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Arganenöl

Posted By: samy

Arganenöl - 13/10/2000 19:12

ARGANENÖL

Arganenöl hat ein vielseitige, heilende wirkung, der wächst nur in einem kleinen Gebiet Marokkos, im Süden bei Agadir. Der Arganenbaum ist vom Aussterben bedroht.
Menschen, die ein Leben lang mit Hautproblemen bis hin zu Psoriasis kämpfen, haben durch Arganenöl Erfolge erzielt.
Die Wissenschaft befasst sich auch mit dem Rohstoff, um ihn in der Hautmedezin erfolgreich einzusetzen..
Die Pharmakonzerne und Kosmetikmagnaten zeigen auch eine grosse interesse an das rare Produkt aus Marokko.
Magen- Darmbeschwerden, Herz- kreislaufbeschwerden, Hautkrankheiten und Fruchtbarkeitsstörungen gehören in erster Linie zu den Beschwerden, die erfolgreich mit Arganenöl behandelt werden.
Nicht zu vergessen ist die kosmetische Wirkung für Haut und Haar sowie der feine nussige Geschmack, der vielen Speisen das Besondere verleiht.

Hucin
Posted By: Anonym

Re: Arganenöl - 13/10/2000 22:37

Hallo Hucin,

ich bin im Begriff, zu Bett zu gehen.
Davor war ich an dem zweiten der Orte, wo ich in meinem Haus eine (scheinbare) Ruhe habe: im Whirlpool und beim Duschen!

Und weisst Du, woran ich denken musste: an Arganenöl! Genauer: an eine Arganenölpresse, nach der schon des öfteren hier nachgefragt wurde!
Jetzt will ich meinen Multimedia-Schirm im Erdgeschoss ausmachen, und sehe Deinen Beitrag!!!
Freitag, 13. Okt. 00!!! Gibt es sowas wie Telepathie?

Lass' mich Dich fragen:
- Wo genau nahe Agadir wachsen die Bäume? und wie erkennt man sie?
- Wie gewinnt man das Öl aus ihnen? (detailliert - es interessiert mich!)
- weisst Du, ob sie gegen 'Silberallergie' nützlich sind? (die jüngere meiner Töchter hat nämlich genannte Allergie).

Mit vilen Grüssen - und ebenfalls "Gute Nacht" nach Agadir -
Peter.
Posted By: Anonym

Re: Arganenöl - 13/10/2000 22:49

P.S.
Noch eine kleine Nachfrage:
Welchen Speisen könnte man in welcher Dosierung etwas Arganenöl beigeben?
Jaqui weiss das nicht.
Peter
Posted By: Guenter

Re: Arganenöl - 14/10/2000 04:26

Hallo Peter,

das Arganöl kann man am Besten mit einem Salat essen. Es ist ein sehr herbes Öl mit einem eingenwilligen Geschmack. Etwas gewöhnungsbedürftig. Marokkaner essen es meistens als Dipp mit Fladenbrot.
Es wird viel auf der Strecke Agadir - Essouira angeboten, bekommt man aber auch in vielen Souks. Preis ca. 100 bis 150 DH der Liter. Jede nach Verhandlungsgeschick.
20 - 30 DM. Ob es gegen eine Silberallergie hilft weiß ich nicht.
Gruß
Guenter
Posted By: Anonym

Re: Arganenöl - 14/10/2000 14:56

Hallo Peter,

da ich ein Süssmäulchen bin, hier mein Tipp:
Arganöl und Honig vermischen und dann mit Fladebrot eintauchen und essen.
(habe ich in Marokko so kennengelernt)
Guten Appetit

Gruss Alex
Posted By: Abbas

Re: Arganenöl - 14/10/2000 15:14

Hallo ,

ich verstehe nur bahnhof ;\)

wie heisst denn dieses öl auf arabisch/tamazight ??

ich kenne dieses öl absolut nicht ,wenn es wirklich so gesund und lecker ist würde ich es bei meinem nächsten trip mitbringen aber bräuchte ich den namen.

ist dieses öl nur im westen erhältlich ??
ich wohne im osten und kenne es nicht.

Abbas
Posted By: Guenter

Re: Arganenöl - 14/10/2000 16:21

Hallo Abbas,

ich kenne den Namen des Öl's zwar nicht auf arabisch, aber der Name des Baumes ist Arganie,wird aber auch Ziegenbaum oder Oliv-Argan in Marokko genannt. Dieser Baum kommt nur in der Gegend um Agadir vor, sonst nicht. Es sind weltweit die einzigen Bestände.

Gruß Guenter
Posted By: samy

Re: Arganenöl - 14/10/2000 19:08

Hallo Peter, hallo zusammen,

Argannenoel-Baeume waechsen in Souss und Haha, d.h. von Essaouira bis Goulmim, in Taroudant, Tiznit und Tafraout.
Die Baeume sind etwa wie Oeliven-Baeume, aber so wild im Wald.
Man kann Arganenoel als diaetmittel benutzen, zur besonderen Verfeinerung von Salatsossen, zur traditionnellen Zubereitung von Reisgerichten und im Couscous ist er auch sehr beliebt.Die Dosierung soll genauso viel wie bei normalem Oel sein.
Um das Oel zu gewinnen hat man auch jetzt die technische und mechanische Apparate, also die Argannenoelpresse, die an sie du schon gedacht has, und soviel ich weiss ist eine Deutsche Firma, die solche Apparate herstellt, diese Firma befindet sich in Trier; Im Traditionneller Handarbeit der Frauen ist ein langer und komplizierter Prozess.
Ob das gegen Silberallergie was hilft, kann ich leider nichts sagen.
Argan heisst es auf Arabisch und auch auf Tamazight


Vile Gruesse aus Agadir

Hucin
Posted By: Guenter

Re: Arganenöl - 14/10/2000 21:55

Hallo Hucin, hallo Peter

das Arganöl ist für Europäer sehr gewöhnungbedürftig. Ich persönlich mag es nicht. Ich leide unter einer Allergie, dagen hilft es leider auch nicht. Als Sonnenöl wird es gerne in Agadir vermengt mit Zitrone verkauft. Dafür ist das Öl eigentlich zu Fett. Aber das ist Ansichtssache. Ich bin aber gerne bereit für Peter einen halben Liter aus Agadir mitzubringen. Bin ab Nov. für 4 Wochen dort. Vielleicht hilft es ja seiner Tochter.
Ein Versuch macht klug.

Gruß Günter
Posted By: Anonym

Re: Arganenöl - 15/10/2000 22:34

Hallo 'VMK', samy, Guenter und alle anderen!

Vielen Dank für die ausführliche Beantwortung vieler meiner Fragen! Besonders Dir, Guenter, nochmals Dank für Dein Angebot des 'halben Liters'! Gabriele hat sich leider schon anderweitig bemüht, aber nochmals 'Danke'!für Deine Hilsbereitschaft!

