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Marokkaner und Kinderwunsch

Posted By: Porphyr

Marokkaner und Kinderwunsch - 04/02/2013 19:38

Guten Abend smile

Seit in der Pubertät mein Interesse an Männern erwacht ist und ich Beziehungen habe ist das ein großes Thema:
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass so gut wie alle Männer unbedingt Kinder wollen.
Und seit ich selbst im Kindergartenalter war, ist mir klar, dass ich keine möchte. Daran gehen auch gerne Beziehungen kaputt, weil eben viele Männer sich damit nicht abfinden mögen.
Zumindest war das bei meinem Beziehungen zu Nordeuropäern bisher so.

Als ich nun mit meinem Freund zusammengekommen bin und im Hinterkopf hatte, dass ja angeblich Marokkaner noch verrückter nach Kindern sind, habe ich ihm unter Tränen erzählt, dass mir das Mami-Gen fehlt und ich es mir nicht vorstellen kann, Kinder zu haben.
Wie bereits meine marokkanischen Freunde hat er völlig überrascht reagiert und meinte, das habe er ja noch nie gehört, dass jemand keine Kinder will!
Allerdings meinte er, wenn das meine Entscheidung sei, dann könnte er das akzeptieren.
Im Laufe der Zeit haben wir immer mal wieder darüber gesprochen, woran ich merke dass er sich darüber schon Gedanken gemacht hat. Er meint nun, dass er im Freundeskreis und in der Familie ja sähe, wie viel Arbeit Kinder machen und wie oft die Beziehungen darunter leiden, deswegen könne er es verstehen. Davon abgesehen möchte er lieber viel Zeit mit mir haben und unsere Zweisamkeit geniessen, als diese mit Kindern zu teilen.
Wir haben beide berufliche Ziele, an denen wir arbeiten möchten.
Er ist recht verrückt nach Kindern. Ich nicht so sehr, aber ich habe auch nichts gegen sie. Ich habe nur einfach andere Prioritäten.

Ich bin sehr froh, dass er solche Gedanken hat, aber auch überrascht, ausgerechnet in Marokko auf so viel Verständnis zu treffen.
Es mag ein Klischee sein, aber mir kommt es eben auch durch Gespräche mit meinen lieben Freunden in Marokko immer so vor, als sei es dort völlig normal und wichtig, Kinder zu haben. Als ginge es gar nicht ohne. Und zwar für Frauen UND Männer.
Ist das wirklich so?
Hat das was mit der Altersvorsorge zu tun oder wo kommt das her?
Ist es "unnormal" für einen marokkanischen Mann, nicht auf Gedeih und Verderb Kinder zu wollen?
Oder irre ich mich gar?

Posted By: LOE130501

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 04/02/2013 21:52

Vorab muss ich erzählen, dass ich keine Kinder habe, hat sich nicht ergeben, aber ich bedaure das heute sehr.
Nun sind in meiner Generation auch einige Frauen, auch Freundinnen, die recht bewußt keine Kinder wollten. Ich fand und finde das immer etwas merkwürdig. Für mich gehören Kinder zum Leben dazu, ganz selbstverständlich.
In den meisten Ländern, in denen die Familien viele Kinder haben, dienen sie meistens der Altersvorsorge o.ä., aber die Freude daran ist auch dabei. In Marokko ist es nach meiner Beobachtung ganz selbstverständlich viele Kinder oder Geschwister zu haben, keine Frage ob oder ob nicht.
Posted By: Ayoub1973

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 05/02/2013 00:45

Original geschrieben von: souza

In den meisten Ländern, in denen die Familien viele Kinder haben, dienen sie meistens der Altersvorsorge o.ä., aber die Freude daran ist auch dabei.


Altervorsorge? Das hör ich zwar oft, aber glaubst du das Tatsächlich? Gibt es was schöneres als Leben zu Schencken? Gibt es was Schöneres als die eigenen Kinder aufwachsen und ihren Weg gehen zu sehen und mitzuerleben wie sie auch eigene Kinder kriegen? Ich möchte nicht wie hier in Europa oft geschehen das keiner meinen Tod bemerkt bis die Wohnung am Verwesen ist und erstmal die Feuerwehr gerufen wird um zu Gucken was da Los ist.
Posted By: sainab

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 05/02/2013 13:14

da bin ich deiner Meinung Souza. Kinder gehören dazu. Irgend einmal bereut man es keine Kinder zu haben. Ich rede aus eigener Erfahrung.
Posted By: 21merlina

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 05/02/2013 13:35

Original geschrieben von: Ayoub1973
Ich möchte nicht wie hier in Europa oft geschehen das keiner meinen Tod bemerkt bis die Wohnung am Verwesen ist und erstmal die Feuerwehr gerufen wird um zu Gucken was da Los ist.

...wobei einem das in Europa leider auch sehr gut passieren kann, obwohl man Kinder hat.
Posted By: LOE130501

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 05/02/2013 14:58

Original geschrieben von: Ayoub1973

Altervorsorge? Das hör ich zwar oft, aber glaubst du das Tatsächlich? Gibt es was schöneres als Leben zu Schencken? Gibt es was Schöneres als die eigenen Kinder aufwachsen und ihren Weg gehen zu sehen und mitzuerleben wie sie auch eigene Kinder kriegen?

Ich glaube schon, dass man sicher gehen will, dass man im Alter auch was zu beißen hat. Wo es keine Rente gibt und bescheidener Wohlstand nicht zu einem eigenen Haus führt, bleibt den Menschen gar nicts anderes übrig als Familie zu haben, die dann im Bedarfsfalle unterstützt. Dazu kommt die hohe Kindersterblichkeit (ich weiß jetzt nicht wie das in Marokko genau ist), da fallen also auch glatt welche aus.
Ob das mit Lust und Freude geschieht, kommt wohl vor allem auf die Lebensumstände an.
Und wie sieht es aus mit dem Zugang zu Verhüterlies? Das bringt auch paar ungewollte Kids mit sich u.U..

Was mich hier so stört, ist diese Planerei. Dann passt das Kind grad nicht, weil Ausbildung erst fertig werden muss, dann der Job beginnt, das Haus erst gebaut werden soll, jene Reise gemacht...klar, Kinder kosten viel Geld und Zeit und Energie, aber sie sind auch sowas Herrliches!
Sie sollten, finde ich, beim normalen Leben einfach so dabei sein.

Antwort auf:
Ich möchte nicht wie hier in Europa oft geschehen das keiner meinen Tod bemerkt bis die Wohnung am Verwesen ist und erstmal die Feuerwehr gerufen wird um zu Gucken was da Los ist.

Ist nicht schön, stimmt. Aber in der Großfamilie leben auch nicht unbedingt alle. Und wenn man die Nachbarschaft pflegt, merken die auch, wenn was nicht stimmt. Ich denke oft, dass diese einsamen Menschen das aus irgendeinem mir nicht nachvollziehbaren Grund genau so wollen, zumindest einige davon.
Posted By: Porphyr

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 05/02/2013 18:06

Ich kann halt nur für mich sprechen und ich konnte es mir noch nie vorstellen. Da nervt mich noch heute mit fast 34 jedes "Ach, du bist ja noch jung, da kann sich noch viel ändern....".
Ich habe mit 21 schon versucht, bei der Krankenkasse die Serilisation durchzubringen. Das machen die aber unter 35 nicht. Heute denke ich, kann ich das auch so kontrollieren, zumal meine Beziehungen nicht ständig wechseln.

In meinem Freundeskreis gibt es Kinder, die ich sehr gerne mag und die einfach dazu gehören, wenn ich meine Freunde treffe. Nur arbeite ich normalerweise 7 Tage die Woche und ich liebe es! Ich bin einfach nicht bereit das aufzugeben - nicht weil es mich reich machen würde (im Gegenteil) aber ich tue es gerne.
Hier in meiner Straße gibt es derzeit 6 Kinder zwischen 1 und 4 und das 7. ist unterwegs. Nett! Aber auch schön, wenn die dann wieder bei ihren Eltern sind...

Ich denke das sollte einfach jeder für sich entscheiden. Früher habe ich behauptet, ich würde Kinder hassen (was Quatsch ist und was man niemals tun sollte). Heute habe ich, denke ich, eine ganz gesunde Einstellung dazu.
Und ich freue mich darauf, mein Leben ganz normal mit meinem Partner teilen zu können, gemeinsam zu arbeiten, uns etwas aufzubauen, worin wir aufgehen, gemeinsam auf dem Sofa zu entspannen, zusammen lecker zu Kochen, mit den Miezen zu knuddeln, in Schnee herumzualbern und das einfach nur zu zweit.

Ich kenne übrigens insgesamt 5 Frauen, die so denken wie ich. Auch die haben die Erfahrung gemacht, dass es immer die Männer sind, die Kinder haben haben.

Mich hätte jetzt blos interessiert, ob und warum (falls) das in Marokko noch extremer ist.

Mein Freund ist z.b. eins von 9 Kindern.
Seine verheirateten Geschwister haber aber auch alle nach spätestens dem 3. die Reißleine gezogen.
Er meint, dass vor allem fehlende Aufklärung in Marokko dafür zuständig ist, dass es so viele Familien ohne Arbeit aber mit 6 Kindern gibt. Ansonsten hat er als Grund für Kinder die Altersvorsorge angeführt.

"Wer kümmert sich um dich, wenn du es mal nicht mehr selbst kannst?"
Antwort: Im Zweifelsfall "der Sozialstaat". Niemand kann mir garantieren, dass meine Kinder das einmal tun!

Überhaupt habe ich (und nicht nur ich) den Eindruck, dass das Verhältnis zwischen Kindern und Eltern in Marokko und hier eine unterschiedliche Basis hat. Dort überwiegend Respekt - hier Freundschaft/Liebe. Und wenn Freundschaft/Liebe zerstört sind, wieso auch immer, bleibt nuneinmal nicht mehr viel.
Ich kenne so viele Marokkaner, die beispielsweise mit ihren Vätern oder Brüdern gar nicht können, jedoch aus Respekt helfen und den Umgang pflegen.

Für mich ist es immer wieder interessant, für eine Weile Teil dieser Familien sein zu dürfen und es einfach nur wirken zu lassen.
Posted By: Filfil

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 05/02/2013 19:33

Hallo,

Ich weiss, was jetzt kommt wird sehr verständnislos rüber kommen und wahrscheinlich auch intolerant, aber ich möchte trotzdem auch mal meine Gedanken dazu bringen.

Bei uns herrscht nicht nur Respekt sondern auch viel Liebe und Zusammenhalt....etwas mit der fortschreitenden Moderne doch leider immer mehr verloren geht. Jeder macht sein Ding und ist sich selbst der Nächste.

Ich könnte mir ein Leben ohne Kinder nicht vorstellen. Der Gedanke wäre schlimm für mich irgendwann nicht mehr arbeiten , nicht mehr viel unterwegs sein zu können und überwiegend fremde Gesichter um mich zu haben und sonst niemanden der vielleicht mal helfen kann oder einem Gesellschaft leistet, weil alle die man in der familie hat(te) genauso alt sind wie man selbst oder schon den Jordan überquert haben. Denk dir ja nicht, dass es so schön ist auf Kosten des Staates und der eigenen Rente in einem Heim dahin zu vegitieren und sich von fremden Menschen den Hintern abwischen zu lassen. Im schlimmsten Fall und leider nicht all zu selten hat man das Pech in einem Heim zu landen mit überforderten Personal - wenig psychologisch geschult, die ihren Frust dann an Dir raus lassen und wenn man dann nicht mal ein Kind hat dass sich wenn schon nicht der Eltern annehmen möchte, wenigstens kontrolliert ob Mutter oder Vater gut versorgt werden dann ist man wirklich schön ausgeliefert.


Wenn man jung ist, kann man sich mit arbeit ablenken, Freizeitbeschäftigungen nachgehen. Aber was ist wenn das nicht mehr möglich ist?

Sicher, ein Kind bedeutet eine große Verantwortung und mehr als eins, eine noch viel größere und sicher bedeutet es auch viele sorgenvolle Momente, aber etwas zu haben das in einem wächst und dann zu erleben wie es die Welt erblickt, es im arm zu halten. Zu wissen das man da einen kleinen Menschen im arm hält, welcher ein Teil von einem selbst ist und ein Teil von dem Menschen den man liebt, das ist großartig.

Dann hat man eben keine ruhige Minute mehr, muss sein Leben nach anderen Menschen mit richten, sich mit Windeln, Fläschchen, Geschrei plagen und wenn sie etwas größer sind mit der ein oder anderen kaputten Vase. Wir waren doch selbst mal Kinder, ich kann mir nicht vorstellen diese Erinnerung, dieses Gefühl dafür gegen unabhängigkeit umzutauschen.

