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Auswandern nach Marokko #84443
25/03/08 08:00 PM
25/03/08 08:00 PM
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Marjam Offline OP
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Lauterbach im schwarzwald
THEMA: Auswanderung nach Marokko

Besonders interessieren würde mich, wie bereits nach Marokko ausgewanderte Deutsche dieses Land im Alltag erleben. Wie klappt das mit der Adaption der Kinder? Wie schafft Ihr Euer Leben im Vergleich zu Deutschland zu leben? Was ist teurer, was gleich teuer, was günstig? Was fehlt Euch am meisten? Und was überhaupt nicht? Was bewog Euch, Deutschland zu verlassen? Haben sich Eure Erwartungen und Hoffnungen erfüllt?




Wie hat sich Euer Leben und Eure Gewohnheiten verändert?

Wie gut seid Ihr integriert in die marokkanische Gesellschaft? Wie viele der Auswanderer sind:
a) rein deutsche Familien?
b) Deutsch - marokkanische Familien?
c) Rein marokkanische Familien?
d) Gibt es bevorzugte Gegenden und warum?
e) Wie gut kanntet Ihr das Land bevor ihr Deutschland verlassen habt?
f) Verdient ihr Euren Lebensunterhalt mit selbstständiger Arbeit, seid Ihr bereits Rentner? Oder habt Ihr einen Job in Marokko gefunden?

Re: Auswandern nach Marokko [Re: Marjam] #84452
25/03/08 09:55 PM
25/03/08 09:55 PM
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argazarrumi Offline
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Grund der Auswanderung: Übernahme einer leitenden Stellung in einem Rohstoffprojekt deutsch/marokkanischer Eigentümer. Das Ganze war auf mehrere Jahre ausgelegt. Da wir zu der Zeit 3 schulpflichtige Kinder hatten, hielten wir eine längerfristige Familientrennung für ungesund. Also mit Sack und Pack nach Marokko.
Probleme:
- Sprache: meine Frau und ich sprechen sehr gut Französisch. Ohne diese Sprache geht es nicht im Alltag.
- Schule: die staatlichen marokkanischen Schulen sind "gewöhnungsbedürftig" bis unzulänglich, die französischen arrogant und segregationistisch. Es gibt sehr gute Privatschulen (von der Grundschule bis zum Abi), kosten natürlich Geld, sind überwiegend von Marokkanern frequentiert. Die Befreiung vom Zwangs-Islamunterricht der Kinder erforderte gewissen bürokratischen Aufwand, stellte aber kein Problem dar.
-Lebensqualität: großes Manko: deutsche Bücher gibt es kaum, fast völlige Fehlanzeige. Buchläden, selbst in Casa, sind eine Katastrophe. Dieses Volk liest nicht. Also vorher gut eindecken. Europäische kulturelle Ereignisse: nur in den Großstädten, sonst Fehlanzeige.
- medizinische Versorgung: in den Großstädten herrschen europäische Standards, auf dem Lande muss man Glück haben. Apotheken sind gut ausgerüstet. Generell sind staatliche Krankenhäuser zu vermeiden (meine Frau ist Ärztin, die konnte das beurteilen), also Privatklinuiken. Vorsicht: am Anfang vorweg-Anzahlung!
Ansonsten ist Marokko ein Land wie jedes andere auch, mit Vor- und Nachteilen. ich kannte das Land schon vorher, bedingt durch längere Geschäftsreisen. Akzeptanz/Integration ist (wohl) in der jeweiligen Schicht ziemlich problemlos. Under Freundes/Bekanntenkreis bestand fast nur aus marokkanischen Familien, da wir in Agadir wohnten. Dort gibt es einige deutsche Rentner (einige recht unangenehm) und Turis, naja.
Nach Überwindung der Sprachbarrieren (Taschelhait, Französisch, Arabisch, in Agadir genau in dieser Reihenfolge) waren die Kinder bestens integriert. Mal hatten wir "full-house", mal saßen wir alleine am Mittagstisch.
Das Preisverhandeln lernt man sehr schnell. Ausser bei Nahrungsmitteln ist es ein Muss.
Die sexuelle "Anmache" kann manchmal unangenehm sein. Es gibt geeignete arabisch/berberische Redewendungen, die diese Anmache auf der Stelle beenden.
Nun kommt das Wichtigste: wir können nur dringend davon abraten, ohne gesicherten Unterhalt nach Marokko auszuwandern. Das Land ist KEIN ELDORADO!!! Die Zahl der gescheiterten europäischen Auswanderer, die wir in Agadir kennen gelernt haben, ist beachtlich. Einen "Job" in Marokko zu finden ist für Europäer fast illusorisch (es sei denn, er hat sehr spezialisierte Kenntnisse). Und wenn, ist das Entgeld beschissen und unsicher.
Speziell für Frauen, die mit einem Marokkaner verheiratet sind: das Leben mag in D gut zusammen funktionieren. In Marokko herrschen andere Vorstellungen, denen sich der Ehemann häufig beugt. Die Anzahl der verzweifelten europäischen Ehefrauen, die mit ihrem Mann nach Marokko gezogen sind, war auch beachtlich.