Ich habe noch Hoffnung, dass sich anoual, unser Apotheker aus Casa, einschaltet. Ich denke, anoual könnte uns allen und auch abbas weiterhelfen.

Hier ist das Wort vom 'ZIEGENBAUM' gefallen'!!!
Ist das der Baum, der Arganenöl spendet und die Ziegen beherbergt???
Wenn es so sein sollte: warum klettern die Ziegen gerade auf diesen Baum???

In der Hoffnung auf schnelle Antwort und mit vielen Grüssen:
Peter.
Posted By: Rainer Guntermann

Re: Arganenöl - 15/10/2000 23:13

Peter, ich glaube die Lösung Deiner Frage ist ganz einfach:
"die Blätter dieses Ölbaumes scheinen den Ziegen besonders gut zu schmecken!"
Wenn ich es noch richtig in Erinnerung habe, dann schmeckt dieses Arganöl so ein bisschen wie Wallnussöl, also lecker!
Gruß Rainer
Posted By: Guenter

Re: Arganenöl - 16/10/2000 17:59

Hallo Peter,

falls Du schon mal Ziegen auf einem Baum auf einem Foto aus Maroc gesehen hast, oder in natura, sind es meisten Arganienbäume. Sie dienen auch als Ziegenfutter. Daher ist auch der Bestand an Arganien gefährdet. Bei den Mengen an Ziegen haben Jungbäume keine Chance.

Gruß Günter
Posted By: Anonym

Re: Arganenöl - 16/10/2000 18:59

Hallo Freunde,
detailbesessen wie ich bin, erlaube ich mir noch folgende Fragen:

1. Heisst es 'Arganöl' oder 'Arganenöl'?

2. Ist die ARGANIE (im Volksmund 'Ziegenbaum'?/ Oliv-Argane?) also der Baum, der das Argan(en)öl spendet?

3. Sind es Früchte? oder die Blätter? des Baumes, die das Öl spenden?

4. Wie sieht DETAILLIERT eine (handwerkliche) Arganölpresse aus?

5. Wie ist die handwerkliche Technologie der Arganölgewinnung?

6. Wo wird dieses Handwerk in Marokko noch traditionell praktiziert?

Viele Grüsse:
Peter.
Posted By: Anonym

Re: Arganenöl - 16/10/2000 19:48

Bevor man hierauf antwortet, sollte man den Wunsch von Rainer G. unter dem Hinweis "Seriösität" beachten!
Posted By: Anonym

Re: Arganenöl - 16/10/2000 21:30

'LORES' ABGESANG

Die 'LORE' kletterte auf einen Argan-Baum,
den Mund schon voller gift'gem Schaum!

Auf diesem Baum der Ziegen war'n schon acht,
das hat die Lore bald um den Verstand gebracht!
Sie konnt' vor Argan-Geifer kaum noch sprechen:
selbst die Ziegen mussten sich bei ihrem Blabe-Labern schon erbrechen.

Und als die Lore dick und vollgefressen war,
da sah sie plötzlich nicht mehr klar:
Sie stürzte von dem Baum herab,
und fiel genau
in's eig'ne
Grab!
Mit NoHirn sie zusammenlag,
betete sie fleissig um 'ne kleine
'Gottesgab'.
Die Argan-Presse unerbittlich kam,
und beide dann in ihre Zange nahm.
Ausgedrückt und weggeschmissen,
hat ein grosser Hund auf beide dann gesch. ...
Voller Freud' der Scheitan war,
was war das für ein schönes Paar!
Trocken, giftig, hirnlos und braun,
selbst ihn, den Scheitan,
überkam das blanke Grau'n!!!
Jedoch, er steckte sie in seinen Mund,
und würgte sie herab im Schlund.
Dann hat er sie verdaut und ausgeschieden:
oh 'Lore-NoHirn' wo bist Du geblieben???
Auch ein 'F...' der rettet Dich nicht mehr,
das freut uns alle sehr!!!
Posted By: Anonym

Re: Arganenöl - 23/10/2000 19:04

??????????????????????????

Arganenöl-Presse???????
Konstruktion?
Technologie des Press-Vorgangs?
Wo HANDWERKLICH noch in Marokko zu finden?

Besonders Samy: Bitte!

Peter.
Posted By: Anonym

Re: Arganenöl - 23/10/2000 19:08

P.S.
Samy,
oder andere,
Literatur dazu bitte, wenn vorhanden?
Internet bringt nichts dazu!

Peter.
Posted By: Abbas

Re: Arganenöl - 27/10/2000 14:18

Hallo Freunde ,

ich war letztes wochenende in holand und hab mir ein wenig arganenöl geschnorrt .
meine tante musste sich fügen und mir ihre letzte reserve geben ;\)
ich muss sagen das zeug schmeckt echt gut .
das öl hat EXAKT den selben geschmack wie eine "speise" aus marokko.
ob diese "speise" bei euch bekannt ist , weiss ich nicht.zumindest ist sie im rif bekannt unter dem namen "thasemet".
mir ist nicht bekannt ob es sie zu kaufen gibt , eher stellt es die ländlich bevölkerung selber her.
es handelt sich um geröstetes getreide (weizen/roggen?) welches dann in einer steinmühle gemahlen wird.dieses grobe mehl wird dann mit salz und meist olivenöl getränkt.
es wird meist zum früstück gereicht und schmeckt einfach genial.
im rif werden auch manchmal geschälte "kaktusfeigen" darin gewälzt .......köstlich.
lange rede kurzer sinn: das arganenöl hat meiner meinung nach den selben geschmack .

@Peter :

habe meinen onkel bezüglich der gewinnung des arganenöls nachgefragt.
laut ihm sollen die "früchte" des baumes "aufgebaut" sein wie mandeln (hülsenfrüchte).
diese früchte werden samt schale geröstet , geschählt und anschliessend gepresst.
dieses auspressen geschieht mittels einer drehenden "steinmühle" oder einem runden zylindrischen stein.den letzteren vorgang erklärte er mir als "teigausrollen" (nudelholz) , nur dass der tisch/nudelholz aus stein bestehen.
anschliessend wird die so gewonnene masse in säcke (jute/leinen?) , mithilfe schwerer steine gefiltert.

wie gesagt wiederhole ich hier nur infos die ich selbst gekriegt habe.
wenn jemand etwas anderes weiss , soll er dies ruhig beitragen.

so ich hoffe ich hab dir wenigstens ein bisschen geholfen ;\)

Abbas
Posted By: Anonym

Re: Arganenöl - 27/10/2000 14:56

Hallo Abbas,

ich bin nachgeradezu 'happy'!!!
Über Deine Antwort!!!
Wahrlich!!!