Egal wie unabhängig man sich dadurch fühlen mag sein Leben nicht nach anderen richten zu müssen, irgendwann kommt der Moment in dem ein Mensch diese Leere dann spürt ( weil es doch irgendwo gegen die Natur des Menschen läuft) und diese Leere vielleicht mit einem Haustier versucht zu füllen, welches er im schlimmsten fall auch noch kastrieren lässt damit es keinen Ärger macht.

Aber ob das wirklich reicht?



ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ein Mensch keine Kinder haben will. Vielleicht Angst vor der Verantwortung, aufgeben einiger Bequemlichkeiten das ja.


Allah uahlem





Posted By: 21merlina

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 05/02/2013 19:56

Ich bin ja auch eher von der "Pro-Kinder-Fraktion". Ich habe einen Sohn und finde es schade, dass er keine Geschwister hat. Mehr Kinder waren leider aufgrund einer sehr widrigen familiären Situation nicht möglich frown

Allerdings ist es keineswegs so, dass Kinder einem garantieren, nicht in einem Altersheim zu landen (oder sich irgendwie alleine durchwurschteln zu müssen - Altersheime sind für viele zu teuer!)
In Marokko mag das noch zutreffen. Alhamdulillah!
Aber in Europa no way! Meine eigene Oma lebt auch in einem Pflegeheim und sie hat vier Söhne. Keiner von denen kann oder will die Oma zu Hause pflegen. Und da ist meine Familie absolut kein Einzelfall. Traurig aber wahr!
Posted By: Filfil

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 05/02/2013 20:19

merlina da hast Du recht, das finde ich auch sehr traurig und ich verstehe diese Kälte? diesen Egoismus? nicht. Unsere Eltern haben uns mit Allahs Hilfe das Leben geschenkt, uns die Windeln gewechselt, uns gefüttert und oft auch im erwachseneren Alter uns geholfen und zu uns gehalten egal wie sehr es sie getroffen und belastet hat (im normalfall).

Jeder ist sich selbst der nächste ist schon traurige Normalität geworden .


Posted By: Porphyr

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 05/02/2013 20:42

@ 21merlina: ja, eben.

@ Filfil: Du darfst mir glauben, dass es in mir nichts gibt, was sagt "ich hätt doch gern ein Kind". Gar nichts.
Schon im Kindergarten, wo wir das Rollenspiel "Familie" immer wieder gespielt haben, war ich, falls ich mitgemacht und nicht am Basteltisch gesessen habe, der Vater. Natürlich immer auf der Arbeit (am Basteltisch).

Das hat auch nichts mit der Angst vor Verantwortung zu tun. Allein der Gedanke daran, dass da in mir irgendwas wachsen könnte, löst fast schon Panikattacken in mir aus.
Ich will einfach nicht. Es wäre wider meiner Natur, es doch zu tun (und am dem Punkt war ich vor 15 Jahren, des Partners wegen, einmal für einen Augenblick).
Ich weiss nicht ob das anders wäre, wäre ich in Marokko aufgewachsen. Ich habe da so meine Zweifel.

Davon abgesehen ist es hier (Deutschland) heute nicht mehr so leicht eine Familie zu gründen, wie noch vor 20 Jahren. Als ich klein war, gab es 3 Großeltern, die sich gekümmert haben, wenn Mama arbeiten musste, damit überhaupt das Geld reichte. Hätte ich ein Kind, gäb es keine Großeltern, denn meine Mutter arbeitet noch immer.
Die Schwiegereltern in Marokko kümmern sich tagsüber um die komplette Enkelschar, während deren Eltern arbeiten. Völlig selbstverständlich und ohne großen Aufwand.
Hier bei uns, wo es diesen Zusammenhalt eben kaum noch gibt und die Familienverbände mehr und mehr auseinanderbrechen, nahezu undenkbar.

Ich freue mich für jeden, der in seiner Rolle als Vater oder Mutter völlig aufgeht.
Ich selbst bin völlig zufrieden mit einer harmonischen Beziehung, die auf Vertrauen und dem Wunsch basiert, sich gegenseitig glücklich zu machen.

Und später einmal nicht alleine zu sein, scheint mir ehrlich gesagt der falsche Grund, Kinder in die Welt zu setzen.

Und ja... der Begriff "Kälte" ist schon angebracht, wenn man sieht, wie hier oft mit den "alten" Angehörigen umgegangen wird. Das bringt mich aber wieder an den Punkt von vorhin: wäre mehr Respekt und Verantwortungsgefühl da, wäre das doch nicht so.
Ich bin froh Teil einer Familie zu sein, in der Oma und Opa noch im Kreise der Familie alt werden dürfen.

In der modernen "westlichen" Gesellschaft sind Rentner-Wohngemeinschaften auf dem Vormarsch. Auch eine Möglichkeit, nicht allein zu sein.
Bis ich im pflegebedürftigen Alter bin, ziehen (gemessen an meinen Großeltern) noch 35 bis 45 Jahre ins Land. Wer weiss, was bis dahin ist und ob ich dann überhaupt noch bin.
Posted By: _Sandra_

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 09:20

Ich denke, dass sich in Deutschland viele Paare sich nicht für Kinder oder nur für ein Kind entscheiden, liegt an der Familienpolitik in Deutschland haben. Denn dafür wird noch zu wenig getan.

Es werden zwar Kinderkrippen, Ganztagskindergärten und Ganztagsschulen errichtet, damit die Kinder fremdversorgt sind, und die Frau arbeiten kann bzw darf.

Wie soll sich denn da noch ein Familienzusammenhalt bilden, wenn beide Eltern arbeiten und die Kinder von fremden Menschen großgezogen werden?

Und was ist mit den Frauen, die den "Beruf" Mutter ausüben möchten? Was wird denn für die getan?

Der "Beruf" Mutter wird in Deutschland nicht anerkannt und auch nicht unterstützt.
Posted By: Najib

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 09:42

hallo

Antwort auf:
Ich denke, dass sich in Deutschland viele Paare sich nicht für Kinder oder nur für ein Kind entscheiden, liegt an der Familienpolitik in Deutschland haben. Denn dafür wird noch zu wenig getan.


ich denke, es liegt daran, dass die deutschen inzwischen alles abgesichert und planbar haben müssen.

hätten unsere vorfahren so gedacht, gäbe es uns wahrscheinlich nicht.

gruss
Najib
Posted By: _Sandra_

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 10:53

Original geschrieben von: Najib
hallo


ich denke, es liegt daran, dass die deutschen inzwischen alles abgesichert und planbar haben müssen.

gruss
Najib



Das mag sein.

In Deutschland ist ja auch mitterweile so, dass, wenn Familien mehr als 2 Kinder haben, schon schief angesehen werden, um es mal milde auszudrücken.

Und mehr als 2 Kinder sind auch nicht eingeplant, und das merkt man z.B. schon an den vorhandenen Wohnraum.
Posted By: Najib

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 11:00

hallo

Antwort auf:
Und mehr als 2 Kinder sind auch nicht eingeplant, und das merkt man z.B. schon an den vorhandenen Wohnraum.


und ihr haltet euch dann an die famillienplanung irgendeines architekten oder vermieters!

gruss
Najib
Posted By: Filfil

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 12:27

Hallo,

Original geschrieben von: Porphyr
Das hat auch nichts mit der Angst vor Verantwortung zu tun. Allein der Gedanke daran, dass da in mir irgendwas wachsen könnte, löst fast schon Panikattacken in mir aus.


Es hat aber doch im Kern mit Angst zutun, wenn auch nicht vor der Verantwortung selbst?

erlaubst Du mir die Frage, auch wenn gewagt, was Du tun würdest, wenn Du in die Situation kämst, dass Du trotzdem (ungewollt) schwanger wirst?



Original geschrieben von: _Sandra_
Ich denke, dass sich in Deutschland viele Paare sich nicht für Kinder oder nur für ein Kind entscheiden, liegt an der Familienpolitik in Deutschland haben. Denn dafür wird noch zu wenig getan.

Es werden zwar Kinderkrippen, Ganztagskindergärten und Ganztagsschulen errichtet, damit die Kinder fremdversorgt sind, und die Frau arbeiten kann bzw darf.

Wie soll sich denn da noch ein Familienzusammenhalt bilden, wenn beide Eltern arbeiten und die Kinder von fremden Menschen großgezogen werden?

Und was ist mit den Frauen, die den "Beruf" Mutter ausüben möchten? Was wird denn für die getan?

Der "Beruf" Mutter wird in Deutschland nicht anerkannt und auch nicht unterstützt.




Ich habe selbst Beispiele im Bekanntenkreis. Eine Frau 41 jahre alt, inzwischen seit 2 Jahren verheiratet. Sie wollte nie Kinder haben. Sie hat es nicht mit der politik begründet, sondern damit, dass sie Karriere machen möchte, unabhängig sein will und keine Nervensägen am Hals haben will. Heiraten wollte sie eigentlich auch nie nach dem sie einige Enttäuschungen hatte. Geheiratet hat sie letztendlich wegen der Steuerklasse und den Rechten - sagt sie selbst. Der Mann ist Hausmann (er kümmert sich nur um das Kochen) und sie geht arbeiten. Inzwischen hat sie mit ihrem Mann 4 Katzen. Wenn ich ab und zu zu Besuch bin und sehe wie sie ihre Katzen in den Arm nehmen, sie küssen, knuddeln und von fast nichts anderem als den Katzen und ihrem anderen liebsten Hobby sprechen - dem Essen, dann frage ich mich ob da nicht doch trotz der offensichtlichen Zufriedenheit, ihnen etwas fehlt.


Ein anderes Beispiel ist ein ältere Dame 80 Jahre alt, ihr ganzes Leben lang gearbeitet, viel gereist und immer unabhängig gewesen. Nach ihrer letzten großen Liebe und Enttäuschung mit einem 16 jahre jüngeren Italiener, der damals sie mit ende 40 doch nicht mehr heiraten wollte und stattdessen eine jüngere heiratete, blieb sie allein. Gelebt hat sie ihr ganzes Leben lang in ihrem Elternhaus. Auch später noch zusammen mit ihrem Bruder und seiner Familie. Ihr Kinderersatz waren die Kinder ihres Bruders und Hunde. Und am Ende ist sie immer mehr zum Einzelgänger geworden, hat Menschen gemieden und sie ist in einem Pflegeheim gelandet.



Ich glaube zumindest, dass der Grund , die Politik nicht genug tun würde, kein wirklicher Grund ist. Früher gab es solche geldlichen Leistungen und Kindergarten ect garnicht und die Kinder waren trotzdem da. Man hat nicht in Luxus gelebt, aber auch nicht gehungert. Die Menschen selbst haben in den letzten Jahrzehnten sich in eine Richtung bewegt die sie für aufgeklärt halten und in eine Richtung der selbst empfundenen Unabhängigkeit, aber sie irgendwo auch gleichzeitig pardon, zu einem wrack machen der soviele psychische Probleme entwickelt und die natürlichsten Dinge des Menschen plötzlich als unmöglich, als bedrohend, als einschränkend empfinden und das unnatürliche hingegen wird immer mehr Standart (ich beziehe mich auf meine oben genannten Beispiele und deren weite verbreitung). Ich glaube daraus resultiert auch diese immer mehr wachsende Kälte in der Gesellschaft.

Wie Najib auch anführte, da werden ganz natürliche Dinge die unsere Vorfahren nicht beschäftigt haben in der Form plötzlich zu einem großen Problem und wenn unsere Eltern so gedacht hätten gäbe es uns wahrscheinlich nicht.

Warum ist das jetzt so?Weil wir aufgeklärter, unabhängiger sind? Oder weil die Gesellschaft immer moderner aber dafür unnatürlicher wird?


Da war letztens im Fernsehen eine Giraffe im Zoo die direkt nach der Geburt wild auf ihr Junges eingetreten und gebissen hat. Sie war so verschreckt, hysterisch weil dahinten was bei ihr raus gekommen ist. Die pfleger sind dann schnell hinein und haben das Junge vor der Mutter in Sicherheit gebracht.

Woran liegt das? War das einfach kein Muttertier oder lag es eher an der unnatürlichen Umgebung?

Auch wenn der Vergleich weit hergeholt sein mag, oft findet man bei den Tieren viele Parallelen zum Menschen.

Posted By: _Sandra_

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 12:29

Original geschrieben von: Najib
hallo

Antwort auf:
Und mehr als 2 Kinder sind auch nicht eingeplant, und das merkt man z.B. schon an den vorhandenen Wohnraum.


und ihr haltet euch dann an die famillienplanung irgendeines architekten oder vermieters!

gruss
Najib



Ich denke schon, dass das für viele Paare, die sich Kinder wünschen, ein Kriterium darstellt, und sie sich deshalb nicht für mehr Kinder entscheiden.

Hinzu kommt noch, dass die deutsche Gesellschaft kinderfeindlich ist. Und das schreckt Paare auch davon ab, Kinder in die Welt zu setzen.

Es ist nicht nur der finanzielle Aspekt, warum sich Paare für keine oder nur für höchstens 2 Kinder entscheiden.