Re: Auswandern nach Marokko [Re: argazarrumi] #84467
26/03/08 04:46 PM
26/03/08 04:46 PM
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Malim Offline
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Ahlan,

argazarrumi: Ich lese jetzt mal für die Öffentlichkeit zwischen Deinen Zeilen.

Grund der Auswanderung: Dein Arbeitgeber hat es geschafft, Dich weit weit weg(nach Südmarokko)und auch lange(mehrere Jahre) zu verbannen. Eine Familientrennung der 3 schulpflichtigen Kinder ist ungesund, desshalb mußte auch noch die Ärztin mit. Dann fingen die Probleme an.

Sprache: Die Ärztin und Du sprecht sehr gut Französisch, Frankreich war nicht weit genug... Weil in Marokko 95% der Bevölkerung nicht sehr gut Französisch reden, geht bei Ihnen nicht der Alltag.

Schule: Weil die staatlichen marokkanischen Schulen nicht perfekt sind, könnt Ihr Euch nicht an Sie gewöhnen. Die französischen Schulen sind arrogant, weil sie für die Deutschen auch nicht perfekt sind. Desshalb gehen die reichen Marokkaner überwiegend in die sehr guten Privatschulen. Eine Sache die für Euch kein Problem ist, war die Kinder vom Zwangs-islamunterricht zu befreien.

Lebensqualität: Weil es in Marokko kaum deutsche Bücher gibt, die Buchläden in Casa eine Katastrophe sind, das marokkanische Volk nicht liest und europäische kulturelle Ergebnisse nur in Großstädten sind, wird Marokko fehlangezeigt.

Medizinische Versorgung: Weil der europäische Standard in den Großstädten herrscht, muß man auf dem Lande Glück haben. Die Ärztin hat beurteilt, wer nicht am Anfang der Privatklinik eine vorweg-Anzahlung gibt, sollte besser sterben, weil generell die staatlichen Krankenhäuser zu vermeiden sind.

Wegen der längeren Geschäftsreisen kanntest Du das Land, es ist wie jedes andere auch... Weil es in Agadier einige recht unangenehme Rentner und Naja-Turis gibt, habt Ihr fast nur noch marokkanische Freunde und Bekannte. Da die Kinder genau der Reihe nach: Taschelhait, Französisch, Arabisch überwunden hatten war das Haus voll und Ihr sitzt alleine am Mittagstisch.

Es ist ein Muss, schnell die Preise zu verhandeln, außer bei Nahrungsmitteln, die verderben noch schneller. Wenn die sexuelle Anmache angenehm ist, gibt es geeignete arabische/berberische Redewendungen...

Nun das Wichtigste(Warnhinweis): Wir können nur dringend davon abraten, ohne gesicherte Unterwäsche nach Marokko zu wandern, weil das land nicht Südamerika ist. In Agadir haben wir die gescheiten europäischen Auswanderer beachtet die wegen sehr speziellen Kenntnissen einen illusorischen, beschissenen und unsicheren "Job" fanden.

Speziell für Frauen, die mit einem Marokkaner verheiratet sind:
Das Leben mag D und funktioniert zusammen, in Marokko herrschen andere Vorstellungen, desshalb beugt sich der Ehemann häufig und lässt die europäischen Frauen verzweifeln...