Ich habe momentan sogar dank meiner excellenten Multimedia-Technik die Rubriken, in denen ich Anfragen beim 'VMK' gestellt habe, auf optische und akustische Signalgebung gestellt. Zugegeben: Sowohl C. und J. halten mich jetzt beide schon für hochgradig 'bescheuert-süchtig'! Allerdings C. immer mit dem Nachsatz: "Bringt das Dir denn Money?" Wahrscheinlich hat sie das von ihrem Vater, der seine Börsengeschäfte in Hamburg auf diese Weise abfragen lässt. Zumindest ahne ich jetzt, warum gerade Hamburg in Deutschland die Stadt mit den meisten Millionären ist! Ob M6 in Marokko so eine Statistik hat? Oder privat selbst zum 'Club' gehört? An ihn werde ich in den nächsten Tagen übrigens eine erneute Anfrage stellen wegen der Geburtstagsgrüsse von meiner jüngsten Tochter und mir an ihn.

Nun gut!
Ich kann mir jetzt auch die Arganenöl-Presse schon vorstellen!
Einzig und allein bleibt noch offen, WO eventuell dieses Handwerk des Arganenölpressens in Marokko noch gepflegt wird?
Aber da müssten 'die Jungs' schon mit einspringen!

Ich danke Dir und Samy (Eröffnungsfrage ganz wichtig!!!) und den anderen sehr!!!

Mit vielen Grüssen:
Peter.
Posted By: Anonym

Re: Arganenöl - 27/10/2000 15:14

Hallo samy und alle vom 'VMK',

nochwas,
ich werde mal versuchen, mich sachkundig bei oder über der/ die Trierer Firma zu machen, die sich (mittels welcher Technologie?) in das Arganenöl-Arznei?-Geschäft eingekauft hat. Welche Arzneien auf dieser Basis?

Es wäre eigentlich schade, wenn Marokko sich diesen 'dicken Brocken' als sprudelnde Finanzquelle hätte total entgehen lassen!?

Vielleicht gibt's Hilfe auch vom 'VMK'? und Rainers Freund, der Dü.dorfer 'Medizinmann' weiss hier Antwort und gibt den 'deus ex machina'?

Viele Grüsse:
Peter.
Posted By: Anonym

Re: Arganenöl - 28/10/2000 18:42

Hi zusammen;
Der Arganen Baum, wissenschaftlicher Name: argania spinosa ist spezifisch für den süden Marokkos, zwischen Essaouira und Souss Gebiet entlang der Atlantikküste sowie südlich der hohen Atlas. Mittlere Lenbensalter 125 bis 150 Jahren. Das Arganenöl ist genauso gesund wie das Olivenöl. jedoch reichlicher an Vitamin E.
Ich kenne kein Medikament das auf Arganenöl-Basis hergestellt wird; das Öl soll jedoch gegen Sterilität der Frauen helfen sowie bei Azoospermie der Männer [Azoospermie = das fehlen beweglicher, reifer Spermien im Ejakulat(Vorstufen jedoch vorhanden)].
Das Öl wird auch in der Kosmetik eingesetzt;
Bei trockenen Haut: Gemisch aus Arganenöl und Mandelöl.
Bei bruchige Nägel: Gemisch aus Arganenöl und Zitronensaft auf die Nägel schmieren und über Nacht mit Handschuhe schlafen.
Zum bräunen in der Sonne: Gemisch aus Arganenöl und olivenöl.
Zur körperpflege: den ganzen Körper mit Arganenöl einreiben, ca. 45 min. ziehen lassen, anschließend in der Wanne baden.
Alle Angaben ohne Gewähr ( Sollten sich die Nachbarn wegen des Duftes beschweren ).

MfG

Karim Maaroufi
Posted By: Erika Daerr

Re: Arganenöl - 08/11/2000 19:16

Hallo Peter,
Ich bin zur Zeit sehr selten auf den Seiten, deshalb erst jetzt meine Antwort.
Die deutsche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) hat eine Kooperative in Agadir gegründet mit Namen Tissaliwine, B.P. 334, 80000 Agadir, Tel. 00212-48-332973, Fax 00212-48333880, e-mail_ gtz-arga@mtds.net.ma
Diese Kooperatvie wird von Frauen geleitet, die ihr eigen produziertes Öl vermarkten und die Unterstützung bei der Vermarktung ihrer Produkte durch die GTZ erfahren. Sie erhalten so einen garantierten Preis und haben sich dadurch eine sichere Einnahmesnquelle geschaffen und pflegen dadurch auch ihre Bäume besser, die sich nur sehr schwer vermehren. In Agadir in der Kooperative kann man Öl kaufen und sich informieren.
Hier ein Auszug aus den Anhängern am Öl:
Dieses Öl wird in einem aufwändigen Verfahren aus der Mandel der Frucht gewonnen. Zur Extraktion von einem Liter Öl braucht man etwa 30 kg Früchte und 8 Stunden härteste Handarbeit, natürlich nur Frauen. Die Reste - also der Trester wird als hochwertiges Kraftfutter während der Trockenzeit den Tieren gefüttert. Die Mandelschalen werden beim Röstvorgang der Mandeln als Heizmaterial verwendet und dienen als Geschmacksverbesserer. Nur in wenigen Orten werden die von ziegen ausgeschiednen nüsse wieder gesammelt und verarbeitet. Der strenge Geschmack und Geruch dieses Öls ist nicht beliebt.
Zu dem letzten Satz: Das erklärt warum die Ziegen auf den Bäumen klettern. Sie fressen nicht die Blätter sondern die Früchte. Die gelben kleinen Früchte in derem Inneren die Mandel (der eigentliche Ölspender)ist werden von den Ziegen gefressen,ausgeschieden und dann von den Frauen eingesammelt und daraus Öl gemacht. Das war zumindest früher so, denn die Arbeit die Schale bzw. das Fruchtfleisch von der Mandel zu lösen ist mühsam und geht nicht maschinell. Deshalb war die Vorarbeit der Ziegen willkommen. Bei der kooperative geht die Frucht aber nicht durch die ziege, deshlab ist das Öl dort sehr tuer, aber geschmacklich besser.
Ich habe im Frühjahr in Adai (bei Tafraout) direkt von einer Ölmühle gekauft, preislich sehr günstig. Aber es schmeckt streng, fast ein wenig ranzig, ich denke dass das Öl ist, das von Früchten stammt die durch die ziegen gegangen sind. Zum Kochen nehme ich es deshalb nicht, aber für die Haut ist es super. Es macht die Haut total weiche und geschmeidig. Wenn Du mir Deine Adresse mailst, dann schicke ich dir ein Fläschchen zum Test, außerdem kopiere ich Dir das Heft über Arganenöl von Tissaliwin (6 Seiten, hier ist auch die chemische Struktur erläutert und den Beihefter zum Öl über Anwendungsbeispiele).
Ich kann Dir auch ein Foto eine rÖlmühle schicken (ein riesiges Teil mit einem Mühlstein, so wie sie früher bei uns auch üblich waren). Im Raum Tafraout kann man noch einige besichtigen.
Übrigens noch zu den Ziegen: Eine wichtige Einnnahmensquelle der Bauern ist der Verkauf des Ziegenmistes der sich unter den Bäumen ansammelt. Da Dünger teuer ist, verdienen sie nach Angaben eines Münchner Ethnologen, der sich damit beschäftigt, am meisten.
Posted By: Thomas Friedrich

