

Egal wie unabhängig man sich dadurch fühlen mag sein Leben nicht nach anderen richten zu müssen, irgendwann kommt der Moment in dem ein Mensch diese Leere dann spürt ( weil es doch irgendwo gegen die Natur des Menschen läuft) und diese Leere vielleicht mit einem Haustier versucht zu füllen, welches er im schlimmsten fall auch noch kastrieren lässt damit es keinen Ärger macht.

Aber ob das wirklich reicht?



ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ein Mensch keine Kinder haben will. Vielleicht Angst vor der Verantwortung, aufgeben einiger Bequemlichkeiten das ja.


Allah uahlem






Re: Marokkaner und Kinderwunsch [Re: Filfil] #144345
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Ich bin ja auch eher von der "Pro-Kinder-Fraktion". Ich habe einen Sohn und finde es schade, dass er keine Geschwister hat. Mehr Kinder waren leider aufgrund einer sehr widrigen familiären Situation nicht möglich frown

Allerdings ist es keineswegs so, dass Kinder einem garantieren, nicht in einem Altersheim zu landen (oder sich irgendwie alleine durchwurschteln zu müssen - Altersheime sind für viele zu teuer!)
In Marokko mag das noch zutreffen. Alhamdulillah!
Aber in Europa no way! Meine eigene Oma lebt auch in einem Pflegeheim und sie hat vier Söhne. Keiner von denen kann oder will die Oma zu Hause pflegen. Und da ist meine Familie absolut kein Einzelfall. Traurig aber wahr!


LG
Re: Marokkaner und Kinderwunsch [Re: 21merlina] #144348
05/02/2013 20:19
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merlina da hast Du recht, das finde ich auch sehr traurig und ich verstehe diese Kälte? diesen Egoismus? nicht. Unsere Eltern haben uns mit Allahs Hilfe das Leben geschenkt, uns die Windeln gewechselt, uns gefüttert und oft auch im erwachseneren Alter uns geholfen und zu uns gehalten egal wie sehr es sie getroffen und belastet hat (im normalfall).

Jeder ist sich selbst der nächste ist schon traurige Normalität geworden .



Re: Marokkaner und Kinderwunsch [Re: 21merlina] #144350
05/02/2013 20:42
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@ 21merlina: ja, eben.

@ Filfil: Du darfst mir glauben, dass es in mir nichts gibt, was sagt "ich hätt doch gern ein Kind". Gar nichts.
Schon im Kindergarten, wo wir das Rollenspiel "Familie" immer wieder gespielt haben, war ich, falls ich mitgemacht und nicht am Basteltisch gesessen habe, der Vater. Natürlich immer auf der Arbeit (am Basteltisch).

Das hat auch nichts mit der Angst vor Verantwortung zu tun. Allein der Gedanke daran, dass da in mir irgendwas wachsen könnte, löst fast schon Panikattacken in mir aus.
Ich will einfach nicht. Es wäre wider meiner Natur, es doch zu tun (und am dem Punkt war ich vor 15 Jahren, des Partners wegen, einmal für einen Augenblick).
Ich weiss nicht ob das anders wäre, wäre ich in Marokko aufgewachsen. Ich habe da so meine Zweifel.

Davon abgesehen ist es hier (Deutschland) heute nicht mehr so leicht eine Familie zu gründen, wie noch vor 20 Jahren. Als ich klein war, gab es 3 Großeltern, die sich gekümmert haben, wenn Mama arbeiten musste, damit überhaupt das Geld reichte. Hätte ich ein Kind, gäb es keine Großeltern, denn meine Mutter arbeitet noch immer.
Die Schwiegereltern in Marokko kümmern sich tagsüber um die komplette Enkelschar, während deren Eltern arbeiten. Völlig selbstverständlich und ohne großen Aufwand.
Hier bei uns, wo es diesen Zusammenhalt eben kaum noch gibt und die Familienverbände mehr und mehr auseinanderbrechen, nahezu undenkbar.

Ich freue mich für jeden, der in seiner Rolle als Vater oder Mutter völlig aufgeht.
Ich selbst bin völlig zufrieden mit einer harmonischen Beziehung, die auf Vertrauen und dem Wunsch basiert, sich gegenseitig glücklich zu machen.

Und später einmal nicht alleine zu sein, scheint mir ehrlich gesagt der falsche Grund, Kinder in die Welt zu setzen.