Nikolaus: Müll gibt es, solange es Menschen auf der Welt gibt. Das es Dich so nervt ist das Lächerliche unter Deiner Gürtellinie.

leihinik
Zitoun

Re: Auswandern nach Marokko [Re: Malim] #84472
26/03/08 06:30 PM
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Grüß Gott,
Zitoun: nett von Dir, wie Du so zwischen "den Zeilen" liest, scheinst wohl im Nebenberuf Kartenleger oder Wahrsager zu sein. Die irren bekanntlich selten. Die dazugehörende Katze haben wir ja auf Deinen Fotos gesehen.
Nun, Marjam hatte gebeten, persönliche Eindrücke von "Auswanderern" nach Marokko zu beschreiben. Nun zu Deinen wahrsagerischen/detektivischen Ermittlungen:
- von wg. Verbannung: der Arbeitgeber zahlte so gut, dass ein solcher Posten schlecht abgelehnt werden konnte.
- die mitreisende Ärztin war zufällig meine Frau. Probleme fingen schon garnicht an, ausser den alltäglichen, die es überall gibt.
- Da davon ausgegangen werden kann, dass Deutsche weder Darija noch Berberisch sprechen können, ist die einigermaßene Beherrschung der Französischen Sprache für den Alltag schon sehr nützlich, selbst wenn viele Marokkaner die auch nicht (wie wir) Academie-reif sprechen. Verrate doch bitte den staunenden Lesern, wie Du anfangs mit Marokkanern kommuniziert hast, Zeichensprache?
- Hast Du schulpflichtige Kinder? Wenn ja, welche Schule besuchen die? Oder gehörst Du der Schar nicht verheirateter Europäer in Marokko?
- Ich empfinde einen gut sortierten Buchladen als eine Bereicherung des Daseins. Andere können darauf verzichten. Ich gehe mal davon aus, dass Du eine Leseratte bist, und in Beni Mellal die meisten Deiner Lesewünsche umgehend befriedigt werden.
- Es soll Menschen geben, die Wert auf eine ordnungsgemäße und hygienische schulmedizinische Versorgung legen. Andere können auf Hygiene verzichten, oder wenden sich gleich an Wunderheiler (Du weißt schon, die mit den verpackten Koranblättchen, oder den Stand am Rande des Wochensouks mit den Wunderpülverchen). Li brit.
- Verhandelst Du nicht angegebene Preise? Kann man so machen, kein Problem.
Über Deinen letzten Satz habe ich länger gerätselt. Mir erschließt sich daraus folgendes: Dich interessiert bei Männern besonders, was die so unter der Gürtellinie haben. Ist es lächerlich? Könnte es nerven?

Re: Auswandern nach Marokko [Re: Marjam] #84474
26/03/08 06:49 PM
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Bin vor 15 Jahren nach Marokko ausgewandert und habe es nie bereut!
Klar gibt es Schwierigkeiten, auch ich sehe sie vornehmlich in der Gesundheitsversorgung, allerdings nur bei wirklich sehr ernsten oder seltenen Krankheiten, die ganz alltaeglichen Krankheiten kann auch hier fast jeder Arzt und auch die oeffentliche Krankenstation behandeln.
Ein anderes Aergernis ist tatsaechlich die schulische Erziehung, insbesonders die sehr autoritaere Erziehung mit oft sehr unangemessenen Strafen, die vielen Streiks in den oeffentlichen Schulen, die oft mangelnde Motivation der Lehrkraefte etc..
Auch fuer uns war die Privatschule der am ehesten akzeptable Kompromiss, aber dennoch weit entfernt von einem Ideal!!
Was die Schwierigkeiten der deutschen Ehefrauen mit ihren marokkanischen Maennern betrifft, da kann ich der oben geaeusserten Meinung weder aus eigener Erfahrung, noch aus den Erfahrungen meines Bekanntenkreises zustimmen! Das sind ganz normale Beziehungen mit Hochs und Tiefs und das fuer eine binationale Ehe von beiden Seiten Geduld und Verstaendnis fuereinander vonnoeten ist, ist uns allen klar.
Jeder der sich fuer ein neues Land entschiedet, sollte es zunaechst, wenn moeglich, mehrfach besuchen und auch bereit sein, seine Sprache zu erlernen!
Franzoesisch ist in Marokko sicher sehr hilfreich, sollte aber nicht die einzige zu erlernende Sprache bleiben, ich kann Euch versichern, dass das Leben hier sehr viel leichter wird, wenn Ihr marokkanisch sprecht.
Es gruesst euch
Bahloulia