Re: Arganenöl - 11/11/2000 17:36

Hallo Dr. Maaroufi,

ich beliefere Biotechnologieunternehmen mit neuen pflanzlichen Forschungsmaterialen zwecks Aufspüren möglicher Wirkstoffe für die Pharmazie.So habe ich auch im letzten Jahr Proben von Argania spinosa nach Deutschland exportiert. Erste Ergebnisse werden im kommenden Jahr erwartet.
Zwar habe ich auch über die von Ihnen beschriebenen Eigenschaften gehört, jedoch habe ich nie in irgendeiner Quelle wissenschaftliche Belege erfahren. Ist Ihnen irgendwo ein Dokument bekannt, worin die von Ihnen beschriebenen Eigenschaften niedergeschrieben und ggf. belegt sind?


M.f.G.

Thomas Friedrich
Posted By: Anonym

Re: Arganenöl - 17/11/2000 16:41

Außer in Südmarokko kommen die Arganienbäume auch im östlichen Südamerika vor. Wir wissen ja alle, daß die beiden Kontinente miteinander verbunden waren.
weiterhin hat man früher die Kerne der Arganienfrüchte aus dem Kot der Ziegen gelesen und zur Herstellung des speiseöls ausgepreßt. Ich weiß allerdings nicht, ob diese nicht unbedingt appetitliche Methode nocht angewandt wird. wer kann mir diesbezüglich etwas asgen?
Posted By: Anonym

Re: Arganenöl - 01/12/2000 19:23

Hi 'VMK',

mein Interesse gilt nach wie vor dem Aufbau und der detaillierten Funktionsweise einer Arganenölpresse.
Und auch dem Press-Vorgang!

Vielleicht hat einer vom 'VMK' ja noch eine Information?

Peter.
Posted By: Blandina

Re: Arganenöl - 09/06/2001 20:25

Hallo zusammen,

bin heute beim Durchforsten meiner Unterlagen auf eine CD gestossen des Projekts Biosphärenreservat Arganeraie - Marokko. (auf der Expo bekommen )

Hier die Artikel zum Thema Arganenöl. Ich hoffe es wiederholt sich nicht zuviel zu dem schon berichteten.

Arganenöl
Arganenöl wird aus den Früchten des Baumes Argania spinosa gewonnen. Dieser Baum ist ein Residuum des Tertiär und im Begriff zu verschwinden. Man findet ihn in seiner natürlichen Verbreitung als Bestandsbildner (Arganeraie) heute nur mehr in der Region zwischen Hochatlas, Antiatlas und der Atlantikküste im Südwesten Marokkos. Circa 800 000 Hektar Landfläche bedeckt er in unterschiedlichster Ausprägung. Eine Bestandsdichte von 250 Bäumen pro Hektar, als Baum mit einem soliden, meist gedrehten Stamm und einer Krone bis zu 14 Metern Durchmesser im Stammesgebiet der Haha (150 km nördlich Agadir) im Hochatlas sind keine Seltenheit. Es gibt aber auch Bestandesdichten von unter 40 Bäumen ha mit einer mehr buschartigen Wuchsform im Grenzgebiet zur Wüste bei Gulimime im Antiatlas. Eines ist allen Bäumen jedoch gleich: seine Früchte sind ölhaltig und reifen in einem überjährigen Zyklus. In guten Regenjahren befinden sich bis zu 4 Generationen Blüten und Früchte in unterschiedlichstem Reifegrad auf den Bäumen.
Dieses Öl wird in einem aufwendigen Verfahren aus der Mandel der Frucht gewonnen. Zur Extraktion von einem Liter Öl braucht man etwa 30 kg Früchte, und 8 Stunden härteste Handarbeit, natürlich nur von Frauen, ist notwendig. Das Fruchtfleisch der Früchte wird getrocknet und als hochwertiges Kraftfutter während der Trockenzeit den Tieren verfüttert. Die Mandelschalen werden beim Röstvorgang der Mandeln als Heizmaterial benötigt und dienen als Geschmacksverbesserer beim Backen des Fladenbrotes.
Nur in wenigen Orten werden die von den Ziegen ausgeschiedenen Nüsse wieder gesammelt und verarbeitet. Der strenge Geschmack und Geruch dieses Öls ist nicht beliebt.
Welches sind nun die Arbeitsabläufe der Ölgewinnung in der Cooperative TISSALIWINE ?
Die Früchte werden, in der Mehrzahl, im Sommer (Juni -September) gesammelt und zu Hause in der Sonne getrocknet und eingelagert. Je nach Bedarf, meist einmal im Monat, setzen sich die Frauen des Haushaltes in ihrer Freizeit zur Ölherstellung zusammen. Zuerst wird das getrocknete Fruchtfleisch entfernt, dann die Nuss zwischen zwei Steinen geknackt, aber so, dass die Mandel möglichst unverletzt bleibt; anschliessend werden die Mandeln leicht angeröstet, zur Förderung des Nussgeschmackes, um dann in einer Steinmühle gemahlen zu werden. Der entstandenen öligen Paste wird durch ständiges Kneten und Zugabe von lauwarmen Wasser das Öl ausgetrieben und in Gefässe dekantiert. Zurück bleibt ein Presskuchen, der wiederum als hochwertiges Kraftfutter entweder in der Haustierhaltung Verwendung findet oder auf dem Souk verkauft wird. Das Öl ist sehr beliebt in der Küche. Sein nussiger Geschmack eignet sich besonders für Salate. Weissbrotstücke getränkt mit Arganenöl zum Frühstück sind eine Köstlichkeit und decken den Bedarf an essentiellen ungesättigten Fettsäuren für den ganzen Tag.
Als Diät- und Heilmittel ist es in der traditionellen Berbermedizin nicht wegzudenken zur Behandlung von Magen- und Darmschwierigkeiten, Herz- und Kreislaufschwäche aber auch bei Fruchtbarkeitsstörungen bei Männern und Frauen.
Seine Wirkung als Pflegemittel für Haut und die Haare ist in ganz Marokko bekannt. Auch einige Kosmetikhersteller stellen Kosmetika auf dieser Ölbasis her.