Und ja... der Begriff "Kälte" ist schon angebracht, wenn man sieht, wie hier oft mit den "alten" Angehörigen umgegangen wird. Das bringt mich aber wieder an den Punkt von vorhin: wäre mehr Respekt und Verantwortungsgefühl da, wäre das doch nicht so.
Ich bin froh Teil einer Familie zu sein, in der Oma und Opa noch im Kreise der Familie alt werden dürfen.

In der modernen "westlichen" Gesellschaft sind Rentner-Wohngemeinschaften auf dem Vormarsch. Auch eine Möglichkeit, nicht allein zu sein.
Bis ich im pflegebedürftigen Alter bin, ziehen (gemessen an meinen Großeltern) noch 35 bis 45 Jahre ins Land. Wer weiss, was bis dahin ist und ob ich dann überhaupt noch bin.

Last edited by Porphyr; 05/02/2013 20:46.
Re: Marokkaner und Kinderwunsch [Re: Porphyr] #144359
06/02/2013 09:20
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Ich denke, dass sich in Deutschland viele Paare sich nicht für Kinder oder nur für ein Kind entscheiden, liegt an der Familienpolitik in Deutschland haben. Denn dafür wird noch zu wenig getan.

Es werden zwar Kinderkrippen, Ganztagskindergärten und Ganztagsschulen errichtet, damit die Kinder fremdversorgt sind, und die Frau arbeiten kann bzw darf.

Wie soll sich denn da noch ein Familienzusammenhalt bilden, wenn beide Eltern arbeiten und die Kinder von fremden Menschen großgezogen werden?

Und was ist mit den Frauen, die den "Beruf" Mutter ausüben möchten? Was wird denn für die getan?

Der "Beruf" Mutter wird in Deutschland nicht anerkannt und auch nicht unterstützt.


Zuerst ignorieren sie dich,dann lachen sie über dich,dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.

Wenn du im Recht bist,kannst du dir leisten,die Ruhe zu bewahren;Und wenn du im Unrecht bist,kannst du dir nicht leisten,sie zu verlieren.
Re: Marokkaner und Kinderwunsch [Re: _Sandra_] #144360
06/02/2013 09:42
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Antwort auf:
Ich denke, dass sich in Deutschland viele Paare sich nicht für Kinder oder nur für ein Kind entscheiden, liegt an der Familienpolitik in Deutschland haben. Denn dafür wird noch zu wenig getan.


ich denke, es liegt daran, dass die deutschen inzwischen alles abgesichert und planbar haben müssen.

hätten unsere vorfahren so gedacht, gäbe es uns wahrscheinlich nicht.

gruss
Najib


um etwaigen rechtliche konsequenzen vorzubeugen:
dieses posting wurde unter subjektivitätsvorbehalt erstellt.

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Re: Marokkaner und Kinderwunsch [Re: Najib] #144370
06/02/2013 10:53
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ich denke, es liegt daran, dass die deutschen inzwischen alles abgesichert und planbar haben müssen.

gruss
Najib



Das mag sein.

In Deutschland ist ja auch mitterweile so, dass, wenn Familien mehr als 2 Kinder haben, schon schief angesehen werden, um es mal milde auszudrücken.

Und mehr als 2 Kinder sind auch nicht eingeplant, und das merkt man z.B. schon an den vorhandenen Wohnraum.


Zuerst ignorieren sie dich,dann lachen sie über dich,dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.

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Re: Marokkaner und Kinderwunsch [Re: _Sandra_] #144371
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hallo

Antwort auf:
Und mehr als 2 Kinder sind auch nicht eingeplant, und das merkt man z.B. schon an den vorhandenen Wohnraum.


und ihr haltet euch dann an die famillienplanung irgendeines architekten oder vermieters!

gruss
Najib


um etwaigen rechtliche konsequenzen vorzubeugen:
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Re: Marokkaner und Kinderwunsch [Re: Porphyr] #144373
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Hallo,

Original geschrieben von: Porphyr
Das hat auch nichts mit der Angst vor Verantwortung zu tun. Allein der Gedanke daran, dass da in mir irgendwas wachsen könnte, löst fast schon Panikattacken in mir aus.


Es hat aber doch im Kern mit Angst zutun, wenn auch nicht vor der Verantwortung selbst?

erlaubst Du mir die Frage, auch wenn gewagt, was Du tun würdest, wenn Du in die Situation kämst, dass Du trotzdem (ungewollt) schwanger wirst?



Original geschrieben von: _Sandra_
Ich denke, dass sich in Deutschland viele Paare sich nicht für Kinder oder nur für ein Kind entscheiden, liegt an der Familienpolitik in Deutschland haben. Denn dafür wird noch zu wenig getan.