Re: Auswandern nach Marokko [Re: Marjam] #84475
26/03/08 07:18 PM
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ich glaub, da ist mal ne beriffs-definition notwendig:
auswandern heisst bei mir, eine komplette einheit (familie, pärchen, single, whatsoever) reist aus deutschland nach marokko aus (oder meinte man etwa andersrum?) um dort mittels beruflicher taetigkeit (es sei denn die einheit ist natur-reich oder kriegt rente), einer geschaeftsidee oder einer investition (fischbude, deutsche baeckerei, farm, campingplatz, hotel/riad, baufirma am see, schnell-reinigung) seine zukuenftige broetchen zu verdienen und in dem auswanderland zu leben (one-way-ticket, bis an das ende der tage, oder bis es einem reicht).
was nikolas meint, ist ein beruflich bedingter temporärer aufenthalt in einem anderen land (return-ticket, unter wahrung aller rechte und pflichten in DE, incl. der krankenversicherung und sozialstatus).
die letztere einheit reist auch oft mit kompletter familie aus (in abhaengigkeit davon ob der beruflich einsatz vor ort permanent oder punktuel ist) und gliedert sich in dem „nehmerland“ so weit es geht voruebergehend ein, immer wissend, dass die dauer des aufenthaltes absehbar ist und mit der honorarzahlung auf ein deutsches konto.
analog den entsandten des auswaertigen amtes an den deutschen botschaften.
Wir reden hier also von 2 komplett unterschiedlichen welten und scenarien.

Last edited by aquawatch; 26/03/08 07:26 PM. Reason: senil

du hast noch nicht einmal nicht den ocean gesehen? die reden von nichts anderes im himmel! knocking on heavens door


Re: Auswandern nach Marokko [Re: aquawatch] #84479
26/03/08 07:52 PM
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aquawatch: Recht hast Du. Nur mit dem "alte Heimat, auf Nimmerwiedersehn-Auswandern", ist das so ne Sache. Ich glaub da so nicht mehr richtig dran. In früheren Jahrhunderten, ok, da mussten lange Schiffsreisen nach Amerika, Australien getätigt werden, zuhause drückten die (finanziellen oder andere) Sorgen, man hatte nicht mehr viel zu verlieren. Selbst eine Urlaubsreise in die alte Heimat war mit Mühsal verbunden.
Das trifft doch heute meist nicht mehr zu. 4 Stunden Flug, zu erschwinglichen Preisen, und schwupps, Du bist wieder zurück. Viel verloren hat man im Allgemeinen auch nicht. Gut, es mag den einen oder die andere Romantiker(in) geben, die mit dem Leben in DE unzufrieden sind, sich woanders eine "Erfüllung" ihrer Wünsche erhoffen (erträumen), aber das dürften sehr rare Exemplare sein.
Ich bin bei meinem Kommentar vom wahrscheinlichen Durchschnitt eines Auswanderers ausgegangen, gleich ob der einige Jahre, oder, falls es sich so ergeben sollte, für immer da bleibt. Die Umstellung/Gewöhnung bleibt gleich.

Re: Auswandern nach Marokko [Re: argazarrumi] #84489
27/03/08 12:33 AM
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Ahlan,

argazarrumi: Das ich nett bin weiß ich selber. Meine Hoffnung aber war, dass Du vielleicht besser verstehst was Du selber geschrieben hast und nochmals drüber nachdenkst. Leider vergeblich, da alles nur nach Deinem Kopf gehen soll. Tut es aber nicht in Marokko und so wird es auch bleiben.