Haben wir Ihr Interesse an dem Öl geweckt, dann kaufen Sie doch ein Probefläschchen.

Grössere Mengen können Sie über das Projekt
Conservation et Developpement de L'Arganeraie (PCDA) für 120 DH Liter erwerben. Das Öl ist das Produkt einer durch das deutsch-marokkanische Projekt gegründeten Frauenkooperative mit dem Namen Tissaliwine.
Bestellungen nehmen entgegen:

Frau YOUSSOUFI Khadija
Tel/Fax.: 08-333880 oder 332973,
E-Mail: GTZ-ARGA@MTDS.NET.MA

oder Post:
Projet Conservation et Développement de l'Arganeraie,
B.P. 334;
MA-80 000 AGADIR

GTZ-Büro-Rabat,
Tel.: 07-204517/18 Fax: 07-204519

Die Kooperative produziert nur auf Bestellung; wobei zwischen Bestellung und Lieferung mit 4 Wochen Lieferzeit (Produktion, Analyse, Abfuellung etc.) gerechnet werden muss. Auslieferungen in Rabat gehen über das GTZ-Büro Rabat. Bei grösseren Bestellungen von mehr als 60 Litern gibt es Hauslieferung. Lieferdatum ist immer die letzte Woche des Bestellmonats.
Und nun guten Appetit oder viel Vergnügen bei der Körper- und Haarpflege!
Es empfiehlt sich Ihre Cooperative Tissaliwine