Ich glaube nicht, dass in Marokko so eine Kinderfeidlichkeit vorhanden ist, wie in Deutschland. Oder irre ich mich da? nixweiss1
Posted By: Koschla

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 12:57

Ich empfinde Deutschland eigentlich nicht als kinderfeindlich. Mein Eindruck ist eher, dass Deutschland irgendwie "entartet" ist. Ich bemerke- wie vorher schon beschrieben wurde- eine starke Standardisierung des Lebens im Allgemeinen, eine starke Verplantheit und Festgefahrenheit. Dies ist auf der einen Seite eine Stärke der Deutschen, weil sie verbunden ist mit einer hohen Zuverlässigkeit und Genauigkeit. Sie kann aber auch blockieren.

Ich stelle z.B. bei Gesprächen unter Müttern fest, dass auch die Entwicklung des Kindes total verplant ist. Da fallen Sätze wie" waas, Dein Kind kann noch nicht schaukeln..." oder Ähnliches, ein hoher Druck lastet auf Eltern und Kindern auch schulisch und ich sehe, wieviele Termine Kinder heute haben. Ist das nicht alles zuviel?
Mein Eindruck ist der, dass Perfektion angestrebt wird, sei es beim Aussehen, beim Lifestyle, bei der gesunden Ernährung, im Beruf und beim Geld.

Und ich glaube schon, dass der finanzielle Aspekt ausschlaggebend ist. Der Lebensstandard in Deutschland ist sehr hoch ( verglichen mit anderen Ländern) und es ist normal geworden, dass man mehrmals jährlich in Urlaub fahren kann, dass man mindestens ein, meistens aber zwei Autos hat, eine tolle Wohnung oder Haus, schön eingerichtet usw.
Wenn wir an die Generation unserer Großeltern denken, dann war das alles nicht so selbstverständlich.
Dieser hohe Standard hat seinen Preis und ihn bezahlen Eltern und Kinder.

Dass für Mütter nichts getan wird, finde ich nicht. Die heutige Elternzeit ist doch eine gute Sache, ebenso die Möglichkeit, drei Jahre lang in den Beruf zurückzukehren, bei Beamten sind es glaube ich sogar zwölf Jahre.


Posted By: _Sandra_

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 14:34

Original geschrieben von: Koschla
Ich empfinde Deutschland eigentlich nicht als kinderfeindlich. Mein Eindruck ist eher, dass Deutschland irgendwie "entartet" ist. Ich bemerke- wie vorher schon beschrieben wurde- eine starke Standardisierung des Lebens im Allgemeinen, eine starke Verplantheit und Festgefahrenheit. Dies ist auf der einen Seite eine Stärke der Deutschen, weil sie verbunden ist mit einer hohen Zuverlässigkeit und Genauigkeit. Sie kann aber auch blockieren.

Ich stelle z.B. bei Gesprächen unter Müttern fest, dass auch die Entwicklung des Kindes total verplant ist. Da fallen Sätze wie" waas, Dein Kind kann noch nicht schaukeln..." oder Ähnliches, ein hoher Druck lastet auf Eltern und Kindern auch schulisch und ich sehe, wieviele Termine Kinder heute haben. Ist das nicht alles zuviel?
Mein Eindruck ist der, dass Perfektion angestrebt wird, sei es beim Aussehen, beim Lifestyle, bei der gesunden Ernährung, im Beruf und beim Geld.

Und ich glaube schon, dass der finanzielle Aspekt ausschlaggebend ist. Der Lebensstandard in Deutschland ist sehr hoch ( verglichen mit anderen Ländern) und es ist normal geworden, dass man mehrmals jährlich in Urlaub fahren kann, dass man mindestens ein, meistens aber zwei Autos hat, eine tolle Wohnung oder Haus, schön eingerichtet usw.
Wenn wir an die Generation unserer Großeltern denken, dann war das alles nicht so selbstverständlich.
Dieser hohe Standard hat seinen Preis und ihn bezahlen Eltern und Kinder.

Dass für Mütter nichts getan wird, finde ich nicht. Die heutige Elternzeit ist doch eine gute Sache, ebenso die Möglichkeit, drei Jahre lang in den Beruf zurückzukehren, bei Beamten sind es glaube ich sogar zwölf Jahre.





Kinderfeindlichkeit habe ich am eigenen Leibe erlebt, z.B. im Zug oder in Restaurants oder selbst hier Vorort, wo ich wohne.

Meine Kinder sind keine kleine Erwachsene, sondern dürfen noch Kinder sein. Das stört irgendwie den meisten Erwachsenen. Sie haben meiner Meinung nach anscheinend vergessen, dass sie selbst man Kinder waren.



Antwort auf:
Dass für Mütter nichts getan wird, finde ich nicht. Die heutige Elternzeit ist doch eine gute Sache, ebenso die Möglichkeit, drei Jahre lang in den Beruf zurückzukehren, bei Beamten sind es glaube ich sogar zwölf Jahre.



Das hört sich gut an, aber ist es das auch?

Was ist mit den Frauen, die Vollzeitmama sein wollen? Ist es wirklich kein Beruf, sondern nur Freizeit und Hobby?

Solange ein Mann da ist, der das Geld nach Hause bringt, darf die Frau den Beruf als "Vollzeitmama" ausüben.

Wie sieht das bei den Frauen aus, die keinen Partner haben?

Dürfen sie auch den Beruf als "Vollzeitmama" ausüben?
Posted By: WandaVogel

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 16:00

Entschuldige, aber das gab es glaube ich in keiner Gesellschaft, dass Frauen ohne Mann Vollzeit-Mama sein durften, bzw. von staatlicher Seite dafür bezahlt wurden.
Es ist doch meist das unmittelbare soziale Umfeld, das da mit auffängt.

Ich finde es gut, wenn jemand, der keine Kinder haben möchte, das auch so lebt. Es gibt genügend Leute, die Kinder haben und im Grunde da nichts mit anzufangen wissen.
Da die biologische Arterhaltung gesichert ist, (Es ibt ausreichend Menschen auf der Welt.) gibt es keinen Imperativ zur Fortpflanzung. Manche Menschen sind auch aus anderen Gründen kinderlos und führen ein schönes, sinnvolles Leben. Man kann seine soziale Verantwortung auch anders als in der "Aufzucht" ausleben.

Ich empfinde Deutschland nicht als kinderfeindlich, wahrscheinlich eher zu verplant oder perfektionistisch wie Koschla anmerkte, wobei ich den Begriff "entartet" und sei er auch in Gänsefüßchen absolut daneben finde.

Der Rückgriff auf vorangegangene Generationen bringt einen nicht wirklich weiter.
Da gab es die großbürgerlichen Erziehungsmodelle mit Hausmädchen und Erzieherin, die staatlichen Erziehungsprogramme, Großfamilienmodelle, Straßenkinder oder Arbeiterfamilien etc. Dieses Papa geht arbeiten und Mama ist zu Hause und macht das Heim schön und erzieht die Kinder, ist ein Ideal der Nachkriegsgeneration wahrscheinlich. Es gab schon immer unterschiedliche Modelle parallel. Und ich finde das richtig so. Wenn jemand Hausfrau und Mutter sein möchte dann finde ich das absolut in Ordnung und die Menschen sollten so viel verdienen, dass ein Ernährer für eine Familie ausreichend ist. Dafür bin ich absolut, weil in D. und auch in MA eigentlich genügend Geld dafür vorhanden ist. Es ist nur ungleichmäßig verteilt. Irgendwelche weitergehenden staatlichen Nachwuchsprogramme fände ich aber zum Kotzen.

Ich finde es gut, wenn man sich soweit selbst erkannt hat zu sagen, dass man keine Kinder möchte. Wenn das auf eine difusen Angst basiert, dann ist das natürlich keine wirkliche Erkenntnis. Wenn jemand z.B. einen jähzornigen Charakter hat oder Alkoholiker ist etc. ist es doch verständlich, dass er nicht gleich die nächste Großbaustelle eröffnen möchte. Natürlich muss niemand perfekt sein, um Kinder in die Welt zu setzen, aber ich finde es alles andere als egoistisch darauf zu verzichten, wenn man nicht im innersten bereit ist die Verantwortung dafür zu übernehmen.

Sterilisation fände ich aber zu weitgehend, weil es aus meiner Sicht auch noch die "Vorsehung" gibt, vielleicht ist dem Menschen eben doch nicht gegeben so etwas letztgültig zu entscheiden. Und wenn dann doch ein Kind entsteht, dann ist das vielleicht doch ein höherer Plan :-)
Posted By: Najib

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 16:40

hallo

wandavogel,

Antwort auf:
Wenn jemand Hausfrau und Mutter sein möchte dann finde ich das absolut in Ordnung und die Menschen sollten so viel verdienen, dass ein Ernährer für eine Familie ausreichend ist.


sicher bekomme ich prügel dafür, aber wenn alle frauen, die eh' nur unqualifizierte arbeit machen, zuhause blieben, dann würden nach den regeln der marktwirtschaft deren männer wieder so viel verdienen, dass es reicht.
theoretisch jedenfalls.
ansonsten stimme ich weitgehend mit dir überein.
falls man mit kindern wirklich nichts anzufangen weis, dann sollte man es besser bleiben lassen.

porphyr,

Antwort auf:
Bis ich im pflegebedürftigen Alter bin, ziehen (gemessen an meinen Großeltern) noch 35 bis 45 Jahre ins Land. Wer weiss, was bis dahin ist und ob ich dann überhaupt noch bin.


autsch!
das habe ich auch mal gedacht.
glaube mir eins: bis dahin ist es ganz anders als du jetzt in deinen kühnsten träumen träumst und leben tust du auch noch.
du hast jetzt noch ein paar jahre und dann beschleunigt sich die zeit immer mehr. die jahre fliegen nur noch so an dir vorbei und je älter du wirst, desto mehr schränken sich deine möglichkeiten ein.

aber da sage ich dir sicher nichts, dass du nicht schon gehört hättest. smile

gruss
Najib



Posted By: Shakir.

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 16:49

Hallo WandaVogel,

Antwort auf:
Dafür bin ich absolut, weil in D. und auch in MA eigentlich genügend Geld dafür vorhanden ist. Es ist nur ungleichmäßig verteilt.

Hast du eine Idee, wie man das Problem der ungleichen Verteilung von Vermögen und Einkommen lösen kann?

Gruß
Posted By: Najib

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 16:56

hallo

Antwort auf:
Hast du eine Idee, wie man das Problem der ungleichen Verteilung von Vermögen und Einkommen lösen kann?


mit der idee könnte man reich werden.

gruss
Najib

ps:

zurück zum thema:

Posted By: Shakir.

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 17:02

Original geschrieben von: Najib

sicher bekomme ich prügel dafür, aber wenn alle frauen, die eh' nur unqualifizierte arbeit machen, zuhause blieben, dann würden nach den regeln der marktwirtschaft deren männer wieder so viel verdienen, dass es reicht.
theoretisch jedenfalls.


Gar nicht so abwegig.

Und die Scheidungsrate würde sinken. wink
Posted By: Shakir.

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 17:08

Original geschrieben von: Najib
hallo


mit der idee könnte man reich werden.


Was ja dann wiederum zur Ungleichverteilung führen würde. crazy
Posted By: whatshername61

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 17:09


hallo,

Antwort auf:
aber wenn alle frauen, die eh' nur unqualifizierte arbeit machen, zuhause blieben, dann würden nach den regeln der marktwirtschaft deren männer wieder so viel verdienen, dass es reicht.


hammer hammer hammer hammer hammer hammer hammer

manchmal möchte man auch gern finanziell auf eigenen beinen stehen oder man möchte andere soziale kontakte haben oderwasauchimmer. jedem das seine.

Antwort auf:
falls man mit kindern wirklich nichts anzufangen weis, dann sollte man es besser bleiben lassen.

jedem das seine.

lg
katrin
Posted By: whatshername61

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 17:13

öhhhhhhhhhhhhh.......!!!!!!!

Antwort auf:
Gar nicht so abwegig.

Und die Scheidungsrate würde sinken.


hammer hammer hammer hammer hammer hammer hammer hammer hammer hammer hammer hammer hammer

machos mad

macht mal weiter so...

finanzielle abhängigkeit zwischen staaten kritisiert ihr und in der familie ist es okay, was seid ihr für wendehälse, wendehälse , wändehälse



Posted By: _Sandra_

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 17:14

Original geschrieben von: Najib
hallo

sicher bekomme ich prügel dafür, aber wenn alle frauen, die eh' nur unqualifizierte arbeit machen, zuhause blieben, dann würden nach den regeln der marktwirtschaft deren männer wieder so viel verdienen, dass es reicht.
theoretisch jedenfalls.




Was fällt denn bei dir unter "unqualifizierte Arbeit" ?
Posted By: Shakir.

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 17:29

Man braucht unqualifizierte Arbeit gar nicht großartig definieren. Lass es mal die Minijobs sein.