Es werden zwar Kinderkrippen, Ganztagskindergärten und Ganztagsschulen errichtet, damit die Kinder fremdversorgt sind, und die Frau arbeiten kann bzw darf.

Wie soll sich denn da noch ein Familienzusammenhalt bilden, wenn beide Eltern arbeiten und die Kinder von fremden Menschen großgezogen werden?

Und was ist mit den Frauen, die den "Beruf" Mutter ausüben möchten? Was wird denn für die getan?

Der "Beruf" Mutter wird in Deutschland nicht anerkannt und auch nicht unterstützt.




Ich habe selbst Beispiele im Bekanntenkreis. Eine Frau 41 jahre alt, inzwischen seit 2 Jahren verheiratet. Sie wollte nie Kinder haben. Sie hat es nicht mit der politik begründet, sondern damit, dass sie Karriere machen möchte, unabhängig sein will und keine Nervensägen am Hals haben will. Heiraten wollte sie eigentlich auch nie nach dem sie einige Enttäuschungen hatte. Geheiratet hat sie letztendlich wegen der Steuerklasse und den Rechten - sagt sie selbst. Der Mann ist Hausmann (er kümmert sich nur um das Kochen) und sie geht arbeiten. Inzwischen hat sie mit ihrem Mann 4 Katzen. Wenn ich ab und zu zu Besuch bin und sehe wie sie ihre Katzen in den Arm nehmen, sie küssen, knuddeln und von fast nichts anderem als den Katzen und ihrem anderen liebsten Hobby sprechen - dem Essen, dann frage ich mich ob da nicht doch trotz der offensichtlichen Zufriedenheit, ihnen etwas fehlt.


Ein anderes Beispiel ist ein ältere Dame 80 Jahre alt, ihr ganzes Leben lang gearbeitet, viel gereist und immer unabhängig gewesen. Nach ihrer letzten großen Liebe und Enttäuschung mit einem 16 jahre jüngeren Italiener, der damals sie mit ende 40 doch nicht mehr heiraten wollte und stattdessen eine jüngere heiratete, blieb sie allein. Gelebt hat sie ihr ganzes Leben lang in ihrem Elternhaus. Auch später noch zusammen mit ihrem Bruder und seiner Familie. Ihr Kinderersatz waren die Kinder ihres Bruders und Hunde. Und am Ende ist sie immer mehr zum Einzelgänger geworden, hat Menschen gemieden und sie ist in einem Pflegeheim gelandet.



Ich glaube zumindest, dass der Grund , die Politik nicht genug tun würde, kein wirklicher Grund ist. Früher gab es solche geldlichen Leistungen und Kindergarten ect garnicht und die Kinder waren trotzdem da. Man hat nicht in Luxus gelebt, aber auch nicht gehungert. Die Menschen selbst haben in den letzten Jahrzehnten sich in eine Richtung bewegt die sie für aufgeklärt halten und in eine Richtung der selbst empfundenen Unabhängigkeit, aber sie irgendwo auch gleichzeitig pardon, zu einem wrack machen der soviele psychische Probleme entwickelt und die natürlichsten Dinge des Menschen plötzlich als unmöglich, als bedrohend, als einschränkend empfinden und das unnatürliche hingegen wird immer mehr Standart (ich beziehe mich auf meine oben genannten Beispiele und deren weite verbreitung). Ich glaube daraus resultiert auch diese immer mehr wachsende Kälte in der Gesellschaft.

Wie Najib auch anführte, da werden ganz natürliche Dinge die unsere Vorfahren nicht beschäftigt haben in der Form plötzlich zu einem großen Problem und wenn unsere Eltern so gedacht hätten gäbe es uns wahrscheinlich nicht.

Warum ist das jetzt so?Weil wir aufgeklärter, unabhängiger sind? Oder weil die Gesellschaft immer moderner aber dafür unnatürlicher wird?


Da war letztens im Fernsehen eine Giraffe im Zoo die direkt nach der Geburt wild auf ihr Junges eingetreten und gebissen hat. Sie war so verschreckt, hysterisch weil dahinten was bei ihr raus gekommen ist. Die pfleger sind dann schnell hinein und haben das Junge vor der Mutter in Sicherheit gebracht.

Woran liegt das? War das einfach kein Muttertier oder lag es eher an der unnatürlichen Umgebung?

Auch wenn der Vergleich weit hergeholt sein mag, oft findet man bei den Tieren viele Parallelen zum Menschen.