Das Gold das in den Bäumen hängt
Unser erster Kontakt mit dem Baum Argania spinosa stammt aus den beginnenden 70igern. Damals rechneten wir ihn zu den Wildarten der Olive mit der Abartigkeit beim Abreifen der Früchte nicht schwarz, sondern gelb zu werden. Heute sind wir nun im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland seit zwei Jahren in der Arganenregion, sprich Arganeraie, um die marokkanische Regierung zu unterstützen Wege zu finden den Baum und sein Nutzungssystem so zu bewirtschaften, dass er seine Funktionen auch noch künftigen Generationen zur Verfügung stellen kann.
Wir, das heisst meine Frau Hannelore, unser Hund Jessika und ich, Frank K. F. Hayer, Entwicklungsexperte der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) seit 1967, wurden in die Touristenstadt Agadir; den Mittelpunkt der Arganeraie entsandt, um der regionalen Forstbehörde tatkräftig unter die Arme zu greifen bei der Bewältigung dieser schwierigen Aufgabe.
Der Arganenbaum, Arganier oder auch Ziegenbaum genannt, hat sein natürliches Verbreitungsgebiet zwischen Safi im Norden; Gouelmime im Süden und dem Dir - Übergangstelle des Hohen Atlas in den Antiatlas - im Osten von Südwest-Marokko. Vereinzelte Baumgruppen gibt es noch in einem Talkessel bei Romani und in der Region Oujda. Alle Bestände zusammen ergeben ca. eine Million Hektar dieses endemischen Baumes der Familie der Sapotacea der ein Überbleibsel aus dem Tertiär ist. Das genaue Alter der heute noch lebenden Bäume ist nicht bekannt, wird aber auf 150 bis 250 Jahre geschätzt, wobei es jedoch auch Bäume gibt die wesentlich älter (mehrere hundert Jahre) sind. Da sich die Region in der Übergangszone von semi-arid über arid bis hin zur Sahara ausbreitet, geht die Baumdichte dieser Baumsavannenlandschaft von 250 Bäumen pro Hektar im Norden bis zu 50 und weniger im Süden.
Das typische Erscheinungsbild ist ein relativ kurzer kräftiger meist gedrehter Stamm mit einer sich stark verzweigenden mächtigen Krone. Auf dem jüngsten Holz befinden sich, je nach Jahreszeit - oder besser gesagt - nach Niederschlagsgeschehen, unscheinbare Blüten und verschiedene Reifestadien von Früchten. In ganz seltenen Fällen kann der Baum bis zu drei Generationen Blüten und Früchte zur gleichen Zeit tragen, da das Ausreifen der Früchte über ein Jahr dauert und der Baum immer dann wieder erblüht, wenn eine Niederschlagsmenge von ca. 50 mm überschritten wird. Dadurch wird auch seine Altersbestimmung erschwert, da die Jahresringbildung, die sehr eng ist, von den Regenereignissen abhängt.
Genutzt werden können von dem Baum:
- das Holz. Als Brennholz, zur Holzkohleherstellung - dafür ist es besonders beliebt aufgrund seiner Härte und hohen Dichte - , als Bauholz für Deckenbalken in Häusern und Stallungen, als Werkzeugholz in der Landwirtschaft zur Herstellung von Pflügen, Schaufeln und Hacken; die feineren Äste mit ihren Stacheln dienen als Zaunmaterial (Zriba). Als Möbel und Skulpturenholz findet es, wahrscheinlich bedingt durch seine Härte (Eisenholz), bis heute keine Verwendung.
- die Blätter und jüngste Triebe. Alles herabfallende Laub wird von den Schafen und Ziegen gefressen. Ziegen klettern aber auch in die Bäume, wenn am Boden keine Nahrung mehr zu finden ist und knabbern die noch nicht verholzten Triebe und grünen Blätter ab. Und die Kamele bedienen sich dank ihrer Grösse direkt vom Baum.
- die Früchte. Sie werden von den Kamelen direkt vom Baum gefressen, wogegen die Ziegen in die äussersten Spitzen der Bäume klettern müssen, um sie zu erreichen. Die Haupterntezeit ist zwischen Juli und September, wenn die Früchte den Baum goldgelb überziehen. Dann ist die Arganeraie zur Beweidung gesperrt, und die Bevölkerung kann die Früchte aufsammeln und einlagern. Ausserhalb dieser Zeit werden die auf dem Boden liegenden Früchte von den Tieren direkt aufgefressen. Dabei ist nur das Fruchtfleisch verdaubar, sodass die geschlossenen Nüsse mit dem Kot zusammen wieder ausgeschieden werden. Einige Dörfer verwerten diese Nüssen zur Arganenöl-Gewinnung. In den meisten Fällen werden jedoch die ganzen eingelagerten Früchte zur Ölgewinnung genommen ohne sie vorher den Ziegen zu verfüttern.
Die Nüsse enthalten ein bis fünf; im Durchschnitt zwei bis drei Kerne aus denen ein hochwertiges Öl gepresst werden kann, das der menschlichen Ernährung dient, aber seit altersher auch in der traditionellen Haut- und Haarpflege und als Medikament und Wundpflegemittel grosse Bedeutung bei den Berbern hat.
Unter den Bäumen findet man in Dorfnähe Getreideanbau - vorwiegend Gerste - zur Ernährungssicherung der Menschen und in seltensten Fällen auch der Tiere. Im Anti-Atlas wurden dazu schmalste Terrassen bis zu den Berggipfeln angelegt und bewirtschaftet. Durch die Abwanderung der arbeitsfähigen Männer können diese von den zurückgebliebenen Frauen aber nur noch teilweise bearbeitet werden und zerfallen deshalb. In den Tallagen - Souss Massa - und immer dort, wo kleinste Mengen Wasser zur Bewässerung auftreten, werden intensiv Gemüsekulturen angebaut, denen der Baum weichen muss.
Somit hat der Baum und sein Nutzungssystem Arganeraie die Funktion, praktisch die einzige Einkommensquelle und Lebensraum der autochtonen Bevölkerung zu sein. Gleichzeitig erfüllt er aber auch die Funktion des Schutzwaldes als Barriere gegen die Sahara wobei er Trockenzeiten wie z.B.1981 bis1984 und 1991 bis 1995 und hohe Temperaturen > 50º C durch Einschränkung seines Wachstums und Nichtfruchtung toleriert, um mit den ersten Regen wieder aus seiner Scheinruhe durch Begrünung und Blüte zu erwachen. Sein einzigartiges, sehr tief gehendes, aber auch sich horizontal ausbreitendes Wurzelsystem ermöglicht ihm, einerseits kleinste Wasserspeicher – Kluftwasser – zu nutzen, da er aber auch entlang dieses Wurzelsystems die meist heftigen Tropenregen dem Untergrund zuführen kann und somit auch die Funktion des Wasserspeichers erfüllt. Im Schatten seiner Krone wachsen eine Vielzahl von Pflanzen, die es den Schafen erlaubt, ganzjährig Futter zu finden, sowie den Bienen ermöglicht, Sortenhonig zu sammeln – Thymian, Lavendel, Diestel und Wildblüte. Die Bevölkerung erwirtschaftet durch das Sammeln von Aroma und Heilpflanzen zusätzliche Einkommen.
Dass sich um einen solchen Multifunktionsbaum Mythen entwickeln, ist verständlich, vor allem auch, da er aus der Sicht der Menschen schon immer da war. Viele dieser Mythen stammen aus einer vorislamisch animistischen Zeit, die eine Vielzahl bekannter Mystiker hervorbrachte, die in die praktische Ausübung des Islam integriert wurden. Im allgemeinen werden von der Bevölkerung Solitärbäume, jeder Stamm oder Grossfamilie hat seinen Baum, heilende, schützende, fruchtbarkeitsfördernde und viele andere Wirkungen zugesprochen. Als ein Beispiel mag der Schutz der Ernte am Ende der Erntezeit gelten - in der Berbersprache « Isisel » genannt-. Hierzu werden 5 Schneckenhäuser mit Arganenöl, Butter, Mehl, Hefe und Milch gefüllt, auf eine getöpferte Platte gelegt und mit Kuhmist abgedeckt. In einer Prozession, bestehend aus Familienmitgliedern und Erntehelfern wird diese Gabe um das Haus und zum Mythenbaum « Tigammi ughmmat » getragen, unter dem Absingen von Reimen zum Schutz gegen Ratten, Spatzen und alles Böse. Dann werden die Gaben von den Familienmitgliedern zum Baum hingeworfen und fluchtartig wird das Gebiet um den Baum herum verlassen.
Trotz dieser, für die autochtone Bevölkerung, lebenswichtigen realen wie mystischen Grundlage ist der Baum und sein Nutzungssystem von irreversiblen Schädigungen bedroht. Man findet heute keinen aus dem Samen gezogenen Jungbaum; die bestehenden Baumbestände überaltern und sterben teilweise ab; durch die Übernutzung der Bäume und der Unterholzvegetation durch Beweidung und Ackerbau werden die Bäume skelettiert und die einst reichhaltige Unterholzvegetation mit über 300 Pflanzenarten verarmt auf einig wenige besonders strapazierfähige aber auch vom Futterwert uninteressante Pflanzen. Die Folgen sind eine fortschreitende Wind und Wassererosion der besten Böden in den Berg- und Hanglagen; eine Desertifizierung der Tallagen durch Bildung von Inlandsdünen; eine Verarmung der Tier- und Pflanzenarten, die nicht mehr ihr "Habitat" finden; eine Verschlechterung des Wasserhaushaltes der Region durch die fehlende Infiltrations- und Wasserrückhaltefunktion des Waldes; und damit eine Abnahme der Ertragsleistung der teuren Agrarinvestitionen im Souss und Massa-Tal.
