"Ramadan Radikal" in Marokko
#110276
27/08/10 01:12 AM
27/08/10 01:12 AM
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21merlina
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Polizisten gegen Sandwiches "Ramadan Radikal" in Marokko Was meint ihr dazu? Ist das wirklich zutreffend, dass selbst Ausländer Angst haben müssen, zu essen, oder meint ihr, der Artikel ist übertrieben? Ich esse im Ramadan eh nicht mehr, von daher könnte ich sagen, mich betrifft es nicht, aber das macht es ja nicht besser. Früher war ich ja öfter mal in Marokko, auch mal im Ramadan, und habe da ohne irgendwelche Probleme Essen serviert bekommen. Das war völlig normal. Da finde ich es schon besorgniserregend, wenn sich das in den letzten Jahren so geändert hat. Ich meine, wenn es immer schon so gewesen wäre, würde man es halt so hinnehmen: andere Länder-andere Sitten. Aber dieser schnelle Wandel (wenn es denn wirklich so ist) macht schon Angst. Da fragt man sich: Wie weit wird das gehen? Was kommt als nächstes? LG
LG
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Re: "Ramadan Radikal" in Marokko
[Re: Abu_Anas]
#110282
27/08/10 03:07 AM
27/08/10 03:07 AM
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Joined: Sep 2003
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sara79
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Ich glaube als Ausländer / Nichtmuslim muss man sich auch keine Sorgen machen in Marokko im Ramadan unterwegs zu sein .
Was mich etwas besorgt ist die Lage innerhalb der marokk. gesellschaft , von daher ist die stimmung, die in den o.g. Artikel rübergebracht wird durchaus ernst zu nehmen.
Es herrscht ein gewisser gesell. und familiärer Druck während des Ramadan Nichtfastenden Muslimen gegenüber, d.h. wenn diese mit gutem Grund erlaubterweise nicht Fasten ( Schwangere, Stillende, Frauen während ihrer Periode, Reisende, Kranke...). Diese müssen sich wenn sie während der Fastenzeit regelrecht verstecken ( auch zuhause verstecken) wenn sie etwas Essen, als müssten sie sich dafür Schämen. Der Druck ist enorm, so dass selbst Schwangere und Stillende mitfasten, weil sie es nicht Aushalten einen Monat lang sich immer wieder rechtfertigen zu müssen, warum sie denn nicht fasten, ob das wirklich so bewiesen sei, dass es wirklich ein triftiger Grund sei, nicht zu fasten... ( was es natürlich ist, aber oft nicht akzeptiert wird). Außerdem haben viele eigentlich vom Fasten befreite regelrecht Angst davor später die fastentage nachzu holen - und es dann angeblich so schwer wäre zu fasten wenn alle andern wieder essen... Ich finde das gerade bei Schwangern und Stillenden fatal und habe auch hier in Deutschland von Fehlgeburten und geborenen Säuglichen von Fastenden in schlimmen Zustand gehört. Stillende haben zur Milchflasche gegriffen und abgestillt, nur um mitfasten zu können, wo doch 2 Jähriges Stillen im Islam so stark empfohlen wird...
Ich muss sagen, mir macht es absolut nichts aus, ob ich den Ramadan in einer Fastenden oder Nichtfastenden Gesellschaft verbringe, weil ich aus freien Stücken faste und nicht weil die gesellschaft fastet. und vor allem wenn ich wegen Schwangerschaft und stillzeit nicht gefastet habe, fühlte ich mich in deutschland wohler, in marokko fühlte ich mich so beobachtet und geringgeschätzt und unter einem gewissen Druck es ersten undbedingt zu verstecken, das ich Nicht faste und zweitens immer wieder dafür rechtfertigen zu müssen und es beweisen zu müssen.
Salam
Sara79
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Re: "Ramadan Radikal" in Marokko
[Re: Toxica53]
#110288
27/08/10 04:27 AM
27/08/10 04:27 AM
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Joined: Aug 2009
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Abu_Anas
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hm...darf ich euch da von meinen erfahrungen berichten? von geringschaetzung oder dergleichen habe ich aber noch nichts bemerkt. in den marokkanischen familien mit denen ich befreundet bin gibt es einige leutchen die krank sind...diabetes,herzkrankheiten...die essen auch weil sie ihre medikamente puenktlich nehmen muessen.