Meine Kinder sind zufrieden mit den staatlichen Schulen, solange die Lehrer ok sind. Das war in D nicht anders. Die Klassen sind klein(unter 20 Schüler) und es gibt 40 ganze Wochenunterrichtsstunden. Ca. 10% des Unterrichts fällt wegen Streik und Krankheit aus. Im Informatikunterricht haben Sie mit dem Lehrer die Association Annour gegründet: http://www.associationannour.blogspot.com
Die privaten Schulen auch in größeren Städten der Umgebung haben nichts vergleichbares herzuzeigen.

Im staatlichen Hospital in Azilal praktizieren chinesische Ärzte, sie haben einen ausgezeichneten Ruf, obwohl sie kaum französisch und arabisch sprechen. 3 von den 5 Privatkliniken in Beni-Mellal kann man nicht weiterempfehlen. Es geht Ihnen zuerst um Profit, die Behandlungen dort stehen oft im Wiederspruch zum Ärzteschwur. Es wird mehr behandelt als sein muß damit die Kasse stimmt, da gehts zu...

Den Islamunterricht finde ich sehr nützlich für die Kinder. Sie wissen Bescheid und lernen nebenbei sehr intensiv die arabische Sprache, wesshalb sie dann auch weniger unabhängig von deutschen Büchern sind.

Preise verhandle ich selten, weil ich sie meistens kenne. Zum intensiven handeln braucht es viel Zeit, die ich nicht habe. Ich zahl auch gern ein bißchen mehr, das stört mich nicht. Das ist doch das einzig Schöne am Geld, wenn man damit anderen eine Freude machen kann.

leihinik
Zitoun

Last edited by Zitoun; 27/03/08 12:41 AM.
Re: Auswandern nach Marokko [Re: Malim] #84490
27/03/08 01:28 AM
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Ahlan, Azul
na siehste, es geht auch anders, ohne Pendelschwingen und Zwischenzeilenlesen.
Ich bin sicherlich einer unter vielen, die es gerne sähen, wenn alles nach den eigenen Kopf ginge. Tut es aber nicht, weder in De noch in MA, noch sonstwo. So ist nunmal das Leben.
Wahrscheinlich sind Deine Kinder in Marokko geboren und zumindest 2-, wenn nicht 3-sprachig aufgewachsen. Das war bei unseren nicht der Fall. Alle 3 gingen schon in De auf (staatlichen) Schulen, sprachen weder Arabisch noch Französisch. Wir haben uns die staatlichen Schulen in Agadir sehr wohl angesehen, und uns mit den Direktoren und Lehrern unterhalten. Selbst diese hatten Bedenken hinsichtlich einer Einschulung. Das hatten die noch nie erlebt, dass ausländische (nicht Arabisch sprechende) Kinder kamen. Alle empfahlen sie das französische Lycee. Das haben wir uns auch angesehen. Wenn Dir dort nach 5 Minuten von der "suprematie de l´esprit francais" vorgeschwärmt wird, suchst wahrscheinlich auch Du schnell das Weite. De facto blieb nur eine Privatschule übrig, die in der Lage und bereit war, den Kindern über die Anfangsschwierigkeiten (Sprachbarriere) hinwegzuhelfen. Vielleicht kannst Du diese Argumente nachvollziehen.
Der Islamunterricht ist sicherlich zum guten Erlernen der arabischen Sprache nützlich, über das dort verbreitete religiöse Wissen mag man streiten. Sind Deine Kinder zufälligerweise Moslems?
Wenn in Azilal die praktizierenden Ärzte am Krankenhaus kaum Arabisch/Französisch/Tamazight sprechen, so stellt sich wohl jedermann die Frage, wie ein (auf)klärendes Gespräch zwischen Arzt und Patient zustande kommen kann. Gibts in Azilal mehrere chinesisch - arabisch/französische Dolmetscher? Würde mich, ehrlich gesagt wundern. Dass etliche Kliniken die Tendenz zur Geldmaschine haben, ist ein weltweiter Zustand, nichts Neues. Es gibt in diesem Sektor ordentliche und gierige da meine Frau Kinderchirurgin ist, konnte sie das schnell überblicken. Übrigens hat sie kurze Zeit später in 2 Kliniken operiert. Das ist z.B. ein Riesenvorteil in MA: die Zulassung als Kinderchirurgin erfolgte im Handumdrehen. Wenn sie da an DE denkt....!
Bevor man über Preise nicht mehr viel verhandelt, muss man sie kennen lernen. Das braucht (auch bei Dir) einige Zeit.
Schlussendlich freut es mich, dass wir nunmehr in einem vernünftigen Tonfall diskutieren können.
Lass es Dir gut gehen.