Diese Übernutzung des Naturhaushaltes wird hervorgerufen durch viele sich überlagernde Faktoren, die scheinbar, bis zum Ende des letzten Jahrhunderts (seit dieser Zeit gibt es keine Jungbäume mehr) im Gleichgewicht mit der Reproduktionsleistung der Natur standen. Betrachtet man die Einwohnerzahlen Marokkos um die Jahrhundertwende mit knapp 10 Millionen Einwohnern und vergleicht diese mit den Zahlen von heute mit fast 28 Millionen, so liegt hierin wohl das grösste Problem. Und da Marokko auch heute noch ein Agrarstaat ist mit knapp 50 % der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft, ist eine abnehmende Ausbeutung der Natur noch nicht in Sicht.
Wer zehrt nun alles an der Arganeraie? Da sind zu allererst die Bauern mit ihren Nutzungsrechten im Argananwald zu nennen. Die marokkanische Regierung hat dieses Problem schon sehr früh erkannt und hat den Stammesbesitz der Berberstämme um die Jahrhundertwende unter Staatseigentum gelegt. 1925 wurde dann ein Nutzungsgesetz eigens für den Arganenwald eingeführt, das die Nutzung für die im und am Wald lebenden Bevölkerung regelt. Danach haben die Bewohner vererbbare Nutzungsrechte zur Beweidung der Wälder, zum Ackerbau, zur Holzentnahme als Brenn- und Bauholz, zur Ernte der Füchte und zur Entnahme von Sand, Boden, Steinen, Kalk und anderen Baumaterialien.
Dazu zählen, als zweites, auch die aus dem Süden und Osten kommenden Nomaden, die mit ihren z.T. riesigen Herden auf der Suche nach Futter durch das Land ziehen. Verstärkt hat sich diese Übernutzung durch den Anschluss der Westsahara an Marokko und damit der freie Übergang über die ehemalige Grenze des spanischen Rio d'Oro Gebiet. Herden in einer Grössenordnung von über tausend Kamelen und mehreren tausend Schafen und Ziegen sind keine Seltenheit. Wo diese Herden durchziehen bleibt für die Tiere der Dorfbewohner nichts mehr übrig, was in der Vergangenheit zu blutigen Auseinandersetzungen unter den beiden Gruppen, sesshafte Bauern und Nomaden, führte. Dabei sehen sich die Nomaden in ihrem Recht, auch wenn sie im Arganeraiegesetz nicht berücksichtigt sind, weil sie als Nomadengeborene dieses Recht von Allah erhielten. Dass sich dabei auch Personen dieses Recht aneignen, die zu keiner der beiden Gruppen gehören, das sind in der Regel wohlhabende Militärs und Polizei, verstärkt diesen Degradationsprozess, vor allem in den letzten Jahren.
Die dritte daran zehrende Gruppe sind die Förster, die auf Druck der Gemeinden grossflächige Holzeinschläge tätigen, um den Ertrag der Gemeindekasse zufliessen zu lassen. Diese sollte allerdings 20% dieses Betrages wieder in den Wald reinvestieren, was aber in der Regel nicht geschieht. Dass dabei, ab und an, auch zusätzliches Holz eingeschlagen wird, dessen Ertrag direkt den Weg in die Tasche des Försters findet, ist nicht auszuschliessen.
Eine weitere Interessengruppe sind die Städte, Gemeinden, das Militär und das Bauministerium auf der Suche nach Bauland und Land für materielle Infrastrukturen. Hierbei werden ganze Flächen unwiederbringlich abgeholzt und anderen Verwendungen zugeführt - wie z.B. der Flughafenbau in Agadir mit über 400 Hektar, die kontinuierliche Ausdehnung der Städte und Gemeinden mit mehreren hundert Hektaren pro Jahr, aber auch der Strassenbau und die Verbreiterung bestehender Strassen oder die Anlage neuer zehrt am Arganenwald.
Welche Chancen bestehen, diesen Teufelskreis zu durchbrechen, und was kann das von der Deutschen Bundesregierung geförderte Projekt dazu beitragen? Die zwei Trockenperioden der letzten 20 Jahre haben in der gesammten Bevölkerung zu einem Problembewusstsein geführt, das hoffen lässt, mit einer Vielzahl von Massnahmen diesen in der Welt einzigartigen Baum und sein in der Welt ebenfalls einzigartige Nutzungssystem nachhaltig zu bewirtschaften. Die dazu notwendigen Innovationen müssen erforscht, mit der Zielgruppe getestet und in einem partizipativen Verfahren zwischen Bevölkerung, Nichtregierungs-Organisationen und der staatlichen Verwaltung breitflächig umgesetzt werden.
In einer derzeit laufenden Projektphase werden deshalb folgende Ziele verfolgt: Die Region erhält einen Sonderstatus, der es den Regierenden ermöglicht, ohne langwierige gesetzliche Prozesse notwendige Massnahmen durchzuführen. Dieser Status ist die weltweite Anerkennung der Region als "Biosphärenreservat Arganeraie", eine im Rahmen des Programms der "Mensch und die Biosphäre (MAB)" von der UNESCO ins Leben gerufenen Organisation, die durch eine weltweite Vernetzung von Biosphärereservaten Beispiele zur nachhaltigen Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen dieser Welt geben will. Dabei geht es nicht um den Ausschluss von Regionen aus der menschlichen Sphäre, wie das bei Naturschutzzonen der Fall ist, sondern der Mensch muss Wege finden zu einem mit der Natur in Einklang stehenden Handeln. Dies wird die Aufgabe des Biosphärenreservates Arganeraie sein. In Zusammenarbeit zwischen der Forstbehörde, den Bevölkerungsrepräsentanten, der nationalen MAB-Organisation, den regionalen Forschungsinstitutionen, den regionalen und überregionalen NGO und dem Projekt wird ein Rahmenplan "Biosphärenreservat Arganeraie" erarbeitet, der nach Fertigstellung als Leitfaden bis zum Jahre 2010 die Regionalregierung bei ihren Entscheidungen unterstützen soll.
Während dieser ersten Projektphase werden aber auch in sog. Testdörfern mit der Bevölkerung zusammen Innovationen getestet, die einerseits zusätzliche und /oder alternative Einkommensmöglichkeiten erschliessen, in gemeinsamen Aktionen die "conditions de vie" verbessern, unter gleichzeitiger Verbesserung der Regenerationsfähigkeit des Baumes und seines Nutzungssystemes.
Erste Ansätze dazu sind die Herstellung biologisch reiner Agrarprodukte, die auf dem Markt einen höheren Gewinn erzielen, z.B. reines unvermischtes Arganenöl, reiner Sortenhonig, Jungmast-Zicklein, Getreide u.a.m.. Zur Reduzierung des Holzverbrauches finden verbesserte Backöfen und Herde Einsatz sowie Ersatzbrennstoffe und erneuerbare Energien. Zur Reduzierung des flächenmässigen Holzeinschlages werden nur noch Sanierungsschnitte getätigt, durchgeführt von der autochtonen Bevölkerung, die auch dann eine überwachte Aufforstung erlauben. Die Reduzierung der Tierzahlen, vor allem Ziegen, zugunsten einer gezielten Produktion in Fleisch und Milch, die zu monetären Einkommen führen. Der Einführung eines lokalen Softtourismus für Bevölkerungsschichten mit niedrigen Einkommen durch Ausbau von einfachen Gästezimmern in den Dörfern. Aber auch durch mehr Transparenz des Bodenrechts und der Ausübung des Nutzungsrechts. Die Verbesserung des Gesundheitszustandes der Bevölkerung im Rahmen der Familienplanung spielen dabei eine eben so wichtige Rolle wie die Verbesserung der Schulbildung und der Erwachsenen-Alphabetisierung. Mit zunehmender Industrialisierung Marokkos wird auch der Bevölkerungsdruck in den Dörfern der Arganeraie abnehmen, der es dann den Zurückbleibenden erleichtert, dort ihr Auskommen zu finden.
Um diese Veränderungen auch gezielt planen, durchführen und beobachtend begleiten zu können, wurde ein ökologisches Umwelt-Observatorium eingerichtet und das Personal ausgebildet. In einem langfristigen Prozess werden die Verwaltungsinstitutionen auf eine partizipative Zusammenarbeit mit der Bevölkerung vorbereitet, um das abnehmende Engagement des Staates am Entwicklungsprozess durch eine höhere regionale Beteiligung der Bevölkerung aufzufangen. Da begleitende Forschung unumgänglich ist zur Einleitung solcher Prozesse, wurde ein "Arganeraie Forschungsforum" unter der Beteiligung der regionalen Forschungsinstitutionen eingerichtet, das die Aufgabe hat, prioritäre entwicklungsrelevante Forschungsarbeiten zu identifizieren, deren Finanzierung sicherzustellen und ihr wissenschaftliches Niveau zu sichern. Hierzu werden für Fragestellungen, die nicht durch die regionalen Forscher erarbeitet werden können, Partnerschaften mit nationalen und internationalen Universitäten und Forschungsinstitutionen eingegangen.
Wichtig ist nun, dass die internationale Völkergemeinschaft dieses einzigartige Weltgut "Argania spinosa" und sein Nutzungssystem als kulturelle Ausprägung des Menschen in seiner Umwelt, die "Arganeraie", anerkennt und gebührend unterstützt zu seiner Erhaltung und nachhaltigen Nutzung.
Frank K.F. HAYER
Dipl.Ing. Agr. Ing. agr. trop.
Entwicklungsexperte