Fallen alle Minijobs für glücklich verheiratete Frauen weg, entstehen versicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, die arbeitslose Männer aufnehmen werden. Und ja - je knapper die Zahl der Arbeitskräfte, desto mehr Einkommen können sie erwarten.

Hört sich theoretisch gut an. Ist eine These - müsste man unter Berücksichtigung anderer Faktoren anhand wissenschaftlicher Mittel untersuchen.

(*Ironie*-Modus an)Und jetzt sag bloß nicht, dass man in der Wissenschaft schon zu Beginn weiß, was am Ende das Ergebnis sein wird.(*Ironie*-Modus aus)

Mal im Ernst - man kann nicht behaupten, dass die These weit hergeholt ist. Mir gefällt sie.
Posted By: Najib

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 17:31

hallo

Antwort auf:
manchmal möchte man auch gern finanziell auf eigenen beinen stehen oder man möchte andere soziale kontakte haben oderwasauchimmer. jedem das seine.


das verstehe ich voll und ganz.
es ändert aber nichts daran, dass eben das tun zu wollen, gesellschaftlich grosse reibungverluste mit sich bringt, die dann halt dadurch ausgeglichen werden, dass zwei für den preis von einem arbeiten und die beiden dann noch fast einen dritten bezahlen.
und ich rede ja bewusst von unqualifizierter arbeit.
ich sehe nicht, was eine frau dazu treiben könnte im lidl regale aufzufüllen oder irgendwelche büros zu putzen und dazu auch noch den haushalt zu erledigen?
arbeiten die wegen den sozialen kontakten und der finanziellen eigenständigkeit?
ist es befriedigender, den dreck fremder leute weg zu machen, statt den eigenen und den der eigenen kinder?
ich denke, sie arbeiten, weil der mann nicht genug nach hause bringt, um so zu leben wie beide leben wollen und am monatsende ist alles weg.
wenn die frauen nicht putzen würden, müssten es männer machen und die könnte aufgrund der verknappung von putzkräften mehr verlangen.
das gilt für viele jobs, sei es in der dienstleistung oder in der industrie.

aber ich möchte diesen thread nicht wieder in einen streit über heilige kühe ausarten lassen.

gruss
Najib
Posted By: 21merlina

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 17:34

Passend zum Thema gerade in der SZ:
"Inzwischen ist in Deutschland einiges passiert: Frauen sind mindestens so gut ausgebildet wie Männer, sie haben sogar teilweise die besseren Jobs - bis sie das erste Kind kriegen. Nur nützliche Hausfrau zu sein, kann ihnen schon deshalb nicht mehr genügen, weil diese Position nicht mehr so sicher ist wie früher: Der Mann kann seinen Job verlieren, die Ehe kann zerbrechen. Außerdem bekommen Frauen ihre Kinder heute später als einst. Haben sie bis dahin schon den ersten gut dotierten Job erreicht, verlieren sie nicht nur Geld, sondern auch einen Lebensentwurf.

Anders gesagt: Die Wohlstandsfallhöhe nimmt bei Familiengründung zu. Die Rechnung beim klassischen Familienmodell für junge Eltern ist erschütternd: Zwei Verdiener plus ein Kind ergeben einen Verdiener und eine vorübergehend oder nachhaltig Erwerbsunfähige."
Familienpolitik in Deutschland: Wohlstandsfalle Kind
Posted By: Shakir.

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 18:01

Hallo Katrin,

Diesen Satz hab ich ernst gemeint:
Original geschrieben von: Shakir
Gar nicht so abwegig.

Mit
Original geschrieben von: Shakir
Und die Scheidungsrate würde sinken.

wollte ich zwischen den Zeilen (Zwischenschritt in der Kausalkette ausgelassen) allerdings nichts anderes sagen wie
Original geschrieben von: whatshername61
manchmal möchte man auch gern finanziell auf eigenen beinen stehen


Das ist eben die Kehrseite der Medaille. Eine Frau macht sich vom Mann abhängig(er), wenn sie nur Hausfrau ist. Und muss eventuell aus Angst, eine Scheidung zu riskieren und Wohlstand zu verlieren, kleinlauter werden.

Trotzdem: Während man sich "früher" offensichtlich als Familie verwirklichen wollte - also als Einheit, strebt man nun die individuelle Selbstverwirklichung an. Und das ist traurig.
Posted By: whatshername61

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 18:02


najib und shakir! noch mal zurückscrollen. habe den beitrag verschärft!!!

dann müsstet ihr der gleichberechtigung wegen sagen, dass frau ODER mann arbeiten dürften. und nein, das projekt würde so nicht aufgehen, weil es der kapitalismus nicht erlaubt, arbeitsplätze konkurrenzlos anzubieten. man wird immer versuchen, arbeitskräfteüberschuß zu erzielen, damit der wert der arbeitskraft mensch nie überbewertet wird.

habt ihr euch schon mal die worte arbeitnehmer und arbeitgeber auf der zunge zergehen lassen?

ich tus mal für euch:

definition Arbeit lt. brockhaus:
bewusstes, zielgerichtetes Handeln des Menschen zum Zweck der Existenzsicherung wie der Befriedigung von Einzelbedürfnissen; zugleich wesentl. Moment der Daseinserfüllung.


wenn arbeit das handeln ist, ist der arbeiter der handelnde, also der gebende und die ergebisse seines handelns werden von dem kapitalisten zu dessen vorteil "entwendet" ---> genommen.

schaut wie allein im sprachgebrauch der wirkliche wert der arbeit verunstaltet wird. wenn nämlich der wirkliche arbeitgeber - der arbeiter sich seiner macht bewusst wäre (was durch manipulation und verdrehung verhindert wird) dann würde es auf dem arbeitsmarkt ganz anders aussehen. aber solange wird arbeiter gegen arbeiter, mann gegen frau, mehr qualifizierter gegen mehr qualifizierter, weniger qualifizierter gegen mehr qualifizierter, einheimischer gegen "ausländischer" arbeiter undimmersoweiter gegen einander in konkurrenz stehen.

ichhabefertig

falsch! noch was: Moment der Daseinserfüllung
darf nur der mann bekommen? oder nur männer, die qualifizierte jobs machen? ach ja daseinserfüllung einer frau ist die schaiße ihrer kinder wegputzen, einschließlich ihres größten kindes, dass sie nur geehelicht hat wegen der materiellen versorgung...

zurück zu tangerine
und wenn sie dann "qualifiziertere" jobs ausüben, wird über sie hergezogen.
was seid ihr für heuchler cry
Posted By: Shakir.

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 18:06

liebe katrin,

ich habe dir im obigen thread meine wahre meinung offenbart.

normalerweise erkläre ich nicht, was ich zwischen den zeilen sagen will. für dich habe ich es gerne gemacht.

alles hat seine Pros und Contras.

Siehst du die Pros wirklich nicht vor lauter Verteidigungshaltung?

liebe grüße
Posted By: whatshername61

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 18:17


hallo shakir,

Antwort auf:
Trotzdem: Während man sich "früher" offensichtlich als Familie verwirklicht wollte - also als Einheit, strebt man nun die individuelle Selbstverwirklichung an. Und das ist traurig.


man kann sich als familie heute noch genauso verwirklichen. aber dann müsste mann auch etwas für die familie tun, außer kohle ranschaffen und es ist ja soooooooo viel bequemer, alles der frau zu überlassen und wenn mann ihrer dann überdrüssig ist, sucht mann sich etwas neues und frau hat keinerlei arbeitsmöglichkeiten auf dem markt, weil mann ihr nicht erlaubt hatte zu arbeiten. ah ja, doch! "unqualifizierte" jobs, aber die will mann ja abschaffen.

geteilte verantwortung in der familie, heißt verantwortung auf allen gebieten gemeinsam tragen. frau nicht abhängiug von sich machen, sondern sie unterstützen, in ihrem handeln. wenn natürlich frau zu hause hocken will und mann einverstanden ist, ist das ein lebensentwurf, der zwar nicht der meine aber auch nicht von mir kritisiert wird. doch solange frau nicht die möglichkeit hat, sich gleichberechtig zu entwickeln (natürlich nur, wenn sie das will.), ist es dummgefasel von männern, die angst haben ihrerselbstwillen von frauen geliebt zu werden und nicht stolz auf ihre klugen frauen sind.

(ps. damit es keine missverständnisse gibt: ich will damit nicht die these unterstützen, dass hausfrau dumm ist, im gegenteil ich kenne ein paar sehr intellegente hausfrauen, die sich bewusst dafür entschieden haben.)

so jetzt ihr
Posted By: _Sandra_

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 18:19

Original geschrieben von: 21merlina
Passend zum Thema gerade in der SZ:
"Inzwischen ist in Deutschland einiges passiert: Frauen sind mindestens so gut ausgebildet wie Männer, sie haben sogar teilweise die besseren Jobs - bis sie das erste Kind kriegen. Nur nützliche Hausfrau zu sein, kann ihnen schon deshalb nicht mehr genügen, weil diese Position nicht mehr so sicher ist wie früher: Der Mann kann seinen Job verlieren, die Ehe kann zerbrechen. Außerdem bekommen Frauen ihre Kinder heute später als einst. Haben sie bis dahin schon den ersten gut dotierten Job erreicht, verlieren sie nicht nur Geld, sondern auch einen Lebensentwurf.

Anders gesagt: Die Wohlstandsfallhöhe nimmt bei Familiengründung zu. Die Rechnung beim klassischen Familienmodell für junge Eltern ist erschütternd: Zwei Verdiener plus ein Kind ergeben einen Verdiener und eine vorübergehend oder nachhaltig Erwerbsunfähige."
Familienpolitik in Deutschland: Wohlstandsfalle Kind



Wohlstandsfalle Kind?

Die armen Kinder, wenn Eltern eventuell auf die Idee kommen, ihren Kindern die Schuld daran zu geben, dass wegen ihnen der Wohlstand nicht mehr vorhanden ist, wie ohne Kinder.

Wenn man sich für Kinder entscheidet, sollte man schon wissen, dass großer Verzicht und Einschränkungen damit verbunden sind.

Und wer auf nichts verzichten möchte, der sollte sich auch nicht für Kinder entscheiden, denn Kinder kosten viel Zeit smile aber auch viel Geld.
Posted By: whatshername61

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 18:22

hallo shakir,

Antwort auf:
Siehst du die Pros wirklich nicht vor lauter Verteidigungshaltung?


lachen3
doch sehe ich, aber über pros streitet es sich nicht so gut


lachen1

ps. als wir in philosophie diskutierten, musste immer jemand die contraseite einnehmen, wie sonst konnte man gut diskutieren? heute hast du die contraseite zugeschoben bekommen und hast es nicht gemerkt. du psycodenker! daumen2

lg
katrin


Posted By: Shakir.

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 18:25

katrin,

ich trau mich gar nicht dir zu widersprechen. smile ich werde jetzt in die stadt gehen, ein paar einkäufe machen und bei allem was ich mache an dich denken und schmunzeln.

ich werde für dich auch mitrauchen.

ah - einen wunsch zu äußern traue ich mich noch:

ich bin ich. nicht ihr.

Winken1
Posted By: Filfil

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 18:27

Original geschrieben von: Shakir
Trotzdem: Während man sich "früher" offensichtlich als Familie verwirklicht wollte - also als Einheit, strebt man nun die individuelle Selbstverwirklichung an. Und das ist traurig.


daumen3

Was eine Mutter, Ehe- und Hausfrau leistet ist nicht weniger Wert als das was der Vater und Ehemann leistet. Man muss sich als Frau also nicht weniger selbst verwirklicht fühlen als ein Mann der arbeiten geht. Es ist ja wie Du schreibst: man verwirklicht sich als Familie. Und ich ärgere mich immer wieder darüber, wenn es Leute gibt die in der heutigen Zeit es nicht würdigen oder als rückständig betrachten, das Modell Familie von Früher weiterhin leben zu wollen.

Was ist daran so schlimm, wenn der Mann arbeitet und das Geld für die Familie nachhause bringt. Was ist daran so schlimm, wenn eine Frau Zuhause bleibt, Kinder bekommt, erzieht und den Haushalt macht?

Die Frau ist ja nicht nur vom Mann abhängig, er auch von ihr und die Kinder sind von beiden abhängig. Schlimm finde ich es wenn man die Kinder in fremde Hände abgibt und Zuhause niemand ist wenn das Kind von der Schule Heim kommt - wo das hin führt sieht man hier nicht selten.

Und ob bei einer Scheidung die Frau unbedingt den kürzeren zieht kann man drüber streiten. Unterhaltszahlungen, Sorgerecht ect.