Re: Marokkaner und Kinderwunsch [Re: Najib] #144374
06/02/2013 12:29
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Original geschrieben von: Najib
hallo

Antwort auf:
Und mehr als 2 Kinder sind auch nicht eingeplant, und das merkt man z.B. schon an den vorhandenen Wohnraum.


und ihr haltet euch dann an die famillienplanung irgendeines architekten oder vermieters!

gruss
Najib



Ich denke schon, dass das für viele Paare, die sich Kinder wünschen, ein Kriterium darstellt, und sie sich deshalb nicht für mehr Kinder entscheiden.

Hinzu kommt noch, dass die deutsche Gesellschaft kinderfeindlich ist. Und das schreckt Paare auch davon ab, Kinder in die Welt zu setzen.

Es ist nicht nur der finanzielle Aspekt, warum sich Paare für keine oder nur für höchstens 2 Kinder entscheiden.

Ich glaube nicht, dass in Marokko so eine Kinderfeidlichkeit vorhanden ist, wie in Deutschland. Oder irre ich mich da? nixweiss1


Zuerst ignorieren sie dich,dann lachen sie über dich,dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.

Wenn du im Recht bist,kannst du dir leisten,die Ruhe zu bewahren;Und wenn du im Unrecht bist,kannst du dir nicht leisten,sie zu verlieren.
Re: Marokkaner und Kinderwunsch [Re: _Sandra_] #144377
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Koschla Offline
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Ich empfinde Deutschland eigentlich nicht als kinderfeindlich. Mein Eindruck ist eher, dass Deutschland irgendwie "entartet" ist. Ich bemerke- wie vorher schon beschrieben wurde- eine starke Standardisierung des Lebens im Allgemeinen, eine starke Verplantheit und Festgefahrenheit. Dies ist auf der einen Seite eine Stärke der Deutschen, weil sie verbunden ist mit einer hohen Zuverlässigkeit und Genauigkeit. Sie kann aber auch blockieren.

Ich stelle z.B. bei Gesprächen unter Müttern fest, dass auch die Entwicklung des Kindes total verplant ist. Da fallen Sätze wie" waas, Dein Kind kann noch nicht schaukeln..." oder Ähnliches, ein hoher Druck lastet auf Eltern und Kindern auch schulisch und ich sehe, wieviele Termine Kinder heute haben. Ist das nicht alles zuviel?
Mein Eindruck ist der, dass Perfektion angestrebt wird, sei es beim Aussehen, beim Lifestyle, bei der gesunden Ernährung, im Beruf und beim Geld.

Und ich glaube schon, dass der finanzielle Aspekt ausschlaggebend ist. Der Lebensstandard in Deutschland ist sehr hoch ( verglichen mit anderen Ländern) und es ist normal geworden, dass man mehrmals jährlich in Urlaub fahren kann, dass man mindestens ein, meistens aber zwei Autos hat, eine tolle Wohnung oder Haus, schön eingerichtet usw.
Wenn wir an die Generation unserer Großeltern denken, dann war das alles nicht so selbstverständlich.
Dieser hohe Standard hat seinen Preis und ihn bezahlen Eltern und Kinder.

Dass für Mütter nichts getan wird, finde ich nicht. Die heutige Elternzeit ist doch eine gute Sache, ebenso die Möglichkeit, drei Jahre lang in den Beruf zurückzukehren, bei Beamten sind es glaube ich sogar zwölf Jahre.



Re: Marokkaner und Kinderwunsch [Re: Koschla] #144380
06/02/2013 14:34
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Original geschrieben von: Koschla
Ich empfinde Deutschland eigentlich nicht als kinderfeindlich. Mein Eindruck ist eher, dass Deutschland irgendwie "entartet" ist. Ich bemerke- wie vorher schon beschrieben wurde- eine starke Standardisierung des Lebens im Allgemeinen, eine starke Verplantheit und Festgefahrenheit. Dies ist auf der einen Seite eine Stärke der Deutschen, weil sie verbunden ist mit einer hohen Zuverlässigkeit und Genauigkeit. Sie kann aber auch blockieren.

Ich stelle z.B. bei Gesprächen unter Müttern fest, dass auch die Entwicklung des Kindes total verplant ist. Da fallen Sätze wie" waas, Dein Kind kann noch nicht schaukeln..." oder Ähnliches, ein hoher Druck lastet auf Eltern und Kindern auch schulisch und ich sehe, wieviele Termine Kinder heute haben. Ist das nicht alles zuviel?
Mein Eindruck ist der, dass Perfektion angestrebt wird, sei es beim Aussehen, beim Lifestyle, bei der gesunden Ernährung, im Beruf und beim Geld.