Re: Auswandern nach Marokko [Re: Malim] #133488
30/04/12 02:24 PM
30/04/12 02:24 PM
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Das Lächerliche unter Deiner Gürtellinie


Original geschrieben von: Zitoun
Ahlan,

argazarrumi: Ich lese jetzt mal für die Öffentlichkeit zwischen Deinen Zeilen.

Grund der Auswanderung: Dein Arbeitgeber hat es geschafft, Dich weit weit weg(nach Südmarokko)und auch lange(mehrere Jahre) zu verbannen. Eine Familientrennung der 3 schulpflichtigen Kinder ist ungesund, desshalb mußte auch noch die Ärztin mit. Dann fingen die Probleme an.

Sprache: Die Ärztin und Du sprecht sehr gut Französisch, Frankreich war nicht weit genug... Weil in Marokko 95% der Bevölkerung nicht sehr gut Französisch reden, geht bei Ihnen nicht der Alltag.

Schule: Weil die staatlichen marokkanischen Schulen nicht perfekt sind, könnt Ihr Euch nicht an Sie gewöhnen. Die französischen Schulen sind arrogant, weil sie für die Deutschen auch nicht perfekt sind. Desshalb gehen die reichen Marokkaner überwiegend in die sehr guten Privatschulen. Eine Sache die für Euch kein Problem ist, war die Kinder vom Zwangs-islamunterricht zu befreien.

Lebensqualität: Weil es in Marokko kaum deutsche Bücher gibt, die Buchläden in Casa eine Katastrophe sind, das marokkanische Volk nicht liest und europäische kulturelle Ergebnisse nur in Großstädten sind, wird Marokko fehlangezeigt.

Medizinische Versorgung: Weil der europäische Standard in den Großstädten herrscht, muß man auf dem Lande Glück haben. Die Ärztin hat beurteilt, wer nicht am Anfang der Privatklinik eine vorweg-Anzahlung gibt, sollte besser sterben, weil generell die staatlichen Krankenhäuser zu vermeiden sind.

Wegen der längeren Geschäftsreisen kanntest Du das Land, es ist wie jedes andere auch... Weil es in Agadier einige recht unangenehme Rentner und Naja-Turis gibt, habt Ihr fast nur noch marokkanische Freunde und Bekannte. Da die Kinder genau der Reihe nach: Taschelhait, Französisch, Arabisch überwunden hatten war das Haus voll und Ihr sitzt alleine am Mittagstisch.

Es ist ein Muss, schnell die Preise zu verhandeln, außer bei Nahrungsmitteln, die verderben noch schneller. Wenn die sexuelle Anmache angenehm ist, gibt es geeignete arabische/berberische Redewendungen...

Nun das Wichtigste(Warnhinweis): Wir können nur dringend davon abraten, ohne gesicherte Unterwäsche nach Marokko zu wandern, weil das land nicht Südamerika ist. In Agadir haben wir die gescheiten europäischen Auswanderer beachtet die wegen sehr speziellen Kenntnissen einen illusorischen, beschissenen und unsicheren "Job" fanden.

Speziell für Frauen, die mit einem Marokkaner verheiratet sind:
Das Leben mag D und funktioniert zusammen, in Marokko herrschen andere Vorstellungen, desshalb beugt sich der Ehemann häufig und lässt die europäischen Frauen verzweifeln...

Nikolaus: Müll gibt es, solange es Menschen auf der Welt gibt. Das es Dich so nervt ist das Lächerliche unter Deiner Gürtellinie.

leihinik
Zitoun


Josi

Re: Auswandern nach Marokko [Re: Marjam] #133495
30/04/12 03:26 PM
30/04/12 03:26 PM
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