Man muss ja nicht immer bei dem Familienmodell von Früher den Typ Macho als führendes Beispiel nehmen, von dem Frau abhängig ist und deswegen kuscht, auch wenn es davon genug geben mag. In der heutigen Zeit gibt es genug Marokkanerinnen die von ihrem Mann finanziell abhängig sind, aber er derjenige ist der kuscht wenn Frau Zuhause Theater macht, auch wenn man es der bekannten Klischees wegen anzweifelt.
Posted By: whatshername61

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 18:29


rauchen kann ich auch alleine. gib nicht zu viel geld aus. sonst muss die frau noch arbeiten gehen.

viel spaß
Winken2
Posted By: 21merlina

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 18:30

Original geschrieben von: whatshername61

hallo shakir,

Antwort auf:
Trotzdem: Während man sich "früher" offensichtlich als Familie verwirklicht wollte - also als Einheit, strebt man nun die individuelle Selbstverwirklichung an. Und das ist traurig.


man kann sich als familie heute noch genauso verwirklichen. aber dann müsste mann auch etwas für die familie tun, außer kohle ranschaffen und es ist ja soooooooo viel bequemer, alles der frau zu überlassen und wenn mann ihrer dann überdrüssig ist, sucht mann sich etwas neues und frau hat keinerlei arbeitsmöglichkeiten auf dem markt, weil mann ihr nicht erlaubt hatte zu arbeiten. ah ja, doch! "unqualifizierte" jobs, aber die will mann ja abschaffen.

geteilte verantwortung in der familie, heißt verantwortung auf allen gebieten gemeinsam tragen. frau nicht abhängiug von sich machen, sondern sie unterstützen, in ihrem handeln. wenn natürlich frau zu hause hocken will und mann einverstanden ist, ist das ein lebensentwurf, der zwar nicht der meine aber auch nicht von mir kritisiert wird. doch solange frau nicht die möglichkeit hat, sich gleichberechtig zu entwickeln (natürlich nur, wenn sie das will.), ist es dummgefasel von männern, die angst haben ihrerselbstwillen von frauen geliebt zu werden und nicht stolz auf ihre klugen frauen sind.

(ps. damit es keine missverständnisse gibt: ich will damit nicht die these unterstützen, dass hausfrau dumm ist, im gegenteil ich kenne ein paar sehr intellegente hausfrauen, die sich bewusst dafür entschieden haben.)

so jetzt ihr


GENAU so ist es!
Und die deutschen Hausfrauen bzw. geschiedenen Ex-Hausfrauen haben es da noch vergleichsweise gut. Hier in Spanien gibt es im Scheidungsfall nichtmal einen Rentenausgleich. D.h. das Rentenkonto der Frau auf NULL. Alles, was der Mann während der Ehe eingezahlt hat, ist und bleibt zu 100% nur auf seinem Rentenkonto. Eine Hausfrau, die vom Mann zur Aufzucht der Kinder benutzt wurde, darf dann noch dazu im Alter sich das Essen aus Mülltonnen suchen. Nachdem sich das mittlerweile herumgesprochen hat, ist hier die Geburtenrate im Keller, weil Kinderaufziehen für Frauen zu einem Risiko geworden ist, und zwar nicht für den Wohlstand, sondern für die Existenz. Pervers!
Posted By: Shakir.

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 18:38

solange keine kinder da sind, wäre es schön, wenn sie arbeiten geht. sollten kinder da sein, wäre es schön, wenn sie es nicht tut.

wenn es uns finanziell gut geht, sollte sie nie mehr arbeiten gehen. eine scheidung wird es sowieso niemals geben.

und über alles lässt sich reden. und zwar vor der ehe. (und bestimmt auch während der ehe. aber das muss sie ja nicht voher wissen.)

und ganz sicher will ich nicht den arbeitsmarkt reformieren und vorher das grundgesetz neu schreiben.

wir sprechen lediglich über theorie. oder sind es doch heilige kühe?
Posted By: Shakir.

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 18:45

Original geschrieben von: Filfil

Was eine Mutter, Ehe- und Hausfrau leistet ist nicht weniger Wert als das was der Vater und Ehemann leistet. Man muss sich als Frau also nicht weniger selbst verwirklicht fühlen als ein Mann der arbeiten geht. Es ist ja wie Du schreibst: man verwirklicht sich als Familie. Und ich ärgere mich immer wieder darüber, wenn es Leute gibt die in der heutigen Zeit es nicht würdigen oder als rückständig betrachten, das Modell Familie von Früher weiterhin leben zu wollen.

Was ist daran so schlimm, wenn der Mann arbeitet und das Geld für die Familie nachhause bringt. Was ist daran so schlimm, wenn eine Frau Zuhause bleibt, Kinder bekommt, erzieht und den Haushalt macht?

Die Frau ist ja nicht nur vom Mann abhängig, er auch von ihr und die Kinder sind von beiden abhängig. Schlimm finde ich es wenn man die Kinder in fremde Hände abgibt und Zuhause niemand ist wenn das Kind von der Schule Heim kommt - wo das hin führt sieht man hier nicht selten.

Und ob bei einer Scheidung die Frau unbedingt den kürzeren zieht kann man drüber streiten. Unterhaltszahlungen, Sorgerecht ect.

Man muss ja nicht immer bei dem Familienmodell von Früher den Typ Macho als führendes Beispiel nehmen, von dem Frau abhängig ist und deswegen kuscht, auch wenn es davon genug geben mag. In der heutigen Zeit gibt es genug Marokkanerinnen die von ihrem Mann finanziell abhängig sind, aber er derjenige ist der kuscht wenn Frau Zuhause Theater macht, auch wenn man es der bekannten Klischees wegen anzweifelt.


Nein - dir gebührt die Ehre für diesen sehr trefflichen Beitrag. Danke.

Ich muss jetzt weg.
Posted By: whatshername61

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 18:49

Antwort auf:
und ganz sicher will ich nicht den arbeitsmarkt reformieren und vorher das grundgesetz neu schreiben.


wäre auch ne option für mich laugh

Antwort auf:
wir sprechen lediglich über theorie. oder sind es doch heilige kühe?


klar über theorie
ansonsten sind kühe mir nicht heilig
sorry blush

shakir, weißt du, was mir bei dir aufgefallen ist? bei dir wird das kleingedruckte immer nachträglich eingefügt. ist das ein charakterzug? oder altersbedingte vergesslichkeit?


Posted By: 21merlina

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 18:53

Original geschrieben von: Shakir.
solange keine kinder da sind, wäre es schön, wenn sie arbeiten geht. sollten kinder da sein, wäre es schön, wenn sie es nicht tut.

wenn es uns finanziell gut geht, sollte sie nie mehr arbeiten gehen. eine scheidung wird es sowieso niemals geben.

und über alles lässt sich reden. und zwar vor der ehe. (und bestimmt auch während der ehe. aber das muss sie ja nicht voher wissen.)

und ganz sicher will ich nicht den arbeitsmarkt reformieren und vorher das grundgesetz neu schreiben.

wir sprechen lediglich über theorie. oder sind es doch heilige kühe?

Ja, das wäre ideal so. Aber es sind nicht alle Menschen gut. Es gibt da auch ein paar ausgesprochen fiese/falsche Exemplare. Gerät ein arbeitender Mann an so ein weibliches Exemplar und die Ehe geht (obwohl man es nicht will) eben doch auseinander, arbeitet mann halt weiter, wie bisher.
Gerät eine Frau aber an ein solches Exemplar und wird von diesem nach Aufzucht der Kinder abserviert bzw. geht selbst, weil sie es nicht mehr erträgt, habe ich ja schon geschrieben, was dann mit ihr passiert.
Das traditionelle Rollenmodell ist und bleibt für die Frau riskant, es sei denn, sie hat eine Familie, die sie im Notfall unterstützt.
Posted By: _Sandra_

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 18:59

Original geschrieben von: 21merlina

GENAU so ist es!
Und die deutschen Hausfrauen bzw. geschiedenen Ex-Hausfrauen haben es da noch vergleichsweise gut. Hier in Spanien gibt es im Scheidungsfall nichtmal einen Rentenausgleich. D.h. das Rentenkonto der Frau auf NULL.



Ich habe ja den Eindruck bekommen, dass viele glauben, hier in Deutschland profitieren die geschiedenen Frauen von dem Rentenausgleich.

Ich kann ja nur von meinem Fall sprechen. Ich bin geschieden und habe aus dieser Ehe 3 Kinder. Ich habe mit der Geburt meines 1. Kindes aufgehört zu arbeiten und bin seitdem Mama.

( und das wird sich nicht solange ändern, bis mit ruhigem Gewissen weiss, dass meine Kinder mich nicht mehr allzu sehr brauchen, und wenn man dann im Arbeitsleben mein Fachwissen benötigt, stelle ich es gerne zur Verfügung, aber nicht eher, denn erst gehen meine Kinder vor smile )

Jetzt hat mir auch ein Rentenausgleich zugestanden und zwar in Höhe von ein paar Cent. Die hätte man ihm auch lassen können, denn die wirken sich wirklich nicht positiv aus auf meine zukünftige Rente.

Also nicht immer glauben, eine geschiedene Frau bekäme wer weiß wieviel zugesprochen, das gilt auch für Unterhaltszahlungen . smile
Posted By: Porphyr

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 20:36

Original geschrieben von: Filfil

Es hat aber doch im Kern mit Angst zutun, wenn auch nicht vor der Verantwortung selbst?


Ich hatte ja nun schon ein paar Jährchen Zeit, darüber nachzudenken und ehrlich gesagt sind das zwei Paar Schuhe.
Zum Einen besteht diese Angst vor einer Schwangerschaft und den Begleiterscheinungen inkl. einer Geburt an sich (mag ich nichtmal dran denken!).
Zum Anderen der Unwille, mein ganzes Leben umzuschmeissen um ein oder gar mehrere Kinder großzuziehen.

Ich habe keine große Karriere zu erwarten und werde ebenso keinen großen Reichtum anhäufen können. Darum geht es gar nicht. Ich arbeite einfach gerne!
Und ich würde eingehen wie eine Primel, wenn ich plötzlich nur noch andere Mütter und Kinder und meinen Haushalt um mich hätte, statt dem, was ich jetzt habe.
Ich hab schon oft genug den Gesprächen von Müttern beigewohnt - Was das Kind alles kann/hat/will/soll/etc., Kochrezepte, Erziehungsstile, Kinderklamotten (und natürlich noch ganz viel mehr, aber das hier bleibt in meinem Filter hängen, weil ich es so oft höre!) und ganz ehrlich: das soll jeder machen, der Spaß daran hat, aber mir fehlt da was...

In Sachen Bildung sind wir Frauen hierzulande ja doch nun gleichauf mit den Männern.
Mit mir haben viele andere Frauen studiert. Einige haben inzwischen einen Doktortitel. Doch mindestens die Hälfte davon, hat inzwischen ein oder mehr Kinder und wird höchstwahrscheinlich in den nächsten 10 Jahren nicht in ihrem "Beruf" arbeiten. Allen Ernstes: wer stellt die denn noch ein, wenn sie so lange "draussen" sind? Wozu dann das Studium?
Ich habe großen respekt davor, dass Ihnen Kinder so wichtig sind, dass sie das aufgeben oder so hinten anstellen. Für meinen Mann, meine Familie würde ich das auch tun, wenn es erforderlich wäre.

Überdies kenne ich auch Beispiele älterer, kinderloser Menschen, die völlig zufrieden mit ihrer Situation sind.

Katzen habe ich übrigens auch. Immer schon. Würden sie eine "Lücke" füllen, dann müsste es diese schon gegeben haben, als ich noch ein Kind war.


Original geschrieben von: Filfil

erlaubst Du mir die Frage, auch wenn gewagt, was Du tun würdest, wenn Du in die Situation kämst, dass Du trotzdem (ungewollt) schwanger wirst?


Um jetzt DARÜBER keine Diskussion vom Zaun zu brechen, zumal ich mir zwar ziemlich sicher bin, aber doch heute nicht sagen kann, wass ich wirklich in einem solchen Fall tun würde, antworte ich dir lieber, dass man mit genug Verantwortungsgefühl durchaus soetwas verhindern kann.

Selbstverständlich wäre Sterilisation ein gewagter Schritt gewesen - aber müsste nicht ich heute damit leben und niemand sonst? Es gibt doch psychologische Gutachten für alles - wieso nicht auch hier?

Abgesehen davon spricht mir Katrin hier grösstenteils aus dem Herzen.

Verglichen mit den Deutschen haben übrigens die Schweden ziemlich viele Kinder und ich habe mehrfach gehört, dass dort sehr viel dafür getan wird, dass Kindererziehung trotz Berufstätigkeit möglich ist. Für die, die wollen, natürlich eine gute Sache.
Posted By: Filfil

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 21:07

Hallo Porphyr,

Ich verstehe und respektiere Deine Einstellung, mir war nur nicht ganz so klar weshalb Du keine Kinder möchtest. Ich glaube jetzt verstehe ich Dich etwas besser. Natürlich muss und kann das jeder nur für sich selbst wissen und entscheiden.



Original geschrieben von: Porphyr
Selbstverständlich wäre Sterilisation ein gewagter Schritt gewesen - aber müsste nicht ich heute damit leben und niemand sonst? Es gibt doch psychologische Gutachten für alles - wieso nicht auch hier?