Contact: Mr. Frank K. Hayer, Argan Conservation and Development Project, B.P 334, 80000 Agadir, Morocco;
Tel. +212.8.333880, Fax +212.8.332973,
E-mail gtz-ARGA@mtds.net.ma.

Die Regierung des Königreichs Marokkos hat beschlossen, das Wirtschaftssystem Arganeraie in seiner natürlichen Umwelt im Süd-Westen des Landes zu schützen bei einer gleichzeitigen ökonomischen Entwicklung der Region. Die Bundesregierung Deutschland hat einer Bitte der marokkanischen Regierung entsprochen, sie bei der Konzipierung und Durchführung zu unterstützen.
Dazu ist es notwendig, der Region einen Sonderstatus zu verleihen, der es ihr ermöglicht, bei - sich normalerweise widersprechenden - ziel zu vereine. Die international anerkannte Einrichtung von Biosphärenreservaten ist dazu in der Lage, vor allem nach den Vorschlägen der im März 1995 in Sevilla / Spanien stattgefundenen Sitzung des internationalen MAB-Komitees ( Man and Biosphere ) der UNESCO.
Biosphärenreservate sind grossflächige, repräsentative Ausschnitte von Natur- und Kulturlandschaften, deren Flächen zum überwiegenden Teil unter gesetzlichem Schutz stehen. In ihnen werden gemeinsam mit den hier lebenden und wirtschaftenden Menschen beispielhafte Konzepte zu Schutz, Pflege und Entwicklung erarbeitet und umgesetzt ( Definition der ständigen Arbeitsgruppe der Biosphärenreservate in Deutschland 1994 )
Es geht also nicht darum , vom Menschen weitgehend unbeeinflusste Schutzgebiete abzugrenzen, sondern um die Einbindung der Nutzungsansprüche der Menschen in ein integriertes Gesamtkonzept. Dabei soll gezeigt werden, dass der Mensch die Biosphäre nutzen kann, ohne sie zu zerstören. Im Gegensatz zu National- und Naturparks und anderen Schutzzonen umfassen Biosphärenreservate deshalb unterschiedlich intensiv genutzte Landschaften, von sehr naturnahen Ökosystemen bis hin zu landwirtschaftlich , baulich oder industriell intensiv genutzten Gebieten.

Diese unterschiedlichen Ziele bedürfen einer inneren räumlichen Zonierung des Biospärenreservates. Die Erarbeitung dieser Zonierung ist eine der wichtigsten Aufgabe, nachdem die Arganeraie-Region auf Antrag der marokkanischen Regierung im Dezember 1998 als Biospärenreservat anerkannt wurde


Erschliessung von Wanderwegen und Ökotourismus im Biosphärenreservat Arganeraie

Im Rahmen der Arbeit « Schutz und der Entwicklung der Arganeraie » (Projet Conservation et Développement de l'Arganeraie PCDA) spielt der Ökotourismus eine herausragende Rolle. Die Erschliessung der Bergregionen des Hoch-Atlas und des Anti-Atlas, durch Anlage von Wanderwegen und Aufbau von einfachen Unterkünften in den Dörfern -Ferien auf dem Bauernhof sowie Etappenunterkünfte- für Rucksacktouristen und weniger wohlhabende Marokkaner, kann der Dorfbevölkerung, die nur über geringe Faktorenausstattung verfügt, direkte Einkommen erwirtschaften.
Auch und vor allem die deutschen Touristen des Massentourismus der Stadt Agadir hätten die Chance, nach einer Periode von Sonne, Wasser und Strand durch diese Einrichtungen das wirkliche Leben und die unverdorbenen, noch natürlichen Menschen des Hinterlandes kennenzulernen, um dadurch das Verständnis für einander zu verbessern.
Als Pilotobjekt schlagen wir eine Region vor deren Einzigartigkeit gekennzeichnet ist durch ihre Lage an den Nordausläufern des Antiatlas und dem Flusstal des Souss. Der Mittelpunktort ASSADS liegt am Unterlauf eines Canyon auf dessen, ihn umschliessenden, Berghöhen 3 Speicherburgen das Tal bewachen. In der Region gibt es verlassene altjüdische Dörfer und Friedhöfe die in die Wanderwege einbezogen werden können. Da diese Dörfer den ersten jüdischen Einwanderern in Marokko vor über 2000 Jahren zugeschrieben werden, ist ihr historischer Beitrag zur Geschichte Marokkos unübersehbar. Nur in diesem Tal werden die Früchte « CEDRA » kultiviert, die als Reinheitsgabe Gottes zum Laubhüttenfest in der Synagoge geweiht werden.
Die Unterstützung des Bayerischen Alpenvereins könnte folgendermassen aussehen:
- Schulung von Bergführern, deren Ausrüstung und die Ausrüstung ihrer Tragtiere - Erarbeitung von Kriterien zur Erschliessung von Wanderwegen unterschiedlicher Länge und unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad - Erforschung und eventuelle Erschliessung einer Gebirgshöhle - Abstecken von Wanderwegen und Lehrwegen und Herausarbeiten der Besonderheiten und Sehenswürdigkeiten der Region - Erarbeitung von Kriterien für die Minimalausstattung einfacher Wanderunterkünfte - Aufbau einer Regionalgruppe/Ortsgruppe eines Wander- und Bergsteigervereins - und schliesslich Einleitung von Partnerschaften zwischen den Vereinen
Das deutsch-marokkanische Projekt Conservation et Developpement de l'Arganeraie kann mit seinem Team alle Liaisonfunktionen für eine solche Zusammenarbeit leisten:

H. Frank K. F. HAYER
Teamleiter für das Gesamtprojekt,Angestellter der GTZ
F. Hannelore HAYER
Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen, Ehrenamtliche
F. Amina BADDANE
Zusammenarbeit mit den Frauen-Dorfkomitees PCDA, GTZ
H. Sliman AZIKI Zusammenarbeit mit den Männer-Dorfkomitees PCDA,GTZ
F. Khadija YOUSSOUFI Managementunterstützung des Teamleiters PCDA, GTZ
H. Brahim ESSEMLALI
Fahrdienst, Zollangelegenheiten Einkäufe etc. PCDA, GTZ


Der marokkanische Partner ist der Regional-Forstdirektor H. JADER mit seinen Provinzmitarbeitern in Essaouira, Agadir, Taroudant und Tiznit
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