Und ich glaube schon, dass der finanzielle Aspekt ausschlaggebend ist. Der Lebensstandard in Deutschland ist sehr hoch ( verglichen mit anderen Ländern) und es ist normal geworden, dass man mehrmals jährlich in Urlaub fahren kann, dass man mindestens ein, meistens aber zwei Autos hat, eine tolle Wohnung oder Haus, schön eingerichtet usw.
Wenn wir an die Generation unserer Großeltern denken, dann war das alles nicht so selbstverständlich.
Dieser hohe Standard hat seinen Preis und ihn bezahlen Eltern und Kinder.

Dass für Mütter nichts getan wird, finde ich nicht. Die heutige Elternzeit ist doch eine gute Sache, ebenso die Möglichkeit, drei Jahre lang in den Beruf zurückzukehren, bei Beamten sind es glaube ich sogar zwölf Jahre.





Kinderfeindlichkeit habe ich am eigenen Leibe erlebt, z.B. im Zug oder in Restaurants oder selbst hier Vorort, wo ich wohne.

Meine Kinder sind keine kleine Erwachsene, sondern dürfen noch Kinder sein. Das stört irgendwie den meisten Erwachsenen. Sie haben meiner Meinung nach anscheinend vergessen, dass sie selbst man Kinder waren.



Antwort auf:
Dass für Mütter nichts getan wird, finde ich nicht. Die heutige Elternzeit ist doch eine gute Sache, ebenso die Möglichkeit, drei Jahre lang in den Beruf zurückzukehren, bei Beamten sind es glaube ich sogar zwölf Jahre.



Das hört sich gut an, aber ist es das auch?

Was ist mit den Frauen, die Vollzeitmama sein wollen? Ist es wirklich kein Beruf, sondern nur Freizeit und Hobby?

Solange ein Mann da ist, der das Geld nach Hause bringt, darf die Frau den Beruf als "Vollzeitmama" ausüben.

Wie sieht das bei den Frauen aus, die keinen Partner haben?

Dürfen sie auch den Beruf als "Vollzeitmama" ausüben?


Zuerst ignorieren sie dich,dann lachen sie über dich,dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.

Wenn du im Recht bist,kannst du dir leisten,die Ruhe zu bewahren;Und wenn du im Unrecht bist,kannst du dir nicht leisten,sie zu verlieren.
Re: Marokkaner und Kinderwunsch [Re: _Sandra_] #144381
06/02/2013 16:00
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Entschuldige, aber das gab es glaube ich in keiner Gesellschaft, dass Frauen ohne Mann Vollzeit-Mama sein durften, bzw. von staatlicher Seite dafür bezahlt wurden.
Es ist doch meist das unmittelbare soziale Umfeld, das da mit auffängt.

Ich finde es gut, wenn jemand, der keine Kinder haben möchte, das auch so lebt. Es gibt genügend Leute, die Kinder haben und im Grunde da nichts mit anzufangen wissen.
Da die biologische Arterhaltung gesichert ist, (Es ibt ausreichend Menschen auf der Welt.) gibt es keinen Imperativ zur Fortpflanzung. Manche Menschen sind auch aus anderen Gründen kinderlos und führen ein schönes, sinnvolles Leben. Man kann seine soziale Verantwortung auch anders als in der "Aufzucht" ausleben.

Ich empfinde Deutschland nicht als kinderfeindlich, wahrscheinlich eher zu verplant oder perfektionistisch wie Koschla anmerkte, wobei ich den Begriff "entartet" und sei er auch in Gänsefüßchen absolut daneben finde.

Der Rückgriff auf vorangegangene Generationen bringt einen nicht wirklich weiter.
Da gab es die großbürgerlichen Erziehungsmodelle mit Hausmädchen und Erzieherin, die staatlichen Erziehungsprogramme, Großfamilienmodelle, Straßenkinder oder Arbeiterfamilien etc. Dieses Papa geht arbeiten und Mama ist zu Hause und macht das Heim schön und erzieht die Kinder, ist ein Ideal der Nachkriegsgeneration wahrscheinlich. Es gab schon immer unterschiedliche Modelle parallel. Und ich finde das richtig so. Wenn jemand Hausfrau und Mutter sein möchte dann finde ich das absolut in Ordnung und die Menschen sollten so viel verdienen, dass ein Ernährer für eine Familie ausreichend ist. Dafür bin ich absolut, weil in D. und auch in MA eigentlich genügend Geld dafür vorhanden ist. Es ist nur ungleichmäßig verteilt. Irgendwelche weitergehenden staatlichen Nachwuchsprogramme fände ich aber zum Kotzen.