Solch eine Einstellung bekommt den größten Respekt von mir. Denn bevor man trotz verantwortungsvollem Verhalten (nötige Verhütung beiderseits) ungewollt schwanger wird und ein Leben auslöscht finde ich diese Entscheidung am besten. Das ist natürlich nur meine Meinung die ich mir erlaube dazu zu äussern.

Kleine Ergänzung, oder der Mann in diesem Falle, der ja auch keine Kinder haben möchte unterzieht sich einer vasektomie (die rückgängig machbar ist?).
Posted By: whatshername61

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 21:21

hallo

Original geschrieben von: Porphyr
Ich hab schon oft genug den Gesprächen von Müttern beigewohnt - Was das Kind alles kann/hat/will/soll/etc., Kochrezepte, Erziehungsstile, Kinderklamotten (und natürlich noch ganz viel mehr, aber das hier bleibt in meinem Filter hängen, weil ich es so oft höre!) und ganz ehrlich: das soll jeder machen, der Spaß daran hat, aber mir fehlt da was...


verstehe ich nicht, was fehlt dir? ich habe 2 kinder und habe zusätzlich zu all den politischen, lustigen, kulturellen u.s.w. gesprächen auch über windeln wechseln und kochen reden können. das heißt kindergroßziehprobleme haben meine sonstigen erweitert. die würden mir fehlen.
ich habe job und familie unter einen hut bringen können und auch sonst sind kinder und freundschaften recht gut geraten bei mir.
ich akzeptiere, wenn du es nicht willst. ich verstehe es aber nicht. das gezanke mit shakir war eher gag als ernst. wir diskutieren nur unterschiedliche ansichten und so falsch liegt er nicht, es sind schon interessante gedanken, über die es sich nachzudenken lohnt.

mir würde absolut etwas fehlen, wenn ich meine kinder nicht hätte und SIE SIND DAS WICHTIGSTE IN MEINEM LEBEN!

Original geschrieben von: Porphyr
Abgesehen davon spricht mir Katrin hier grösstenteils aus dem Herzen.


womit und womit nicht?

gruß

hallo filfil,

Original geschrieben von: filfil
Kleine Ergänzung, oder der Mann in diesem Falle, der ja auch keine Kinder haben möchte unterzieht sich einer vasektomie (die rückgängig machbar ist?).



würde ich auch interessant finden, aber sag das mal einem mann.
grin

lg katrin


Posted By: Porphyr

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 06/02/2013 21:27

Original geschrieben von: Filfil

Kleine Ergänzung, oder der Mann in diesem Falle, der ja auch keine Kinder haben möchte unterzieht sich einer vasektomie (die rückgängig machbar ist?).


Das wäre natürlich ideal. Ich ziehe den Hut vor jedem Mann, der sowas nicht aus falscher Männlichkeit ablehnt.

Der Grund für mein Überlegen war damals, dass ich mit 18 die Pille selbst zahlen sollte - vorher gab es sie ja auf Rezept.
Als ich bei der A*K meine finanzielle Situation (Schülerin, dann Studentin) darlegte, hiess es, da sei nichts zu machen. Also fragte ich nach einer Sterilisation und erfuhr, dass daran unter 35 nicht zu denken sei - zumal die Kosten hierfür nicht die Krankenkasse übernehmen würde.
Nach meiner Frage, wie viele Abtreibungen die KK denn übernehmen würde, sah man mich verständnislos an.

Mit 30 habe ich mich zuletzt bezüglich einer Sterilisation erkundigt mit dem selben Ergebnis. Schade, dass man als mündiger Bürger solche Entscheidungen nicht selbst treffen darf.

Nun ja.

Ich fürchte allerdings, dass ich DAS gegenüber der Schwiegerfamilie besser nicht erwähnen sollte... wink

@Katrin
Ich stimme dir bei so ziemlich allem zu. Kann darauf gern morgen nochmal näher eingehen, wenn du magst.
Hätte ich Kinder, wären sie sicher auch das Wichtigste in meinem Leben. Aber dann müsste ich mein Leben entsprechend umgestalten. Und da ich den Drang/Wunsch/Instinkt/wie man es eben nennen will, Kinder in die Welt zu setzen, nicht habe (das Mami-Gen halt...), sehe ich keinen Grund, das zu tun. Ich habe nicht das Gefühl, dass mir dadurch etwas entgeht. Natürlich, wer weiss, vielleicht kommt dieses Gefühl ja doch irgendwann!

Ich denke ich habe euer "Gezanke" schon verstanden. smile Das mit den Themen, über die Mütter so reden, war auch nicht ganz ernst gemeint. Dennoch kreisen eben sehr viele Themen (zurecht) um die Kinder.
Eine Freundin kam einmal ganz genervt mit ihrem Sohn zu mir und meinte "Ich fühl´ mich zwischen den ganzen anderen Müttern auf dem Spielplatz und in der Krabbelgruppe total fehl am Platz. Die kennen nur Kinder, Kinder, Kinder, Kochrezepte, Kinder, Haushalt, Kinder, Tupper, Partylite, Kinder. Das ist doch frustrierend."
Natürlich hängt es von jedem selbst ab, ob er total vermüttert und völlig darin aufgeht oder eben nicht.

Posted By: Najib

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 07/02/2013 00:16

hallo

Antwort auf:
Mit 30 habe ich mich zuletzt bezüglich einer Sterilisation erkundigt mit dem selben Ergebnis. Schade, dass man als mündiger Bürger solche Entscheidungen nicht selbst treffen darf.


du darfst die entscheidung ja treffen, musst sie aber dann auch bezahlen.
das kostet 500€, so wie ich gegoogelt habe, und dürfte ja für ein sorgenfreies leben nicht zu teuer sein.

gruss
Najib
Posted By: _Sandra_

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 07/02/2013 09:08

Original geschrieben von: Filfil


Kleine Ergänzung, oder der Mann in diesem Falle, der ja auch keine Kinder haben möchte unterzieht sich einer vasektomie (die rückgängig machbar ist?).



Eine Vasektomie kann man zwar wieder rückgängig machen, ob er dann jedoch Kinder zeugen kann, ist fraglich.

http://www.kinderwunsch.de/testingAndDia...413123922337963

Es käme also nur in Frage, wenn der Mann definitiv keine Kinder haben möchte.

Und wie ich Porphyr verstanden habe, möchte sie keine Kinder, und er respektiert ihren Wunsch.

Ich habe aus ihren Beiträgen nicht lesen können , dass auch er absolut keine Kinder haben möchte.
Posted By: whatshername61

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 07/02/2013 09:09



Original geschrieben von: najib
wenn die frauen nicht putzen würden, müssten es männer machen und die könnte aufgrund der verknappung von putzkräften mehr verlangen.


hey najib,

warum geben nicht die männer ihre jobs auf, damit frauen höheren lohn erhalten?
bei dir hört die gleichberechtigung dort auf, wo sie bei mir anfängt. jetzt denke ich, dass die schrankwände in verschiedenen zimmern stehen…

…hahaha, nein denke ich nicht, weil das mal wieder so eine theoretische diskussion von dir ist, die nicht der realität entspricht. wenn ich mich erinnere habe ich irgendwo einmal gelesen, dass deine frau auch berufstätig ist (friseuse?) oder verwechsele ich das? dann hat sie ja auch zw. kindererziehung, haushalt, ehe noch andere ambitionen.
sollte sie ihren job aufgeben, wäre dann ein mann an ihrer stelle, der mehr lohn bekommen würde? =kopfschüttel=
alles nur nichtdurchsetzbare theorie.

lg
katrin
Posted By: whatshername61

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 07/02/2013 09:20

Original geschrieben von: Shakir

solange keine kinder da sind, wäre es schön, wenn sie arbeiten geht. sollten kinder da sein, wäre es schön, wenn sie es nicht tut.

wenn es uns finanziell gut geht, sollte sie nie mehr arbeiten gehen. eine scheidung wird es sowieso niemals geben.

und über alles lässt sich reden. und zwar vor der ehe. (und bestimmt auch während der ehe. aber das muss sie ja nicht voher wissen.)

und ganz sicher will ich nicht den arbeitsmarkt reformieren und vorher das grundgesetz neu schreiben.

wir sprechen lediglich über theorie. oder sind es doch heilige kühe?



Lieber Shakir,

pro:
dieser Beitrag ist einer der wenigen, die ICH in den letzten Wochen als äußerst tief empfinde. Er zeigt mehr als vllt. beabsichtigt war. Als ich heute früh wach wurde, war er in meinem Kopf, also werde ich einfach antworten, obwohl ich es nicht vorhatte.

Du lässt deiner (zukünftigen) Frau die Wahl, ob sie arbeiten möchte oder nicht, äußerst aber den Wunsch, was dir besser gefallen würde. Du hast eine genaue Vorstellung dessen, was passieren soll, bist aber bereit darüber zu reden.
Das Finanzielle stellst du in den Hintergrund, empfindest es aber als wichtig. Für diejenigen, denen es an Moos mangelt, lässt du andere Wege zu.

Mit deinem typischen Humor signalisierst du, dass man mir dir über alles reden kann und das zu jeder Zeit. Dass man sich auf dein Wort verlassen kann, erkennt man ganz deutlich an deiner Einstellung zu Ehe/Scheidung.

Sogar deine politische Einstellung lässt du ein klein wenig durch das Schlüsselloch leuchten.
Ich finde es wunderbar, dass es junge Menschen gibt, die eine solche Einstellung zum Leben haben. Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass deine Träume in Erfüllung gehen.

Jetzt contra:

Ob eine Frau arbeiten möchte oder nicht, ist nicht von dem Vorhandensein von Kindern abhängig. Ich kann mich noch ganz genau an den Tag erinnern, als meine ältere Tochter, das erste Mal in die Krippe ging. Mein Herz hat geblutet, ich habe mir Vorwürfe gemacht und wollte sie gar nicht aus meinen Armen geben. Und weißt du was passiert ist? Sie hat sich von der Erzieherin an die Hand nehmen lassen, ist in den Raum mit den anderen Kindern gerannt und hat vergessen mir ein Abschiedsküsschen zu geben. Auch Kindern tut es gut, einmal bei anderen Menschen Zeit zu verbringen.
Es ist nicht wichtig, wie viel Zeit man miteinander verbringt, aber diese Zeit sollte man intensiv nutzen und gut füreinander sein.

Warum sollte sie nie mehr arbeiten gehen, wenn es euch finanziell gut geht, vllt. will sie es ja? Oder du lässt Liebe erst zu, wenn Frau wie ein Puzzlesteinchen in deine Lebensplanung passt? Zwei Menschen passen nie 100% zusammen (sagte Josi) also muss man auch bereit sein für Kompromisse.
Ich denke, das bist du.

Eine Scheidung wird es nie geben? Es ist schön, dass du so darüber denkst. Und es ist ja auch so, dass, wenn man sich das Ja-Wort gibt, nichts anderes in den Gedanken existiert. Leider kannst auch du das Leben nicht voraussehen. Manchmal ist es so, dass man kämpft und kämpft und nicht mal bemerkt, dass eine eigentlich schon lange fällige Entscheidung dich fast überholt hat. Sage niemals nie, aber stelle dir das Ziel.

Ja wir sprechen über Theorie, der Wahrheitsgehalt kann nur durch die Praxis bewiesen werden.
Aber deine Theorie hört sich verdammt gut an. (Bis auf den Teil Arbeitsmarkt, den würde ich schon verändern wollen, wenn ich denn die Möglichkeit hätte.)

Ich hätte da sogar eine Idee. Was wäre, wenn man die Arbeitszeiten pro Person drastisch kürzt, dafür allen Menschen, die es wollen, einen Job gibt, diese Jobs so bezahlt, dass die Familien gut davon leben können und so gleichzeitig mehr Freizeit bleibt, die man dann wiederum den Familien oder Freunden widmen kann? Dann wären 400-€-Jobs (meistens ist es ja noch weniger) passé, und jeder könnte seinen Lebensunterhalt erarbeiten. Wer unverschuldet in Armut gerät, wird weiterhin unterstützt.
Aber wer einfach nur faul ist, würde seinen Hintern schon bewegen müssen, um seinen Zigaretten und Alkoholbedarf zu finanzieren.
Nebenbei würde ich Waffen, Kriege und Unterdrückung jeder Art abschaffen und wir hätten das Paradies auf Erden. smile

LG
Katrin
Posted By: Andrea84

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 07/02/2013 10:08

Porphyr, da man mit so einer Einstellung ja oft relativ alleine da steht, wollte ich hier auch mal loswerden, dass ich ziemlich so fühle wie du. Außer das das Körperliche einer Schwangerschaft für mich nicht so negativ ist wie du es für dich beschrieben hast.