menschen die aus gesundheitlichen problemen nicht fasten können sowie reisende sind davon ja auch befreit genauso wie frauen die ihre regel haben,der islam legt uns ja nichts auf wozu wir nicht in der lage sind.meine mutter ist diabetikerin sie kann auch nicht fasten dafür spendet sie für hilfsbedürftige Und wer von euch krank ist oder sich auf einer Reise befindet, soll eine Anzahl anderer Tage (fasten) Und denen, die es mit großer Mühe ertragen können, ist als Ersatz die Speisung eines Armen auferlegt. Und wenn jemand freiwillig Gutes tut, so ist es besser für ihn. Und daß ihr fastet, ist besser für euch, wenn ihr es (nur) wüßtet! (184)
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Re: "Ramadan Radikal" in Marokko
[Re: 21merlina]
#110291
27/08/10 08:27 AM
27/08/10 08:27 AM
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Joined: May 2002
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Keela
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Hallo merlina, Laut diesem Artikel ist das öffentliche Fastenbrechen durch Muslime eine Straftat. Paragraph 222 des Strafgesetzbuches jedoch droht all jenen mit Bußgeldern und bis zu sechs Monaten Haft, die während des Ramadan öffentlich das Fasten brechen. Meines Erachtens steht DAS dem Recht auf freie Religionsausübung nicht entgegen. dass selbst Ausländer Angst haben müssen, zu essen ist aus dem Artikel nicht zu entnehmen. Die Aktivistin sagt verallgemeinernd, dass alle Ausländer diese Angst hätten. Das ist nicht nur was komplett anderes, sondern stimmt auch nicht. Deine Erfahrungen im Ramadan kann ich bestätigen. Auch ich habe anstandslos tagsüber essen können und bei befreundeten Familien trotz deren Fasten immer Essen und Trinken angeboten bekommen. Deine Besorgnis kann sich wieder schlafen legen Gruß Keela
Ich bin nicht dumm, ich hab' nur voll so Pech beim Denken...
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Re: "Ramadan Radikal" in Marokko
[Re: Keela]
#110327
28/08/10 12:11 AM
28/08/10 12:11 AM
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Joined: Apr 2010
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21merlina
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Nur, dass es nicht falsch rüberkommt... Mit "besorgniserregend" habe ich eigentlich das gemeint, was sara79 schreibt. Berichte in der Richtung habe ich nämlich in letzter Zeit mehrere gelesen. In Ägypten ist es angeblich noch schlimmer. Ich bin vor kurzem zum Islam konvertiert, esse also eh nichts. Also, dass ich jetzt Angst habe, als Touristin in Marokko künftig zu verhungern ist für mich kein Thema  . Nur bin ich eben felsenfest davon überzeugt, dass Glaube und wie man diesen praktiziert freiwillig sein muss. Zum Fasten genötigt zu werden finde ich wirklich schlimnm. Da stimmt etwas in der Gesellschaft nicht, wenn es so ist. Genauso schlimm finde ich, wenn Frauen zum Kopftuchtragen gezwungen werden, oder umgekehrt, dazu gezwungen werden, es nicht zu tragen (wie leider in meinem Job). LG
Last edited by 21merlina; 28/08/10 12:11 AM.
LG
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Re: "Ramadan Radikal" in Marokko
[Re: 21merlina]
#110346
28/08/10 09:02 AM
28/08/10 09:02 AM
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Joined: May 2002
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Keela
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Hallo merlina sorry, aus deinem ersten Posting war nicht ersichtlich, dass du inhaltlich das meintest, was zwei Postings danach von Sara geschrieben wurde. Darauf bezogen habe ich schon seit meinen ersten Aufenthalten im Ramadan vor vielen Jahren diesen Druck beobachten können. Ob der jetzt in den letzten Jahren noch weiter zugenommen hat kann ich nicht beurteilen. Ich gehe, außer ein paar erste und letzte Tage, nicht mehr im Ramadan nach Marokko. Ich weiß aber von einer Freundin, dass sie regelmäßig Tage nachfastet, weil sie für die Zeit ihrer Regel das Fasten unterbricht. Mann/Frau scheint sich gegen die "Nötigung" wohl doch wehren zu können. Und wie so oft scheint es damit zu tun zu haben in welchem Umfeld man sich aufhält. Auch ich wünsche mir, wie du, dass jeder Mensch seinen Glauben frei wählen und sich an dessen Regeln freiwillig halten können sollte.(oh je, was für ein Schwurbelsatz...) Gruß Keela
Ich bin nicht dumm, ich hab' nur voll so Pech beim Denken...
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Re: "Ramadan Radikal" in Marokko
[Re: Keela]
#110374
29/08/10 11:48 PM
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21merlina
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Hast recht, das war wirklich nicht ersichtlich. LG
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