Ich finde es gut, wenn man sich soweit selbst erkannt hat zu sagen, dass man keine Kinder möchte. Wenn das auf eine difusen Angst basiert, dann ist das natürlich keine wirkliche Erkenntnis. Wenn jemand z.B. einen jähzornigen Charakter hat oder Alkoholiker ist etc. ist es doch verständlich, dass er nicht gleich die nächste Großbaustelle eröffnen möchte. Natürlich muss niemand perfekt sein, um Kinder in die Welt zu setzen, aber ich finde es alles andere als egoistisch darauf zu verzichten, wenn man nicht im innersten bereit ist die Verantwortung dafür zu übernehmen.

Sterilisation fände ich aber zu weitgehend, weil es aus meiner Sicht auch noch die "Vorsehung" gibt, vielleicht ist dem Menschen eben doch nicht gegeben so etwas letztgültig zu entscheiden. Und wenn dann doch ein Kind entsteht, dann ist das vielleicht doch ein höherer Plan :-)

Re: Marokkaner und Kinderwunsch [Re: WandaVogel] #144382
06/02/2013 16:40
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wandavogel,

Antwort auf:
Wenn jemand Hausfrau und Mutter sein möchte dann finde ich das absolut in Ordnung und die Menschen sollten so viel verdienen, dass ein Ernährer für eine Familie ausreichend ist.


sicher bekomme ich prügel dafür, aber wenn alle frauen, die eh' nur unqualifizierte arbeit machen, zuhause blieben, dann würden nach den regeln der marktwirtschaft deren männer wieder so viel verdienen, dass es reicht.
theoretisch jedenfalls.
ansonsten stimme ich weitgehend mit dir überein.
falls man mit kindern wirklich nichts anzufangen weis, dann sollte man es besser bleiben lassen.

porphyr,

Antwort auf:
Bis ich im pflegebedürftigen Alter bin, ziehen (gemessen an meinen Großeltern) noch 35 bis 45 Jahre ins Land. Wer weiss, was bis dahin ist und ob ich dann überhaupt noch bin.


autsch!
das habe ich auch mal gedacht.
glaube mir eins: bis dahin ist es ganz anders als du jetzt in deinen kühnsten träumen träumst und leben tust du auch noch.
du hast jetzt noch ein paar jahre und dann beschleunigt sich die zeit immer mehr. die jahre fliegen nur noch so an dir vorbei und je älter du wirst, desto mehr schränken sich deine möglichkeiten ein.

aber da sage ich dir sicher nichts, dass du nicht schon gehört hättest. smile

gruss
Najib





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Re: Marokkaner und Kinderwunsch [Re: WandaVogel] #144383
06/02/2013 16:49
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Hallo WandaVogel,

Antwort auf:
Dafür bin ich absolut, weil in D. und auch in MA eigentlich genügend Geld dafür vorhanden ist. Es ist nur ungleichmäßig verteilt.

Hast du eine Idee, wie man das Problem der ungleichen Verteilung von Vermögen und Einkommen lösen kann?

Gruß

Re: Marokkaner und Kinderwunsch [Re: Shakir.] #144386
06/02/2013 16:56
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hallo

Antwort auf:
Hast du eine Idee, wie man das Problem der ungleichen Verteilung von Vermögen und Einkommen lösen kann?


mit der idee könnte man reich werden.

gruss
Najib

ps:

zurück zum thema:


Last edited by Najib; 06/02/2013 17:03. Reason: 178 ps

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Re: Marokkaner und Kinderwunsch [Re: Najib] #144388
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Original geschrieben von: Najib

sicher bekomme ich prügel dafür, aber wenn alle frauen, die eh' nur unqualifizierte arbeit machen, zuhause blieben, dann würden nach den regeln der marktwirtschaft deren männer wieder so viel verdienen, dass es reicht.
theoretisch jedenfalls.


Gar nicht so abwegig.

Und die Scheidungsrate würde sinken. wink

Re: Marokkaner und Kinderwunsch [Re: Najib] #144389
06/02/2013 17:08
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mit der idee könnte man reich werden.


Was ja dann wiederum zur Ungleichverteilung führen würde. crazy

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