Zur Frage über Marokko, da denke ich persönlich, dass es schon auch so ist, dass die Kinder eine Altersabsicherung darstellen, was gibt es sonst für eine? Das heisst ja jetzt nicht, dass jede Familie Unmengen an Kindern bekommen muss. Meine Schwiegermama hat vier, aber eigentlich sollte nach drei Schluss sein. Allerdings gibt es da auch einen Wandel. Meine Schwägerin hat ein fast 3-jähriges Kind und es ist offen, wann sie und ihr Mann noch eines möchten, denn sie möchten auch gerne mal verreisen, ihren Lebensstandard halten etc. also im Prinzip was hier für Deutschland angeführt wurde.

Bei uns ist es so, dass mein Mann auch keine Kinder möchte. Neben den Sachen, die oft angeführt werden wie Unabhängigkeit, keinen so großen Bezug zu Kindern, denke ich, dass es bei meinem Mann eben gerade auch daran liegt, dass er als Ältester sich verantwortlich fühlt für Eltern und den kleinsten Bruder. Er war jahrelang der Ernährer der Familie, da sein Vater sich in der Richtung nicht gut kümmert und quasi sobald als möglich das an ihn abgegeben hatte. Und jetzt wo mein Mann hier ist, sehe ich, wie er es genießt, dass er nicht mehr unmittelbar sich da um alles kümmern muss. Und da kann ich ihn sehr gut verstehen, dass er da jetzt nicht durch ein Kind in eine neue solche Verantwortungsposition möchte.
Posted By: Filfil

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 07/02/2013 11:22

Hallo Sandra,

Hab mir den Artikel durch gelesen. Danke.

Ich bezog mich auch nicht auf den Freund von porphyr, sondern allgemein darauf wenn beide Partner kein Kind möchten und die Tötung eines ungeborenen Kindes verhindert werden soll - wenn mal trotz sorgfältiger Verhütung etwas passiert.

Wobei ich mir persönlich sehr sicher bin, dass die meisten Männer die sich Kinder wünschen aber den Wunsch der Partnerin erst ein mal respektieren, weil sie sie lieben, spätestens bei einer ungewollten Schwangerschaft die Karten auf den Tisch legen würden und die tötung eines ungeborenen Kindes unverzeihlich wäre.

Ich kam auf die Vasektomie, weil ich annahm das es ein kleinerer Eingriff als bei einer Frau ist und rückgängig machbar ist.

Und.... wie schon von Katrin und Porphyr angemerkt meist vom Mann abgelehnt wird.

Die meisten Männer leiden schon mit ihrem Hund oder ihrem Kater, wenn Frau entscheidet, dass dieser kastriert werden soll - erst letztens wieder bei einem Ehepaar erlebt wo Ehefrau sich über das Benehmen und die schwierigkeiten des Rüden aufgeregt hat und entschied ihn kastrieren zu lassen. Der Mann hat protestiert und "durchsetzen" können, dass dem armen Tier "nur" micro invasiv die Leiter durchtrennt werden.

Um zurück zum Thema zu kommen, ich denke nicht, dass die meisten Männer es aus falscher Männlichkeit ablehnen, sondern wirklich Ängste vor dem Eingriff selbst, der Impotenz entstehen, und die Angst keine Kinder mehr zeugen zu können. Wenn ein Mann also solch einen Schritt ablehnt, aber kein Problem damit hat wenn die Partnerin diesen durchführen lässt, dann würde ich mir vielleicht doch ein wenig Gedanken machen...

Besonders junge Männer können noch leicht mit dem Wunsch der Partnerin umgehen keine Kinder bekommen zu wollen, aber längerfristig hab ich meine Zweifel, besonders bei uns Südländern wo Familie, Nachkommenschaft groß geschrieben wird.


Liebe ist was schönes, aber man sollte sich doch wirklich mit dem Verstand auseinander setzen und sich sicher sein, ob der Partner auch wirklich mitzieht, damit späte bittere Erkenntnisse (vor denen man nie sicher ist) besser vermieden werden können.

Wenn man aber ein Mensch ist der sich seiner Sache absolut sicher ist und nur für den Moment lebt, weil das was morgen kommt immer ungewiss sein kann. Und man damit rechnet, dass der Partner irgendwann abspringt, es zuende geht, dann hat man mit sowas vielleicht weniger probleme.

Ich persönlich könnte das nicht. Es ist nicht schwer heraus zufinden was mein gegenüber will, wenn ich mich nicht nur mit dem auseinander setze was ich will und es offen auf den Tisch lege. Ich denke Porphyr bewegt sich da schon gut. Mal herausfinden was der Mann will, unabhängig des wollens der Frau, was die Familie des Mannes sich wünscht, wie die Mentalität ist, die Kultur, die Religion. Wenn man sich damit auseinander setzt, kann man erkennen ob es längerfristig reicht um eine Einheit, eine Familie zu sein.

Posted By: Porphyr

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 07/02/2013 11:25

Original geschrieben von: Najib


du darfst die entscheidung ja treffen, musst sie aber dann auch bezahlen.
das kostet 500€, so wie ich gegoogelt habe, und dürfte ja für ein sorgenfreies leben nicht zu teuer sein.

gruss
Najib


Nein, darf ich nicht. Selbst jetzt (33), macht das in Deutschland noch kein Arzt. Meine Ärztin meinte, sie habe eine Patientin mit dem selben Ansinnen. Diese sei nun nach Polen gegangen für die OP.

Ich selbst habe beschlossen, dass ich das nicht mehr machen lasse. Es gibt ja auch andere Methoden, für die man nicht gleich eine Narkose braucht. Mit 20 hätte das noch Sinn gemacht. Das wären inzwischen 13 sorgenfreie Jahre. Doch jetzt - wie lang bin ich denn überhaupt noch dazu fähig? 10 Jahre? 15 Jahre?

Die 500 Euro wären es mir auch wert. Nur damals als Schülerin mit 50 Mark Taschengeld, waren für mich 30 Mark im Monat für die Pille schon viel Geld. In der eigentlichen Diskussion mit der Krankenkasse ging es ja um den Grund, weswegen ich das plötzlich zahlen sollte. Das wird auch heute sicher alles ganz anders geregelt sein.


Original geschrieben von: _Sandra_

Und wie ich Porphyr verstanden habe, möchte sie keine Kinder, und er respektiert ihren Wunsch.

Ich habe aus ihren Beiträgen nicht lesen können , dass auch er absolut keine Kinder haben möchte.


Er hat, bis ich das Thema angeschnitten habe, überhaupt nicht darüber nachgedacht, dass KEINE Kinder zu haben, auch eine Option darstellt. Er kennt das gar nicht.
Aber ich habe gemerkt, wie er sich daraufhin damit auseinandergesetzt hat und es wirkt nicht so, als sei es für ihn ein großes Opfer, darauf zu verzichten.

Ihn auf eine Vasektomie anzusprechen, wäre sicher etwas viel auf einmal. smile Und wenn er das nicht möchte, dann ist das okay. Wie gesagt: es geht ja auch so. Wäre aber natürlich die einfachste Methode.

Liebe Andrea84, danke für dei Posting!

Was mir in Marokko auch auffällt ist, dass die Anzahl der Kinder in den Familien scheinbar stark zurück gegangen ist. Ähnlich wie hier. Meine Freunde haben alle oft fast 10 Geschwister, deren Eltern manchmal noch mehr. Sie selbst bzw. ihre Geschwister sind mit 2 oder 3 Kindern bereits zufrieden. Die Gründe dafür allerdings, die weiss ich nicht. Aufklärung?
Hätten die Eltern vielleicht auch schon früher aufgehört, wenn sie gewusst hätten, wie?
Hier hat ja die Pille 1960 dazu geführt, dass viele Familien kontrollierter gewachsen sind. Ich kenne das auch aus Deutschland, dass es in früheren Generationen (vor 1960) mehr Kinder gab als in den späteren.

Wenn was ich hier "gegen Kinder" schreibe, manchmal etwas trocken und nüchtern klingt, dann nicht, weil ich generell contra Kinder wäre. Bitte nicht falsch verstehen.

Original geschrieben von: Filfil

Es ist nicht schwer heraus zufinden was mein gegenüber will, wenn ich mich nicht nur mit dem auseinander setze was ich will und es offen auf den Tisch lege. Ich denke Porphyr bewegt sich da schon gut. Mal herausfinden was der Mann will, unabhängig des wollens der Frau, was die Familie des Mannes sich wünscht, wie die Mentalität ist, die Kultur, die Religion. Wenn man sich damit auseinander setzt, kann man erkennen ob es längerfristig reicht um eine Einheit, eine Familie zu sein.


Daher ja dieser Thread hier. Ich möchte einfach wissen, ob seine Einstellung für einen Marokkaner total ungewöhnlich ist, oder ob noch andere so denken.
Ich habe meine Karten sehr früh auf den Tisch gelegt, auch wenn ich damit riskiert habe, dass ich ihn verliere. Ich wollte nicht, dass er sich da in was (in mich) verrennt und später aufgrund meiner Entscheidung unglücklich ist. Die Entscheidung betrifft ja nicht nur mein Leben, sondern auch das meines Partners.
Posted By: Najib

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 07/02/2013 11:38

hallo

Antwort auf:
Nein, darf ich nicht. Selbst jetzt (33), macht das in Deutschland noch kein Arzt. Meine Ärztin meinte, sie habe eine Patientin mit dem selben Ansinnen. Diese sei nun nach Polen gegangen für die OP.


tatsächlich?
das hätte ich nicht gedacht. ich dachte ab 18 wäre man herr über seinen körper und dürfte das selbst entscheiden.


gruss
Najib
Posted By: Porphyr

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 07/02/2013 11:45

Original geschrieben von: Najib


tatsächlich?
das hätte ich nicht gedacht. ich dachte ab 18 wäre man herr über seinen körper und dürfte das selbst entscheiden.


gruss
Najib



Das ist es. Man darf eben nicht entscheiden, was man mit dem eigenen Körper macht. Man ist gezwungen, den Körper starken Hormonen auszusetzen oder gar irgendwann die "Schuld" einer Abtreibung zu tragen, sollte doch einmal "etwas daneben gehen".

Es gibt ja doch genug Frauen, Männer, die Verhütung schlicht nicht im Griff haben. Wieso auch immer.

Das wäre einfacher, würden einem die Krankenkassen nicht die Entscheidungsfähigkeit absprechen.

Meines Wissens nach werden Sterilisationen bei Frauen überhaupt nur selten bewilligt, solange diese nicht geboren haben. Dieses Mittel ist wohl mehr für Frauen gedacht, die nach zwei, drei Kindern beschließen, dass es nun genug Kinder sind.

So gesehen stünde die Diskussion aus, ob Deutschland nicht vielleicht eher Contra Kinderlose ist, als Contra Kinder.
Wobei das eine doch mehr die krankenkassen und das andere die Gesellschaft betrifft... bzw den Schluss zulässt, dass alles, was von der deutschen Normalität (1-2 Kinder) abweicht, eben schief angeschaut wird (sprich 0 oder 2< Kinder).
Posted By: whatshername61

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 07/02/2013 11:58


Original geschrieben von: Filfil
Liebe ist was schönes, aber man sollte sich doch wirklich mit dem Verstand auseinander setzen und sich sicher sein, ob der Partner auch wirklich mitzieht, damit späte bittere Erkenntnisse (vor denen man nie sicher ist) besser vermieden werden können.


Hallo Filfil,

hier hast du etwas sehr Wichtiges gesagt. Dieses Zitat würde ich rahmen lassen, wenn es um Beziehungen allgemein geht. Das gilt nicht nur für Kinder oder nicht Kinder. Jeder Mensch hat Lebensein- und Lebensvorstellungen und über die sollte man sich unterhalten, bevor man eine Beziehung eingeht. Das ist einer der Gründe, warum sich junge Menschen hier "ausprobieren". Oft enden "Beziehungen" im Bett und nach sehr kurzer Zeit stellt man fest, dass alles andere drum herum überhaupt nicht passt. Die Träume und Wünsche sind oft sehr unterschiedich. Man erkennt das gut an Porphyrs Beiträgen. Ab einem gewissen Alter kommen noch andere Faktoren dazu. Darüber sollte man sprechen, bevor man sich in eine Beziehung einlässt/versteift, die dann zum Scheitern verurteilt ist.

Danke dir
Katrin
Posted By: whatshername61

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 07/02/2013 12:06


Original geschrieben von: porphyr
Das wäre einfacher, würden einem die Krankenkassen nicht die Entscheidungsfähigkeit absprechen.


ich denke so einfach ist das nicht. wir menschen ändern im laufe des lebens unsere entscheidungen. eine solche entscheidung ist aber unwiderrufich. auch wenn es für dich in diesem moment vllt. die richtige gewesen wäre, ist es für andere gut gewesen, dass dieser eingriff eben nicht vorgenommen wurde.
wenn man es so nimmt: die natur hat uns so geschaffen, wie wir sind und eine frau hat nun mal die gabe kinder auf die welt zu bringen. warum sollten wir menschen das ändern?

katrin

wo bleiben eigentlich die schreihälse, die so gegen die beschneidung waren? dies wäre doch sicher auch ein gefundenes fressen für sie? dieser eingriff ist viel entgültiger und tiefer als das bisschen vorhaut.

Posted By: Porphyr

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 07/02/2013 12:16

Nun ja, egal welchen Vertrag ich abschliesse - ich muss immer mit meiner Unterschrift bestätigen, dass ich über alle Risiken informiert war und bereit bin, diese zu tragen. Auch wenn sie mir nicht gefallen.
Wieso nicht auch bei einer Sterilisation?

Ich sehe ein, dass 20 vielleicht ein wenig früh wäre, aber wieso nicht ab 25? Oder dann meinetwegen ab 30, auch bei Frauen, die nicht geboren haben?

Ich darf mir heute noch in der Familie anhören "Jaaaa, du bist ja noch Jung, das ändert sich bestimmt nochmal...". Ich meine - wie alt muss ich denn werden, damit man mich ernst nimmt?

Die Brüste hätte ich mir wahrscheinlich schon mit 20 vergrössern lassen dürfen (nicht, dass ich jemals daran gedacht hätte!) - kann das nicht auch gravierende Folgen haben?
Posted By: Najib

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 07/02/2013 12:37

hallo

Antwort auf:
Das wäre einfacher, würden einem die Krankenkassen nicht die Entscheidungsfähigkeit absprechen.


jetzt verstehe ich es wieder nicht mehr.

die krankenkasse ist doch nicht der gesetzgeber in deutschland.
wenn es nur daran liegt, dass die krankenkasse das nicht will, dann bezahle es doch einfach selbst. die krankenkasse kann ja nur die zahlung verweigern.
wenn kein arzt in deutschland das macht, obwohl es ein gefundenes fressen für die schwarzgeldkasse ist, dann muss es doch andere gründe geben, als die aok.

Antwort auf:
Wobei das eine doch mehr die krankenkassen und das andere die Gesellschaft betrifft... bzw den Schluss zulässt, dass alles, was von der deutschen Normalität (1-2 Kinder) abweicht, eben schief angeschaut wird (sprich 0 oder 2< Kinder).


naja, man kann vom sozialsystem ja nicht verlangen, dass es seine abschaffung auch noch selbst bezahlt.
ohne aus schusseligkeit oder wegen pillenversagens gezeugten kindern hätten die doch gar kein tragfähiges geschäftsmodell mehr.

gruss
Najib
Posted By: Filfil

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 07/02/2013 12:52

Hallo Porphyr,

Antwort auf:
Ich möchte einfach wissen, ob seine Einstellung für einen Marokkaner total ungewöhnlich ist, oder ob noch andere so denken.


An erster Stelle ist es doch Deine Einstellung denke ich und er kann sie (im moment) respektieren, mit ihr leben. Ungewöhnlich ist es nicht, dass er Deinen Wunsch erst einmal respektiert und sagt okay. lieben und menschlich sein.


Antwort auf:
Er hat, bis ich das Thema angeschnitten habe, überhaupt nicht darüber nachgedacht, dass KEINE Kinder zu haben, auch eine Option darstellt. Er kennt das gar nicht.
Aber ich habe gemerkt, wie er sich daraufhin damit auseinandergesetzt hat und es wirkt nicht so, als sei es für ihn ein großes Opfer, darauf zu verzichten


Das klingt als ob marokkaner primitive willenlose Wesen mit einer Hirnwäsche wären, die nicht dazu in der Lage sind eigenständig zu ergründen was sie wollen und was nicht( ich weiss, das hast Du nicht geschrieben und auch nicht gemeint).

in allen Gesellschaften dieser welt, wenn auch in veränderter Form herrscht eine gewisse Erwartungshaltung die Druck machen kann, auf labile personen mehr auf gefestigte personen weniger. Das heißt aber nicht, dass man trotz Erziehung,Kulturellen Hintergrund und der Religion nicht in der Lage ist selbstständig zu denken und zu entscheiden was man will.
Dein Freund kannte bestimmt die Option keine Kinder zu kriegen, aber er hat sie bis jetzt, bis er Dich kennen gelernt hat für sich nicht in Betracht gezogen, das bedeutet nicht, dass er nun eine neu Option kennen gelernt hat und nutzen kann. Ich verstehe es eher so: Er hat sich für Dich entschieden und verzichtet vorerst auf Kinder. Er liebt Kinder, er ist in einer Großfamilie aufgewachsen und für ihn ist es ganz natürlich zu heiraten,eine Familie zu gründen, Kinder zu kriegen.

Ob es ein großes Opfer für ihn ist oder nicht, wirst Du wohl eher durch ihn selbst heraus finden können im laufe der Zeit, als mit solch einem Thread, wo fremde Menschen, Marokkaner, deutsche, Muslime, Nicht-muslime verschiedenste Meinungen vertreten.

Es mag sein, dass viele Marokkaner der heutigen Generation aus Kostengründen und die zur Verfügung stehenden Mittel, statt 4 oder 12 Kinder nur noch 3 - 5 Kinder bekommen. Aber wir bekommen Kinder, weil es das natürlichste auf der Welt für uns ist und wir die Atmosphäre einer Großfamilie erhalten möchten, von dem was uns vertraut ist, was wir so lieben.


Selbstverständlich will ich es mir nicht anmaßen zu behaupten dass dies 100% auf Deinen Freund zutrifft - ich habe nur den Eindruck den es macht geschildert und wie viele Marokkaner den Familienwunsch empfinden.
Posted By: Porphyr

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 07/02/2013 13:34

Original geschrieben von: Filfil

Das klingt als ob marokkaner primitive willenlose Wesen mit einer Hirnwäsche wären...


Nein, natürlich habe ich das so nicht gemeint smile Aber es war für ihn einfach der normale Weg im Leben und darüber, es anders zu machen, hat er sich keine Gedanken gemacht (seine Worte!). Er hat auch nie darüber nachgedacht, sich in eine Deutsche zu verlieben und Marokko zu verlassen - genauso, wie ich, hätte man mir vor 10 Jahren gesagt, ich würde einmal meine große Liebe in Marokko finden, ihn ausgelacht hätte. Es gibt einfach Dinge, die man nicht planen kann. Vor 10 Jahre dachte ich, ich wäre heute in Schweden...

Original geschrieben von: Filfil

Ob es ein großes Opfer für ihn ist oder nicht, wirst Du wohl eher durch ihn selbst heraus finden können im laufe der Zeit, als mit solch einem Thread, wo fremde Menschen, Marokkaner, deutsche, Muslime, Nicht-muslime verschiedenste Meinungen vertreten.


Selbstverständlich, ich erwarte mir hier auch keine Entscheidungsabnahmen oder Antworten zur Gedankenwelt meines Freundes. Lediglich Ideen, Gedankenanstösse.
Vielleicht ist es mir so wichtig, weil ich ein gebranntes Kind bin das weiss, dass es Männer gibt, die damit einfach nicht leben können, sich nicht fortzupflanzen.
Und ich liebe ihn und möchte nicht, dass er unglücklich ist. Aber natürlich glaube ich ihm auch wenn er mir sagt "Mach dir keine Sorgen Schatz, es ist okay für mich, ich verstehe dich und ich sehe die Nachteile ja auch selbst."
Eine Garantie für eine funktionierende Beziehung bis ins hohe Alter gibt es generell nie, da wir uns ja ständig weiterentwickeln. Versuch macht kluch...

Ergänzung:
Mein Freund hat immer sehr darunter gelitten, dass er als eines der mittleren von 9 Kindern nicht so viel Liebe, auch Kuscheln etc. von seiner Mutter abbekommen hat. Ich denke es ist auch nicht einfach, als Eltern so vieler Kinder allen gerecht zu werden.
Vielleicht ist für ihn die Aussicht, mich nicht mit Kindern teilen zu müssen, auch ganz gut.

Original geschrieben von: Najib

...wenn kein arzt in deutschland das macht, obwohl es ein gefundenes fressen für die schwarzgeldkasse ist, dann muss es doch andere gründe geben, als die aok.


Da hast du allerdings recht. So weit habe ich noch gar nicht gedacht.
Ich habe immer mal wieder nachgefragt, das allerdings in den letzten Jahren auch nicht mehr so verfolgt.
Obs schlicht ethische Gründe sind? Abtreibungen ab dem 3. Monat macht ja auch hier niemand (angeblich).
Eine Sterilisation kann ja auch nicht einfach mal eben so ambulant erfolgen.


Posted By: Filfil

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 07/02/2013 15:03

Hallo,

Original geschrieben von: Porphyr
Mein Freund hat immer sehr darunter gelitten, dass er als eines der mittleren von 9 Kindern nicht so viel Liebe, auch Kuscheln etc. von seiner Mutter abbekommen hat. Ich denke es ist auch nicht einfach, als Eltern so vieler Kinder allen gerecht zu werden.
Vielleicht ist für ihn die Aussicht, mich nicht mit Kindern teilen zu müssen, auch ganz gut.



hehe, wenn Du einen Marokkaner heiratest, heiratest Du auch seine Familie. Wenn er also meint Dich nicht teilen zu müssen, sei Dir sicher, dass Du ihn teilen wirst auch ohne Kinder. Und damit meine ich nicht nur Seine Zuwendung, sondern auch Entscheidungen die er trifft mit Rücksicht auf die Familie die er über alles liebt und an die eine Frau so gern er sie auch hat erst einmal nicht ran kommt, bis sie selbst Kinder hat und dadurch mehr Feld gewinnt.

Man kann im Leben vieles austauschen, aber die Eltern, besonders die Mütter sind unersetzlich und das wichtigste.

Damit will ich Dir nicht sagen, dass du schlechte Karten hast mit Deiner Einstellung (oder eine Frau generell die keine Kinder bekommen kann) bei einem Marokkaner, weil ich diesen Menschen ja auch garnicht einschätzen kann ausser durch dem was Du da schilderst, aber ich möchte Dir auch ein Stück Realität vor Augen halten, wie es in der Mehrheit doch aussieht und die du doch mit berücksichtigen solltest. Auch wenn er von Marokko, von seiner Familie hin zu Dir gekommen ist und ihr erst mal alleine seid.

Dieses verliebte, neue, alles gemeinsam machen müssen kann auch nach einiger Zeit nicht mehr so intensiv empfunden werden und routine kommt - wenn man dann keine richtige gemeinsame Basis hat in Form von Ansichten,Überzeugungen, dann kann der eine der aus Liebe mitgezogen ist plötzlich auch zu der Erkenntnis gelangen, dass ihm das alles doch nicht so passt und das wäre schade auch für den anderen Part welcher der Meinung war, der andere hätte aus eigener Überzeugung so gehandelt.


Und es ist auch ein großer Unterschied ob jemand keine 9 Kinder haben möchte aus Angst es könnte zuviel werden(finanziell, gerecht verteilte Zuneigung ect) , oder eben aber gar keine Kinder haben möchte.

Da Ihr Euch aber gut kennt und er Dir versichert, dass er mit Deiner Entscheidung konform geht erübrigen sich doch auch die Zweifel und die Beiträge ob es noch mehr Marokkaner gibt die so denken wie er. Denn das Entscheidende, dass er so denkt wie Du ist doch gegeben, oder?



Khair inschaallah
Posted By: Porphyr

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 07/02/2013 15:17

Ja ist es. Aber neugierig bin ich doch smile

Ich bin mir glaube ich der Bedeutung der familie auch sehr bewusst. Mit denen komme ich glücklicherweise besser klar, als mit der Familie eines jeden deutschen Partners, den ich hatte.

Wie in jeder Beziehung, wird mit der Zeit viel Routine einkehren und man wird sich einspielen bzw. Reibungspunkte entdecken usw.
Trotz verliebtsein sind von Anfang an immer wieder Meinungsverschiedenheiten, auch oft aufgrund von Sprachschwierigkeiten, aufgetaucht, weil wir beide unsere Meinungen sehr stark vertreten, wenn es sein muss. Ich habe trotz der Sprachprobleme noch mit keinem Mann so viel und gut kommunizieren können, wie mit ihm. Und keiner sonst fand es bisher so wichtig, dass wir uns gegenseitig verstehen.
Wir sind ja keine 15 mehr - und gerade er ist oft erschreckend realistisch.
Mir gefällt das.

Gerade deswegen glaube ich so sehr daran.
Und sollte es aus irgendeinem Grund auf lange Sicht doch nicht funktionieren, dann wars das in jedem Fall wert.
Posted By: Najib

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 07/02/2013 15:18

hallo


Antwort auf:
Da hast du allerdings recht. So weit habe ich noch gar nicht gedacht.


das kommt vom kiffen.
fang das blos nie an.


gruss
Najib
Posted By: Porphyr

Re: Marokkaner und Kinderwunsch - 07/02/2013 15:24

Original geschrieben von: Najib


das kommt vom kiffen.
fang das blos nie an.




*prust*
Okay! Nie!
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